Eugen Helmlé

 3,8 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor*in von Die Entführung der schönen Hortense, Doktor Bruno Sachs und weiteren Büchern.

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Neue Rezensionen zu Eugen Helmlé

Cover des Buches Papa, Charly hat gesagt (ISBN: 9783837143478)
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Rezension zu "Papa, Charly hat gesagt" von Eugen Helmlé

evafl
Und wenn Charly das gesagt hat, dann muss das doch richtig sein…

Viele Themen haben Gert Haucke und sein Radio-Sohn Peter Heeckt in der erfolgreichsten Hörspiel-Reihe der letzten 50 Jahre besprochen – vom Auto bis über die Popmusik, Fußball und den Umweltschutz. Produziert wurde diese erste Staffel von 1971 bis 1974, ausgestrahlt ab dem 9. Januar 1972. Die nachdenklichen und amüsanten Unterhaltungen der beiden sind hier nun auf fünf CDs noch einmal anzuhören.

Das Hörspiel habe ich durch Zufall angehört, denn davon hatte ich bis dato noch nichts gehört – ich bin quasi einfach zu jung dafür… Umso gespannter war ich nun auf die verschiedenen Gespräche und Situationen, in denen man „Papa“ und „Sohn“ hier begegnet.

Die Art und Weise wie die beiden hier miteinander sprechen zeugen meiner Ansicht nach von einem absolut vorherrschenden Respekt, den es in dieser Vater-Sohn-Beziehung gibt. Natürlich ist der Sohn oftmals auch ein wenig frech, stellt Behauptungen auf, die ja vor allem Charly ihm „eingepflanzt“ hat. Von der Sprache her ist dies soweit alles verständlich, sowohl inhaltlich als auch akkustisch.

Man merkt einfach, dass das Hörspiel in einer anderen Zeit spielt, in der man einen anderen Lebenswandel hatte, andere Interessen gepflegt hat. Das merkt man sowohl an den verschiedenen Themen, aber auch den Aussagen dazu. Es ist insofern interessant, das alles zu hören und dem Gespräch der beiden zu lauschen. Oftmals sind es auch sehr lustige Ansätze, die vom Sohnemann kommen, der Vater wirkt hingegen immer wieder sehr belehrend, in gewisser Weise gar streng. Gelegentlich „siegt“ auch der Sohnemann, wenn er den Vater dann mit Aussagen schach-matt gesetzt hat. Insofern bin ich ein bißchen zwiegespalten mit diesem Hörspiel.

So interessant es auch war, diesen Gesprächen zu lauschen, so hart fand ich es doch, wie der vermeintliche Sohn hier immer wieder ausgebremst wird, harsch angegangen wird. Auch wenn es nur um ein Hörspiel geht. Inhaltlich war es spannend zu hören, wie man zur damaligen Zeit, was ja nun gut über 40 Jahre her ist, mit den verschiedenen Themen umgegangen ist, dazu seine Meinung hatte.

Von mir gibt es hier 3 von 5 Sternen und ich bleibe hinsichtlich einer Empfehlung unentschlossen.

Cover des Buches Ein Kunstkabinett (ISBN: 9783446154087)
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Rezension zu "Ein Kunstkabinett" von Eugen Helmlé

GräfinDracula
Rezension zu "Ein Kunstkabinett" von Eugen Helmlé

Rezension – Georges Perec: »Ein Kunstkabinett«

Die legendäre Kunstsammlung des Bierbrauers Raffke wird in Ohio erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Mit Mittelpunkt steht ein Gemälde, das auf einigen der deutschen Buchausgaben abgebildet ist und das ich unglaublich liebe: Es ist ein Gemälde, das ein Gemäldezimmer zeigt, in dem das Gemälde hängt, das ein Gemäldezimmer zeigt – in dem wiederum das Gemälde hängt usw. Das Bild spiegelt das Zimmer mit den Gemälden unzählbar oft wieder. Der Künstler Heinrich Kürz hat als Besonderheit Details der abgebildeten und wiedergespiegelten Gemälde verändert, sodass die Besucher der Kunstausstellung im Jahr 1913 ganz versessen darauf sind, die Geheimnisse mit einer Lupe persönlich zu ergründen.

Der Bierbrauer stirbt und wird zusammen mit seiner Kunstsammlung beerdigt. Das Sterbezimmer wird dabei genauso arrangiert, wie es im Gemäldezimmer aussieht: Dieselben Bilder hängen an der Wand, eine Staffelei steht in der Ecke und der Tote sitzt in einem Sessel. Nur noch der Hund an seiner Seite fehlt. Die Sammlung von Raffke wird versteigert, bis viele Jahrzehnte nach seinem Tod ein Brief auftaucht, der die gesamte Kunstszene durcheinander bringen wird.

Leider will Georges Perec dem Leser hier etwas vermitteln, was ihm nicht ganz gelingt: Er baut ein starres Gerüst auf, das Fakten wiedergeben soll. Rein dokumentarisch soll »Ein Kunstkabinett« sein und Seite um Seite ergeht sich Perec in Beschreibungen der Bilder, der Entstehungsgeschichte, der Besonderheiten und den Verkaufspreisen. Kunstexperten und Zeitungen werden eingearbeitet und zitiert. Und doch habe ich ihm diesen Stil nicht abgenommen. Ständig habe ich auf den roten Erzählfaden gelauert. Versteckte er sich etwa und kam nach der Beschreibung des besonderen Gemäldes? Nein. Nach dem Tod von Raffke? Nein. Ging es endlich nach der Versteigerung los? Nein, denn Perec bleibt auf seiner künstlich wirkenden, starren Dokumentarebene, mit dem sich der Leser abfinden muss. Mit ihrer Hilfe baut er eine Welt auf, sucht sich Beweise und Rechtfertigungen, die er innerhalb der letzten zwei Seiten komplett zerstört – und das relativ brutal und gnadenlos. Lieber Leser, suchst du ein Buch, das dich vor den Kopf stößt? Bist du masochistisch verlangt? Dann schnapp dir diesen Perec und leide!

Was zurückbleibt ist lediglich das unbestimmte Gefühl, etwas verpasst zu haben: Unzählige Anspielungen, mehrdeutige Passagen, Insider aus dem Kulturbetrieb. Um das allerdings aufzuarbeiten und komplett verstehen zu können, reicht es nicht, das Buch erneut zu lesen. Eine Dissertation über Perec und sein Werk wäre ebenfalls nötig. Zusammen mit einer über den Kunst- und Kulturbetrieb. Schade.

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