Esther Hautzig Die endlose Steppe

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Inhaltsangabe zu „Die endlose Steppe“ von Esther Hautzig

1941 von russischen Soldaten verschleppt, lebt Esther mit ihren Eltern fünf lange Jahre in Sibirien. Esther Rudomin ist zehn Jahre alt und lebt wohl behütet in der polnischen Stadt Wilna. Bis dorthin ist der große Krieg noch nicht gekommen. Eines Tages werden Esther und ihre Familie als "jüdische Kapitalisten" von russischen Soldaten abgeholt. Mit vielen anderen kommen sie nach Sibirien. Esther erlebt Hunger, Krankheit, Tod und Erniedrigung, aber sie findet auch Freunde und lernt, sich durchzusetzen. Sie beginnt, die große Weite der Steppe zu lieben und auch ihr Leben inmitten dieser Einsamkeit - denn es ist ihr Leben. (Quelle:'Flexibler Einband/09.03.2005')

Egal was einem Schlimmes passiert, egal was man alles verliert - man ist nie wirklich arm, solange es Zusammenhalt gibt.

— Marilou

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  • Ein berührendes Buch über das, was wirklich wichtig ist im Leben

    Die endlose Steppe

    Marilou

    06. September 2015 um 09:44

    Das Jugendbuch "Die Endlose Steppe" schildert die Kindheitserfahrungen der Autorin, einer im 2. Weltkrieg nach Sibirien deportierten Jüdin. Gut behütet in einer wohlhabenden Familie im damals noch polnischen Wilna aufgewachsen, wird Esther 1941 mit 10 Jahren brutal aus dieser heilen Welt gerissen und erfährt, was es bedeutet, in bitterster Armut leben zu müssen. Ich liebe dieses Buch, für mich ist es immer ein sehr wichtiges Buch gewesen. Das erste Mal habe ich es gelesen, als ich selbst etwa 10 oder 11 Jahre alt war und seither (auch als Erwachsene noch) etliche Male erneut gelesen. Bis heute gehört es zu meinen liebsten Büchern überhaupt und sicherlich auch zu denen, die mich in gewisser Weise ein wenig "geprägt" haben. Esther und und ihre Familie haben Schreckliches durchgemacht: Als jüdische "Kapitalisten" von den Sowjets ins sibirische Exil in ein Zwangsarbeiterlager geschickt und damit alles verloren - Hab und Gut, Heimat und Familie. Esthers Großfamilie wird auseinander gerissen. Lediglich ihre Eltern und ihre Großmutter bleiben bei ihr, was mit dem Rest der weit verzweigten Familie geschieht, bleibt lange im Ungewissen. Dies alles schildert das Buch offen und ohne zu beschönigen. Und doch klingt immer wieder leise Poesie an. Das Buch ist sehr klar und warmherzig erzählt und zeigt immer wieder auf, wie wichtig der innere Zusmmenhalt ist, und wie gerade Kinder unter solch schwierigen Lebensbedingungen dennoch auf ihre Weise glücklich sein können, wenn sie Liebe, Geborgenheit, Verständnis und Freundschaft bekommen. Exil hin oder her, Esther ist ein Kind und will auch einfach nur Kind sein. Sie ist ein aufgeschlossenes Mädchen mit einem Hunger auf Leben, den auch Sibirien nicht unterkriegen kann. Sie passt sich den neuen, schwierigen Umständen vergleichsweise gut an, sie geht zur Schule, findet Freunde, kann sich über Dinge freuen, die früher selbstverständlich waren. Das ist zugleich traurig und doch wunderschön. Das Buch hält damit eine wichtige Botschaft für den Leser bereit: Egal was einem Schlimmes passiert, egal was man alles verliert - man ist nie wirklich arm, solange es Zusammenhalt gibt und Menschen, die einen lieben. Und wenn man auch im Unglück noch Dinge findet, die Freude bereiten können und denen man Positives abgewinnen kann. Der Schluss des Buches hat mich so manches Mal zum Weinen gebracht. Nach Kriegsende kann die Familie in ihr Heimatland zurückkehren, doch nichts ist mehr, wie es war. Auch von der einstigen Großfamilie ist nichts mehr übrig geblieben. Alle sind in Konzentrationslagern umgebracht worden. Und ausgerechnet die verhasste Deportation nach Sibirien ins Zwangsarbeiterlager und die 5 elenden Jahre voller Entbehung und harter Arbeit haben Esther, ihren Eltern und der Großmutter schließlich das Leben gerettet. Esther Rudomin ist nach dem Krieg zunächst nach Polen zurückgekehrt, und kurz darauf in die USA emigriert, wo sie den Pianisten Walter Hautzig heiratete. Sie starb am 1. November 2009 im Alter von 79 Jahren. Die Endlose Steppe bekam 1968 den (ersten überhaupt) Sydney Taylor Book Award; ausgezeichnet werden Bücher über jüdisches Leben und jüdische Kultur.

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