Etienne Francois Erinnerungstage

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Erinnerungstage“ von Etienne Francois

Von der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 nach Christus bis zum 9. November 1989 schildern in diesem Buch renommierte Historiker Schlüsseltage der Weltgeschichte.<br>Alexander Demandt etwa zeichnet in seinem spannenden Beitrag die Schlacht an der Mi

Stöbern in Sachbuch

Was das Herz begehrt

Ein anspruchsvolles Buch, bei dem sich alles um unser wichtigstes Organ dreht. Umfassend, verständlich und humorvoll.

MelaKafer

Wir hätten gewarnt sein können

Zusammenstellung bisheriger Aussagen Trumps.

kvel

Der Egochrist

ein zeitgemäßes Werk voller Authentizität, Introspektion und Kritik

slm

Nur wenn du allein kommst

Sehr lesenswerter Bericht, der informiert, nachdenklich macht und um gegenseitiges Verständnis wirbt.

Igelmanu66

It's Market Day

Ein gelungenes Kochbuch mit tollen Rezepten und eine Reise zu den angesagtesten Märkten Europas

isabellepf

Die Stadt des Affengottes

Spannende Reise ins Herz Südamerikas

Sabine_Hartmann

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Erinnerungstage" von Etienne Francois

    Erinnerungstage
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    12. November 2010 um 15:33

    Zeitenwenden Es gibt sie, jene Ereignisse, die den Lauf der Welt verändert, zumindest maßgebend beeinflusst haben. Historische Wendepunkte mitsamt der dazu gehörenden historischen Figuren, natürlich. Mancherlei dieser historischen Wendeunkte haben sich mit einem konkreten Datum versehen (das manches Mal übrigens, wie das Buch z.B. am Beispiel des 3. Oktobers als Tag der deutschen Einheit bestens herausarbeitet, durchaus eher willkürlich gewählt wurde und mit dem konkreten Ereignis nicht unbedingt originär zusammenhängt) als Gedenktage in das Bewusstsein von Völkern eingearbeitet und manche dieser Gedenktage wurden im Lauf der Zeit zu kollektiven Erinnerungstagen. Nicht alle dieser Erinnerungstage sind bis in die Gegenwart hinein aktiv gefeierte Anlässe, manche allerdings tragen bis heute ihren grundlegenden Wert in die Gesellschaft hinein. Zunächst verdeutlichen die Autoren in der Einleitung, was genau Erinnerungstage eigentlich sind, legen die Genese solcher kollektiver Tage offen, bevor sich das Buch mit diversen Autoren 22 solche Tage, solcher einschneidender Ereignisse der Geschichte zuwendet. Gut auf den Punkt gebracht ist, dass hinter solchen konzentrierten Ereignistagen immer eine Form der Entwicklung steht, die sich irgendwann im Bewusstsein der Völker mit einem konkreten, manchmal auch legendehaften Ereignis verhaften. Der Sturm auf die Bastille war z.B. vieles, nicht aber die Geburtsstunde der Republik, wurde aber ob der großen öffentlichen Wirkung baldigst dieser Revolution zugeordnet. Luther hat wahrscheinlich nie ein Blatt Papier mit Hammer und Nagel an eine Kirchentür genagelt, dennoch aber gilt der 31.10. als Tag des Thesenanschlages als Geburtsstunde der Reformation. Vielfache historische Entwicklungen, Ereignisse auch en verschiedenen Orten, Strömungen eines konkreten Zeitgeistes fallen so symbolhaft zu einem konkreten Ereignis zusammen. Um dieses konkrete Ereignis dann im Bewusstsein der Gemeinschaft zu verankern, entstehen Gedenk- und Erinnerungstage als Sublimat der Zeitenwende. Von der Herrmannsschlacht im Teutoburger Wald über die Reformation, die mit dem Namen Luther verbunden wird, den Sacco di Romana, über drei Gedenktage von Schlachten der napoleonischen Zeit bis hin zum „schwarzen Freitag“ 1929 und den 9. November 1989 reicht die Bandbreite der betrachteten Erinnerungstage und der damit verbundenen Ereignisse. Manche dieser Erinnerungstage sind bereits wieder dabei, in Vergessenheit zu geraten (18. Oktober, Leipziger Völkerschlacht, 28. Oktober, Schlacht an der Milvinischen Brücke als Sieg des Christentums u.a.), andere wiederum sind bis heute sehr lebendig verankert (14. Juli Nationalfeiertag in Frankreich, 31.10. Reformationstag, 8. Mai Kapitulation Nazi Deutschlands u.a.). zu jedem der konkreten Tage verfasst ein anerkannter Historiker eine Einlassung zu den Hintergründen, den zeitgeschichtlichen Motiven, konkreten Ereignissen und zur Genese des Erinnerungstages selber und dass in fundierter, wissenschaftlicher Form mit entsprechenden Fußnoten und Literaturhinweisen. Wer eine angenehm und als Prosatext leicht zu lesende Unterhaltungslektüre mit ein wenig geschichtlichem Hintergrund erwartet, wie es etwa ein Joachim Fernau vor 25-30 Jahren regelmäßig vorgelegt hat, wird seine Erwartungen in das Buch allerdings enttäuscht sehen. Das Buch ist eher ein wissenschaftliches Fachbuch, denn eine Aneinanderreihung von mehr oder minder unterhaltsamen Erzählungen. Wer aber tief in das Thema der Genese und Bedeutung von Erinnerungstagen hineinblicken möchte und zudem den aktuellen Stand der Forschung zu historischen Personen wie Luther oder historischen Ereignissen wie Waterloo erfahren möchte, der ist mit diesem Buch bestens bedient.

    Mehr