Esther Freud

 3.4 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Marrakesch, Mein Jahr mit Mr Mac und weiteren Büchern.

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Mein Jahr mit Mr Mac

Mein Jahr mit Mr Mac

 (5)
Erschienen am 01.04.2016
Das Haus am Meer

Das Haus am Meer

 (3)
Erschienen am 01.06.2006
Liebe fällt

Liebe fällt

 (2)
Erschienen am 06.11.2010
Große Besetzung

Große Besetzung

 (1)
Erschienen am 13.08.2013
Große Besetzung: Roman

Große Besetzung: Roman

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Erschienen am 03.03.2012

Neue Rezensionen zu Esther Freud

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Rezension zu "Mein Jahr mit Mr Mac" von Esther Freud

Der Wirtssohn und der Künstler
RosaEmmavor 2 Jahren

Die britische Schriftstellerin Esther Freud ist mir durch ihren Debütroman, Marrakesch, bekannt, den ich brillant finde. Mit ihrem neuesten Werk, Mein Jahr mit Mr Mac, hat sie meines Erachtens ihr bisher bestes Buch geschrieben, denn sowohl die Story als auch die Protagonisten sind meisterhaft gelungen. Die Geschichte spielt im englischen Küstenort Walberswick/Suffolk im Jahre 1914. Erzähler und ungewöhnlicher Held des Romans ist der 13-jährige Thomas, jüngster Sohn des Wirtes William Maggs und seiner Frau Mary. Während seine Schwester Mary als Dienstmädchen arbeitet und seine andere Schwester Ann ihrer Mutter im elterlichen Pub Blue Anchor hilft, besucht Thomas, der einen verkrüppelten Fuß hat, die Schule, denn er soll es einmal besser haben. Die Familie lebt in ständiger Armut, weil ihr Pub nicht viel abwirft. Dies ist primär dem immensen Alkoholkonsum seines jähzornigen Vaters geschuldet, der im volltrunkenen Zustand Thomas und seine Mutter des Öfteren schlägt. Thomas leidet sehr darunter, seine Mutter nicht beschützen zu können, denn er ist seinem Vater körperlich in keiner Weise gewachsen. Er unterdrückt seine wachsende Wut auf ihn und sucht sich einen Nebenjob bei George Allard, dem Seiler des Dorfes, um seiner Mutter etwas zusätzliches Geld zustecken zu können.

Thomas Maggs: Meeresbegeisterter Wirtssohn mit einem ganz besonderen Talent

Thomas liebt das Meer – sehr zum Missfallen seiner Eltern – und verbringt sehr viel Zeit am Strand. Sein Vater meidet es geradezu panisch, seine Mutter möchte unbedingt verhindern, dass er zur See fährt, obwohl das ja aufgrund seines verkrüppelten Fusses praktisch unmöglich ist. Doch Thomas träumt davon, sein Zuhause zu verlassen und die Welt zu erkunden, seit er Stevensons Die Schatzinsel gelesen hat. Aber er begnügt sich zunächst damit, seine heißgeliebten Schiffe zu zeichnen – und er hat großes Talent. Das ist insbesondere seinem strengen Lehrer, Mr. Runnicles, ein Dorn im Auge, der alles versucht, um es zu unterbinden, aber Thomas lässt sich von nichts und niemandem davon abbringen und zeichnet in jeder freien Minute, obwohl keiner sein Hobby auch nur ansatzweise ernst nimmt.

Mr. Mac: Ein Künstler in seinem Element 

Und so plätschert Thomas‘ Leben unaufgeregt dahin, bis eines Tages der schottische Künstler Charles Rennie Mackintosh und seine Frau Margret, ebenfalls Künstlerin, ein Haus am Meer mieten. Der pfeifenrauchende Fremde mit dem schwarzen Capé und dem Fernglas wird auf seinen langen Spaziergängen von den Dorfbewohnern misstrauisch beäugt, doch Thomas ist fasziniert von Mr. Mac, wie er ihn nennt, denn er ist so ganz anders als die Menschen, die er kennt. Und die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit: Mr. und Mrs. Mac laden Thomas des Öfteren zu sich ein, und es eröffnet sich ihm eine völlig neue Welt: Begeistert erkundet er das Haus voller „fremdartiger“ Bücher über Architektur und Design und ist sowohl von Mr. Macs Aquarellen als auch von Mrs. Macs neuartigen Gesso (Gips)-Panelen völlig begeistert. Mr. Mac erkennt das Talent des Jungen und ermuntert ihn, weiter zu malen und zu zeichnen. Als er ihm einen Farbkasten schenkt, könnte Thomas nicht glücklicher sein.

Unter Verdacht

Doch als der 1. Weltkrieg ausbricht, verändert sich alles. Soldaten beziehen überall Quartier, und die Angst vor Spionen greift auch in dem kleinen Küstenort um sich. Schon bald gerät auch Mr. Mac ins Visier der Dörfler, denn er, der Fremde, war ja schon immer äußerst merkwürdig. Er kann nur ein Spion sein – warum sonst hat er bei seinen ominösen Spaziergängen stets ein Fernglas bei sich? Man beschließt, den Constable zu informieren, der Mr. Macs Verhaftung in die Wege leiten soll. Doch noch bevor Thomas Mr. Mac warnen kann, geschieht etwas Schreckliches, das ihn tief erschüttert und beinahe über Nacht erwachsen werden lässt…

Ein bemerkenswerter Roman über Freundschaft und Kunst

Schon nach den ersten Seiten hat mich dieser eindrucksvolle Roman gefangen genommen. Dies liegt vor allem an dem Protagonisten des Romans, Thomas Maggs, den Esther Freud so wunderbar erdacht hat. Aus der naiven und doch manchmal schon so erwachsenen Sicht dieses 13-jährigen Jungen betrachten wir die Welt – seine Welt – , in der es für Menschen mit „Klumpfuß“ zur damaligen Zeit nicht viele Zukunftsmöglichkeiten gibt. Doch Thomas lässt sich davon nicht unterkriegen und träumt nach wie vor von einem selbstbestimmten Leben.

Der zweite Protagonist, Charles Rennie Macintosh, der berühmte schottische Architekt und Designer, den die Autorin mit ihrer Geschichte wieder zum Leben erweckt, ist ebenfalls sehr gelungen. Mit Mr. Mac trifft Thomas endlich einen ihm sehr ähnlichen Freigeist, der – wie er – eine Gehbehinderung hat, was ihn jedoch nicht davon abhält, äußerst kreativ und produktiv zu sein. Für Thomas ist Mr. Mac Vater, Freund und Lehrer in einem. Und auch Mr. Mac blüht durch Thomas‘ künstlerische Fortschritte auf, selbst als sein eigener Schöpfergeist für eine kurze Weile stagniert.

Die Interaktion der beiden unterschiedlichen und doch so ähnlichen Charaktere macht das Buch einzigartig. Aber auch die Nebenfiguren sind exzellent gezeichnet und setzen die Geschichte in einen glaubwürdigen und stimmigen Kontext. Der Roman berührt nicht nur durch seine ausgefallene Geschichte, sondern vor allem durch seine Protagonisten, die ans Herz wachsen und die am Ende des Buches so vertraut geworden sind, dass man sich nur schwer wieder von ihnen trennen kann. Mein Fazit: Ein außergewöhnliches Leseabenteuer – sehr empfehlenswert!

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raven1711s avatar

Rezension zu "Mein Jahr mit Mr Mac" von Esther Freud

Interessant und einfühlsam, aber etwas langatmig
raven1711vor 3 Jahren

Inhalt aus dem Klappentext:
Thomas ist der Sohn des Wirts im Küstendorf Walberswick. Hier gibt es neuerdings Sommergäste, und ein Fremder fasziniert Thomas ganz besonders: Mr Mac muss Detektiv sein, denn er trägt Cape und Filzhut und er raucht Pfeife, genau wie Sherlock Holmes. Im Pub wird über ihn getuschelt - Mac geht zu den unwahrscheinlichsten Zeiten spazieren; er zeichnet noch das armseligste Blümchen am Wegesrand; oft starrt er am Strand stundenlang in Richtung Horizont. Dann bricht der erste Weltkrieg aus. Die Urlauber reisen ab, nur die Mackintoshs bleiben. Je schlimmer der Krieg wird, desto verdächtiger finden die Dorfbewohner den Sonderling Mr. Mac...

Meinung:
Charles Rennie Macintosh war ein Jugendstil-Architekt, nach dessen Plänen u. a. die Glasgow School of Art gebaut wurde. Leider hat das Leben es nicht gut gemeint mit diesem Ausnahmetalent. In diesem Roman widmet sich die Autorin Esther Freud u. a. diesem Architekten, der das Leben des jungen Thomas bedeutend beeinflussen wird.
Thomas wächst als jüngstes Kind in Suffolk am Meer auf. Seine Eltern betreiben eine Gastwirtschaft. Die Zeiten sind karg für die Menschen vor Ort, doch ein wenig Einkommen kann man sich durch die Sommergäste dazuverdienen, zu denen auch Mr Mac und seine Frau gehören. Thomas ist sofort fasziniert von dem geheimnisvollen Mann, der so oft durch die Gegend spaziert und immer am Malen ist. Dann aber bricht der erste Weltkrieg aus, die Sommergäste reisen fluchtartig ab und die Soldaten ziehen in den Küstenort ein. Doch Mr Mac und seine Frau bleiben, zur Verwunderung der Dorfbewohner. Das sorgt natürlich für einiges an Gerede, denn über die Gründe des Bleibens kann man nur spekulieren. Ist er etwa ein feindlicher Spion?
Der junge Thomas hat es nicht leicht. Sein Fuß ist entstellt, von seinen ganzen Geschwistern ist er der einzige Junge, der die ersten Lebensjahre überlebt hat und sein Vater ist in der Wirtschaft sein bester Kunde. Die Mutter kümmert sich so gut es geht um ihre Kinder und versucht, den Unmut des Vaters von diesen Fernzuhalten. Dementsprechend oft ist sie oft selber Opfer seiner Handgreiflichkeiten. Thomas muss das handlungsunfähig mitansehen. Doch er wünscht sich ein besseres Leben für seine Schwester und seine Mutter und ist stolz, dass er mit seiner Arbeit beim örtlichen Seiler die Familie unterstützen kann. Sein Zeichentalent sorgt dafür, dass Mr Mac auf ihn aufmerksam wird und sein Talent nach Möglichkeiten fördert. Thomas hat eine gute Auffassungsgabe und ist insgesamt ein sehr sympathischer Charakter. Auch wenn das Buch zu weiten Teilen über Charles Macintosh Leben handelt, so erfährt man von diesem eher am Rande etwas, denn der Fokus der Geschichte liegt eindeutig auf Thomas und seiner Familie.
Esther Freud hat einen sehr schönen Schreibstil, der sich kurzweilig lesen lässt und dank des sympathischen Ich-Erzählers, also Thomas, wenig Langeweile aufkommen lässt. Leider bleibt der Handlungsverlauf nicht ganz von einigen Längen verschont und so interessant Esther Freud die Schrecken des Krieges und die damit einhergehenden Einschränkungen der Menschen skizziert, habe ich mich doch dabei ertappt, dass ich das Buch manchmal zu bereitwillig aus der Hand legte. Die Kapitel sind zumeist kurz gehalten, was den Längen in der Geschichte zugutekommt und man somit das Gefühl bekommt, doch etwas schneller durch diese zu kommen. Aber nicht nur Mr Mac und der Krieg werden hier thematisiert, auch die Kunst ist ein wichtiges Thema im Roman.
Vielen Dank an den Berlin Verlag für das Rezensionsexemplar.

Fazit:
Mein Jahr mit Mr Mac greift eine historisch sehr interessante Figur auf, von der man in diesem Buch leider nicht genug erfährt. Zwar werden die Schaffensperioden von Charles Rennie Macintosh hier behandelt, gerne hätte ich die Figur aber noch mehr im Fokus gesehen. Dafür hat Esther Freud aber die schwere Zeit des ersten Weltkriegs für die Bevölkerung gut veranschaulicht und mit Thomas eine sehr liebenswerte Figur geschaffen, die einen mit seiner klugen und scharfsinnigen Art durch die Längen in der Handlung geleitet hat.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

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Das_Leselebens avatar

Rezension zu "Mein Jahr mit Mr Mac" von Esther Freud

Eine schön erzählte Geschichte, mit Abstrichen
Das_Leselebenvor 3 Jahren

Vor einiger Zeit fragte der Berlin Verlag an, ob ich „Mein Jahr mit Mr Mac“ lesen wollen würde. Nach dem Lesen des Pressetextes stimmte ich sehr gerne zu. Vielen Dank Berlin Verlag. Der Roman ist im April 2016 erschienen und hat 368 Seiten.


Inhalt:
Thomas ist der Sohn eines Wirts in einem kleinen Dorf an der Küste von England. Einem Dorf in dem Sommergäste logieren, unter ihnen Mr. Mac. Thomas ist fasziniert von dem Mann und seinem merkwürdigem Auftreten. Die anderem Dorfbewohner misstrauen ihm und dieses Misstrauen wächst potenziell mit dem Fortschreiten des Ersten Weltkrieges. Wie weit wird ein Dorf gehen?


Meine Meinung:

Dieser Roman hat mich sehr gespalten zurück gelassen, dies dreinmal vorweg.
Er glänzt mit seinem außergewöhnlich schönen, beschreibenden Erzählstil. Thomas der kleine Junge erzählt in der Ich-Form von seinen Erlebnissen und seinem Leben. Dabei blieben viele Dinge für mich nur sehr oberflächlich, weil der Junge mit seinem Kinderblick ein ganz anderes Gegenwartsbild wahr nimmt und auf andere Sachen wert legt. Auf der einen Seite fand ich diese Oberflächlichkeit sehr passend, weil es die Einfachheit der Dorfbewohner sehr unterstreicht. Auf der anderen Seite blieb mir zu wenig Platz, dafür Ereignisse zu hinterfragen oder gar der Weiterentwicklung der Protagonisten. Dann gibt es ja noch Mr Mac, der eigentlich Charles Rennie Macintosh heißt, Architekt und Maler ist. Diesen Herren hat es wirklich gegeben, er wurde aber fiktiv mit Thomas in dieser Geschichte zusammen gebracht. Er und seine Frau stellen in dem Buch das Gegengewicht zu den einfachen Dorfbewohnern da, sie sind aufgeklärt modern und gehen liebevoll miteinander um. Aus dieser Figurenkonstellation habe ich etwas ganz besonderes erwartet. Leider wurde ich da schwer enttäuscht. Sowohl Thomas als auch Mac mögen einander und treffen relativ häufig aufeinander, aber wenn etwas passiert was die Handlung vorantreiben könnte und zu einer Entwicklung verhelfen könnte, dann hat die Autorin diesen Moment in der Luft verpuffen lassen. Dies führte vor allem dazu, das die Handlung eintönig und langweilig wurde. Thomas berichtet immer wieder und wieder von seinem Alltag. Die Momente in den etwas interessantes und aufregendes geschieht, sind rar und sehr kurzweilig. Erst die letzten siebzig Seiten wurden spannend.
Dafür greift die Autorin zu einem anderen Stilmittel, welches in der Familie liegen muss, denn Esther Freud ist die Urenkelin von Sigmund Freud. Sie psychologisiert ihre Figuren. So kann man auch Thomas als Mac in Kinderform betrachten, warum und wieso mir dieser Vergleich einfällt müsst ihr selber lesen. „Mein Jahr mit Mr Mac“ bietet einige Interpretationsansätze. Vielleicht auf ein wenig zu viele, denn ich hatte am Ende immer noch das Gefühl was will mir Esther Freud damit sagen.
Mein Fazit „Mein Jahr mit Mr Mac“ ist ein schön geschriebenes stilles Buch mit distanzierten Figuren und mäßig spannender Handlung, aus der man vielleicht noch mehr hätte rausholen können. Die Grundidee hat mir sehr gut gefallen. Ein Buch für Alle die gerne das Meer vor der Nase haben beim Lesen und gerne über Psychoanalytische Ansätze in Büchern nachdenken.


(Original: das-leseleben.webnode.com)

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