Esther Hansen

Lebenslauf von Esther Hansen

Esther Hansen lebt als literarische Übersetzerin in Köln. Neben Viola Ardones Debütroman hat sie Werke von unter anderen Carmine Abate, Marcello Fois, Lorenzo Marone, Francesca Melandri, Marco Missiroli und Nadia Terranova ins Deutsche übertragen.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Triest verkehrt (ISBN: 9783803126962)

Triest verkehrt

Neu erschienen am 22.09.2022 als Taschenbuch bei Wagenbach, K.

Alle Bücher von Esther Hansen

Cover des Buches Der erste Tag vom Rest meines Lebens (ISBN: 9783492310192)

Der erste Tag vom Rest meines Lebens

 (48)
Erschienen am 04.10.2016
Cover des Buches Der Hügel des Windes (ISBN: 9783746631004)

Der Hügel des Windes

 (44)
Erschienen am 13.02.2015
Cover des Buches Die Ballade der Trockenpflaumen (ISBN: 9783548611082)

Die Ballade der Trockenpflaumen

 (43)
Erschienen am 10.08.2012
Cover des Buches Das Lächeln des Elefanten (ISBN: 9783548612430)

Das Lächeln des Elefanten

 (34)
Erschienen am 05.12.2014
Cover des Buches Treue (ISBN: 9783803133304)

Treue

 (26)
Erschienen am 28.01.2021
Cover des Buches Meine sehr italienische Familie (ISBN: 9783548610788)

Meine sehr italienische Familie

 (31)
Erschienen am 06.12.2011
Cover des Buches Die Queen (ISBN: 9783492070256)

Die Queen

 (12)
Erschienen am 15.03.2021
Cover des Buches Ein italienischer Sommer (ISBN: 9783734104329)

Ein italienischer Sommer

 (16)
Erschienen am 17.04.2017

Neue Rezensionen zu Esther Hansen

Cover des Buches Treue (ISBN: 9783803128515)Maselis avatar

Rezension zu "Treue" von Marco Missiroli

Wie weit kann Treue gehen und ab wann wird die Versuchung gefährlich?
Maselivor einem Monat

Carlo Pentecoste, Dozent für literarisches Schreiben Dank der ausgezeichneten Verbindungen seines Vaters, wird in einer kompromittierenden Situation mit einer seiner Studentinnen auf der Unitoilette gesehen. Er schwört, dass alles nur ein Missverständnis sei und die junge Studentin Sofia unterstützt ihn in dieser Version. Zur gleichen Zeit empfindet Margherita, seine Ehefrau, erotische Gefühle für ihren jungen Physiotherapeuten Andrea. Beide Ehepartner, die eigentlich eine glückliche Ehe führen, reizen die Grenzen der Treue aus und fliehen in die intime Welt der Verführung.

Und er war etwas weniger erschrocken, als er begriff, dass seine Ehe von diesen Gedanken nicht wirklich beeinträchtigt wurde. Die Hand auf Sofias Rücken war kein Störgeräusch in seiner Ehe, sie existierte in einem Paralleluniversum, war das Bild, das der Vorstellungswelt des Ehebrechers ihre Strahlkraft nahm.

Für beide sind diese kleinen Ausflüge keineswegs ein Grund an ihrer Ehe und Liebe zu zweifeln, vielmehr sind sie eine persönliche Befriedigung eines ganz intimen Bedürfnisses, auf das sie nicht verzichten wollen.

Aber einen Sechsundzwanzigjährigen hatte sie schon gehabt, und die Erinnerung daran wollte sich keinesfalls missen.

Meine persönlichen Leseeindrücke

Was mir bei diesem Roman sofort auffällt, sind das Fehlen von Kapiteln. Das Fehlen von diesen so gewohnten Unterteilung empfinde ich sehr angenehm und genieße die fließenden Übergänge von einem Erzählstrang zum anderen. Ich beginne also die Geschichte von Carlo und Margherita ohne Unterbrechungen, tauche ein in Familiengeheimnisse, intime Wünsche und Schwächen der Protagonisten und bin einfach nur begeistert vom Gespür für die feinen Unterschiede, für Blicke und Berührungen, mit welchen Marco Missiroli seine Protagonisten ausstattet.

Wenn auch vordergründig die Frage nach der Treue stehen mag, so ist dieser Roman doch so viel mehr. Er ist ein moderner Eheroman, der ein typisches Verhaltensmuster Mailänder Lebensgemeinschaften zeichnet. Er ist auch ein Familienroman und definiert an Vater und Sohn den erfolgreichen Großstädter und den sensiblen, großartig menschlichen Sohn mit all seinen Schwächen, der in all das Leben ausmachenden Situationen mit seiner Ruhe und Besonnenheit Stärke und Selbstvertrauen ausstrahlt. Und neben der wohlhabenden Familie des Ehemannes steht die Bescheidenheit und Rechtschaffenheit des kleinen Mailänder Bürgertums, erzählt an Anna und Franco, Margheritas Eltern.

Und es geht auch um Carlo, den Sohn aus gutem Mailänder Hause, dessen erfolgreicher Vater ihn als Anwalt in führender Position sah und er nichts davon erreichen konnte.

Sein Anblick tat ihr weh, wenn er mit hängenden Ohren und leiser Stimme vor seinem Vater stand, wie an dem Weihnachtsabend, als Domenico Pentecoste ihn beim Nachtisch vor versammelter Familie zur Rede gestellt hatte, was er denn vorhabe, um endlich festen Boden unter die Füße zu bekommen.

Fazit

„Treue“ von Marco Missiroli bietet einen Blick in die heutige Mailänder Gesellschaft, stilisiert an der Frage wie weit Treue gehen mag und ab wann die Versuchung gefährlich werden kann.

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Cover des Buches Die Kunst der Freude (ISBN: 9783351039325)Sikals avatar

Rezension zu "Die Kunst der Freude" von Goliarda Sapienza

Eine starke Persönlichkeit
Sikalvor 2 Monaten


Die Autorin Goliarda Sapienza hat mit Modesta eine ungewöhnliche Frauenfigur geschaffen. In ärmlichen Verhältnissen in Sizilien aufgewachsen, wird sie in ein Kloster gebracht nachdem ihre Mutter und Schwester tot sind. Doch Modesta selbst hat die beiden umgebracht. Ohne Rücksicht auf Verluste geht sie ihren Weg, ist zielstrebig und hat auch die Entschlossenheit über Leichen zu gehen, wenn es denn sein muss. 

Modesta ist ehrgeizig und drängt nach Freiheit und einer gewissen gesellschaftlichen Stellung. Diese erlangt sie, als sie in eine adelige Familie einheiratet und somit als Fürstin ihr Leben bestreitet. 

Wir begleiten Modeste durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und erleben den Aufstieg der Faschisten und Mussolinis Erfolge. Doch diese politische Richtung befürwortet Modestas modernen Lebenswandel nicht und so muss sie letztendlich ins Gefängnis.

Dies hat sie mit der Autorin gemein, denn auch Goliarda Sapienza musste während der Arbeit an diesem Roman ins Gefängnis. Sie gibt ihren Job auf, um Schreiben zu können und findet jahrelang keinen Verlag. Verzweifelt bestiehlt sie eine Freundin und kommt für einige Monate nach Rebibbia. Ihre Erlebnisse hat sie in „Tage in Rebibbia“ verarbeitet. 

Der Hauptcharakter Modesta ist nicht unbedingt ein Sympathieträger, so muss man während des Lesens mehrmals die Seiten wechseln. Einerseits hat sie eine soziale Ader, andererseits ist sie bei der Partnerwahl nicht besonders wählerisch und geht dabei rücksichtslos ihren Weg.

Eine ungewöhnliche, moderne Frau, die mit Durchsetzungskraft und einer gehörigen Portion Egozentrik ihren Weg geht. 4 Sterne.

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Cover des Buches Die Kunst der Freude (ISBN: 9783351039325)Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Die Kunst der Freude" von Goliarda Sapienza

Eine Frau bricht so ziemlich alle Regeln ...
Bellis-Perennisvor 3 Monaten

Dieser Roman erzählt die Geschichte von Modesta, einer Frau, die 1900 in ärmlichsten Verhältnissen in Catania, Sizilien, geboren wurde. Als kleines Mädchen missbraucht, wird sie nach dem Tod von Mutter und Schwester, in einem Kloster untergebracht. Was niemand weiß: Sie hat Mutter und Schwester ermordet. Modesta ist ehrgeizig und zielstrebig. Sie scheut sich auch nicht, ihren Körper für ihre Ziele einzusetzen. Nach dem Tod der Oberin des Klosters wird sie, als deren Vermächtnis, an eine adelige Familie vermittelt. Hier gelingt es ihr, durch die Heirat mit dem Sohn der Fürstin, der im allgemeinen Sprachgebrauch nur das „Ding“ genannt wird, weil er schwerst behindert ist, ihrem geringen gesellschaftlichen Status zu entfliehen und als Fürstin ihrem Drang nach Unabhängigkeit auszuleben.  

Als die Faschisten die Macht übernehmen, kommt Modesta durch ihre unkonventionelle Lebensart in Konflikt mit dem Regime und muss ins Gefängnis. 

Meine Meinung: 

Dieser mehr als 730 Seiten starke Roman von Goliarda Sapienza hat eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte hinter sich: Um an diesem Roman (im Original „L’arte della gioia“) weiter schreiben zu können, gibt die Schauspielerin Goliarda Sapienza (1924-1996) ihren Job auf. Sie wird letztlich 9 Jahre dafür brauchen und keinen Verlag für ihr Werk finden. Völlig mittellos bestiehlt sie 1980 eine Freundin. Es kommt zur Anzeige, Gerichtsverhandlung, Urteil und Goliarda wird für drei Monate in Rebibbia, im berüchtigten Gefängnis von Rom, inhaftiert (Siehe „Tage in Rebibbia“). 

Doch zurück zu „Die Kunst der Freude“. Dieser Roman ist nicht ganz einfach zu lesen. Das liegt vor allem an der Hauptfigur Modesta, die ein ambivalenter Charakter ist. Immer wieder kommt eine deutliche sexuelle Komponente zum Tragen. Da ist zunächst das zarte Entdecken ihres eigenen Körpers der kleinen Modesta, die dann missbraucht und nach dem Mord an Mutter und Schwester in einem Kloster untergebracht wird. Auch hier, wenn auch verstohlen und unter der sprichwörtlichen Bettdecke, kommt es zu sexuellen Übergriffen - diesmal von Nonnen. Diese Jahre prägen die junge Modesta, die in der Zukunft mit Männern und Frauen kürzere oder längere Beziehungen eingeht.  

Dabei ist sie nicht selten rücksichtslos und wenig zimperlich, um ihre Ziele zu erreichen. Andererseits zieht sie auf ihrem Schloss nicht nur das eigene, sondern auch fremde Kinder auf und gewährt zahlreichen Gegner der Faschisten Unterschlupf, was sie selbst ins Gefängnis bringt. 

Fazit: 

Die Autorin hat mit Modesta eine Frau geschaffen, die so ziemlich jede Regel bricht, um ihren Willen durch zu setzen und dabei auch über Leichen geht. Gerne gebe ich diesem Roman 4 Sterne. 

 

 

 

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