Cabo de Gata

von Eugen Ruge 
3,5 Sterne bei50 Bewertungen
Cabo de Gata
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (28):
I

Angenehm zu lesen, allerdings ist der Schluss ein wenig verwirrend :)

Kritisch (9):
Herbstfeders avatar

Schön geschrieben, aber keine Handlung.

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Inhaltsangabe zu "Cabo de Gata"

Manche Geschichten muss man erfinden, um zu erzählen, wie es war.

Ein Mann lässt alles hinter sich. Mit nicht viel mehr als einer Hängematte und ein paar Schreibheften im Gepäck steigt er in einen Zug Richtung Süden. Der Zufall bringt ihn nach Cabo de Gata, ein Fischerdorf an der Mittelmeerküste. Die Landschaft ist öde, ein kalter Wind weht: kein Ort zum Bleiben. Und doch bleibt er, ein einsamer Gast in der Pension der alten Witwe. Das einzige Wesen, zu dem er Kontakt aufnimmt, ist eine Katze. Und plötzlich glaubt er zu begreifen, dass sie ihm etwas mitteilen will.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499267482
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:28.11.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 25.07.2013 bei Argon erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    walli007s avatar
    walli007vor 3 Jahren
    Promenadenmischung

    Kurz nach der Wende macht er etwas, was Unverständnis auslöst, er kündigt seine Arbeitsstelle. Und eine Weile später kündigt er weiter, die Wohnung, die Versicherung, er meldet sich ab, verkauft und verschenkt, was er besitzt. Ein Besuch beim Vater noch und fort aus Berlin, egal wohin fast, nur warm soll es sein und auf dem Landweg zu erreichen. Und so geht es mit dem Zug zunächst in die Schweiz und weiter nach Spanien. Ohne geplantes Ziel führt ihn die Reise nach Gabo de Gata, ein karger Landstrich an der Südküste Spaniens, einer der Orte in Europa mit den meisten Sonnenstunden und nur wenig Regen. Dort soll sein Roman entstehen. Der Ort und seine Menschen sollen eine Inspiration bringen.


    Mit dem Autor kann der Leser eine Weile aus der Zeit heraustreten, sich vielleicht an einen Urlaub oder eine Reise erinnern, die in ihrer Eintönigkeit befreit, Sorgen und Nöte in den Hintergrund drängt und dazu anregt, den Moment zu genießen. Nicht mehr genau zu wissen, welcher Tag es ist, in jeden neuen Tag hineinzuleben, Gedanken loszulassen. Doch auch die Fremdheit zu spüren, die einem entgegen gebracht wird, taucht man außerhalb der Saison auf. Das langsame Herantasten, die Aufnahme in den Alltag der Einheimischen, die sich nicht in großen Gesten äußert, sondern eher in einem leisen Gruß oder der anheimelnden Nichtbeachtung. Die wenigen Durchreisenden nehmen sogleich Kontakt auf und sind doch schnell wieder vergessen.


    Zwischen Gedanken, Erfindung und beschriebener Wirklichkeit kann man als Leser an der Deutung zweifeln. Man kann jedoch auch auf eine Deutung verzichten und das Buch wie eine kleine Auszeit, einen kleinen Urlaub auf sich wirken lassen. Gerade die Ungezieltheit der Aufzeichnungen befreien auch den Leser von störenden Gedanken und er kann sich in die Szenerie hinein sinken lassen.

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    steffchen3010s avatar
    steffchen3010vor 5 Jahren
    Seltsame Botschaft einer Katze..

    “Ich erinnere mich an die Verzweiflung und an die Wut, die ich dabei empfand, denn in Wirklichkeit (…) ging es darum, dass ich meine Gewohnheiten über den Haufen warf, dass ich ein unausweichliches Ritual durchkreuzte, dass ich im Begriff war, die mir selbst auferlegte Arbeitsverpflichtung zu schwänzen.”

    Zitat, Seite 11

    Er lässt alles hinter sich. Seine Stadt, sein Land und sein bisheriges Leben. Er hat es satt, sich in den täglichen Wiederholungen seiner Gewohnheiten wiederzufinden und steigt in den Zug nach Süden. Im kalten Barcelona lässt er sich von seinem Bauchgefühl leiten und beschließt zum orangefarbensten Fleck auf der Wetterkarte weiterzuziehen: Cabo de Gata, einer Ortschaft im Südosten Andalusiens.

    “Ungefähr auf halber Strecke am Wegrand, ein riesiges Schild, für dessen Übersetzung man eigentlich kein Wörterbuch braucht. Trotzdem schlage ich nach, weil ich nicht glaube, was ich da lese:

    PARQUE NACIONAL CABO DE GATA – EL ULTIMO PARAISO DE EUROPA

    Von jetzt an beginne ich die Minuten zu zählen, die bleiben, bis zum Paradies.”

    Zitat, Seite 67

    An der Mittelmeerküste angekommen findet er nichts vor, dass auf das scheinbare Paradies hindeutet: karge Landschaften, kalte Temperaturen und eigenbrötlerische Einwohner. Doch irgendwas hält ihn dennoch im tristen Fischerdörfchen; lässt ihn verharren, in der einsamen Pension einer alten Witwe.

    Eines Tages begegnet ihm eine Katze. Eine Katze, in der er ein Zeichen sieht und die, so hofft er es, ihm eine Botschaft überbringt. Eine essentielle Botschaft, durch die sein Leben endlich eine Wendung nimmt.

    “So gehe ich, mit gesenktem Blick, such den Boden ab. Muschelkalk knirscht unter meinen Füßen. Hin und wieder tauchen kleine Kieselfelder auf. Ich darf nicht stehen bleiben, seltsame Regel. Langsam gehen ist erlaubt. Ich schreite weiter, die Kiesel kratschen. Über mir schlagen die Möwen Alarm. Ich höre sie, sehe sie aber nicht. Mein Blick ist zu Boden gerichtet. Ich suche, suche … Wenn nicht, dann … Was dann? … Das Meer kichert. Es schwatzt. Das Meer atmet. Das Meer ist plötzlich still, einen Moment lang und noch einen … nur der Wind, der auf meinen Ohren herumorgelt – und dann ist es wieder da, das Meer. Meldet sich zurück, als hätte es mich hereingelegt: mit einem prustenden Lachen. ”

    Zitat, Seite 142

    Ich streiche sanft über den Buchdeckel und betrachte erneut das Cover. Ein schönes Cover, ein interessanter Titel, ja selbst ein interessanter Klappentext. Dinge, die mich zum Kauf des Buches bewegten und mich dennoch in die Irre geführt haben. Denn entweder wollte der Funke nicht überspringen oder ich habe den Moment des Entzündens verpasst. Herr Ruge lässt mich nach dem Lesen seines Romans “Cabo de Gata” irritiert und nachdenklich zurück, ja fast schon genervt, weil ich den Sinn dieser Geschichte nicht verstanden zu haben scheine.

    Der Protagonist, dessen Name unbekannt bleibt, gelangt nach einer gescheiterten Beziehung und den eher kläglichen Versuchen als Schriftsteller Fuß zu fassen an einen Punkt in seinem Leben, der ihn zu einer radikalen Entscheidung treibt: alles hinter sich zu lassen. Er kündigt seine Wohnung in Berlin, verscherbelt seine Möbel und setzt sich mit kaum Gepäck als einer Hängematte und ein paar Schreibheften in einen Zug Richtung Süden.

    Von einem Bauchgefühl leitend lässt er sich im kalten und ungemütlichen Barcelona, seinem ersten Halt, ausgerechnet von einer Wetterkarte einer lokalen Zeitung ins scheinbar warme Cabo de Gata locken, dem Kap der Katzen – wie sich später herausstellt.

    Obwohl der Ort an der Mittelmeerküste nicht annähernd das Paradies zu sein scheint, was er sich ausgemalt hat, beschließt er zu bleiben und findet sich schon nach kurzer Zeit in der Anhäufung unrelevanter und täglich gleichen Verhaltensweisen wieder. Ein Aspekt, der seinem Leben nicht wirklich zu einem besseren verhilft.

    Als er bei seinen Spaziergängen durch den Ort eines Tages auf eine rotgetigerte Katze mit grünen Augen begegnet, scheint ihm plötzlich alles daran zu liegen, sie zu seiner Wegbegleiterin zu machen. Denn er sieht in ihr ein Zeichen; vielmehr seine verstorbene Mutter, die ebenfalls rotgefärbte Haare und grüne Augen besaß.

    Die Katzenbotschaft, auch in Cabo de Gata nicht das zu finden, was er suche und vor allem es nicht während des bewussten Suchens zu finden, erscheint mir banal und kindlich. Soll das die Botschaft des Autors sein? Benötigt der Autor tatsächlich eine über 203 Seiten lange Geschichte um zu dieser Einsicht zu gelangen? Ratlosigkeit macht sich breit.

    Was ich dem Autor lassen muss, sind liebevolle und lebendige Zeilen über Naturschauspiele und amüsante Schilderungen von den Gedanken eines scheinbar rastlosen und in Cabo de Gata gestrandeten Mannes, die mich zumindest an der ein oder anderen Stelle gut unterhalten haben. Was den Rest anbelangt muss ich passen, ich vermute, dass ich es auch mit mehreren Anläufen nicht verstehen werde, was mir Eugen Ruge da eigentlich sagen will.

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    KaputterTraumfaengers avatar
    KaputterTraumfaengervor 5 Jahren
    Enttäuscht. Enttäuscht & nochmals Enttäuscht?

    Als ich in Thalia das Buch in dem Regal für die Bestseller sah, da hatte ich schon große Erwartungen an das Buch, erstrecht da ich eine große Katzenfreundin bin! Versteht mich nicht falsch, ich habe das Buch gelesen als ich 15 war (noch nicht lange her) aber im Endeffekt kommt es mir vor, als würde ich lesen wie jemand sinnlos durch die Gegend schwirrt. Als würde Eugen Ruge einfach Seiten für ein neues Buch füllen. Mit Sicherheit gab es Stellen die mir gefielen, aber das Negative hat nunmal überwogen.

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    UteSeiberths avatar
    UteSeiberthvor 5 Jahren
    Andalusische Aussteigerschichte

    Diese locker erzählte Aussteigergeschichte liest sich ganz gut.Der Erzähler hat seine Lebenssituation und seine Umwelt satt und sucht einen ruhigen Winkel weit weg vom Alltag ,den er dann am Ende von Andalusien findet.Es ist  eine kleines Nest irgendwo am Meer das Cabo de Gata heißt.Mit wenig Geld versucht er dort zu überleben und vielleicht neue Ideen für ein Buch zu finden.Statt dessen freundet er sich mit einer streunenden Katze an,deren Verhalten er ganz gut beschreibt.Eines Tages verschwindet die schwangere Katze und da merkt er, dass es wieder Zeit ist in das alte Leben zurückzukehren.Eine nette kleine Episode aus dem Leben eines Mannes, der Schriftsteller werden möchte.

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    Nilvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Selten war ich so enttäuscht von einem Roman...
    Selten war ich so enttäuscht von einem Roman!

    Eugen Ruge hat mich mit seinem Erstlingswerk, für das er vollkommen zurecht den Deutschen Buchpreis 2011 gewann in den Bann gezogen. Es war toll. Und nun das.

    Es scheint so, als ob er vom Verlag unter Druck einen neuen Roman vorlegen sollte. Scheinbar hatte er noch was in der Schublade. Schrieb ein wenig weiter, lustlos dran herum und diese knappe Erzählung ist entstanden. Dann streckte man das Werk noch auf gute 200 Seiten damit man es als Hardcover verkaufen kann.

    Fazit: Enttäuschend. Ich kann es nicht empfehlen. Keine gute Story, nicht gut erzählt. Einfach schwach. Jeder andere Autor hätte mit solch einem Werk kein Verlag überzeugen können gedruckt zu werden.

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    goldfischvor 5 Jahren
    Am scheinbaren Ende der Welt

    Schaffenskrise? Burnout? Ein Mann kehrt der Heimat den Rücken. Weit weg soll es gehen, aber nicht mit dem Flugzeug.So landet es im Süden Spaniens, in Cabo de Gata. Sehr genau beobachtet der Mann die Menschen die dort leben und lässt sich durch die Tage treiben, dabei entgeht ihm scheinbar nichts und doch vieles.Die Menschen, die er dort trifft, haben wir alle schon einmal getroffen.Der Strand, die Fischer und die Bars kommen einem bekannt vor. Ist Cabo de Gata vielleicht ein ganz beliebiger Ort, oder erwartet den Protagonisten dort eine Überraschung.Schöne Lektüre für laue Abende.

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    Xenianavor 5 Jahren
    Irgendwo in Andalusien

    http://www.lovelybooks.de/autor/Eugen-Ruge/Cabo-de-Gata-1007816796-w/#

    Kommentare: 2
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    Itsmelerovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Angenehm zu lesen, allerdings ist der Schluss ein wenig verwirrend :)
    NicolasDierkss avatar
    NicolasDierksvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein erzählte Entschleunigung, die dem Weg aus einer Lebensferne nachspürt - die Hoffnung schöpft, indem sie aufhört zu hoffen.
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    rebekkkis avatar
    rebekkkivor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Als "Vorbereitung" für eine Wanderung in Cabo de Gata gelesen. So trist ist es da gar nicht :) Das Buch war mir teilweise zu jammerich...
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    Für 'In Zeiten des abnehmenden Lichts' bekam Eugen Ruge 2011 den Deutschen Buchpreis. Dieser kleine Roman bestätigt die Auszeichnung.

    Das eigentliche Wunder dieses Buchs ist, wie unaufgeregt, ja fast heiter Ruge vom Scheitern erzählt, von all den missglückten Rettungsversuchen und dem Versuch, sich der Fremde anzuvertrauen.

    Ruge ist ein Meister des konkreten, sinnlichen Details. (.) ein fabelhafter Roman.

    Eine Pilgerfahrt dahin, wo alles Wünschen und Hoffen aufhört: Eugen Ruges neuer, kleiner, kontemplativer Roman (.) bringt einen - gesteigertes Dasein im Unscheinbaren - mit fünf, sechs Sätzen (.) fast zum Heulen.

    Ein besseres Buch hätte Eugen Ruge nach 'In Zeiten des abnehmenden Lichts' gar nicht schreiben können.

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