Eugen Kogon

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Eugen KogonDer SS-Staat
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Der SS-Staat
Der SS-Staat
 (34)
Erschienen am 02.12.2009
Eugen KogonDer SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager
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Der SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager
Eugen KogonNationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas
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Eugen KogonDieses merkwürdige, wichtige Leben
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Eugen KogonTheory and Practice of Hell
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Theory and Practice of Hell
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 (0)
Erschienen am 01.10.1984
Eugen KogonDie reformierte Gesellschaft
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Eugen KogonDie Idee des christlichen Ständestaates
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Die Idee des christlichen Ständestaates

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fwieflorians avatar

Rezension zu "Der SS-Staat" von Eugen Kogon

Der SS-Staat
fwieflorianvor 5 Jahren

Rezension Der SS-Staat

Es gibt kein Buch, das das System der SS und der KL – Konzentrationslager – präziser und unmittelbarer beschreibt. Der Autor, Eugen Kogon, hat selbst 6 Jahre in Buchenwald überlebt. Unmittelbar nach der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner im April 1945 bekam er von der US Army den Auftrag als Chronist über das Lager zu schreiben. Daraus entstand das Buch ‚Der SS-Staat‘.

Kogon, ein intellektueller, religiöser Mann, beschreibt ungemein exakt das Leiden der Insassen und das tatsächlich unmenschliche Verhalten der SS. Die nie ausreichende Ernährung, die stundenlangen Apelle in eisiger Kälte, die fürchterlichen Strafen für kleinste Vergehen und die täglich zu erleidende Willkür, der tausende zum Opfer fielen. Erstaunlich die Nüchternheit, mit der er schildert, wie die Gefangenen nur zum Spaß von verrohten SS-Leuten erschossen wurden, wie sie zu hunderten im Revier von sogenannten Ärzten und deren Helfern zu Tode gespritzt, wie sie erschlagen wurden, aufgehängt, wie man sie ganz einfach verhungern ließ oder sie in Gaskammern trieb. Das alles nicht nur hin und wieder, sondern Tag für Tag ohne irgendwelche Begrenzungen. Zu den Torturen gehörte auch, die Belegschaften der Lager zu mischen. Berufsverbrecher allerschlimmster Sorte, die von der SS zu Totschlägern abgerichtet waren, mit harmlosen Bibelforschern, mit intellektuellen, geistig und moralisch hochstehenden Leuten in einen Block zu stecken und die Verbrecher zu Kapos, die ihre Mitgefangenen bis aufs Blut peinigten, zu ernennen. Das Ziel der SS war eindeutig die Vernichtung der Menschen, unter anderem durch Arbeit. Ein Beispiel dazu: sie wurden in die Steinbrüche geschickt und mussten dort Arbeiten vollbringen, die selbst ein gesunder und gut genährter Mann nicht schaffen konnte. Für die SS-Leute, die die KZ-ler bewachten, war es ein Vergnügen, einen Mann, der die geforderte Arbeitsleistung nicht mehr bringen konnte, zu erschießen. Dem Mann wurde einfach die Mütze vom Kopf gerissen und über die Postenkette geworfen. Dann musste er die Mütze wieder holen und wurde dabei erschossen. In den Akten stand dann: Auf der Flucht erschossen. Für den Schützen gab es Freizeit und eine Prämie.

Neben der Schilderung dieser alltäglichen Grausamkeiten, analysiert  Kogon auch die psychologische Befindlichkeit der SS und die der Gefangenen, beschreibt sehr genau die Struktur der Hierarchien der SS und er – das macht das Buch so authentisch – nennt Namen, Namen von Opfern und Namen      

von Tätern. Für den Leser ist es positiv, wenn er dadurch erfährt, dass ein besonders übler Kapo oder ein vollkommen verrohter Scharführer der SS selbst auf harte Art zu Tode gekommen ist und auf diese Weise ein klein wenig Gerechtigkeit gegeben ist.

Es folgt eine Darstellung der Lebensbedingungen in einem Konzentrationslager: Einlieferung, Tagesablauf, Arbeit, Strafen, Ernährung, Geld- und Postempfang, "Freizeit", sanitäre Verhältnisse. Des Weiteren beschreibt Eugen Kogon Sondereinrichtungen wie zum Beispiel Krematorien, Gaskammern, medizinische Versuchsstationen, Bordelle und Luxusbetriebe der SS, den Kampf zwischen der SS und antifaschistischen Kräften im Lager und schließlich das Ende der Konzentrationslager. In zwei Kapiteln beschäftigt er sich mit der "Psychologie der SS" und der "Psychologie der KL-Gefangenen". Dabei geht er detailliert auf die Verhaltensnormen der verschiedenen Nationen, von denen nach Beginn des Krieges aus ganz Europa größere oder kleinere Kontingente in die KZ’s gesteckt wurden. Russische Kriegsgefangene, französische Résistance-Kämpfer, Holländer und Gruppen aus allen möglichen Ländern. Den Abschluss bildet eine Betrachtung über "Das deutsche Volk und die Konzentrationslager".

Ganz erstaunlich ist, dass das Buch nicht mit Schaum vorm Mund geschrieben ist, sondern im Stil immer sachlich bleibt.

Die Wut, die sich beim Leser entwickelt, wird nur dadurch gedämpft, dass man ziemlich sicher sein kann, dass heute von den Verbrechern, den Sadisten und Mördern keiner mehr lebt, weil es fast 70 Jahre her ist, dass Buchenwald befreit wurde. Wer dieses Buch liest und danach noch immer dem Gedankengut jener Herrenrasse anhängt, ist entweder grenzenlos dumm oder von einer charakterlichen Qualität, die Mundgeruch erzeugt.

 

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Jens65s avatar

Rezension zu "Der SS-Staat" von Eugen Kogon

Rezension zu "Der SS-Staat" von Eugen Kogon
Jens65vor 10 Jahren

Meiner Meinung nach sollte Kogons Buch im Unterricht an allen deutschen Schulen gelesen werden. Sein Schreibstil, seine klug formulierte und anschauliche Darstellung der Fakten, ist eindringlich und nimmt den Leser gefangen, indem sie das gesamte Ausmaß des Nazi-Terros zwischen zwei Pappdeckel klemmt. Ich persönlich hatte ein eindringliches Erlebnis durch dieses Buch: Die Gedenkstätte KZ Mauthausen mag in ihrem bereinigten Zustand dem Besucher nicht viel vermitteln. Doch lesen Sie dieses Buch, und folgen Sie den Pfaden, die Kogon im Fall Mauthausen beschreitet. Sie werden sich am Rande des Steinbruches an die jüdischen Selbstmörder erinnern, die dort reihenweise ihre Hände haltend in den Freitod sprangen. Sie werden die unregelmäßige Stiege in den Steinbruch besteigen, und damit ärgste Probleme haben, doch Sie müssen das nicht körperlich und geistig am Ende mit zerschunden Füssen in Holzschuhen, bei jeder Witterung mit schweren Steinen und im Laufschritt machen. Ihnen wird bewußt werden, wie eng die Baracken wirklich sind, wenn Sie wissen, wieviele dort eingepfercht waren. Diese Eindringlichkeit, die mir dieses Buch bei der Besichtigung vermittelte, ist äußerst (!) unangenehm. Vielleicht ist es deswegen ein dermaßen gutes Buch.

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Ninifees avatar

Rezension zu "Der SS-Staat" von Eugen Kogon

Rezension zu "Der SS-Staat" von Eugen Kogon
Ninifeevor 10 Jahren

Ungeheuerlich und unglaublicherweise absolut wahr. Dieses Buch könnte die Beziehungen zu Großvätern grundlegend verändern. Pflichtlektüre für jeden. Jede Doku ist dagegen Schonkost.

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