Eshkol Nevo Wir haben noch das ganze Leben

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Inhaltsangabe zu „Wir haben noch das ganze Leben“ von Eshkol Nevo

Das Leben ist hip, tragisch und ohne Fußball und Freunde sinnlosWM-Finale 1998. Frankreich – Brasilien. Fiebrige Stimmung vor der Glotze zwischen Churchill, Juval, Amichai und Ofir. Die vier sind um die dreißig, Freunde seit Jugendtagen, sie gucken zusammen Fußball, quatschen, kiffen, sind füreinander da. Da verfällt einer auf eine kuriose Idee – drei Lebenswünsche auf einen Zettel zu schreiben, die Zettel zu verstecken und erst beim nächsten Finale die Wünsche preiszugeben ... Wird das Glück auf ihrer Seite sein? Vier Jahre später ist nichts, wie es war. Die Stimmung im Land ist explosiv, die Wünsche sind verweht, das Leben schmeckt anders. Eshkol Nevos neuer Roman über die Lust am Jungsein, die Innigkeit echter Freundschaft, weiß um die Zerbrechlichkeit des Lebens und ist doch voller Hoffnung und Wärme.

Ein wunderbar ehrlicher Roman über das Leben, seine Herausforderungen und die unglaubliche Kraft wahrer Freundschaft.

— Tamar_
Tamar_

Ein tolles Buch über die Freundschaft von 4 jungen Männern in Israel - großartige Erzählkunst!

— anena
anena

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  • "Wir haben noch das ganze Leben" von Eshkol Nevo

    Wir haben noch das ganze Leben
    Tamar_

    Tamar_

    23. August 2014 um 13:13

    „[…] und hin und wieder, wenn er ein bisschen zu viel getrunken hatte, umarmte er uns alle und meinte: Was ein Glück, dass wir uns haben, ihr habt ja keine Ahnung, was ein Glück.“ Auf diese Art und Weise äußert sich der sonst so schweigsame Ofir über die außergewöhnliche Freundschaft, die ihn mit Churchill, Amichai und Juval verbindet. Vier Männer, die sich in der Schulzeit kennengelernt haben und unterschiedlicher nicht sein könnten, sind der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Churchill, der Anführer der Gruppe, tritt stets selbstbewusst auf und sagt, wo es langgeht. Insbesondere dem etwas orientierungslosen Juval, der sich lieber im Hintergrund hält, kommt dies entgegen. Ofir, der von Beruf Kreativdirektor ist, hat all seine Ideen längst aufgebraucht, während Amichai an seiner Stelle immer die verrücktesten Einfälle hat, die er oft genug auch in die Tat umsetzt. So auch diese: Endspiel ´98 zwischen Frankreich und Brasilien. Wie üblich treffen die vier sich in ihrer Heimatstadt Tel Aviv zum Fußballschauen und Mitfiebern. Der Abend verläuft wie gewohnt, bis Amichai etwas vorschlägt: Ein jeder soll seine drei Lebenswünsche auf einem Zettel notieren, der erst wieder bei der nächsten Weltmeisterschaft hervorgeholt werden soll. Dann werden sie sehen, ob sich ihre Träume erfüllt oder zerschlagen haben, ob ihre Erwartungen an das Leben und vor allem sie selbst noch dieselben oder schon längst andere geworden sind. Diese Idee, die zunächst als Blödsinn abgetan wird, begleitet die Männer fortan in ihrem Leben. Ihre Freundschaft wird in den nächsten Jahren durch Schicksalsschläge, den Kampf zweier von ihnen um eine Frau und noch andere Veränderungen, die das Leben bereithält, auf die Probe gestellt werden. Das Leben, das einmal so unbeschwert gewesen ist, nimmt langsam Gestalt an und verlangt von ihnen, für sich und den Anderen einzustehen. Die Frage, ob sich ihre Lebenswünsche letztendlich erfüllen werden, löst der Autor auf ungewöhnliche und unkonventionelle Weise auf. Mit diesem Roman schafft es Eshkol Nevo, uns zu fesseln und in den Bann ziehen und erreicht, dass wir die Seiten umblättern, ohne dass wir uns dessen bewusst wären. Dies liegt vor allem an der starken Zeichnung der Charaktere sowie an der Authentizität und der Ehrlichkeit der Geschichte. Leicht zugänglich lässt uns der Roman in die Welt der vier Protagonisten und ihr Umfeld eintauchen, bis wir sie als unsere eigene wahr- und annehmen. Zudem zeigt er das Leben, wie es nun einmal ist, ohne zu beschönigen, und führt uns die unglaubliche Kraft wahrer Freundschaft vor Augen. Damit fühlt er den großen und kleinen Momenten des Lebens nach und schildert die ereignisreichen und wichtigen Jahre, in denen auch wir uns gerade befinden. Mit unglaublichem Schwung führt uns der Autor bis an das Ende des Romans und lässt uns mit einem warmen Gefühl dafür zurück, worauf es im Leben wirklich ankommt.

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  • Ein großartiger Roman über Freundschaft

    Wir haben noch das ganze Leben
    anena

    anena

    22. July 2014 um 10:00

    Ein tolles Buch über die Freundschaft von 4 jungen Männern in Israel - großartige Erzählkunst! Interessant im Juli 2014 zu lesen, weil erstens gerade Fußballweltmeisterschaft ist und zweitens der Nahostkonflikt in dieser Zeit gerade wieder aufflammte.

  • Rezension zu "Wir haben noch das ganze Leben" von Eshkol Nevo

    Wir haben noch das ganze Leben
    MelladeLuxe

    MelladeLuxe

    03. October 2012 um 09:56

    Vier Freunde in Israel. Erstaunlich, wie nah die Protagonisten mir erschienen, wie ähnlich sie empfinden und lieben. Ein sehr melnacholisches, nachdenkliches Buch, das den Leser dennoch in seinen Bann zieht, weil man wissen möchte, wie die Entwicklung von Churchill, Joav, Ofir und Juval sich fortführt.

  • Rezension zu "Wir haben noch das ganze Leben" von Eshkol Nevo

    Wir haben noch das ganze Leben
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. June 2012 um 14:56

    Es will wie ein trauriges, wehmütiges Buch über Schicksale von Menschen wirken und einem Versuch Freundschaft unter Männern zu beschreiben. Nevo lässt Menschen/Männer mit ihren „Fehlern“ auftreten, die wohl als Sympathieträger fungieren sollen. Sind es Menschen, die das Thema einer langfristigen Freundschaft auch qualitativ wirklich ausloten? Oder lediglich Menschen, die sich auf dem Weg mehr oder weniger falscher Selbstwahrnehmung bewegen, sich Ziele setzen, die sie schlussendlich nicht umzusetzen im Stande sind? Die Idee, Lebenswünsche auf Zettel niederzuschreiben entpuppt sich als ein pubertärer Partygag. An vielen Stellen vermittelt der Ich-Erzähler ein denkwürdige Konzeptionslosigkeit. Im eigenen Traumbildern gefangen, irrlichtert dieser zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Die Versuche, sich u.a. mit der Philosophie Heideggers auseinanderzusetzen, scheitern jämmerlich. Schließlich eleminiert er sogar sein gesamtes Buch-Manuskript. Irgendwann dämmert diesen Männern, die seit ihrer Jugend als Freunde betrachteten, dass sie als junge Erwachsene naiv und ehrlich glaubten, sie verfügten noch über „das ganze Leben“. Wenigstens wird diese Illusion für den Ich-Erzähler zur einzigen Erkenntnis. Fast alle Gespräche untereinander sind jedoch meistens seicht, sie dümpeln zähflüssig dahin. Tiefergehende Reflexion über die menschlichen Schicksale wird der Leser bei Eshkol Nevo vermissen. Infantil, fast pubertär vor allem muten die Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht an. Sie erinnern stark an Teenagerträume mit wenig Selbstbewusstheit. Besonders dubios ist, wie der Autor mit der politischen Wirklichkeit in seinem Land Israel agiert. Nur ein einziges Mal rückt auf erschütternde Weise die Terror-Politik in den Fokus. Das Dilemma der andauernden Besatzung und Apartheitspolitik Israels gegenüber ihren unmittelbaren Nachbarn, den Palästinenesern. Während der Fußballweltmeisterschaft 1990 besetzt Yuval mit anderen Soldaten ein Hausdach in Nablus zur besseren Beobachtung der Gegend. Zu Beginn einer Spielübertragung im TV, dringt der Kommandant auf brutale Weise in ein Wohnhaus ein. Die Hausbewohner, eine ganze Familie, werden grausam malträtiert. Deren gesamtes Wohnmobiliar wird zertrümmert und sämtliche Essensvorräte aufgebraucht. Der Leser ist erschreckt, wie knapp Eshkol Nevo die längst zur Realität gewordene politische Haltung Israels hier darstellt. Nur in einem Nebensatz kommt die darüber „empfundene Scham“ zu Wort. Man vermisst jegliche innere Konsequenz, die solch ein erschütterndes Ereignis zur Folge hätte. Das Leben ein Wunsch- und Traumbild, das einer Realitätsprüfung kaum stand hält? Ein Grund, warum man das Buch letzten Endes enttäuscht weglegt.

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  • Rezension zu "Wir haben noch das ganze Leben" von Eshkol Nevo

    Wir haben noch das ganze Leben
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    31. May 2012 um 17:28

    Das im Frühjahr 2007 ebenfalls bei DTV unter dem Titel "Vier Häuser und eine Sehnsucht" erschienene Romandebüt von Eshkol Nevo, einem 1971 in Jerusalem geborenen Israeli, hatte damals nicht ohne Grund nach seinem Erscheinen in Israel bei der Kritik und bei einer großen Leserschar erhebliches Aufsehen erregt. Es erzählt die Geschichte und den Alltag einiger Menschen und es gelingt ihm, mit diesen wenigen, sicher nicht repräsentativen Figuren, ein Gesellschaftsbild en miniature zu malen; ein Bild einer zerrissenen Gesellschaft, die um ihr Überleben kämpft, die sich andauernd mit schweren, traumatischen und sich der Gegenwart permanent in den Weg stellenden Vergangenheiten konfrontiert sieht, und die dennoch von einer Sehnsucht durchzogen ist, die die Menschen am Leben hält und sie die Hoffnung nicht verlieren lässt. Auch in seinem neuen Roman geht es um diese Sehnsucht und um die große Gefahr, dass auch sie einem Land abhanden kommt, das, so scheint es in diesen Zeiten, eher an seinen inneren Widersprüchen und seiner Zerrissenheit zugrunde gehen könnte, als durch die nach wie vor immense äußere Bedrohung durch seine in der letzten Zeit nicht weniger zahlreich gewordenen Feinde. Und es geht wieder um die Zahl vier. Dieses Mal sind es nicht vier Häuser und seine verschiedenen Bewohner, sondern es sind vier junge Männer, Freunde seit ihren Jugendtagen. Das Buch beginnt im Juli 1998. Die vier fußballbegeisterten Freunde Churchill, Juval, Amichai und Ofir sitzen vor dem Fernseher und sehen das Endspiel der WM zwischen Frankreich und Brasilien. Da hat einer von ihnen, es ist Amichai, eine außergewöhnliche Idee. Er schlägt vor, jeder solle drei Lebenswünsche auf einen Zettel schreiben, den Zettel dann verstecken und das, was drauf steht, erst in vier Jahren beim nächsten WM-Finale veröffentlichen. Man werde dann ja sehen, wie weit jeder einzelne dann mit seinen Zielen schon gekommen sei. Dass sie in vier Jahren noch Freunde sein werden, die die WM miteinander verfolgen, ist gar kein Thema für die vier. Der "Churchill" genannte Rechtsanwalt Joav Alimi beschreibt in einer Vorbemerkung zu dem Buch, wie er zu der Ehre gekommen ist, die Aufzeichnungen von Juval Fried zu bearbeiten und sie als Buch zu veröffentlichen. Nur wenig habe er abgeändert und jeder möge sich ein eigenes Bild machen. Obwohl Juval 1998 einen ganz anderen Wunsch auf seinen Zettel schrieb, der etwas mit einer Frau zu tun hatte, die ihm dann schnell abhanden kam (wohin, soll hier nicht verraten werden), schreibt er wenige Wochen vor der WM 1992 ein Buch. In diesem hier vorliegenden Buch erzählt er die Geschichte der vier Freunde. In zahlreichen Rückblenden werden die Erlebnisse der vier seit ihrer Jugend, insbesondere die Zeit beim Militär beschrieben und verfolgt, wie sie mit ihren verschiedenen Wünschen zurechtkommen. Eshkol Nevo gelingt es wieder, ohne das Thema direkt anzusprechen, wie etwa David Grossman in seinem neuen Werk "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" für das er im Herbst den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten wird, ein Soziogramm und ein Psychogramm zu schreiben der gegenwärtigen israelischen Gesellschaft. Und ähnlich wie Grossman, der seinen eigenen Sohn im Krieg verloren hat, hat auch Nevo Hoffnung für sein Land. "Seht her", scheint er sagen zu wollen, " so wie eine solche Freundschaftsgeschichte möglich ist, wie ich sie hier erfunden habe, so wird es auch möglich sein, Frieden zu schaffen in unserem zerrissenen Land, dem die Ziele und die Werte abhanden zu kommen drohen." Ein wunderbares Buch, nicht nur über die Freundschaft zwischen vier Männern, sondern auch ein literarisches Zeitdokument aus dem gegenwärtigen Israel, ein Land, dem seine einst vielen Freunde abhanden zu kommen drohen, ein Land, das nach wie vor unsere Solidarität verdient, gleich welche Regierung zur Zeit an der Macht ist. Es werden, das glaubt Nevo sicher, auch wieder andere Zeiten kommen.

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