Eugenie Marlitt Das Geheimnis der alten Mamsell: Erweiterte Ausgabe

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Inhaltsangabe zu „Das Geheimnis der alten Mamsell: Erweiterte Ausgabe“ von Eugenie Marlitt

Als die Mutter der jungen Felicitas auf der Bühne verstirbt wird sie bei der reichen Familie Hellwig aufgenommen. Bald stirbt aber auch der Patron der Familie und seine Witwe macht ihr das Leben zur Hölle. Da trifft sie die alte Mamsell, eine Verwandte der Familie die seit langer Zeit auf dem Dachboden des Hauses lebt. Die Serie "Meisterwerke der Literatur" beinhaltet die Klassiker der deutschen und weltweiten Literatur in einer einzigartigen Sammlung. Lesen Sie die besten Werke großer Schriftsteller,Poeten, Autoren und Philosophen auf Ihrem elektronischen Lesegerät. Dieses Werk bietet zusätzlich * Eine Biografie/Bibliografie der Autorin.

Kurzweiliges Buch, dass die Gesellschaft gut kritisiert. Für ein Herbstwochende wie geschaffen!

— lysala_stern
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  • Leserunde zu "Das Geheimnis der alten Mamsell: Erweiterte Ausgabe" von Eugenie Marlitt

    Das Geheimnis der alten Mamsell: Erweiterte Ausgabe

    Hallorin

    Willkommen in der Gruppe “Wir lesen Klassiker der Weltliteratur” Im Oktober wollen wir ein Buch der ersten deutschen Bestseller-Autorin lesen. Zumindest sagt Wikipedia genau das über Eugenie Marlitt ;) Um uns selbst ein Bild von dieser heute eher vergessenen Autorin machen zu können, möchten wir daher "Das Geheimnis der alten Mamsell" lesen. Mitleser, die unsere Gruppe noch nicht kennen, sind natürlich herzlich eingeladen. Ein Buch müsst Ihr aber alle selbst mitbringen. Und zur Einstimmung noch ein bißchen Wikipedia-Wissen, weil's so schön witzig ist: "In einem Brief an Emilie Fontane beschwert sich Fontane darüber, dass er bei weitem weniger bekannt sei als Marlitt: „Die Sachen von der Marlitt (…) Personen, die ich gar nicht als Schriftsteller gelten lasse, erleben nicht nur zahlreiche Auflagen, sondern werden auch womöglich ins Vorder- und Hinterindische“ Theodor Fontane: Brief an Emilie Fontane, vom 15.06.1879 Marlitts Popularität belegt weiter das folgende Zitat: „In Leipzig wurden die meisten Damenkränzchen für den Freitagnachmittag verabredet, damit man die neueste Folge der Marlittschen Romane gemeinsam genießen konnte. Enthusiastische Mütter scheuten sich nicht, ihre Kinder nach Romanfiguren zu taufen. Auch wird eine Geschichte kolportiert, dass eine todkranke Frau als letzten Wunsch geäussert haben soll, unbedingt vom glücklichen Ende des laufenden Romans von Marlitt erfahren zu wollen, woraufhin ihr Ernst Keil einen Vorabdruck schickte.“ – ​Urszula Bonter: Der Populärroman in der Nachfolge von E. Marlitt: Wilhelmine Heimburg – Valeska Gräfin Bethusy-Huc – Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem. (S. 12) Am 1.10. geht's los, Ihr dürft schon mal dem Thema folgen ;)

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    • 189

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. October 2015 um 14:13
    Sick schreibt Und hat es geklappt? ;-)

    Ja, vielen Dank, was für eine Erleichterung. :-)

  • Stille Wasser sind tief...

    Das Geheimnis der alten Mamsell: Erweiterte Ausgabe

    Sick

    Im kleinen Städtchen X in Thüringen macht eine Schauspieltruppe halt. Eine der Hauptattraktionen ist die wagemutige Darstellung einer scheinbaren Erschießung. Doch diesmal geht etwas schief und aus der scheinbaren Erschießung wird eine tatsächliche. Die junge und bildschöne Mena d’Orlowska hinterlässt ihren Mann und eine vierjährige Tochter namens Felicitas. Auf dem Sterbebett nimmt sie dem Vater das Versprechen ab, ihr gemeinsames Kind nicht durch das ganze Land ziehen zu lassen, sondern ihm eine gute Ausbildung zu ermöglichen. D’Orlowska kann Felicitas im Hause der Familie Hellwig unterbringen, dessen Oberhaupt die Kleine sofort ins Herz schließt. Doch der alte Hellwig steht mit seiner Zuneigung alleine da. Seine Frau und sein jüngster Sohn Nathanael empfinden „das Spielerskind“ als Störenfried und hätten es lieber heute als morgen wieder aus dem Haus. Auch die Köchin, in deren Zimmer Felicitas fortan wohnt, springt auf diesen Zug mit auf. Als der alte Hellwig stirbt, kommt sein älterer Sohn Johannes, der in Bonn Medizin studiert, wieder zurück nach X. Fortan ist er Felicitas‘ Vormund und trifft Entscheidungen für sie, die das Mädchen komplett gegen die Familie aufbringen… „Das Geheimnis der alten Mamsell“ wurde 1871 von Eugenie Marlitt veröffentlicht und war damals, genau wie die Autorin selbst, ziemlich populär. Heute ist zwar beides eher vergessen, aber nach wie vor lesenswert. Die Sprache ist natürlich etwas veraltet und deswegen nicht so leicht verständlich wie moderne Romane, aber trotzdem bin ich ganz gut durchgekommen. Lediglich einige langatmige Landschaftsbeschreibungen oder kitschige Situationen haben mich ein bisschen gestört. In der Handlung tauchen zwischenzeitlich Motive auf, die an Geschichten wie „Aschenputtel“ oder „Stolz und Vorurteil“ erinnern, besonders die Protagonisten halten lange an letztgenannten Eigenschaften fest. Weitere Themen sind die Standeszugehörigkeit, Glaube,  Frömmigkeit und die Doppelzüngigkeit, mit der viele Christen durchs Leben gehen. Immer wieder wird betont, wie sehr sich Frau Hellwig für die Armen aufopfert, indem sie Kleidung strickt, die von der Kirchengemeinde verteilt wird. Gleichzeitig schimpft sie ununterbrochen auf das Kind des Taschenspielers und sieht es auch nicht ein, dass vererbtes Geld in einer Stiftung angelegt werden soll. Natürlich ist in diesem Roman auch eine Liebesgeschichte enthalten, begleitet von heftigen Gefühlen, die aber ziemlich umständlich ausgedrückt sind. Mir ist es beispielsweise passiert, dass ich eine Liebeserklärung erst viel später als solche erkannt habe, weil sie so gut „verpackt“ war. Zu meinem Glück hat es die Angesprochene wohl auch nicht zu hundert Prozent verstanden. ;-) Das titelgebende Geheimnis bleibt relativ lange ein solches, erst im letzten Drittel erfährt der Leser, was es damit auf sich hat. Die sich daraus ergebenen Situationen bringen nochmal kräftig Schwung in die Handlung und letztendlich lässt jede Figur ihre Maske fallen. Offene Fragen oder dergleichen gibt es nicht, das Ende wird ausführlich, aber dennoch nicht zu umfangreich abgehandelt. Ich möchte fast sagen, dass es wenig Überraschungen gibt und die Wünsche, die der Leser während der Lektüre für die einzelnen Charaktere entwickelt, umgesetzt werden. Somit ist „Das Geheimnis der alten Mamsell“ eine klassische Aschenputtel-Geschichte inklusive Happy End, die aber durch eingestreuten Sarkasmus und ein paar unangenehme Wahrheiten nicht zu kitschig gerät.

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    • 3
  • Das Geheimniss der alten Mamsell

    Das Geheimnis der alten Mamsell: Erweiterte Ausgabe

    lysala_stern

    Das Buch entstammt der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dies merkt man ihn in einigen Ansichten auch starkt an. So wird in diesem Roman doch die Bildung der Frau stark thematisiert und ihre Rolle in der Gesellschaft. Was macht eine Frau zu einer Frau und wie wichtig sind dabei die christlichen Werte? Die Autorin rechnet stark mit den Pietisten ab und hält ihnen ihre "buchstaben Frömmigkeit" vor. Sehr schöne Beispiele bringt sie dafür. Einige sogar ein bisschen zu plakativ. An sich gefiehl mir die Geschichte gut. Die vier Jahre alte Fee kommt in das Haus des Kaufmannes Hellwig. Seine Frau und sein jüngster Sohn sind davon nicht begeistert. Als fünf jahre später der Kaufmann stirbt, wird sie das Mündel des ältesten Sohnes Johannes. Dieser streicht die Bildung des jungen Mädchens zusammen und lässt sie an das harte Arbeiten gewöhnen, die ihrer Stellung im Leben eigentlich entspräche. So wird sie im Leben hart geschliffen, wäre da nicht die gutmütige freundliche Dame unter dem Dach, die auch zur Familie gehört, aber von dieser ausgestoßen lebt. Diese lehrt sie die schönen Dinge des Lebens und dass Gott ein guter, großzügiger Gott ist. Das ganze Gegenteil vom Ansinnen im unteren Teil des Hauses. Nun kehrt der älteste Sohn nach sieben Jahren wieder und Fee soll verheiratet werden... Drei von fünf Sternen, da die Handlung doch recht überschaubar sind und einiges zu plakativ und die Geschichte selbst an einer Hand voll Stellen sehr schwülstig und zum Ende hin etwas langatmig. Für ein schönes Herbstwochenende ist das Buch gut geeignet. Gerade wenn man sich über die Ungerrechtigkeiten im Leben und doppelzüngige Menschen aufregen mag!

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    • 3

    lysala_stern

    06. October 2015 um 19:25
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