Eugen Kogon

 4.6 Sterne bei 39 Bewertungen

Lebenslauf von Eugen Kogon

Eugen Kogon, geboren 1903 in München, war bekennender Gegner des Dritten Reiches und des NS-Regimes und wurde deswegen im Gestapogefängnis und im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Nach seiner Befreiung fing er bald wieder an zu publizieren. Kurz darauf verfasste er das Standardwerk der SS-Staat. Später arbeitete er als Leiter und Moderator des Politmagazins »Panorama« für die ARD. Politisch war er sehr aktiv, insbesondere die Europapolitik lag ihm am Herzen; er engagierte sich für den Aufbau einer europäischen Republik. 1982 erhielt er den Hessischen Kulturpreis. Eugen Kogon starb 1987 in Königstein im Taunus.

Quelle: Verlag / vlb

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Rezension zu "Der SS-Staat" von Eugen Kogon

Schwerer, dennoch wichtiger Bericht
expecto_librorumvor 2 Monaten

"Der SS-Staat" von Eugen Kogon


*****

„Der SS-Staat - Das System der deutschen Konzentrationslager“ ist mit Sicherheit keine leichte Lektüre - jedoch trotzdem sehr wichtig.
Eugen Kogon war selbst mehrere Jahre ein Gefangener in Buchenwald und bekam nach seiner Befreiung den Auftrag als Chronist zu arbeiten, um seine Erlebnisse festzuhalten.
So entstand dieses Buch über den SS-Staat.

Es ist ein schwieriges Thema und somit auch nicht allzu leicht zu lesen. Der Schreibstil selbst war jedoch gut verständlich und flüssig. Ich mochte, dass er die Geschehnisse, egal wie grausam und unmenschlich sie waren, relativ emotionslos und nüchtern schildert, so dass es einen als Leser nicht noch mehr aufwühlt.

Er erzählt sehr detailliert und beschönigt dabei auch nichts, er bleibt trotz seiner eigenen Erfahrungen die ganze Zeit über sachlich. Es gibt genaue Darstellungen der Abläufe, der Lebensbedingungen und des Alltags im KZ.
Zudem nennt er auch viele Fakten, Orte, Namen von Tätern und Opfern, was die Glaubhaftigkeit seines Buches noch unterstützt und das Ganze auch greifbarer macht.

Für dieses Buch sollte man sich definitiv Zeit nehmen, um das Gelesene zu verarbeiten. Ich musste selber häufig Pausen einlegen, da das Buch sehr emotional ist und einen als Leser einfach nur wütend macht.

Das Cover passt gut zu dem Kontext des Buches; es deutet bereits etwas düsteres an, bereitet einen jedoch nicht auf die Gräueltaten vor.

„Der SS-Staat“ ist wahrscheinlich einer der detailliertesten Berichte die es über diese Zeit gibt, man erhält viele Informationen, deutlich mehr als in den meisten Dokumentationen.

Wirklich lesenswert, jedoch auch nichts für schwache Nerven.

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Rezension zu "Der SS-Staat" von Eugen Kogon

Ein grausames Kapitel der deutschen Geschichte detailliert beschrieben
ViktoriaScarlettvor 2 Monaten

In diesem Buch wir eines der grausamsten Kapitel der deutschen Geschichte umfassend und bis ins Detail beschrieben. Teilweise fehlten mir die Worte, weil ich so schockiert war. Unten im Text erzähle ich euch mehr.

Meine Meinung zum Cover:

Das Cover deutet die Gräuel der SS, zusammen mit dem schrecklichen Schriftzug an. Es unterstreicht die düstere Stimmung, kann aber auf den schlimmen Inhalt nicht vorbereiten.

Meine Meinung zum Inhalt:
Ich habe schon einige Bücher über diese schreckliche Zeit gelesen. Auch unzählige Dokumentation habe ich darüber gesehen. Doch nirgends bekam ich einen so allumfassenden und detaillierten Bericht wie in diesem Buch. Eugen Kogon war selbst Opfer der Nationalsozialisten. Er schilderte die grausamen Taten, Abläufe und Tatsachen unverblümt und direkt. Trot der abscheulichen Dinge gelang es ihm, den Bericht mit einer guten Objektivität zu schreiben.

Bisher wusste ich einiges über die Konzentrationslager. Doch durch dieses Buch kenne ich nun alle detaillierten Abläufe. Von den ersten KZs, damals noch KL genannt, der körperlichen und psychischen Folter, die Massenmorde, bis hin zum Ende durch die Befreiung. Der Autor ging auf sämtliche Geschehnisse ein, beschrieb die Gräueltaten und den grausamen Arbeitsalltag der Insassen. Er berichtete, wie die SS ihre Taten rechtfertige und Millionen Menschen terrorisierte und ermordete. Der Autor hat in seinem Bericht ca. 150 Schicksale von Mitinsassen und seine eigenen Erlebnisse eingearbeitet. Noch immer gehen mir diese Berichte nah.

Emotional war es für mich nicht einfach, dieses Buch zu lesen. Zwischendurch benötigte ich Pausen, um das Gelesene verarbeiten zu können. Für mich war es grausam zu lesen, wie menschenverachtend und unwürdig mit Menschen umgegangen wurden, die genauso das Recht auf ein schönes Leben gehabt hätten. Es schmerzt mich noch immer, wenn ich darüber nachdenke. Ich hoffe, dass sowas niemals wieder passiert!

Beachten sollten Leser, dass die Schrift des Textes durch das alte Design von damals etwas anstrengend zu lesen ist. In der Neuauflage wurde sie nicht adaptiert. Manchmal taten mir deswegen tatsächlich die Augen weh.

Mein Fazit:
In diesem Bericht hat sich Eugen Kogon allumfassend mit allen Facetten von Konzentrationslagern aus der Zeit der Nationalsozialisten befasst. Schonungslos, direkt und mit allen Gräueltaten gibt dieses Buch einen grausamen Einblick in ein sehr dunkles Kapitel der deutschen Menschheitsgeschichte. Mein Wissen wurde durch dieses Buch erweitert. Gleichzeitig, war ich über die detailreichen Beschreibungen schockiert. Die Berichte der Einzelschicksale bewegen mich noch immer. Ich wünsche mir, dass diese Dinge in Schulen genauer gelehrt werden, damit so etwas nie wieder passiert!


Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

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Rezension zu "Der SS-Staat" von Eugen Kogon

Der SS-Staat
fwieflorianvor 6 Jahren

Rezension Der SS-Staat

Es gibt kein Buch, das das System der SS und der KL – Konzentrationslager – präziser und unmittelbarer beschreibt. Der Autor, Eugen Kogon, hat selbst 6 Jahre in Buchenwald überlebt. Unmittelbar nach der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner im April 1945 bekam er von der US Army den Auftrag als Chronist über das Lager zu schreiben. Daraus entstand das Buch ‚Der SS-Staat‘.

Kogon, ein intellektueller, religiöser Mann, beschreibt ungemein exakt das Leiden der Insassen und das tatsächlich unmenschliche Verhalten der SS. Die nie ausreichende Ernährung, die stundenlangen Apelle in eisiger Kälte, die fürchterlichen Strafen für kleinste Vergehen und die täglich zu erleidende Willkür, der tausende zum Opfer fielen. Erstaunlich die Nüchternheit, mit der er schildert, wie die Gefangenen nur zum Spaß von verrohten SS-Leuten erschossen wurden, wie sie zu hunderten im Revier von sogenannten Ärzten und deren Helfern zu Tode gespritzt, wie sie erschlagen wurden, aufgehängt, wie man sie ganz einfach verhungern ließ oder sie in Gaskammern trieb. Das alles nicht nur hin und wieder, sondern Tag für Tag ohne irgendwelche Begrenzungen. Zu den Torturen gehörte auch, die Belegschaften der Lager zu mischen. Berufsverbrecher allerschlimmster Sorte, die von der SS zu Totschlägern abgerichtet waren, mit harmlosen Bibelforschern, mit intellektuellen, geistig und moralisch hochstehenden Leuten in einen Block zu stecken und die Verbrecher zu Kapos, die ihre Mitgefangenen bis aufs Blut peinigten, zu ernennen. Das Ziel der SS war eindeutig die Vernichtung der Menschen, unter anderem durch Arbeit. Ein Beispiel dazu: sie wurden in die Steinbrüche geschickt und mussten dort Arbeiten vollbringen, die selbst ein gesunder und gut genährter Mann nicht schaffen konnte. Für die SS-Leute, die die KZ-ler bewachten, war es ein Vergnügen, einen Mann, der die geforderte Arbeitsleistung nicht mehr bringen konnte, zu erschießen. Dem Mann wurde einfach die Mütze vom Kopf gerissen und über die Postenkette geworfen. Dann musste er die Mütze wieder holen und wurde dabei erschossen. In den Akten stand dann: Auf der Flucht erschossen. Für den Schützen gab es Freizeit und eine Prämie.

Neben der Schilderung dieser alltäglichen Grausamkeiten, analysiert  Kogon auch die psychologische Befindlichkeit der SS und die der Gefangenen, beschreibt sehr genau die Struktur der Hierarchien der SS und er – das macht das Buch so authentisch – nennt Namen, Namen von Opfern und Namen      

von Tätern. Für den Leser ist es positiv, wenn er dadurch erfährt, dass ein besonders übler Kapo oder ein vollkommen verrohter Scharführer der SS selbst auf harte Art zu Tode gekommen ist und auf diese Weise ein klein wenig Gerechtigkeit gegeben ist.

Es folgt eine Darstellung der Lebensbedingungen in einem Konzentrationslager: Einlieferung, Tagesablauf, Arbeit, Strafen, Ernährung, Geld- und Postempfang, "Freizeit", sanitäre Verhältnisse. Des Weiteren beschreibt Eugen Kogon Sondereinrichtungen wie zum Beispiel Krematorien, Gaskammern, medizinische Versuchsstationen, Bordelle und Luxusbetriebe der SS, den Kampf zwischen der SS und antifaschistischen Kräften im Lager und schließlich das Ende der Konzentrationslager. In zwei Kapiteln beschäftigt er sich mit der "Psychologie der SS" und der "Psychologie der KL-Gefangenen". Dabei geht er detailliert auf die Verhaltensnormen der verschiedenen Nationen, von denen nach Beginn des Krieges aus ganz Europa größere oder kleinere Kontingente in die KZ’s gesteckt wurden. Russische Kriegsgefangene, französische Résistance-Kämpfer, Holländer und Gruppen aus allen möglichen Ländern. Den Abschluss bildet eine Betrachtung über "Das deutsche Volk und die Konzentrationslager".

Ganz erstaunlich ist, dass das Buch nicht mit Schaum vorm Mund geschrieben ist, sondern im Stil immer sachlich bleibt.

Die Wut, die sich beim Leser entwickelt, wird nur dadurch gedämpft, dass man ziemlich sicher sein kann, dass heute von den Verbrechern, den Sadisten und Mördern keiner mehr lebt, weil es fast 70 Jahre her ist, dass Buchenwald befreit wurde. Wer dieses Buch liest und danach noch immer dem Gedankengut jener Herrenrasse anhängt, ist entweder grenzenlos dumm oder von einer charakterlichen Qualität, die Mundgeruch erzeugt.

 

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