Esther Grau Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff

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Inhaltsangabe zu „Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff“ von Esther Grau

Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff raubt dem Märchensammler Wilhelm Grimm mit ihrer unverblümten Art den Schlaf. Ganz anders ihre Schwester Jenny, die mit ihm anbändelt. Vor Liebesintrigen ist aber auch der kokette Trotzkopf Annette nicht sicher ... Vor allem für ihre größte Leidenschaft, die Dichtkunst, muss sie als adelige Frau im frühen 19. Jahrhundert lebenslang kämpfen.
Der biografische Roman erzählt unbekannte Seiten einer bekannten Dichterin und folgt ihrer Lebensreise vom Münsterland an den Rhein bis nach Meersburg am Bodensee. Er zeigt, dass die Dichterin der Biedermeierzeit alles andere als bieder war, sondern eine kluge Frau, die diplomatisch, humorvoll und durchaus unkonventionell ihrer Berufung folgte.

Eine ausführliche und informative Romanbiographie über eine besondere Frau und Dichterin.

— lisibooks

Sehr gut geschriebene und interessante Romanbiographie!

— Buchina

Kein Krimi o.ä. und auch kein Märchen - ein Darstellung des Lebenslaufes der Annette von Droste Hülshoff!

— BF4711

Ein mit viel Liebe geschriebener biografischer Roman

— Danion

Eine sehr interessante Milieustudie, nur spannender hätte die Handlung für mich ruhig sein dürfen.

— hasirasi2

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  • Rezension zu "Grimms Albtraum"

    Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff

    lisibooks

    17. December 2015 um 10:48

    Annette von Droste-Hülshoff ist wohl eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen und lebte von 1787 bis 1848. Sie wuchs in ihrer Adelsfamile auf der Burg Hülshoff im Münsterland als zweites von vier Geschwistern auf. Nach dem Tod des Vaters wurde das Rüschhaus ihr neues Zuhause, das sie mit ihrer Mutter Therese und ihrer Schwester Jenny bewohnte. Regelmäßige Reisen führten sie ins Rheinland, ins Paderborner Land und an den Bodensee. Zu ihren bedeutendsten Werken gehören „Das geistliche Jahr“, der „Knabe im Moor“ und die „Judenbuche“. Auch die Musik spielte in ihrem Leben immer eine große Rolle. „Grimms Albtraum“ ist eine Romanbiographie über Annette von Droste-Hülshoff. Da ich im letzten Jahr gerade eine kleine Ausstellung über die Dichterin besucht hatte, war ich sehr erfreut, diesen Roman zu lesen. Ich wusste noch nichts über Annette von Droste-Hülshoffs Leben und kannte auch nur sehr oberflächlich wenige ihrer Gedichte – ein vollkommener Neuling also. Beim Lesen des Romans fühlte ich mich Annette sehr nahe. Man lernt sie vom ersten bis zum letzten Atemzug kennen und hat beim Lesen stets ein sehr klares Bild von ihr vor Augen. Das wird unterstützt durch die Angaben der Jahreszahlen über jedem neuen Abschnitt. Dadurch lassen sich ihre Verhaltensweisen immer sehr gut in Verbindung zu ihrem Alter nachvollziehen, was ich bei anderen biographischen Romanen oft vermisse. Annette hatte ein außergewöhnliches Leben, manches konnte ich gar nicht glauben; besonders ihr Liebesleben kam mir manchmal vor wie in einem Film und einige Lebensereignisse hätte man ihr sicher anders gewünscht. Annette erschien mir als moderne Frau, die sich ihre Ziele steckte und alles dafür gab, diese zu erreichen. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, wie sie sich wohl entwickelt hätte, wenn sie in heutigen Zeiten gelebt hätte. Die Sprache der Autorin Esther Grau passt hervorragend zu ihrem Werk. Die Sprache wirkt für die damalige Zeit authentisch, ohne zu kompliziert zu sein. Dennoch muss man sich beim Lesen konzentrieren, denn es kommen sehr viele Personen vor und oft wechseln die Episoden schneller, als man als Leser in ihnen angekommen ist, was das Romanfeeling teils trübt. Manche Episoden waren für mich nicht so wichtig, da hätte ich mir in anderen Episoden mehr Ausführlichkeit gewünscht. Es ist immer schwierig, ein ganzes Leben in ein einziges Buch zu packen und es dabei auch noch jedem Recht zu machen. Überaus gekonnt hat die Autorin viele von Annettes Gedichten in die Erzählung integriert. Die Gedichte sind immer genau an den richtigen Stellen im Geschehen zu finden und erzeugen eine ganz besondere Stimmung. Die Worte der Dichterin lesen sich in Verbindung mit ihrer jeweiligen Lebenssituation umso bildreicher. Als Annette zwischenzeitlich eine Schaffenspause hatte, habe ich ihre Gedichte sogar richtig vermisst. Fazit: Eine ausführliche und informative Romanbiographie über eine besondere Frau und Dichterin. Ich bin froh, einen Einblick in das Leben der Annette von Droste-Hülshoff bekommen zu haben und werde sicher häufiger mal wieder in die Gedichte im Buch blicken und Annettes großartigen Schreibstil genießen.

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  • Leserunde zu "Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff" von Esther Grau

    Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff

    acabus_verlag

    Annette von Droste-Hülshoff war eine der bekanntesten Dichterinnen in Deutschland. Reisen, Dichten, ihre Familie und die Auseinandersetzungen mit dem Märchenerzähler Wilhelm Grimm gehörten zu ihrem Leben. Zu ihrem 167. Todestag erschien nun der biografische Roman „Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff“. Begleitet die Dichterin auf ihrem Lebensweg und nehmt an der Leserunde* mit der Autorin Esther Grau teil! Für die Leserunde werden 10 Leser gesucht. Bis zum 20. Oktober könnt ihr euch für ein Exemplar bewerben. Wenn ihr ein E-Book möchtet, gebt dies bitte bei der Bewerbung an.  Ab dem 26. Oktober übernimmt dann die Autorin Esther Grau die Moderation. Selbstverständlich können auch alle, die bereits „Grimms Albtraum“ im Bücherregal stehen haben, an der Leserunde teilnehmen!   *Im Gewinnfall gehören eine zeitnahe Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie das Schreiben einer abschließenden Rezension selbstverständlich dazu. Falls ihr dies nicht gewährleisten könnt, seht bitte von einer Bewerbung ab.

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    • 221
  • Sehr spannende Romanbiographie

    Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff

    Buchina

    19. November 2015 um 16:15

    Ich muss gleich zu Beginn sagen, ich hatte mich vor dem Lesen des Romans kaum mit Annette von Droste-Hülshoff beschäftigt. Ich kannte sie nur noch aus dem Deutschunterricht. Mit dieser Romanbiographie konnte ich sie nun endlich näher kennenlernen. Der Roman beginnt mit der Geburt von Annette, einem Frühchen. Mit der Beschreibung der zukünftigen Amme von Annette ist der Einsteig des Romans sehr gut gelungen. Ich war sofort in der Geschichte drin. Es werden die glücklichen Kinderjahre anschaulich beschrieben. Zu beiden Elternteilen hatte Annette ein gutes Verhältnis und ihre schon sehr frühes Schreiben unterstützten sie mehr oder weniger. Als junge Frau wird immer mehr klar wie wichtig der geselleschaftliche Ruf vor allem für ihre Mutter ist, weshalb sich Annette immer wieder ihrer Familie unterordnen muss. Die Autorin zeigt sehr gut auf, dass Annette eine Frau ist, die die Freiheit immer wieder sucht, aber nicht genügend Kraft aufbringt, sich gegen die gesellschaftlichen Zwänge zu behaupten. Durch detailierte Beschreibungen der Welt um Annette, durch Nutzung alter Wörter gibt es ein schönes Gesamtbild der Zeit in der ersten Häfte des 19. Jh. Auch die Zitierung von Gedichten der bekannten Schriftstellerin runden die Romanbiographie ab. Ich habe durch diesen Roman viel über diese bekannte Schriftstellerin erfahren und sie ist mir auch sehr nahe gegangen, obwohl wir sehr verschieden sind. Gleichzeitig wurde mir ein realistisches Bild der damaligen Gesellschaft aufgezeigt. Manchmal hätte ich mir mehr Hintergrundwissen zu den einzelnen Persönlichkeiten, die in Annettes Leben auftauchen gewünscht. Ein kleines Glosar am Ende des Buches wäre da hilfreich gewesen. Außerdem hatte ich im Bezug auf den Titel des Romanes eine stärkere Auseinandersetzung mit den Brüdern Grimm gedacht. Aber einen richtigen Konflikt bezüglich der Schriftsteller gab es eigentlich kaum. Mich persönlich hat es nicht so sehr gestört, aber durch den Titel wird eine bestimmt Erwartung gesetzt, die dann nicht eingehalten wird. Dennoch möchte ich das Buch weiterempfehlen, für alle die sich für starke Frauenpersönlichkeiten interessieren, aber auch an die, die gerne Roman, die im 19. Jh. spielen, gerne lesen.

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  • Lebendiges Biedermeier

    Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff

    sursulapitschi

    Wer war Annette von Droste-Hülshoff? Hier lernt man sie kennen. Anschaulich und einfühlsam erzählt Esther Grau Annettes Lebensgeschichte von der Geburt 1797 bis zu ihrem Tod 1848. Nur 51 Jahre hat sie gelebt, war immer sehr zart und kränklich, aber auch gleichzeitig voller Fantasie, Originalität und Schaffensdrang, vielseitig begabt, gebildet und vielseitig interessiert. Hier erlebt man mit, wie ein aufgewecktes, träumerisches Mädchen in einer Zeit aufwächst, in der zu viel „Witz“ bei Frauen nicht erwünscht war. Schon als Kind eckte Annette an mit ihrer ungewöhnlichen Art, hatte auch später stets Probleme, ihre Individualität mit dem herrschenden Frauenbild in Einklang zu bringen. Man kann hier sehr gut nachvollziehen, wie jemand zum Dichter wird. Ein wenig sieht man die Welt mit Annettes Augen. Die Ideen ihrer Werke entwickeln sich aus ihrer aktuellen Lebenssituation und so bekommen wir viele ihrer Gedichte mit deren Entstehungsgeschichte serviert. Das macht großen Spaß. Durch spürbar sensible Recherche wird in diesem Buch das Biedermeier lebendig. Revolution ist ein Thema in ganz Europa und stört womöglich die Reisepläne adliger Damen. Annette ist viel gereist, erlebte beispielsweise die Anfänge des Kölner Karnevals und die Entdeckung der Homöopathie. Sie hatte auch viele illustre Freunde und Bekannte, die uns hier begegnen, wie Adele Schoppenhauer, die Gebrüder Grimm, Clara und Robert Schumann oder Levin Schücking, bisweilen verliert man fast den Überblick, so umfangreich ist das Personal. Da wäre ein Personenregister hilfreich gewesen. Ein wenig unglücklich finde ich den Titel des Buches, der größere Differenzen zwischen Wilhelm Grimm und Annette suggeriert, die tatsächlich gar nicht bestanden. Grimm taucht auf, spielt aber keine größere Rolle im Buch und in ihrem Leben. Dieses Buch hat mir unterhaltsam eine Dichterin nahe gebracht, die ich kaum kannte, hat mich viel über die Biedermeierzeit gelehrt und mich zu einigem Gegoogel veranlasst. Beim nächsten Besuch in Münster werde ich ganz sicher das „Rüschhaus“ besichtigen. Mir hat es gefallen.

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    • 3
  • Ein liebevoll geschriebener biografischer Roman

    Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff

    Danion

    Annette von Droste-Hülshoff gehört zu den wichtigsten deutschen Dichterinnen aller Zeiten. Eine der ersten, die mit ihren Werken einen Schritt in die Welt der Literatur wagten, die bis dahin eher den Männern gehörte. Die Frauen hatten für den Haushalt zu sorgen und durften höchstens bei den Teekränzchen ihre künstlerischen Talente zeigen. Die Öffentlichkeit als Ort, an dem man sich präsentieren konnte, blieb für sie ein Tabu. Er gehörte sich nicht, dass eine Frau bzw. eine Dame vom Stand ihre Stimme erhob, sich zeigte. Genau in dieser Zeit beginnt Annette Gedichte zu schreiben und erobert Schritt für Schritt die Öffentlichkeit, wird zu einer Berühmtheit, deren Name seit fast 2 Jahrhunderten vielen Lesern ein Begriff ist.  Das Interesse am Leben und Schaffen der Dichterin, Schriftstellerin und Komponistin schein auch heute groß zu sein, was unter anderem die neu aufgelegten und neu erscheinenden Biografien, biografische Romane und Sammlungen Annettes Werke nachweisen. Eines von den neusten Büchern, die sich mit Annettes Leben beschäftigen, ist Esther Graus biografischer Roman „Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff“, der beim acabus-Verlag erschienen ist. In diesem Roman versucht die Autorin, Annette von Droste-Hülshoff vor allem als eine Persönlichkeit im sozialen Kontext darzustellen. Es werden zahlreiche Beziehungen der Dichterinnen zu verschiedensten Personen skizziert: zu den nächsten und weiteren Familienmitgliedern, FreundInnen und Künstlern jener Zeit. Wir lernen die Dichterin als eine leidenschaftliche Person kennen, die gerne gehört werden will und die für dieses Ziel kämpft, auch wenn sie immer wieder von ihrer eigenen Mutter „gebremst“ wird (z.B. Verbot der ersten Publikationen) oder auch von ihren Kollegen Dichtern mit vernichtenden Aussagen kritisiert wird. Daher auch der Titel. Er soll nicht als eine Geschichte der Konflikte zwischen der Droste und dem Grimm interpretiert werden, sondern nur aufzeigen, wie die Dichterin von anderen wahrgenommen und verurteilt wurde, unter welchen Umständen sie schrieb. Sie schrieb weiter, gab nie auf. Auch persönlichen Katastrophen kann sie widerstehen. Ihr Schmerz, ihr Wunsch nach Freiheit und nach dem sie-selbst-Sein schüttelt sie aus dem Herzen in die Gedichte aus. Diese Gedichte werden als Beispiele an entsprechenden Stellen im Roman eingebaut. Das hilft dem Leser, die Gedichte im Kontext ihrer Entstehungsgeschichte besser zu verstehen, die Gefühle nachzuvollziehen. Dadurch hat man beim Lesen das Gefühl, dass die Dichterin einem immer näher wird. Man leidet mit ihr, man hofft mit ihr, man spürt ihre Enttäuschung und gleichzeitig die Kraft, die im ihrem von Krankheiten geschwächten Körper weiterlebt. Der Roman macht die Dichterin aus dem 19. Jahrhundert sehr sympathisch, durch ihr Handeln, durch ihre Offenheit für andere Menschen und für Modernes. Es sein an dieser Stelle als Beispiel ihre Bereitschaft zu erwähnen, Homöopathie auszuprobieren, eine Heilmethode, die in der Zeit gerade die ersten Schritte in Deutschland machte. Es kann auch ihre Begeisterung für technische Errungenschaften wie Dampfschiffe oder Telefon genannt werden. Das alles wird im Roman sehr liebevoll dargestellt.  Obwohl „Grimms Albtraum“ „nur“ eine Biografie ist, liest sie sich wie ein schöner, sehr gut geschriebener historischer Roman. Auch hier gibt es Intrigen, gebrochene Herzen, Tränen und schöne Liebesgeschichten, Aufzeichnungen aus dem Alltag jener Zeit. Allerdings bleibt die Darstellung immer realitätstreu, sodass man ziemlich sicher sein kann, ein authentisches Bild von Annette zu bekommen. In einem Satz: Ein durchaus empfehlenswertes, mit viel Liebe geschriebenes Buch, das gelesen werden muss!

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    • 2
  • Lebenslauf!

    Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff

    BF4711

    Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was mich erwartet, als ich das Buch angefangen habe zu lesen. Aufgrund des Titels habe ich mir aber eine etwas spannendere Geschichte, als nur die Darstellung des Lebensweges der Annette von Droste-Hülshoff vorgestellt. Ab und zu wurde mir das Buch, aber wirklich nur phasenweise, etwas zu langweilig. Hin und wieder habe ich auch den Durchblick verloren, wer wer ist, und welche Rolle wer spielt. Durch dieses Buch ist Annette von Droste-Hülshoff trotzdem eine sehr interessante Person für mich geworden und auch ihre Gedichte reizen mich jetzt deutlich mehr als zuvor, da man in dem Buch eine genaue Vorstellung vermittelt bekommen hat, wie ihre Gedichte entstanden sind. Ein Buch, dass man durchaus lesen sollte!

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    • 2

    Danion

    09. November 2015 um 12:37
    BF4711 schreibt Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was mich erwartet, als ich das Buch angefangen habe zu lesen. Aufgrund des Titels habe ich mir aber eine etwas spannendere Geschichte, als nur die Darstellung des ...

    Ich kann dieser Aussage nicht zustimmen. Es ist schon klar, dass man ganz andere Erwartungen an dieses Buch haben kann, wenn man vorher nicht viel über Annette und von Annette gelesen / gehört ...

  • Grimms Albtraum

    Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff

    RebekkaT

    07. November 2015 um 13:25

    "Grimms Albtraum" von Ester Grau ist ein mit liebe zum Detail gestaltete Nacherzählung des Lebens der Annette von Droste-Hülshoff. Das Buch beginnt mit der Geburt von Annette als Frühchen, das schnell zur Amme kam. Nicht nur das Leben der Amme Maria Catharina Plettendorf wurde verändert, auch prägte diese gerade mit ihren Geschichten auch Annette. Das erste Kapitel, geschrieben aus der Kindheit/Jugend von Annette, liest sich schnell weg und zeigt ganz viel aus der Zeit um 1800, die Stände, die unterschiedlichen Lebensweisen und die Rolle der Frau. Cover: Das einzige, was ich aus dieser Zeit für Frauen schön finde, sind die Kleider. Das Cover zeigt eine halbe Frau in einem schönen Kleid. Schreibstil: Erst schrieb Ester Grau recht locker und zog dann an. Viele historische Daten, Personen und Zusammenhänge ließen mich das eine oder andere Mal im Netz nachforschen und mich darüber staunen, wen Annette alles kannte oder mit wem sie im Laufe der Zeit Freundschaft schloss. Ein Personen-Zeitregister hätte etwas mehr Licht ins Dunkel des 19. Jahrhunderts gebracht. Auch hätte ich bei dem Titel mehr an die Brüder Grimm gedacht, nur kamen diese, besonders Wilhelm, eigentlich mehr im Zusammenhang mit Jenny, der Schwester von Annette, vor, da diese auf einen Heiratsantrag von Wilhelm hoffte. Das Buch zeigt auch die Geschichte einer Frau, die versucht, sich durchzusetzen. Annette wurde schulisch gefördert, hatte dann aber bitte ihrem Stand zu entsprechen: heiraten und Kinder bekommen. Annette sah das aber ganz anders. Sie schrieb und wollte die Bücher auch unter ihrem Namen veröffentlichen - eine zu damaliger Zeit einem Skandal gleichkommende Unmöglichkeit. Ihre herrschsüchtige, oft lieblos wirkende Mutter trug ihren Teil dazu bei. Auch war sie, was Männer anging, recht "modern": Levin, ein 17 Jahre jüngerer Jurastudent... Da Annette immer schon mit der Gesundheit im Argen lag, trotz Homöopathie - die Geschichte um die Homöopathie ist übrigens ebenfalls ein toller Teil dieses Buches - starb sie leider früh mit 51 Jahren im Beisein ihrer Nichte Gundel, um in die Arme ihres Vater zu gleiten, wohl der wichtigsten Person in Annettes Leben.

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  • Spätes Glück

    Grimms Albtraum: Annette von Droste-Hülshoff

    hasirasi2

    02. November 2015 um 22:11

    Annette von Droste-Hülshoff entstammte einer alten Adelsfamilie. Sie hatte eine aufregende und fantasievolle Kindheit. Da sich ihre Begabungen früh zeigten, förderten ihre Eltern sie entsprechend. Auch eine damals nicht alltägliche umfassende Schulbildung erhielt sie zusammen mit ihren Geschwistern. Gleichzeitig wurde ihnen aber auch immer wieder ihr Stand in der Gesellschaft verdeutlicht. Annette durfte zwar ihren künstlerischen Neigungen im Adelskreis frönen, aber bitte keine Veröffentlichungen! Sie wurde von ihrer Familie als Dichterin nicht ernst genommen. Man warft ihr vor, „Ihre Bildung und Widerworte machen sie hässlich.“ Das muss hart für sie gewesen sein. Obwohl andere Frauen unter einem Pseudonym veröffentlichten, wagte Annette dies nicht, sondern ordnet sich brav ihrer Familie unter. Erst wenige Jahre vor ihrem Tod veröffentlichte sie einen Teil ihrer Werke und selbst ihre Mutter schien ihr Talent endlich anzuerkennen. Diese Unterordnung ihrer Familie und ihrem Stand gegenüber zeigte sich auch in Liebesdingen. Annette hatte eine jahrelange Romanze mit dem mittellosen Studenten und Dichter Heinrich Straube. Aber ihre Familie (allen voran ihr Onkel) zerstörte diese Beziehung. Später verliebte sie sich erneut, gehorcht aber ihrer Mutter und löste die Verlobung wieder. Erst mit Levin Schücking, dem 17 Jahre jüngeren Sohn einer Freundin, fand Annette ihre Bestimmung. Nach seinem Jurastudium förderte sie ihn und verschaffte ihm letztendlich sogar die Stelle als Bibliothekar auf der Meersburg, die ihre Schwester mit der Familie zu dieser Zeit bewohnte. Ich bin mir nicht sicher, ob sie in ihm das Kind sah, welches sie selber nie haben konnte oder ob er evtl. ihr jugendlicher Liebhaber war. Da Annette eine Frühgeburt und ihre Gesundheit zeitlebens nicht besonders stabil war, wurde sie immer wieder auf Erholungsreisen geschickt und lernte dabei auch viele berühmte Zeitgenossen kennen. Meiner Meinung nach hatten ihre gesundheitlichen Probleme aber auch psychische Ursachen, schließlich musste sie sich der übermächtigen Mutter und gehässigen Familie unterordnen. Aber sobald sie auf Reisen war, ging es ihr besser. Ich hatte das letzte Mal in der Schule bewusst Kontakt mit Annette von Droste-Hülshoff und ihrem Werk und das ist schon ziemlich lange her. Um so mehr freute ich mich auf das Buch über sie. Leider wurde er meinen Erwartungen nicht ganz gerecht. Ausgehend vom Titel und der Inhaltsangabe hatte ich einen fesselnden und spannenden Roman erwartet. Es war stellenweise zu langatmig und schwierig zu lesen. Es gab große Zeitsprünge und aufgrund der vielen historischen Persönlichkeiten wurde es immer wieder unübersichtlich. Ich habe zum Teil erst googeln müssen, wer sie genau waren und in welchem (familiären) Zusammenhang sie standen. Viele wurden am Rand erwähnt oder nur kurz in die Geschichte eingeführt, um dann sang- und klanglos wieder daraus zu verschwinden, das finde ich sehr schade. Hier fehlte eindeutig ein Personenregister. Eine Zeittafel wäre ebenfalls sehr hilfreich gewesen. Auf den im Klappentext erwähnten Briefwechsel zwischen Annette und Wilhelm Grimm wartete ich vergebens. Ich habe es beim Lesen eher so verstanden, dass Grimm mit Annettes Schwester sehr engen Kontakt hielt (sie hoffte viele Jahre vergebens auf seinen Heiratsantrag) und er Annette selbst nur wenige Male begegnet ist, aber mit ihrer Begabung und Intelligenz nicht klar kam und deshalb schlecht über sie geredet / geschrieben hat. Da er damals im Gegensatz zu ihr schon eine Berühmtheit war, hatten seine Worte natürlich auch eine große Tragweite und dieser Ruf haftete ihr an. Gut fand ich die Beschreibung der Personen in Annettes direkter Umgebung. Ihre Mutter war wohl nicht besonders warmherzig und so hatte Annette zeitlebens einen besseren Draht zu ihrer Amme als ihrer alles beherrschenden ständig kritisierenden Mutter. Ihr Vater hingegen scheint sehr liebevoll und künstlerisch begabt gewesen zu sein. Er förderte seine Kinder wo es nur ging, überließ deren Erziehung aber weitgehend seiner Frau. Deshalb war sein Tod auch so ein Schicksalsschlag für die zart besaitete Annette. Ihre Schwester Jenny schien lange sehr devot, erst mit Ende 30 emanzipierte sie sich, heiratete sogar nach langem Hin- und Her und wurde mit 40 Mutter. Annette empfand ich als schwärmerisch, weltfremd und nur dann selbstbewusst, wenn es um ihr Werk ging - schließlich wollte sie, was auch den Männern der damaligen Zeit zustand: ihre Freiheit und Anerkennung. Leider war sie damit das genau Gegenteil von dem, was zu dieser Zeit schicklich und erstrebenswert war. Alles in allem ist „Grimms Albtraum“ auch eine sehr interessante Milieustudie, nur spannender hätte die Handlung für mich ruhig sein dürfen.

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