Esther Freud Mein Jahr mit Mr Mac

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Inhaltsangabe zu „Mein Jahr mit Mr Mac“ von Esther Freud

Thomas ist der Sohn des Wirts im Küstendorf Walberswick. Hier gibt es neuerdings Sommergäste, und ein Fremder fasziniert Thomas ganz besonders: Mr Mac muss Detektiv sein, denn er trägt Cape und Filzhut und er raucht Pfeife, genau wie Sherlock Holmes. Im Pub wird über ihn getuschelt - Mac geht zu den unwahrscheinlichsten Zeiten spazieren; er zeichnet noch das armseligste Blümchen am Wegesrand; oft starrt er am Strand stundenlang in Richtung Horizont. Dann bricht der erste Weltkrieg aus. Die Urlauber reisen ab, nur die Mackintoshs bleiben. Je schlimmer der Krieg wird, desto verdächtiger finden die Dorfbewohner den Sonderling Mr. Mac...

Ein bemerkenswerter Roman über Freundschaft und Kunst

— RosaEmma

Langweilig... Nach der Hälfte musste ich abbrechen.

— Schuemel

Viele Interpretationsansätze, gute Grundidee, toller Erzählstil

— Das_Leseleben

Ein Buch, das für mich nahe am perfekten Roman ist. Ein elegischer Roman über Kunst, Krieg und Freundschaft.

— JulesBarrois

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  • Der Wirtssohn und der Künstler

    Mein Jahr mit Mr Mac

    RosaEmma

    01. October 2016 um 14:44

    Die britische Schriftstellerin Esther Freud ist mir durch ihren Debütroman, Marrakesch, bekannt, den ich brillant finde. Mit ihrem neuesten Werk, Mein Jahr mit Mr Mac, hat sie meines Erachtens ihr bisher bestes Buch geschrieben, denn sowohl die Story als auch die Protagonisten sind meisterhaft gelungen. Die Geschichte spielt im englischen Küstenort Walberswick/Suffolk im Jahre 1914. Erzähler und ungewöhnlicher Held des Romans ist der 13-jährige Thomas, jüngster Sohn des Wirtes William Maggs und seiner Frau Mary. Während seine Schwester Mary als Dienstmädchen arbeitet und seine andere Schwester Ann ihrer Mutter im elterlichen Pub Blue Anchor hilft, besucht Thomas, der einen verkrüppelten Fuß hat, die Schule, denn er soll es einmal besser haben. Die Familie lebt in ständiger Armut, weil ihr Pub nicht viel abwirft. Dies ist primär dem immensen Alkoholkonsum seines jähzornigen Vaters geschuldet, der im volltrunkenen Zustand Thomas und seine Mutter des Öfteren schlägt. Thomas leidet sehr darunter, seine Mutter nicht beschützen zu können, denn er ist seinem Vater körperlich in keiner Weise gewachsen. Er unterdrückt seine wachsende Wut auf ihn und sucht sich einen Nebenjob bei George Allard, dem Seiler des Dorfes, um seiner Mutter etwas zusätzliches Geld zustecken zu können. Thomas Maggs: Meeresbegeisterter Wirtssohn mit einem ganz besonderen Talent Thomas liebt das Meer – sehr zum Missfallen seiner Eltern – und verbringt sehr viel Zeit am Strand. Sein Vater meidet es geradezu panisch, seine Mutter möchte unbedingt verhindern, dass er zur See fährt, obwohl das ja aufgrund seines verkrüppelten Fusses praktisch unmöglich ist. Doch Thomas träumt davon, sein Zuhause zu verlassen und die Welt zu erkunden, seit er Stevensons Die Schatzinsel gelesen hat. Aber er begnügt sich zunächst damit, seine heißgeliebten Schiffe zu zeichnen – und er hat großes Talent. Das ist insbesondere seinem strengen Lehrer, Mr. Runnicles, ein Dorn im Auge, der alles versucht, um es zu unterbinden, aber Thomas lässt sich von nichts und niemandem davon abbringen und zeichnet in jeder freien Minute, obwohl keiner sein Hobby auch nur ansatzweise ernst nimmt. Mr. Mac: Ein Künstler in seinem Element  Und so plätschert Thomas‘ Leben unaufgeregt dahin, bis eines Tages der schottische Künstler Charles Rennie Mackintosh und seine Frau Margret, ebenfalls Künstlerin, ein Haus am Meer mieten. Der pfeifenrauchende Fremde mit dem schwarzen Capé und dem Fernglas wird auf seinen langen Spaziergängen von den Dorfbewohnern misstrauisch beäugt, doch Thomas ist fasziniert von Mr. Mac, wie er ihn nennt, denn er ist so ganz anders als die Menschen, die er kennt. Und die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit: Mr. und Mrs. Mac laden Thomas des Öfteren zu sich ein, und es eröffnet sich ihm eine völlig neue Welt: Begeistert erkundet er das Haus voller „fremdartiger“ Bücher über Architektur und Design und ist sowohl von Mr. Macs Aquarellen als auch von Mrs. Macs neuartigen Gesso (Gips)-Panelen völlig begeistert. Mr. Mac erkennt das Talent des Jungen und ermuntert ihn, weiter zu malen und zu zeichnen. Als er ihm einen Farbkasten schenkt, könnte Thomas nicht glücklicher sein. Unter Verdacht Doch als der 1. Weltkrieg ausbricht, verändert sich alles. Soldaten beziehen überall Quartier, und die Angst vor Spionen greift auch in dem kleinen Küstenort um sich. Schon bald gerät auch Mr. Mac ins Visier der Dörfler, denn er, der Fremde, war ja schon immer äußerst merkwürdig. Er kann nur ein Spion sein – warum sonst hat er bei seinen ominösen Spaziergängen stets ein Fernglas bei sich? Man beschließt, den Constable zu informieren, der Mr. Macs Verhaftung in die Wege leiten soll. Doch noch bevor Thomas Mr. Mac warnen kann, geschieht etwas Schreckliches, das ihn tief erschüttert und beinahe über Nacht erwachsen werden lässt… Ein bemerkenswerter Roman über Freundschaft und Kunst Schon nach den ersten Seiten hat mich dieser eindrucksvolle Roman gefangen genommen. Dies liegt vor allem an dem Protagonisten des Romans, Thomas Maggs, den Esther Freud so wunderbar erdacht hat. Aus der naiven und doch manchmal schon so erwachsenen Sicht dieses 13-jährigen Jungen betrachten wir die Welt – seine Welt – , in der es für Menschen mit „Klumpfuß“ zur damaligen Zeit nicht viele Zukunftsmöglichkeiten gibt. Doch Thomas lässt sich davon nicht unterkriegen und träumt nach wie vor von einem selbstbestimmten Leben. Der zweite Protagonist, Charles Rennie Macintosh, der berühmte schottische Architekt und Designer, den die Autorin mit ihrer Geschichte wieder zum Leben erweckt, ist ebenfalls sehr gelungen. Mit Mr. Mac trifft Thomas endlich einen ihm sehr ähnlichen Freigeist, der – wie er – eine Gehbehinderung hat, was ihn jedoch nicht davon abhält, äußerst kreativ und produktiv zu sein. Für Thomas ist Mr. Mac Vater, Freund und Lehrer in einem. Und auch Mr. Mac blüht durch Thomas‘ künstlerische Fortschritte auf, selbst als sein eigener Schöpfergeist für eine kurze Weile stagniert. Die Interaktion der beiden unterschiedlichen und doch so ähnlichen Charaktere macht das Buch einzigartig. Aber auch die Nebenfiguren sind exzellent gezeichnet und setzen die Geschichte in einen glaubwürdigen und stimmigen Kontext. Der Roman berührt nicht nur durch seine ausgefallene Geschichte, sondern vor allem durch seine Protagonisten, die ans Herz wachsen und die am Ende des Buches so vertraut geworden sind, dass man sich nur schwer wieder von ihnen trennen kann. Mein Fazit: Ein außergewöhnliches Leseabenteuer – sehr empfehlenswert!

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  • Interessant und einfühlsam, aber etwas langatmig

    Mein Jahr mit Mr Mac

    raven1711

    06. May 2016 um 10:00

    Inhalt aus dem Klappentext:Thomas ist der Sohn des Wirts im Küstendorf Walberswick. Hier gibt es neuerdings Sommergäste, und ein Fremder fasziniert Thomas ganz besonders: Mr Mac muss Detektiv sein, denn er trägt Cape und Filzhut und er raucht Pfeife, genau wie Sherlock Holmes. Im Pub wird über ihn getuschelt - Mac geht zu den unwahrscheinlichsten Zeiten spazieren; er zeichnet noch das armseligste Blümchen am Wegesrand; oft starrt er am Strand stundenlang in Richtung Horizont. Dann bricht der erste Weltkrieg aus. Die Urlauber reisen ab, nur die Mackintoshs bleiben. Je schlimmer der Krieg wird, desto verdächtiger finden die Dorfbewohner den Sonderling Mr. Mac...Meinung:Charles Rennie Macintosh war ein Jugendstil-Architekt, nach dessen Plänen u. a. die Glasgow School of Art gebaut wurde. Leider hat das Leben es nicht gut gemeint mit diesem Ausnahmetalent. In diesem Roman widmet sich die Autorin Esther Freud u. a. diesem Architekten, der das Leben des jungen Thomas bedeutend beeinflussen wird.Thomas wächst als jüngstes Kind in Suffolk am Meer auf. Seine Eltern betreiben eine Gastwirtschaft. Die Zeiten sind karg für die Menschen vor Ort, doch ein wenig Einkommen kann man sich durch die Sommergäste dazuverdienen, zu denen auch Mr Mac und seine Frau gehören. Thomas ist sofort fasziniert von dem geheimnisvollen Mann, der so oft durch die Gegend spaziert und immer am Malen ist. Dann aber bricht der erste Weltkrieg aus, die Sommergäste reisen fluchtartig ab und die Soldaten ziehen in den Küstenort ein. Doch Mr Mac und seine Frau bleiben, zur Verwunderung der Dorfbewohner. Das sorgt natürlich für einiges an Gerede, denn über die Gründe des Bleibens kann man nur spekulieren. Ist er etwa ein feindlicher Spion?Der junge Thomas hat es nicht leicht. Sein Fuß ist entstellt, von seinen ganzen Geschwistern ist er der einzige Junge, der die ersten Lebensjahre überlebt hat und sein Vater ist in der Wirtschaft sein bester Kunde. Die Mutter kümmert sich so gut es geht um ihre Kinder und versucht, den Unmut des Vaters von diesen Fernzuhalten. Dementsprechend oft ist sie oft selber Opfer seiner Handgreiflichkeiten. Thomas muss das handlungsunfähig mitansehen. Doch er wünscht sich ein besseres Leben für seine Schwester und seine Mutter und ist stolz, dass er mit seiner Arbeit beim örtlichen Seiler die Familie unterstützen kann. Sein Zeichentalent sorgt dafür, dass Mr Mac auf ihn aufmerksam wird und sein Talent nach Möglichkeiten fördert. Thomas hat eine gute Auffassungsgabe und ist insgesamt ein sehr sympathischer Charakter. Auch wenn das Buch zu weiten Teilen über Charles Macintosh Leben handelt, so erfährt man von diesem eher am Rande etwas, denn der Fokus der Geschichte liegt eindeutig auf Thomas und seiner Familie.Esther Freud hat einen sehr schönen Schreibstil, der sich kurzweilig lesen lässt und dank des sympathischen Ich-Erzählers, also Thomas, wenig Langeweile aufkommen lässt. Leider bleibt der Handlungsverlauf nicht ganz von einigen Längen verschont und so interessant Esther Freud die Schrecken des Krieges und die damit einhergehenden Einschränkungen der Menschen skizziert, habe ich mich doch dabei ertappt, dass ich das Buch manchmal zu bereitwillig aus der Hand legte. Die Kapitel sind zumeist kurz gehalten, was den Längen in der Geschichte zugutekommt und man somit das Gefühl bekommt, doch etwas schneller durch diese zu kommen. Aber nicht nur Mr Mac und der Krieg werden hier thematisiert, auch die Kunst ist ein wichtiges Thema im Roman.Vielen Dank an den Berlin Verlag für das Rezensionsexemplar.Fazit:Mein Jahr mit Mr Mac greift eine historisch sehr interessante Figur auf, von der man in diesem Buch leider nicht genug erfährt. Zwar werden die Schaffensperioden von Charles Rennie Macintosh hier behandelt, gerne hätte ich die Figur aber noch mehr im Fokus gesehen. Dafür hat Esther Freud aber die schwere Zeit des ersten Weltkriegs für die Bevölkerung gut veranschaulicht und mit Thomas eine sehr liebenswerte Figur geschaffen, die einen mit seiner klugen und scharfsinnigen Art durch die Längen in der Handlung geleitet hat.Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

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  • Eine schön erzählte Geschichte, mit Abstrichen

    Mein Jahr mit Mr Mac

    Das_Leseleben

    21. April 2016 um 14:39

    Vor einiger Zeit fragte der Berlin Verlag an, ob ich „Mein Jahr mit Mr Mac“ lesen wollen würde. Nach dem Lesen des Pressetextes stimmte ich sehr gerne zu. Vielen Dank Berlin Verlag. Der Roman ist im April 2016 erschienen und hat 368 Seiten. Inhalt: Thomas ist der Sohn eines Wirts in einem kleinen Dorf an der Küste von England. Einem Dorf in dem Sommergäste logieren, unter ihnen Mr. Mac. Thomas ist fasziniert von dem Mann und seinem merkwürdigem Auftreten. Die anderem Dorfbewohner misstrauen ihm und dieses Misstrauen wächst potenziell mit dem Fortschreiten des Ersten Weltkrieges. Wie weit wird ein Dorf gehen? Meine Meinung: Dieser Roman hat mich sehr gespalten zurück gelassen, dies dreinmal vorweg. Er glänzt mit seinem außergewöhnlich schönen, beschreibenden Erzählstil. Thomas der kleine Junge erzählt in der Ich-Form von seinen Erlebnissen und seinem Leben. Dabei blieben viele Dinge für mich nur sehr oberflächlich, weil der Junge mit seinem Kinderblick ein ganz anderes Gegenwartsbild wahr nimmt und auf andere Sachen wert legt. Auf der einen Seite fand ich diese Oberflächlichkeit sehr passend, weil es die Einfachheit der Dorfbewohner sehr unterstreicht. Auf der anderen Seite blieb mir zu wenig Platz, dafür Ereignisse zu hinterfragen oder gar der Weiterentwicklung der Protagonisten. Dann gibt es ja noch Mr Mac, der eigentlich Charles Rennie Macintosh heißt, Architekt und Maler ist. Diesen Herren hat es wirklich gegeben, er wurde aber fiktiv mit Thomas in dieser Geschichte zusammen gebracht. Er und seine Frau stellen in dem Buch das Gegengewicht zu den einfachen Dorfbewohnern da, sie sind aufgeklärt modern und gehen liebevoll miteinander um. Aus dieser Figurenkonstellation habe ich etwas ganz besonderes erwartet. Leider wurde ich da schwer enttäuscht. Sowohl Thomas als auch Mac mögen einander und treffen relativ häufig aufeinander, aber wenn etwas passiert was die Handlung vorantreiben könnte und zu einer Entwicklung verhelfen könnte, dann hat die Autorin diesen Moment in der Luft verpuffen lassen. Dies führte vor allem dazu, das die Handlung eintönig und langweilig wurde. Thomas berichtet immer wieder und wieder von seinem Alltag. Die Momente in den etwas interessantes und aufregendes geschieht, sind rar und sehr kurzweilig. Erst die letzten siebzig Seiten wurden spannend. Dafür greift die Autorin zu einem anderen Stilmittel, welches in der Familie liegen muss, denn Esther Freud ist die Urenkelin von Sigmund Freud. Sie psychologisiert ihre Figuren. So kann man auch Thomas als Mac in Kinderform betrachten, warum und wieso mir dieser Vergleich einfällt müsst ihr selber lesen. „Mein Jahr mit Mr Mac“ bietet einige Interpretationsansätze. Vielleicht auf ein wenig zu viele, denn ich hatte am Ende immer noch das Gefühl was will mir Esther Freud damit sagen. Mein Fazit „Mein Jahr mit Mr Mac“ ist ein schön geschriebenes stilles Buch mit distanzierten Figuren und mäßig spannender Handlung, aus der man vielleicht noch mehr hätte rausholen können. Die Grundidee hat mir sehr gut gefallen. Ein Buch für Alle die gerne das Meer vor der Nase haben beim Lesen und gerne über Psychoanalytische Ansätze in Büchern nachdenken. (Original: das-leseleben.webnode.com)

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  • Eine sanfte, lebendige Geschichte von Verlust und Einsamkeit

    Mein Jahr mit Mr Mac

    JulesBarrois

    04. April 2016 um 11:04

    Mein Jahr mit Mr Mac - Esther Freud (Autorin), Anke Kreutzer (Übersetzerin), Eberhard Kreutzer (Übersetzer), 368 Seiten, Berlin Verlag (1. April 2016), 22,00 €, ISBN-13: 978-3827012685 Zwei Personen dominieren dieses Buch: eine reale und eine fiktive: Charles Rennie Mackintosh, ein schottischer Architekt, Innenarchitekt, Kunsthandwerker, Designer, Grafiker und Maler. Zusammen mit seiner Frau Margaret MacDonald Mackintosh, deren Schwester Frances MacDonald McNair und James Herbert McNair war er Begründer der Gruppe „The Four“, die unter anderem auch entscheidenden Einfluss auf die Glasgow School ausübte. Er war einer der führenden Persönlichkeiten der Art Nouveau-Bewegung des ausgehenden 19. Jahrhunderts und gab dem modernen Design wichtige Impulse. Mackintosh gilt als einflussreicher Vorläufer der Modern Art. Das ist die reale Figur. 1913 trank Mackintosh so viel, dass sich viele Verbindungen aufgelösten und Kunden wegen Unzuverlässigkeit Mackintoshs Aufträge abzogen. 1914 verließ Mackintosh Glasgow, um sich in Walberswick an der Küste von Suffolk zu erholen. Und hier trifft er auf: Die fiktive Figur ist Thomas Maggs, ein dreizehnjähriger Junge, der ein lahmes Bein, einen verdrehten Fuß hat. Er ist der Sohn des Wirtes vom Blue Anchor, der Pub für die Bauern. Während The Bell der Pub für die Fischer ist. Thomas ist ein liebenswerter Charakter und er zeigt große Belastbarkeit und Zuversicht trotz seiner Behinderung. „Egal, was sie sagen, egal wie ich es anstellen muss, ich gehe eines Tages zur See.“ (Seite 59) Thomas flieht vor den Frustrationen und der häuslichen Gewalt seines Vaters. „Vater ist wieder in Fahrt […] wenn er mittags sein erstes Bier trinkt und so lange weiter säuft, bis es knallt.“ (Seite 38). Er findet Zuflucht in einer Freundschaft mit Mackintosh. Er trifft "Mac", als er jeden Morgen am Strand Ausschau hält. Ihre Freundschaft entwickelt sich. Mac fördert Thomas Interesse am Zeichnen. Er schenkt im Farbkasten und Block und leiht ihm Kunstbücher - einige von ihnen in Deutsch. Mackintosh hat seit langem Verbindungen nach Deutschland und pflegt zum Entsetzen von Thomas immer noch Kontakte dorthin, trotz DORA ( Defence of the Realm Act), die radikal die Wahrnehmung des ganzen Dorfes verändern. Denn es ist der Beginn des ersten Weltkrieges. „An einem Samstag den Krieg zu erklären, wo die Banken geschlossen sind!“ (Seite 48) DORA sollte verhindern, dass jemand mit dem Feind kommuniziert. Es begrenzt die Öffnungszeiten von Pubs und verbot allen in den Pubs eine Runde Getränke auszugeben. Zuwiderhandlungen wurden mit dem Tode bestraft. Und der Krieg rückt näher, mit Nachrichten über das Blutvergießen in Frankreich und mit Bomben, die zuerst auf London und später entlang der Küste abgeworfen werden. Und noch näher: Die Einheimischen haben Mac bald als deutschen Spion verdächtigt und Mackintosh wird 1915 wegen Spionage verhaftet und eine Woche lang gefangen gehalten, bevor seine Unschuld festgestellt wurde: Er war nur ein Künstler mit einem Glasgower (nicht deutschen) Akzent und einer Vorliebe vor der Morgendämmerung am Strand spazieren zu gehen. Esther Freud verbindet kunstvoll historische Tatsache und Fiktion. Ohne Herablassung oder Sentimentalität, erfasst ihr Roman die schmerzhaften Übergänge von der Unschuld zu Erfahrung. „Es ist ein langer Weg zur Lust.“ (Seite 105) Ein elegischer Roman, der ganz fein Mackintoshs Melancholie an der Heimatfront herausarbeitet, ausgedrückt in seinen akribischen Aquarellen der dort vorkommenden Blumen. „Noch nie habe ich etwas gesehen, dass so nach Blaukissen aussieht, nicht mal Blaukissen selbst.“ (Seite 107) So feiert sie die Kraft der Kunst, die den Menschen in Katastrophen überleben lässt. Freuds Roman ist ein aufreizend schräges Porträt von Mackintosh in seinen letzten Lebensjahren, in den Jahren seines Niederganges. „Aber wie kann ein Mann Erfolg haben, wenn ihm alle Türen verschlossen sind? Wenn ihm das Leben, für das er geschaffen ist, verwehrt wird?“ (Seite 156) Gleichzeitig setzt sie diese persönliche Geschichte an den Drehpunkt einer Ära, in der Kommerz das handwerkliche Können ersetzt. Esther Freud schreibt aus ihren Kenntnissen des Ortes (sie hat mal dort gelebt) und mit dem Ohr des Dichters für den maritimen Jargon. Sie schreibt über die Vergangenheit, die so anziehend wirkt. In einem Tempo und einem Timbre, das an verwaschene Aquarelle erinnert. Die Charaktere sind gut gezeichnet Einzelpersonen; Mackintosh und Margaret stechen besonders heraus, natürlich; aber auch die Misstöne in dieser unveränderlichen Welt. Es sind poetische Beschreibungen von der Nordseeküste bei Walberswick in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, und wunderbare Einblicke in diese Zeit des Lebens von Rennie Mackintosh und seiner Frau. Manch einer wird das Buch im Tempo als langsam empfinden, aber ich bin völlig hingerissen und sauge diesen wunderschön beschreibenden Stil und diese eindrucksvollen Bilder der Flora und Fauna der desolaten und windigen Küste von Suffolk auf. Es ist ein sehr sanftes Buch. Schmerz und Tragödie gibt es in jedem Leben, aber die Charaktere sind stoisch; sie akzeptieren, was das Leben bringt, lehnen sich auf oder leben damit - oder auch nicht. Ein elegischer Roman über Kunst, Krieg und Freundschaft. Für alle Leser, die es gerne ruhig angehen lassen, die Geschichten und Charaktere lieben, die sich langsam entwickeln und entfalten. Leser, die Atmosphäre lieben, poetisch, aber nie überreizt, nachdenklich. Ein feines tief empfundenes Buch in schimmernder Prosa, zart und lyrisch, mit verschiedenen Charaktere, die zärtlich und warm geschildert werden. Ein Buch, das für mich nahe am perfekten Roman ist. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Berlin Verlages http://www.berlinverlag.de/buecher/mein-jahr-mit-mr-mac-isbn-978-3-8270-1268-5 Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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