Eugen Ruge

 3.9 Sterne bei 281 Bewertungen
Autor von In Zeiten des abnehmenden Lichts, Cabo de Gata und weiteren Büchern.
Eugen Ruge

Lebenslauf von Eugen Ruge

Eugen Ruge, Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller, kommt 1954 in Sosswa am Ural als Sohn des Historikers Wolfgang Ruge zur Welt. Ruge studiert in Ostberlin Mathematik und arbetiet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Physik der Erde. Bereits 1986 nimmt er zusätzlich seine schriftstellerische Tätigkeit auf. In den folgenden Jahren verfasst er schwerpunktmäßig als Autor für Theater, Funk und Film, zusätzlich übersetzt er aus dem Russischen, unter Anderem Tschechow-Texte und wirkt in einer Lehrtätigkeit in Berlin und Weimar, bevor er 1988 aus der DDR in den Westen geht. 2009 erhält Ruge für sein erstes Prosamanuskript "In Zeiten des abnehmenden Lichts" den renommierten Alfred-Döblin-Preis. 2011 wurde derselbe Roman mit dem Aspekte-Literaturpreis und der größten deutschen Auszeichnung, dem Deutschen Buchpreis, geehrt. In der Begründung der Jury des Deutschen Buchpreises heißt es: „Eugen Ruge spiegelt ostdeutsche Geschichte in einem Familienroman. Es gelingt ihm, die Erfahrungen von vier Generationen über fünfzig Jahre hinweg in einer dramaturgisch raffinierten Komposition zu bändigen. Sein Buch erzählt von der Utopie des Sozialismus, dem Preis, den sie dem Einzelnen abverlangt, und ihrem allmählichen Verlöschen. Zugleich zeichnet sich sein Roman durch große Unterhaltsamkeit und einen starken Sinn für Komik aus.“

Alle Bücher von Eugen Ruge

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In Zeiten des abnehmenden Lichts

In Zeiten des abnehmenden Lichts

 (207)
Erschienen am 01.11.2012
Cabo de Gata

Cabo de Gata

 (50)
Erschienen am 28.11.2014
Follower

Follower

 (7)
Erschienen am 20.10.2017
Annäherung - Notizen aus 14 Ländern

Annäherung - Notizen aus 14 Ländern

 (2)
Erschienen am 30.05.2015
Annäherung

Annäherung

 (0)
Erschienen am 25.11.2016
Theaterstücke

Theaterstücke

 (0)
Erschienen am 30.05.2015
In Zeiten des abnehmenden Lichts

In Zeiten des abnehmenden Lichts

 (12)
Erschienen am 07.03.2013

Neue Rezensionen zu Eugen Ruge

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Rezension zu "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Eugen Ruge

Zu große Erwartungen
Lemas_Buecherweltvor 2 Monaten

Als ich „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ aus dem Regal meiner Mutter nahm und den Klappentext las war ich begeistert. Denn obwohl ich mit der Teilung von Deutschland nur durch Familie betroffen war uns sonst nur kurz in der Schule darüber erfahren habe, kam in mir großes Interesse auf.

Doch leider wurde ich schnell enttäuscht, denn ich habe keinen Einstieg ins Buch gefunden und so habe ich mich doch recht mühsam durch die Seiten gelesen. Der Schreibstil ist nicht fesselnd oder spektakulär geschrieben. Es gibt keinen sichtbaren roten Faden da oft in der Zeit und auch innerhalb der Charaktere gesprungen wird. Auch wenn die Charaktere selbst gut beschrieben werden, einen wirklichen Spannungsverlauf gibt es nicht, es wird mehr „dahinplätschernd“ erzählt.

Das einzig wirklich Interessante sind die Ereignisse die sich in Mexcio abspielen, ebenso wie die Erzählung über Alexanders Sohn Markus, denn er pflegt die „klischeehafte“ Sicht der DDR, die heutzutage noch stark verbreitet ist. Dass er auf die schiefe Bahn gerät ist die typische Jugendrevolte, allerdings finde ich, dass dort die sprachlichen Mittel falsch gewählt sind, denn durch die Obszönität der Sprache wirkt das ganze leicht lächerlich.

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Rezension zu "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Eugen Ruge

Leider über weite Strecken eine Enttäuschung für mich
Bellis-Perennisvor 9 Monaten

Nach der Lektüre dieses Buchs bleibe ich ein wenig ratlos zurück. Ich habe hier anderes erwartet, nämlich eine spannende Familiengeschichte, die in der UdSSR, in Mexiko und der DDR angesiedelt ist. Ja, die Familienmitglieder verbringen ihre Leben teilweise in den genannten Ländern.  Die Dialoge sind nur mit Mühe als solche zu erkennen, da statt der Anführungszeichen nur Bindestriche verwendet werden. Diese Marotte mancher Autoren stört mich einigermaßen. 

Ach ja, die Handlung: Das Buch schildert die Geschichte von vier Generationen der fiktiven Familie Umnitzer. In vielen Rückblenden werden abwechselnd Schicksal und Erlebnisse der verschiedenen Familienmitglieder vor dem jeweiligen politischen Hintergrund erzählt.  

Autor Eugen Ruge springt durch Zeit und Raum. Er schaut mal hier, mal dort vorbei in der Geschichte. Dann wieder begleitet er die älteste Generation des Romans, bei deren Übersiedlung von Mexiko in die DDR, um plötzlich in die 70er Jahre zu hüpfen, wo sich die nächste Generation häuslich im Arbeiter- und Bauernstaat niedergelassen hat. Anschließend beschreibt er die Gegenwart, in der fast alle tot, dement oder unheilbar krank sind. Immerhin gibt es eine Kapitelüberschrift mit der Jahreszahl. Doch um sich zurecht zu finden, ist das ein bisschen wenig. 

Auch die Personen selbst wirken blass auf mich. Zwar wechselt die Erzählperspektive mehrfach, sodass man auch andere Sichtweisen erkennen kann. Trotzdem konnte der Funke der Begeisterung, den viele Leser vor mir verspürten, nicht auf mich überspringen.

Den Vergleich mit Thomas Manns „Buddenbrooks“ halte ich für etwas gewagt.

 Fazit: 

Für mich war das Buch über weite Strecken eine Enttäuschung. Schade, ich hatte mehr erwartet.

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Rezension zu "Follower" von Eugen Ruge

exzentrisch im Stil, vielschichtig in der Bedeutung
derMichivor einem Jahr

Ein Buch, das die Gemüter spaltet. Das liegt zum einen am Schreibstil. Im Durchschnitt gibt es pro Kapitel genau einen Punkt, sonst vertreten Kommata die Gattung Satzzeichen über ganze Seiten hinweg. Da die meisten Kapitel damit aus einem einzigen langen Satz bestehen, liest sich der Fließtext ebenso atemlos wie die vom kontinuierlichen Datenfluss durchzogene Welt der nahen Zukunft. Das ist vor allem am Anfang recht anstrengend, nach einer Weile lernt man als ausreichend toleranter Leser, die richtigen gedanklichen Atempausen zu setzen, um nicht am Ende eines solchen Satzkapitels den Anfang schon wieder vergessen zu haben.

Obwohl als Zukunftsroman beworben, halten sich die technischen Übertreibungen von Ruges schöner neuer Welt in Grenzen. Zahlreiche Technologien wie Datenbrillen und Co. gibt es bereits, und das Weltbild dieser Zukunft ist nur ein leichtes Weiterdenken gegenwärtiger Weltanschauungen entfernt. Denn im Jahr 2055 hat sich die Menschheit unermüdlich selbstoptimiert, nicht nur durch Fitness, auch durch operative Eingriffe (die erste männliche Geburt steht an), man kann ferner das Wetter durch Klimabomben beeinflussen (auch wenn dadurch einmalige Kulturen verlorengehen) und so ziemlich alles außer den AKWs (Anonymen Kritischen Weißen Heterosexuellen) gilt als gesellschaftsfähig.

Der Bezug auf die rückwärtsgewandte Schadhaftigkeit von Atomkraftwerken als künftiges Synonym für eine derzeit noch häufig als Mehrheit gesehene Gruppe von Menschen - ein starkes Stück, das manchen Kulturwissenschaftler schlucken lassen dürfte. Die polititische Korrektheit von Nio Schulz' Welt hat zudem Begriffe wie "maskulin" oder "negativ" aus dem offiziellen Wortschatz verbannt, nicht einmal mehr Suchmaschinen wie das mittlerweile kostenpflichtige Google wollen diese Wörter erkennen. Ein Beispiel dafür, welche Macht Online-Technologien gewonnen haben, denn wenn das Internet offiziell alles enthält was es gibt, muss ja alles was nicht darin zu finden ist, ins Reich der Legenden gehören oder wenigstens hochgradig zweifelhaft sein.

Achja, "Follower" hat übrigens auch eine Handlung. Die deutet sich allerdings erst nach über einhundert Seiten an, denn längere Zeit hält sich Nio einfach in seinem Hotelzimmer auf und sinniert über die Welt oder führt Skype-Gespräche per Datenbrille. Erst wenn er diesen Schutzraum verlässt, bemerkt das eigenartige Verhalten der anderen Menschen um sich herum, etwa dass ihn eine Frau im eigentlich geschlechtergetrennten Fahrstuhl begegnet und sich fortan äußerst argwöhnisch verhält. Oder war sie vorher ein Mann? Die Grenzen zwischen den offiziell als "er / sie / trans" bezeichneten Geschlechtern sind in dieser Zukunft längst verwischt, obwohl sie an anderen Stellen wiederum auffällig betont werden. Denn der Begriff Feminismus schließt in dieser Welt auch das Recht ein, sich die Kleidung direkt auf die Haut zu drucken und die Beinrasur zu unterlassen.

Davon abgelenkt fällt es Schulz offenbar nicht auf, dass er gleichzeitig überwacht wird. Der Leser erfährt dies durch mehrseitige Protokolle, die zwischen einigen Kapiteln auftauchen und die gegen den Antihelden eingeleiteten Maßnahmen dokumentieren. Auch das kann anstrengend sein - vor allem wenn sich diese abgedruckten, fiktiven Dokumente auch mal über zwanzig Seiten erstrecken. Bevor der Zugriff aufgrund errechneter Gefahrenlage jedoch erfolgen kann, steigt Nio Schulz analog zu Dantes Inferno in die Höllenkreise eines unterirdischen Kaufhauses hinab und verschwindet von der Bildfläche.

So weit, so krass. Wer sich gerne bewusst mit anspruchsvoller Literatur auseinandersetzt, der wird Ruges Zukunftsvision feiern. Sein Stil veranschaulicht das kontinuierliche Niederprasseln von Informationen auf den User der Welt von morgen, selbst wenn der nur für ihn relevant erscheinende Daten empfängt. Großartige Moralpredigten bleiben aus, das Weiterdenken gegenwärtiger Entwicklungen spricht für sich. Wenn man es dann noch aushält, dass nach zwei Dritteln virtuos die Vorgeschichte von wirklich allem, also vom Urknall bis hin zu Nio Schulz, erzählt wird, dann hat man ein großes Stück Literatur geschafft. Und darf sich danach mit gutem Gewissen wieder leichterer Kost zuwenden.

Seitenzahl: 320
Format: 13,3 x 21 cm, gebunden
Verlag: Rowohlt

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