Erwin Seitz

 3.7 Sterne bei 62 Bewertungen

Lebenslauf von Erwin Seitz

Erwin Seitz, geboren 1958 in Wolframs-Eschenbach, lernte Metzger und Koch, danach studierte er Germanistik und Philosophie. Er lebt als Gourmetkritiker, freier Journalist und Autor »gastrosophischer« Bücher in Berlin. Sein praktisches Wissen vermittelt er in Kochkursen und als Dozent im Studiengang Food Management an der Dualen Hochschule Heilbronn.

Quelle: Verlag / vlb

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Rezension zu "Die Verfeinerung der Deutschen" von Erwin Seitz

Informative, teils etwas geschwätzige Kulturreise
Viv29vor 4 Monaten

In "Die Verfeinerung der Deutschen" legt uns Erwin Seitz laut Unterteitel "Eine andere Kulturgeschichte" vor. Dieses Versprechen kann das Buch durchaus einhalten. Auf über 750 Seiten widmet sich der Autor der Entwicklung der Lebensart in Deutschland und das von der Germanen bis in die heutige Zeit. Seinen Hauptfokus legt er auf das Kulinarische, aber auch Kunst, allgemeine Lebensart, sich ändernde Meinungen finden hier ihren Platz.

Die Ausstattung des Buches gefällt mir außerordentlich. Es ist gebunden, mit einem dezent-ansprechenden Titelbild. Das Papier fühlt sich angenehm hochwertig an, mehrere schwarz-weiß Abbildungen in guter Qualität finden sich im Buch, zwei Bereiche mit ebenfalls qualitativ guten Farbabbildungen vervollständigen die ansprechende Gestaltung.

Der Text liest sich überwiegend gut, manchmal etwas zu langatmig. Insbesondere die ersten beiden Kapitel (die immerhin 86 Seiten einnehmen), die eine Einführung und einen Gesamtüberblick geben, sind oft zäh und ein wenig geschwätzig. Als ich diese las, bereute ich meine Entscheidung für das Buch ein wenig, weil es nicht zum Punkt kam und nicht die Informationen bot, die ich erwartete. Solche geschwätzigen Passagen ohne wirklichen Inhalt gab es im Laufe des Buches auch leider immer wieder. Da werden dann thematisch nicht relevante Gedankengänge vor sich hingeplaudert oder schwärmerische Spaziergänge durch Venedig beschrieben - alles etwas zu wortreich, zur substanzlos. Auch die längeren philosophischen Exkurse waren nicht ganz mein Fall.

Größtenteils aber bietet "Die Verfeinerung der Deutschen" eine unterhaltsame Mischung aus Informativem und Unterhaltsamem. Der Autor stellt uns einige kulinarische Besonderheiten vor, wie den Moselwein, das Bamberger Rauchbier, berichtet von deren Geschichte, stellt heutige Menschen vor, die diese Traditionen pflegen. Das ist oft sehr interessant, auch wenn ich die Verzückung über die barbarisch gewonnene Gänsestopfleber in einem Buch über Verfeinerung ziemlich fehl am Platze finde. Manchmal, gerade im letzten Kapitel über das heutige Berlin, verliert sich der Autor aber auch zu sehr in seinen Restaurantbeschreibungen. Ich muß nicht unbedingt en detail wissen, wie jedes Feinschmeckerrestaurant in Deutschland eingerichtet ist, welche Farbe die Sitzbezüge haben, und auch Auflistungen von Speisekarteninhalten sind nicht unbedingt informativ, wenn man nicht ein Restaurant in der beschriebenen Stadt sucht.

Der geschichtliche Teil ist gut lesbar und schafft es, viele Informationen angenehm zu präsentieren. Wir bekommen einen geschichtlichen Überblick, der dann mit den kulturellen, lebensartlichen Entwicklungen verbunden wird. Das klappt hervorragend, man kann viele Entwicklungen durch den geschichtlichen Zusammenhang besser einordnen, erfährt unterhaltsame Details, die in geschichtlich orientierten Büchern oft nicht enthalten sind. Auf die ausführlichen Listen von Lebensmitteln, die in einer bestimmten Epoche gegessen wurden, hätte ich verzichten könnten, denn wer liest schon eine halbe Seite Lebensmittelauflistungen? Manchmal hätte dem Autor ein wenig Neutralität wohl getan, gerade im Kapitel über Preußen mußte ich öfter den Kopf schütteln, weil der Autor keine Gelegenheit ausläßt, zu urteilen und tendenziös zu schreiben. Auch bei Punkten, bei denen ich inhaltlich zustimmen würde, fand ich den teils polemischen Schreibstil unpassend. Seine persönliche Abneigung gegen Christopher Clarks Buch über Preußen sei ihm unbenommen, muß aber nicht bei jeder Gelegenheit erwähnt werden. Einem Sachbuch steht Sachlichkeit wesentlich besser.

Im Großen und Ganzen enthält "Die Verfeinerung der Deutschen" aber viel Lesenswertes, viel unterhaltsam Dargebrachtes, viel Informatives. Mit hat diese Reise durch die deutsche Kulturgeschichte trotz einiger Wermutstropfen Spaß gemacht und ich habe auf vergnügliche Weise Neues gelernt und Bekanntes neu gelesen.

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Rezension zu "Naturnahes Kochen – einfach, gut, gesund" von Erwin Seitz

Back to the roots!
annaleeliestvor 2 Jahren

Naturnahes Kochen von Erwin Seitz ist ein Kochbuch aus dem Insel Verlag, das leckere und gesunde Rezepte mit viel Fachwissen zu den Produkten verbindet.

Die Aufmachung des Buches hat mich komplett überzeugen können. Es ist wirklich hochwertig gestaltet worden und es wurden im gesamten Kochbuch viele Fotos zur Veranschaulichung verwendet.
Was mich besonders angesprochen hat, war, dass das Buch nicht nur Rezepte enthält sondern auch Informationen zu den benutzten Produkten.
Gerade wenn man bewusster Kochen will, finde ich dieses sehr hilfreich!
Dadurch dass die Warenkunde sehr ausführlich gestaltet wurde, besteht etwas die Gefahr, dass das Buch den einen oder anderen Anfänger (z.B. mich) vielleicht erstmal "erschlagen" könnte.
Die Rezepte, warme wie auch kalte Speisen, sind dagegen aber sehr übersichtlich und verständlich beschrieben worden.

Insgesamt hat mir das Kochbuch gut gefallen. Gerade durch die qualitativ hochwertige Aufmachung eignet es sich sehr als Geschenk. 

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Rezension zu "Naturnahes Kochen – einfach, gut, gesund" von Erwin Seitz

Schöne Grundidee, die für mich allerdings ein bisschen zu deftig daherkommt
anna-lee21vor 2 Jahren

Die Idee des Buches entspricht meiner persönlichen Überzeugung, was Ernährung angeht, in vollem Umfang – nah an der Natur, einfach und gesund, saisonal, mit naturbelassenen und frischen Zutaten. Positiv finde ich auch den Informationsteil mit einer Warenkunde, die interessant zu lesen ist. Ein paar mehr Fakten hätte ich mir an dieser Stelle allerdings gewünscht. 

In der Buchbeschreibung noch mit „etwas“ gekennzeichnet, ist das Buch für mich persönlich viel zu Fleisch lastig und auch die übrigen Rezepte entsprechen eher der deftigen und soliden Hausmannskost, die nicht meinem Geschmack entspricht. Leider habe ich im gesamten Buch nur 2 Rezepte gefunden, die ich ausprobiert habe. Das Ergebnis war gut, allerdings auch nichts Besonderes. Ofengemüse gehört fast zu meinen täglichen Mahlzeiten, die Idee mit den Backpflaumen ist allerdings toll und Joghurt sowie Raz el Hanout haben eine schöne Kombination ergeben. Der Curry-Spinat mit Seidentofu und Cashewnüssen war mein zweites Rezept und hier bin ich restlos begeistert – war wirklich lecker und wird definitiv nochmal gekocht.

Das Buch ist sehr hochwertig aufgemacht, das Cover liebevoll und bunt gestaltet, die Haptik ansprechend. Das Buch ist mit vielen Fotos ausgestattet, die ansprechend gestaltet sind. Teilweise sind es mir ein bisschen viele Bilder, die oft auch die komplette Seite einnehmen und dann leider nicht das fertige Mahl zeigen, sondern nur einzelne Zutaten.

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