Erri De Luca

 4.3 Sterne bei 83 Bewertungen
Autor von Der Tag vor dem Glück, Montedidio und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Erri De Luca

Literatur eines italienischen Sprachgenies: Enrico „Erri“ De Luca wird Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts in Neapel geboren, verlässt seine Heimat aber als junger Mann um sich in Rom einer politischen Bewegung anzuschließen. Er arbeitet in verschiedenen kleineren Tätigkeiten, beispielsweise als Lagerist, Kraftfahrer oder Maurer. Er bringt sich selbst mehrere Sprachen bei, beispielsweise Russisch und Althebräisch und übersetzt so Teile der Bibel ins Italienische. Erst Ende 30 beginnt er mit dem Schreiben und veröffentlicht 1989 sein erstes Buch. Seine Karriere als Schriftsteller verläuft dann jedoch sehr erfolgreich, De Lucas Bücher werden in mehrere Sprachen übersetzt und er wird mit zahlreichen bedeutenden Preisen ausgezeichnet, beispielsweise dem Petrarca-Preis, dem Europäischen Preis für Literatur oder dem Preis des Europäischen Buches. Mittlerweile veröffentlichte der Autor über 30 Romane, Sachbücher und Theaterstücke. Zu seinen beliebtesten Büchern zählt „Der Tag vor dem Glück“, das von einem Waisenjungen im Italien der 40er Jahre erzählt, der in Don Gaetano unverhofft eine Vaterfigur und einen Freund findet. De Luca schreibt voller Liebe über seine Heimat Neapel und lässt den Leser in dem Buch einen Blick auf die Seele der Stadt werfen.

Alle Bücher von Erri De Luca

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Der Tag vor dem Glück

Der Tag vor dem Glück

 (24)
Erschienen am 14.03.2016
Das Gewicht des Schmetterlings

Das Gewicht des Schmetterlings

 (19)
Erschienen am 15.02.2013
Montedidio

Montedidio

 (19)
Erschienen am 04.01.2014
Fische schließen nie die Augen

Fische schließen nie die Augen

 (10)
Erschienen am 14.11.2014
Den Himmel finden

Den Himmel finden

 (6)
Erschienen am 11.05.2018
Das Meer der Erinnerung

Das Meer der Erinnerung

 (2)
Erschienen am 01.08.2004
Mein Wort dagegen

Mein Wort dagegen

 (1)
Erschienen am 27.01.2015
Die Asche des Lebens

Die Asche des Lebens

 (1)
Erschienen am 01.06.1999

Neue Rezensionen zu Erri De Luca

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Rezension zu "Der Tag vor dem Glück" von Erri De Luca

Aus einem Knaben wird ein Mann
Habichtvor einem Monat

Der Tag vor dem Glück  Flott geschriebene und keineswegs klischeehafte Geschichte über einen gut beobachtenden italienischen „Waisenknaben“ aus Neapel, die in der Zeit des letzten Weltkrieges angesiedelt ist, in der der aufmerksame Leser viel über das sich vom Faschismus und den Nazis abspaltende Land erfährt, aus dem sich der zum Mann gereifte Knabe am Ende der Story, aus nicht vorhersehbaren, aber sehr interessant und aufschlussreich geschilderten Umständen in die weite Welt entfernt!

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W

Rezension zu "Den Himmel finden" von Erri De Luca

Vom theologischen Tiefgang und ihrer menschlichen Ernsthaftigkeit beeindruckt
WinfriedStanzickvor 3 Monaten



Ein namenloser Erzähler ist die Hauptperson von Erri de Lucas neuem Roman „Den Himmel finden“. Er lebt in einem kleinen Bergdorf in Italien, arbeitet als Bildhauer und Restaurator und verdingt sich auch als Bergführer.

Eines Tages übernimmt er mit zwei anderen Dorfbewohnern den Auftrag, Flüchtlinge die ins Dorf gekommen waren, gegen Bezahlung über den gefährlichen Weg über die Berge und die Staatsgrenze in Sicherheit zu bringen. Im Gegensatz zu seinen Kameraden, gibt er den Flüchtlingen nach Erreichen des Ziels ihr Geld zurück.

Als dieses Verhalten nach ihrer Rückkehr bekannt wird, kommt es zu einer größeren Auseinandersetzung im Dorf über sein Verhalten und das seiner Kollegen, die den einzelgängerischen Erzähler zwingt, das Dorf zu verlassen. Er zieht an einen Ort am Meer. Dort findet er nach langer Suche eine Arbeit. Er soll eine Marmorstatue des Gekreuzigten in Lebensgröße von dem nachträglich angebrachten Lendenschurz „entkleiden“, sodass das männliche Glied, das der Erzähler durchgängig als „Natur“ bezeichnet, wieder zum Vorschein kommt.

Er selbst ist nicht gläubig, nimmt aber seinen Auftrag sehr ernst. Und so holt er bei einem Bischof Rat ein, spricht mit einem Rabbiner und lässt sich von einem muslimischen Arbeiter in dessen Religion einführen. Auch im Archäologischen Museum in Neapel lässt er sich beraten. Er lässt sich sogar selbst beschneiden, um sich in den Gekreuzigten, der ja auch beschnitten war, besser einfühlen zu können.
Es ist ein kurzer Roman, der eine Reihe ethischer Aussagen enthält, aber dennoch nicht zu einem theologischen Roman wird, obwohl dem Erzähler, der vorher sich wenig mit dem Glauben befasste, im Laufe seiner Arbeit an der Christusstatue immer mehr vom essentiellen, urchristlichen Gehalt des Glaubens an den Gekreuzigten deutlich wird.

Man hat Erri de Luca (68), der als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller Italiens gilt, dort oft vorgeworfen, er schreibe theologischen Kitsch.
Ich habe schon etliche seiner Bücher gelesen und war als Theologe und Christ immer von ihrem theologischen Tiefgang und ihrer menschlichen Ernsthaftigkeit beeindruckt.


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Duffys avatar

Rezension zu "Das Gewicht des Schmetterlings" von Erri De Luca

Ein Meisterwerk auf 70 Seiten
Duffyvor 3 Monaten

Die Hauptrollen dieser Erzählung haben ein Wilderer, der sein halbes Leben als Einsiedler in den Bergen zugebracht hat und der König der Gämsen, ein untypischer Rudelführer, der ebenfalls die meiste Zeit abseits seines Rudels die Einsamkeit sucht.
De Luca erzählt beide Geschichten und die Besonderheiten, die sie zu den Einzelgängern gemacht haben. Dass es dieser Individualität zu verdanken ist, dass sie Gegner werden, ist eher zufällig, doch im Lauf der Zeit verschmelzen ihre Wege, werden zu einem Duell, dass beide nicht gewinnen können, bis es zur letzten Begegnung kommt, die vom Ende ihrer Lebenszeit bestimmt wird.
Im Klappentext steht etwas von "Epos" und das ist ausnahmsweise einmal richtig, denn de Luca ist mit einer solchen Wortgewalt und Gewandtheit gesegnet, die er auch noch meisterhaft beherrscht, dass man aus dem Schwärmen nicht herauskommt. Jedes Wort ist eine Gefühlsregung, in seinen Sätzen verwändeln sich die Worte in Lebewesen und zu Bildern von solcher Schärfe und Klarheit, dass man sich fragen möchte, ob das ein Buch oder ein Bild ist, das man da in der Hand hält. Ein Feuerwerk der Sinnlichkeit und Emotionen. Die Schicksale der beiden Protagonisten sind so verschieden angelegt wie nur möglich. Dass sie sich auf einer Ebene treffen und einen Kampf führen, der letztendlich einen überraschenden Ausgang nimmt, ist eine weitere Nuance in der gesamten Komposition des Autors.
Der eigentlichen Geschichte ist noch eine zweite hinzugefügt, "Der Besuch eines Baumes", fünfzehn Seiten über eine weitere Begegnung mit der Natur, ebenso eindringlich und nachdrücklichwie der "Schmetterling".
 Es folgt noch ein Nachwort des Übersetzers, sowie eine Laudatio zu einer Preisverleihung. Diese beiden Anhängsel sind total überflüssig, ja sogar ein wenig ärgerlich, weil sie einfach nicht in den Gesamtrahmen der beiden Geschichten passen. Nachworte sind immer dann überflüssig, wenn sie dem Leser die Geschichte, die er gerade gelesen hat, erklären wollen. Welchen Sinn die Laudatio hier haben soll, ist vollkommen unklar. Wahrscheinlich hat der Verlag nicht realisiert, dass die beiden Erzählungen für sich alleine stehen sollten, um ihre volle Kraft zu entwickeln. Deshalb der Tipp: Nur die Storys lesen, die beiden Anhänge vielleicht irgendwann einmal oder gar nicht.
De Lucas Bücher sind alle in diesem wunderbaren Stil geschrieben aber dieses hier hat das Zeug zu einem Klassiker. Wunderbar!

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Erri De Luca wurde am 20. Mai 1950 in Neapel (Italien) geboren.

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