Erri De Luca Der Tag vor dem Glück

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Inhaltsangabe zu „Der Tag vor dem Glück“ von Erri De Luca

Der Tag vor dem Glück: Das ist der Tag, an dem es dem kleinen Waisenjungen gelingt, den Ball hinter dem Fuß der marmornen Statue hervorzuangeln - jetzt darf er bei den Großen mitspielen. Es ist auch der Tag, an dem er unter einem alten neapolitanischen Mietshaus ein geheimes Verlies voller Bücher entdeckt, in dem ein Jude den Krieg überlebte. Und es ist der Tag, an dem das geheimnisvolle Mädchen Anna ihren Platz am Fenster im dritten Stock verlässt und ihm entgegengeht. Don Gaetano, portiere in eben jenem Mietshaus, wird bald sein väterlicher Freund. Er weist ihn nicht nur in die Geheimnisse des Kartenspiels ein, sondern auch in die Kunst des Gedankenlesens. Und er zeigt ihm, wie man in einer Stadt überlebt, in der Glück und Verderbnis so nah beieinander liegen.

Italien mitten im 2. Weltkrieg: Als Waise erwachsen werden, das geht nur mit einem echten Freund an der Seite. Schöne Sprache, lesenswert!

— Sookie70
Sookie70

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    Der Tag vor dem Glück
    RenateTaucher

    RenateTaucher

    27. December 2016 um 17:55

    Das Leben im Krieg ist immer schwer, aber  ganz besonders für ein Waisenkind. Zum Glück gibt es einen väterlichen Freund, der den Jungen durch die schwere Zeit begleitet und ihm den Weg in die Zukunft zeigt. Trotz der schwierigen Umstände eine durchaus unterhaltsame Geschichte.

  • Sprachgewaltig, schön...

    Der Tag vor dem Glück
    Sookie70

    Sookie70

    10. July 2016 um 18:51

    "Die Luft war bitter, die Lider brannten. Das Pferd nieste vor Angst, aber es war stolz und widerstand. Das Feuer lässt die Erde in Schwarz-Weiß zurück, es saugt das Mark aus den Farben, nagt das Grün, Blau und Braun ab (...), und das Feuer hasste mich, weil ich sein Herr war, aber es erträgt keinen Herrn."Der Bibliothekar Don Raimondo lässt ihn seine Bücher lesen, Don Gaetano zieht ihn auf wie seinen eigenen Sohn. Er liebt die Schule  und lernt durch das Scopa-Spiel das Lesen von Gedanken. Er  erfährt die Grausamkeit des Krieges und die Macht des Volksaufstandes, er erlebt seine erste große Liebe, die ihn beinahe das Leben kostet und verliebt sich mit jedem Tag seines jungen Lebens ein bisschen mehr in seine Heimatstadt, Neapel.Erri de Luca ist ein großer Poet und erzählt in "Der Tag vor dem Glück" die wunderbare Geschichte eines Waisenjungen, der im Italien der 1940er Jahre erwachsen wird...

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  • Ein muss für jeden, der Napoli liebt

    Der Tag vor dem Glück
    bfhighlander

    bfhighlander

    02. September 2013 um 19:08

    En Blick n die Seele Napolis. Sehr poetisch, sehr weise. Ein absolutes muss für Freunde des italenischen Südens!

  • Rezension zu "Der Tag vor dem Glück" von Erri De Luca

    Der Tag vor dem Glück
    yoko

    yoko

    28. October 2010 um 07:47

    Es hatte geregnet an meinem Tag vor dem Glück. Was genau passiert war, daran erinnere ich mich heute nicht mehr. Warum eigentlich nicht? Wieso ist das alles zu einem kleinen Punkt in meinem Kopf geschrumpft? Hat es vielleicht damit zu tun, dass Glück vergänglich und nur für wenige Momente bei uns ist? Der Ich-Erzähler aus „Der Tag vor dem Glück“ bricht sich vor seinem großen Tag die Nase. Als er als Torwart versucht, den Ball zu halten, trifft ihn der Gegner mit voller Wucht ins Gesicht. Noch Stunden später erdrückt ihn der Schmerz, wären da nicht die Gedanken an das besondere Mädchen Anna. Seine große Liebe, die er am Tag nach der Verletzung wiedersehen will. Erri de Luca erzählt in seinem Roman die Geschichte von einem Waisenjungen, der in Neapel groß wird. Er lebt in einer kleinen, dunklen Kammer. Aus der Not heraus schafft er sich seine eigenen Oasen, die ihn seine Armut vergessen lassen. Wie die Bücher, der er sich vom Buchhändler Don Raimondo ausleiht. Oder die nächtlichen Stunden, in denen er mit großem Eifer lernt. Eines Tages freundet er sich mit dem Hausmeister Don Gaetano an, mit dem er fortan Karten spielt. Auch das sind besondere Stunden im Leben des einsamen Jungen, die für ihn genauso wertvoll sind wie die letzten Minuten in der Abendsonne. Don Gaetano wird viel mehr als nur ein Spiel- und Gesprächspartner. Er erzählt Geschichten aus der Vergangenheit, bewegte Erzählungen über den Krieg und er verrät ihm sein Geheimnis: Er kann die Gedanken der Menschen hören. Wie er das anstellt, sagt er dem Jungen nicht. Dafür lehrt er ihn das Leben, zeigt, wie nah Glück und Leid beieinander liegen. Das Buch steht schon seit einiger Zeit wieder im Regal und doch rieseln sie immer noch aus meinen Augen: Unzählige, wunderbare Sätze, die in wahrer Poesie baden. Es ist, als habe der Autor die Worte vor dem Niederschreiben liebevoll in eine Schüssel aus duftenden Blüten und kraftvollen Äpfeln gelegt. So fühle ich mich nach vielen Sätzen, leicht betrunken vor Glück und unwahrscheinlich gestärkt für den nächsten Tag vor dem Glück. Er wird kommen.

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  • Rezension zu "Der Tag vor dem Glück" von Erri De Luca

    Der Tag vor dem Glück
    Clari

    Clari

    15. September 2010 um 16:09

    Seltsame Begegnungen...... Neapel kurz nach dem zweiten Weltkrieg und Mitte der fünfziger Jahre: der kleine Junge, Icherzähler dieser Geschichte, kann zwischen den Beinen einer Statue hindurchklettern und den Ball zurückholen. Jetzt darf er bei den Großen mitspielen, und sein Glück ist vollkommen! Viele Jahre später sitzt er mit Don Gaetano zusammen, dem Hausmeister in dem Mietshaus, in dem er eine Kammer bewohnt, und dieser erzählt vom Krieg. Viele Menschen verloren damals ihr Leben, als die Deutschen kamen und barbarisch wüteten. Don Gaetano hatte einen Juden in dem Bretterverschlag hinter der Statue versteckt. Der kleine Junge entdeckt eines Tages darin eine Kiste mit vielen Büchern, die er mit Begeisterung liest. Don Gaetano und der kleine Junge, der später nicht mehr ganz so klein ist, freunden sich an, und Don Gaetano weiß viel zu erzählen: von dem, was er über die Menschen weiß und von den Bewohnern des Hauses, in dem er "portiere" ist, von seiner Fähigkeit, Gedanken zu lesen, und immer wieder vom Krieg und seinen Erfahrungen bei der Landung der Alliierten 1943 hier unten in Neapel. Auch er ist früh Waise geworden wie der Protagonist dieser kleinen Geschichte, und so vereint sie das Schicksal zwangsläufig. Und was hat das alles mit dem Tag vor dem Glück zu tun? Das ist der Tag vor dem Neuen Jahr, wo man sich alles Glück der Welt erwünscht! Erri De Luca fügt die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs in einen poetischen Rahmen und kleidet seine Erzählung in die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft. In feiner, geheimnisvoller Manier teilt man eine Zeit lang den Lebensweg des jungen, interessierten Icherzählers. Dieser ist lernbegierig, neugierig und erfährt von Don Gaetano auch etwas über seine Eltern, die ihm unbekannt waren. Hinter einem der Fenster im großen Haus sieht er eines Tages Anna mit den großen Augen, die sich selber als "verrückt" bezeichnet. Wie es mit ihm und Anna weiter ging, wie er immer wieder mit Don Gaetano zusammensitzt und so viel von ihm lernt, das ist in eine kluge und weise kleine Erzählung eingebettet. Neapel mit seinen engen Gassen, das Leben auf engstem Raum, die Schönheit des Golfes von Neapel, der Himmel und das Wasser bilden den eindrucksvollen Rahmen für die Geschichte. Man spürt dem Leben nach, das sich im Süden Italiens in der großen Stadt Neapel während und nach dem Zweiten Weltkrieg abspielte. Lokalkolorit und offene Begegnungen, Skizzen von menschlichen Beziehungen und nur angedeutete Lebensverläufe verdichten sich zu einer anrührenden Lebensgeschichte, erzählt in kurzen Momentaufnahmen. Dass auch die Camorra und der Tod nie ferne sind, wenn man in diesem Milieu zu Hause ist, kulminiert in der Erzählung zu einem unerwarteten Höhe -und Schlusspunkt. Erri de Luca mischt reales Erleben mit archaischen Erzählstrukturen, die eine geheimnisvolle Dichte gewinnen. Er weiß wirklich, Geschichten zu erzählen und gehört zu den beliebtesten Autoren Italiens. 2010 wurde er mit dem Petrarca - Preis ausgezeichnet.

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