Esmahan Aykol Goodbye Istanbul

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Inhaltsangabe zu „Goodbye Istanbul“ von Esmahan Aykol

Um einer unglücklichen Liebe zu entkommen, verlässt Ece ihre Heimatstadt Istanbul und beginnt ein neues Leben in London. Doch beim Tellerwaschen in einem Grillrestaurant stürzen tausend Erinnerungen auf sie ein, schmerzliche, aber auch schöne. Ece erkennt: Für einen Neuanfang ist Vergessen viel, Erinnern alles.

Wundervolles Buch. Es saugt einen förmlich ein und man fühlt sich wie die Protagonistin selbst.

— katkatbanana

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  • Rezension zu "Goodbye Istanbul" von Esmahan Aykol

    Goodbye Istanbul

    Duffy

    06. January 2010 um 09:06

    Langweilig!

  • Rezension zu "Goodbye Istanbul" von Esmahan Aykol

    Goodbye Istanbul

    HeikeG

    14. August 2008 um 16:43

    Vergessen und Erinnern vs. Wanderung und Veränderung Die junge Heldin Ece versucht in Esmahan Aykols neuem Roman Goodbye Istanbul herauszufinden, wie man schöne und weniger gute Erinnerungen trennen kann, ohne dass sie gemeinsam im 'Abfallkorb unseres Gedächtnisses' landen. "In spätestens zwei Wochen stehst du heulend wieder vor der Tür", so prophezeit es der Vater der 26jährigen Protagonistin Ece, als diese ihre Heimatstadt Istanbul verlässt, um in London über persönliche Enttäuschungen hinwegzukommen, ihre Probleme mit der Vergangenheit zu lösen und um zu vergessen; gleichzeitig aber auch, um schöne Erinnerungen zu bewahren. Vergessen will sie ihre fruchtlose, langjährige Liebe zu Tamer, einem verheirateten Mann, der sich nicht für sie entscheiden kann und will, den zu verlassen sie aber nie wirklich die Kraft hatte ("statt mich von ihm zu entfernen, flatterte ich um ihn wie ein Nachtfalter um die Flamme einer Kerze"). Die Erinnerung an ihren verstorbenen Großvater, mit dem die Protagonistin eine besonders tiefe Beziehung verband, der sie "wie seine eigene Seele" liebte und als dessen Tochter sie sich fühlte, möchte sie jedoch um keinen Preis verlieren. Zu ihren leiblichen Eltern hat die junge, kluge Frau keine wirkliche Bindung. Die Trennung von ihrer Familie - ihr Vater, ein hasserfüllter, mit dem Leben unzufriedener Mann, der nicht nur seinen linken Arm verloren hatte, sondern dem die ganze "linke Hälfte seines Körpers fehlte - er besaß kein Herz", ihre Mutter, "die nie ein Buch las und sich im Fernsehen ausschließlich die grässlichen Serien ansah" und ihre ebenso erfolglosen Geschwister - fällt ihr daher nicht schwer. Seit dem Tod des Großvaters war ihr Herz "auf Wanderschaft" ("Irgendwie stimmten der zeitliche Ablauf meines Lebens und der meiner persönlichen Entwicklung nicht überein.") So übersiedelt sie mit vagen Hoffnungen nach London und findet Logis in einer überteuerten Einzimmerwohnung bei ihrer Cousine Aylin, die sie weder besonders gut kennt noch mag. Sie verdingt sich, trotz eines beträchtlichen vom Großvater vererbten Vermögens, als Tellerwäscherin ("weil ich mich derart schwach und verletzlich fühlte, dass es wichtiger war, mit netten Leuten zusammenzuarbeiten als viel Geld zu verdienen"). Man muss sich selbst mit Worten mitteilen Als türkische Migrantin erkennt Ece bald, dass die Trennungslinie zwischen einem normalen Leben und einem Leben auf der Straße sehr dünn ist. Die Fremde, die Sprache, die sie nicht spricht, lassen ihr die erste Zeit sehr schwierig werden. Aber nach und nach lernt sie neue Menschen kennen, Freundschaften bahnen sich an, teilweise mit Menschen, die am Rand der Londoner Gesellschaft leben. Durch sie entdeckt Ece die Macht der Erinnerungen. Mit Hilfe ihrer Erzählkraft spannt sie sehr lebendige Fäden zur Lebensgeschichte ihres verstorbenen Großvaters, zu Erzählungen und Legenden ihrer armenischen Vorfahren. Auch der geliebte Opa war Flüchtling; als einziger Überlebender einer armenischen Familie musste er Ostanatolien verlassen und in Istanbul eine neue Heimat finden. Nach seinem Vorbild, in der Fremde ein neues Leben anzufangen, in das gute und schlechte Erinnerungen gleichermaßen integriert werden können, macht auch Ece erste Schritte in diese Richtung. Fast scheint es, dass der Großvater als unsichtbarer Drahtzieher ihres jetzigen Lebens fungiert. Als sie Emanuele, einen jungen Italiener kennenlernt, hat sie den Eindruck, dass sich ihr Leben seit ihrer Ankunft in London jeden Tag ein wenig mehr von Tamer entfernt und sie mehr und mehr Bestandteil dieser neuen Gesellschaft wird. Ece gewinnt immer mehr eigenes Vertrauen in die Welt und hat nun ein klares Ziel vor Augen. Sie erkennt, dass sie sich von sich selbst nicht befreien kann, aber von ihren Erinnerungen schon ("so hatte ich zum ersten Mal den Eindruck, dass mein Gefängnis aus etwas bestand, das etwas anderes war als ich selbst, dass es etwas außerhalb von mir war und dass ich es ändern konnte … Es war ein Versprechen der Freiheit"). Das Leben ist ein Ganzes Esmahan Aykol hat ein zauberhaftes, wie gleichwohl scharfsinniges Buch geschrieben, welches von einer klaren, schönen Sprache geprägt ist. Dies ist sicher auch der lockeren und flüssigen Übersetzung von Antje Bauer zu verdanken. Das zentrale Thema dieses Buches ist das Erinnern und Vergessen, Migrationsproblematiken und die Liebe. Gleichzeitig ist dieses Buch die Entwicklungsgeschichte einer jungen Frau. Dabei bildet die Millionenmetropole London den literarischen Rahmen. Die Ich-Erzählerin Ece nimmt uns mit auf einen Weg durch osmanische Geschichte. Äußerst raffiniert schlägt Esmahan Aykol einen großen Bogen vom Genozid an den Armeniern bis zu den heutigen Migranten. Manchmal wird der Leser abrupt aus einer Szene herausgerissen und von der Handlung weg auf Nebenschauplätze gelockt, immer wieder flicht sie Erzählungen und Geschichten ihres Großvaters ein, doch der rote Faden geht nie verloren und wird stetig weitergesponnen. Gerade dies macht den Roman so überaus lebendig. Goodbye Istanbul ist ein scharfsinniger, kluger Roman, von einer ebensolchen, genau beobachtenden und berichtenden Autorin. Der Roman liest sich wie eine Mischung aus Erlebnisbericht an eine gute Freundin, Märchen aus Tausendundeiner Nacht und Geschichtsbuch, wobei alles mit erzählerischem Feingefühl verwoben wird. Der Brückenschlag zwischen den einzelnen Erzählsträngen ist Esmahan Aykol geglückt. Ein unanstrengender und charmanter, aber trotzdem nicht anspruchsloser Roman, ein Buch für Geschichtsinteressierte, genauso wie für Leser von Familiengeschichten.

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