Eugen Egner Die Tagebücher des W. A. Mozart

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Inhaltsangabe zu „Die Tagebücher des W. A. Mozart“ von Eugen Egner

Vergessen Sie alles, was Sie von Mozart zu wissen glauben, Nach diesen „Tagebüchern“ werden Sie den „Meister aller Meister mit neuen Ohren hören: Die Tagebücher des W.A. Mozart. "Herausgegeben" mit bisher unveröffentlichtem historischen Bild- und Textmaterial sowie einem Vorwort von Eugen Egner. Eine Wiederveröffentlichung aus Anlass von Mozarts 250. Geburtstag am 27.1.2006. Durch den völlig unerwarteten Fund seiner Tagebücher erhalten wir jetzt eine ganz neue Sicht auf die wohl berühmteste Gestalt der Musikgeschichte: "'Mit dem vorliegenden Band werden der Welt erstmals Mozarts Tagebücher im Originalwortlaut präsentiert, dies ist eine ganz ungeheure, von niemandem erwartete Sensation', verkündet der Tagebuch-Entdecker und -Illustrator Eugen Egner in seinem Vorwort. Entgegen der Behauptung vieler Musikwissenschaftler und Philologen, Mozart habe gar kein Tagebuch geschrieben, wurde der ‚musickus‘ dazu sogar von seinem Vater verpflichtet … Wie andere Figuren des Zeichners, Karikaturisten und Schriftstellers Eugen Egner widmet sich auch der junge Wolfgang Amadeus vorwiegend seinen eigenen Konfabulationen. Vom Musizieren und Komponieren scheint er hingegen zeitlebens nicht viel gehalten zu haben: ‚den 19:November 1787. man verlangt von mir, ich solle 40 Sinfonien schreiben, da wandelt mich die frostigkeit des Todes an. doch das Nannerl schmirt sie mir hin‘“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). „In diesem vom 28. Februar 1769 bis zum 4. Dezember 1791, also bis kurz vor seinem Tod, allerdings sehr sporadisch geführten Tagebuch haben wir ihn nun, den Künstler, nackt und bar jeder Schamhaftigkeit … Hier zeigt er sich ganz als infantiler, engherzig-misstrauischer, bisweilen psychotischer, aber allemal als Mensch von niederster moralischer Gesinnung, für den das Leben freilich auch nicht immer ein fröhlicher Kaffeeklatsch war. Die eigene Frau betrügt ihn schamlos mit seinen Konkurrenten Salieri, Haydn und Beethoven und bringt deren Kinder zur Welt; ständig vernagelt ihm Ersterer Fenster und Türen, er leidet oft, nein, eigentlich andauernd, unter kreativen Einbrüchen und muss dann seine suffragettenhafte Schwester um Hilfe bitten, die Auftragsarbeiten zu erledigen, und das zuvor kostspielig introduzierte Tête-à-tête mit der riesenhaften Sängerin Rocchetta endet debakulös … Dieser Tagebuch-Fund wird die Mozart-Forschung noch eine Weile in Atem halten. Dem Herausgeber kann man für die geleistete editorische Kärrnerarbeit nicht genug danken … Eugen Egner hat sich dieser entbehrungsreichen Aufgabe mit Sorgfalt und handwerklicher Souveränität entledigt und den Verlag auch noch zu umfangreichen Bildbeigaben überreden können. Es sind dies neben zeitgenössischen Porträts vor allem Zeichnungen von des Meisters eigener Hand, die seine sehr unorthodoxe Federführung offenbaren. Eine Trouvaille auch sie“ (Neue Zürcher Zeitung).
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  • Rezension zu "Die Tagebücher des W. A. Mozart" von Eugen Egner

    Die Tagebücher des W. A. Mozart

    metalmel

    05. November 2007 um 22:02

    Ganz unscheinbar lag es da. Ein ganz kleines dünnes Büchlein nur. Auch nicht besonders in der Aufmachung oder Gestaltung. Aber, Mann, was für ein Inhalt! Granatenstark! (Tolles Wort, hab ich schon ewig nicht mehr benutzt.) Jedenfalls hab ich mir das kleine Büchlein gekauft und seither hüte ich es und manchmal, wenn ich einen sehr, sehr schelmischen Tag habe, dann krame ich es hervor und lese darin. Ich muss immer noch Tränen lachen. Und allen, denen ich es vorlese ( was gut geht, denn es ist wahrlich dünn), geht es genauso. Es sind „Die Tagebücher des W. A. Mozart“ und Eugen Egner hat diese Schätze aufgetrieben und in ein Büchlein gedruckt. Und so hört sich das dann an: “ den 28:ten Feb. 1769 Der Herr Papa insistiret darauf das ein musickus so nicht Tagebuch führet, gar schieff gewickelt sey und ich mich solle täglich befleissigen all mein thaten und erlebnüsse wie auch gedancken getreülich niederzuschreiben. Ich aber wüst nicht was ich schreiben sollte.“ Mozart erlebt allerlei, denn er ist ja ein Wunderkind, aber er wird erwachsen und das ganze Leben wird ihm schwer: “Von früh bis späth immer dieses mühsame existiren.“ Ausserdem wird er schwermütig, weil seine Frau herumhurt und ständig Kinder von einem andern Mann bekommt. Sodann will er sterben: “Am Nachmittage Beethoven um Gift angegangen, der aber stellete sich taub. Wuth und Verzweifflung.“ Auch ist das Leben eines Wunderkindes gar nicht so aufregend, wie man gemeinhin annehmen möchte. Davon zeugen mehrere Einträge, wie zum Beispiel dieser: „Gar nichts erlebt. Auch schön.“ Wirklich klug ist er auch nicht gewesen, der Mozart. Was dann zu solchen Geistesblitzen führt: „ Nachts kein licht.“ Und ich glaube, ich bin auch ein Wunderkind gewesen, denn es geht mir wie ihm: „Wieder eine Menge nicht gewusst.“

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