Etgar Keret Die sieben guten Jahre

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Inhaltsangabe zu „Die sieben guten Jahre“ von Etgar Keret

'Die Stimme der nächsten Generation', sagt Salman Rushdie über Etgar Keret. In seinem bisher persönlichsten Buch erzählt der israelische Autor Etgar Keret von seinem Leben als Vater und als Sohn. Es sind glückliche und einzigartige sieben Jahre: Angry Birds und Raketenangriffe, alles muss man dem Kleinen erklären, den man beschützen will, wie man selbst behütet wurde; und langsam wird man zum Hüter des eigenen Vaters …

Vor dem düsteren Hintergrund Israels leuchten der Witz, der bizarre Humor und die erzählerische Großherzigkeit Etgar Kerets nur noch heller. Niemand kann so schnell von tiefsinnig und bewegend zu grotesk und komisch wechseln – Geschichten, deren Wahrheiten wie kurze Songs direkt auf unser Leben zugeschnitten ist und die wir mit einem befreiten Lachen lesen.

Ich habe gelacht, aber auch ein paar Tränen vergossen. Kerets feinsinnige Geschichten haben mich wirklich berührt. Absolute Empfehlung!

— Walli_Gabs

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  • Bittersüß, humorvoll und anrührend: Autobiographische Anekdoten eines israelischen Bestsellerautors

    Die sieben guten Jahre

    Walli_Gabs

    19. November 2017 um 09:51

    Als ich zu diesem Buch griff, hatte ich noch nie von Etgar Keret gehört. Ich wusste nicht, dass der israelische Schriftsteller ein internationaler Bestsellerautor ist, dessen Bücher bereits in 37 Sprachen übersetzt wurden. Mich hatten einfach das Cover, der Titel und die Kurzbeschreibung angesprochen: Keret erzählt in „Die sieben guten Jahre“ Anekdoten, die sich in den Jahren ab der Geburt seines Sohnes bis hin zum Tode seines Vaters zugetragen haben. Er wird dabei sehr persönlich – so persönlich, dass er sich entschieden hat, dieses Buch nicht auf Hebräisch und nicht in seinem Heimatland Israel zu veröffentlichen. Er schrieb es zwar in seiner Muttersprache, ließ es dann jedoch sofort ins Englische übersetzen und nur diese englische Fassung wurde lektoriert und von ihm überarbeitet. Keret sieht seine ausländischen Leser als Fremde, denen er in einem Zugabteil begegnet und denen er für die Dauer dieser Zugfahrt Geschichten erzählt – bevor er wieder aussteigt und die Wege sich trennen.Ich habe „Die sieben guten Jahre“ innerhalb von zwei Tagen an allen möglichen Orten gelesen (im Zug allerdings nicht), so sehr haben mir Kerets Anekdoten gefallen. Ich hatte eigentlich mit einem Roman gerechnet, aber das Buch enthält in sich abgeschlossene Geschichten, die chronologisch besagten sieben Jahren zugeordnet werden. Ein winziges bisschen fühlte ich mich an die Erzählungen von Horst Evers erinnert, die ich sehr mag. Keret ist kein Kabarettist, aber er hat Humor und Witz und genau wie eine gewisse Melancholie schwingen diese in seinen Geschichten mit. Sein Stil ist dabei unheimlich leichtfüßig.Inhaltlich sind die Geschichten eine Mischung aus Alltagsbeobachtungen, eigenen Erlebnissen und Erinnerungen an skurrile Situationen. Ein Streitgespräch mit einem Taxifahrer, der den dreijährigen Sohn des Autors angebrüllt hatte, liest sich ebenso unterhaltsam und weise wie die Geschichte um das Warschauer Keret-Haus, das den Familiennamen wieder zurück in die Geburtsstadt der Mutter brachte. Kerets Herz gehört seiner Heimat Israel. Der jüdische Glaube an sich scheint für ihn keine große Rolle zu spielen; er selbst glaubt nicht an Gott, lebt aber in einem Land, in dem Religion und Politik untrennbar miteinander verbunden sind. Auch in den „Sieben guten Jahren“ gab es Auseinandersetzungen um den Gaza-Streifen, Operationen mit Namen wie „Gegossenes Blei“ und „Wolkensäule“. Bombenalarme und Gespräche über Krieg gehörten teilweise zum Alltag des Autors und fließen so auch in seine Geschichten ein. Im gleichzeitig traurigen, komischen und berührenden Kapitel „Pastrami“ schildert Keret, wie er und seine Frau mit dem kleinen Sohn spielen, dass sie drei ein Sandwich bilden – so können sie das Kind während eines Bombenalarms gleichzeitig beruhigen und es dazu bringen, sich mit ihnen neben dem Auto in einen Graben zu legen. Der Autor sieht Israels Politik durchaus kritisch, auch das blitzt immer wieder in seinen Geschichten durch. Vor allem erzählen sie jedoch davon, wie Alltag in Israel heute aussieht, und das fand ich sehr interessant. „Die sieben guten Jahre“ haben mir Israel mit all seinen Widersprüchen ein ganzes Stück nähergebracht. Wobei Keret vermutlich zu den Autoren gehört, die über alles schreiben könnten – durch seinen Stil, seinen Witz, seine Ehrlichkeit und seine besondere Beobachtungsgabe wäre das Ergebnis auf jeden Fall lesenswert.

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  • Unterwegs mit Etgar Keret

    Die sieben guten Jahre

    sursulapitschi

    28. June 2016 um 23:07

    „In diesem Buch teilen Sie ein Eisenbahnabteil mit mir. Wenn Sie zur letzten Seite kommen, steige ich aus, und wir sehen uns vielleicht nie wieder. Aber ich hoffe, dass etwas von der siebenjährigen Reise, die mit der Geburt meines Sohnes beginnt und mit dem Tod meines Vaters endet, auch sie berührt.“ Das schreibt Etgar Keret im Nachwort seines Buches und bringt es damit auf den Punkt. Man hat eine Reise mit ihm unternommen und ihn dabei ein kleines bisschen kennengelernt. Er erzählt Episoden aus seinem Leben als Autor, als Vater, als Ehemann und auch als Sohn polnischer Juden, die nach Israel ausgewandert sind. Manche sind brüllend komisch, andere skurril, einige einfach nur klug, aber es gibt auch tragische Momente und Trauriges zu erzählen. Selbst da verliert Etgar Keret seinen Humor nicht. Dieser Mann ist unglaublich witzig und wenn Humor nicht angesagt ist, packt er den Galgenhumor aus. Daneben bekommt man noch einen losen Eindruck vom Leben in Tel Aviv, für das man wohl eine gehörige Portion Humor gut gebrauchen kann, wenn man sich beispielsweise auf der Autobahn befindet und der Fliegeralarm ertönt, wenn Terroranschläge zum Alltag gehören und man sich davon einfach nicht verrückt machen lässt. „Die sieben guten Jahre“ ist ein kleines Buch, das es in sich hat. Ich habe das Gefühl, einen sehr besonderen Menschen kennengelernt zu haben, von dem ich sicher noch weitere Bücher lesen werde. Und ja, Herr Keret, ihr Buch ist wirklich unterhaltsam, aber es berührt auch sehr.

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  • „Die sieben guten Jahre“ ist ein Buch voller Liebe und Hoffnung

    Die sieben guten Jahre

    WinfriedStanzick

    07. April 2016 um 11:02

    Er zählt zu den bekanntesten und auch beliebtesten Schriftstellern seines Heimatlandes Israel und wird schon seit langem in einem Atemzug mit den Großen wie David Grossman oder Amos Oz genannt.Das neue Buch von Etgar Keret ist ein Wagnis. Zum ersten Mal seit 25 Jahren schreibt er keine Fiktion, sondern er erzählt in etwa drei Dutzend Prosastücken Biographisches und Erlebtes aus einem Zeitraum von sieben Jahren. Diese Jahre zwischen der Geburt seines Sohnes Lev und dem Tod seines Vaters haben dem Buch seinen Titel gegeben. In einem Nachwort schreibt er, warum er das Buch nicht in Israel veröffentlicht sehen wollte: „weil es darum um die Menschen geht, die mir die liebsten auf der Welt sind; weil es mich als Autor in eine neue, nicht vertraute Situation bringt, verletzlich und intim.“  Deshalb wollte er diese Erfahrungen nur mit Fremden teilen. Das Buch wurde ins Englische übersetzt und von dort hat es Kerets Freund Daniel Kehlmann ins Deutsche übertragen.Das Buch beginnt  mit Schilderung einer Art doppelten Geburt. Nicht nur sein Sohn Lev kommt auf die Welt, sondern dieses neue Leben ist mehr, Hoffnung auf Zukunft und Frieden:„Sechs Stunden später fällt ein Zwerg, dem ein Kabel aus dem Bauchnabel hängt, aus der Vagina meiner Frau und fängt sofort an zu weinen. Ich versuche ihn zu überzeugen, dass man sich gar keine Sorgen machen muss. Dass alles im Mittleren Osten geklärt sein wird, wenn er erwachsen ist. Frieden wird kommen, es wird keine weiteren Terroranschläge mehr geben, und sogar, wenn es ganz selten einmal einen geben sollte, wird immer jemand Originelles, jemand mit ein wenig Vision in der Nähe sein, um ihn perfekt zu beschreiben.“Nicht nur an dieser Stelle, sondern das ganze Buch durch die verschiedenen Erzählungen gelingt es Keret wie weiland Ephraim Kishon zu einer anderen Zeit, eine Alltagssituation so zu beschreiben, dass sie auf eine betörende Art komisch wird.Tagebuchartig erzählt er nicht nur von der Entwicklung seines Sohnes, sondern immer wieder auch von seinem Vater. Es ist wie ein nachgeholtes Erwachsenwerden, nicht nur als Mann und Ehemann, sondern auch als Schriftsteller, die er in diesem glücklichen Zeitraum von sieben Jahren erlebt. Dazwischen geht es aber auch immer wieder um die politische Lage in Israel und im Nahen Osten, um die jeden Tag präsente Angst vor Terroranschlägen und feigem Mord. Keret beschreibt, wie schon auf den Kinderspielplätzen am Rande der Sandkiste, wo er sich als freiberuflicher Vater oft aufhält, die Mütter von kleinen Kindern darüber diskutieren, ob sie es zulassen werden, dass ihre Söhne dereinst den in Israel obligatorischen Militärdienst ableisten werden. Auch seine Frau möchte das nicht und erwidert auf Kerets Einwand, das sei doch eine Bevormundung: „Lieber bevormunde ich ihn, als dass ich in fünfzehn Jahren an einem Militärbegräbnis auf dem Olivenberg teilnehmen muss. Wenn es bevormundend ist, seinen Sohn  daran zu hindern, sein  Leben zu riskieren, dann bin ich eben bevormundend.“Sie finden einen Kompromiss: Wir würden uns bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr darum bemühen, entweder in der Region oder in unserer Familie Frieden zu schaffen.“Kerets Texte erzählen von Erlebnissen auf seinen zahlreichen Lesereisen, von der Kindheit seiner Mutter, einer Holocaustüberlebenden in Polen, von seinem Sohn, den er beschützen will und von seinem Vater und dessen Sterben und Tod. An einer sehr berührenden Stelle erzählt er, wie er auf einer Reise nach Los Angeles vier Wochen nach dem Tod seines Vaters erlebt, dass er tatsächlich in seine Schuhe passt. Das ist ihm wie ein Beweis, dass alles gut wird.Zwischen ernsthafter Tiefsinnigkeit, die den Leser im Innersten berührt, wechselt Keret oft auf derselben Seite zur Komik und Groteske, die dem zuvor Tragischen etwas Leichtes und Schwebendes zu geben vermag.Vielleicht kann man heute in Israel auch nur so leben ohne zynisch und verbittert zu werden – oder auszuwandern.  „Die sieben guten Jahre“ ist ein Buch voller Liebe und Hoffnung.

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  • "Die sieben guten Jahre"

    Die sieben guten Jahre

    Sigismund

    30. March 2016 um 16:39

    Etgar Keret erweist sich in diesem Buch voller satirischer Anekdoten tatsächlich als würdiger Nachfolger seines Landsmannes Ephraim Kishon. Bittere Satire, beißender Humor. Wirklich empfehlenswert für alle, die schon Kishon mochten.

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