Ein alter Mann lebt schon lange einsam in seinem Haus und nur durch den Besuch seiner Freunde hat er an der Außenwelt teilgenommen. Nun rüttelt der Sturm an seinem Haus, wie der Tod, um ihn abzuholen, und er erinnert sich:
"Aber jetzt zieht der Hauch jener Begegnungen durch das sturmgebeutelte Haus, und in all dem Getöse erheben sich wieder die vertrauten Stimmen. [...] Ein richtiges Leben - das hatten nur die Freunde, und manchmal ließen sie mich an seiner wilden Fahrt teilhaben, wobei ich wie geblendet Sorge, Erstaunen und Qual empfand." (S. 9)
Die Gespräche mit den Freunden offenbaren jedoch, dass das Leben, das sie nach ihren Neigungen und Überzeugungen gewählt haben, letztlich nicht befriedigender verlaufen ist, als das ruhige Leben des Gastgebers. Es gibt viel zu bereuen und zu beklagen, ob als Untergrundkämpfer, Missionar oder Lebemann, der aus Sturheit im Gefängnis war.
In poetischen Worten erzählt De Luca von den Erinnerungen an die letzten Begegnungen und die gemeinsam verbrachte Schulzeit der Freunde. Wehmut und Melancholie schwingen mit. Der schmale Roman (S. 143) liest sich grundsätzlich sehr schön und ruhig, auch wenn mir einige Stellen zu philosophisch waren, aber das findet man in allen Werken von De Luca und das macht sie gerade auch aus. (Bei mir bröseln allerdings gelegentlich die Gedanken weg und konkrete Handlung wäre mir lieber.)
Ein nachdenklich stimmender Text, der ansprechend konstruiert ist, mit ausdrucksstarken Sätzen, wunderschönen Metaphern und Vergleichen.





















