Eustachius Graf Pilati von Thassul zu Daxberg Etikette-Plaudereien

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Inhaltsangabe zu „Etikette-Plaudereien“ von Eustachius Graf Pilati von Thassul zu Daxberg

Ein wunderbares Buch zum Neuentdecken, Schmökern, Verschenken – oder Beherzigen!

Um die Jahrhundertwende erschienen in der Berliner Tageszeitung 'Deutsche Warte' die 'Etikette- Plaudereien' von Eustachius Graf Pilati von Thassul zu Daxberg. In diesen Kolumnen empfiehlt der Autor das richtige Benehmen in der Gesellschaft: Vom 'Messerlhelden' über 'Kinder und Hunde in Lokalen', 'Damen aufs Pferd helfen', 'Finger- und Spülschalen', das 'Handküssen', 'Radau-Esser' und 'schwülstige Ausdrucksformen' ist ihm kein Benehmen zu fremd, um nicht mit ironisch-heiterem, aber auch gelassenen Ton und leicht hochgezogener Augenbraue kenntnisreich kommentiert zu werden. Rainer Erlinger hat sich dieses vergessenen Stilisten des Zwischenmenschlichen angenommen. Aus den vielen Kolumnen hat er nun eine Auswahl getroffen, rückt sie in den aktuellen Kontext und erläutert in einem Nachwort die bleibende Bedeutung dieses großen Vergessenen der Etikette-Ratgeber.

Überraschend humorvoll und ironisch. Zwar ist einiges heutzutage nicht mehr so aktuell, aber vieles setzt man auch automatisch voraus.

— Betsy

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  • Mit viel Charme und Ironie!

    Etikette-Plaudereien

    BettinaR87

    19. December 2016 um 13:50

    Ein wenig gutes Benehmen schadet eigentlich nie und der Wunsch danach, nicht unangenehm aufzufallen, zeigt sich in den vielen Knigge-Varianten, die es analog und digital gibt. Das Beispiel, das nun von Rainer Erlinger herausgegeben wurde, basiert auf den echten (!) Kolumnen von Eustachius Graf Pilati von Thassul zu Daxberg, die um die Jahrhundertwende in der Berliner Tageszeitung erschienen sind. Die Themen sind sehr vielfältig – manches Mal passen sie sicherlich nicht mehr in die Moderne und laden eher zum Schwelgen ein. Beispielsweise, wie sich die militärische Pünktlichkeit hochrangiger Offiziere ins zivile Leben einpassen lässt. Oftmals lassen sich die Kolumnen aber noch gut in die heutige Zeit übertragen: Von vermeintlichen Banalitäten, wie voll man Gläser eingießen sollte, zum Thema „Schmutz und Sauberkeit“ zu einem grandios pragmatischen Satz: „Wer hustet, möge daheim bleiben.“ Dazwischen schweben geradezu poetische Formulierungen, die schlichtweg Spaß machen, sie zu lesen. Ironie findet sich zudem auch noch, sodass die Kolumnen keine sture Belehrung über geltende Regeln ist, sondern wahrhaftig kleine Plaudereien beim Tee/ Kaffee / … Der Autor ist also ganz offensichtlich kein Hof-Charmeur oder gar Lackaffe, sondern geht durchaus ehrlich und pragmatisch an das gute Benehmen heran. Die Phrase „sehr angenehm“ bei der Vorstellung von Personen findet er unsäglich, weil genau genommen eine Lüge. Auch „Gestatten Sie, Müller“ nimmt er auseinander – weil die Frau Müller quasi um Erlaubnis bittet, Müller zu heißen. Da hat der Gute nicht ganz Unrecht, selbst über hundert Jahre nachdem er diese Meinung äußert. Es gibt noch viele Beispiele, mit denen er demonstriert, dass man gutes Benehmen haben kann, ohne an Nettigkeit oder Normalität zu verlieren. Was inhaltlich so zauberhaft ist, muss auch äußerlich so transportiert werden: Die Seiten sind kein Standardpapier, recht dünn und damit passend zu der filigranen Schrift, in der der wichtigste Punkt jeder Kolumne pointiert wird. Tolle Haptik, die die Gesamtwirkung noch einmal positiver werden lässt. Meine Empfehlung für engagierte Leser – jeden Tag eine Kolumne vor dem Schlafengehen. Für Vollzeitbeschäftigte Studenten: Jede Woche eine reicht auch vollkommen und wird sich sicherlich positiv auf euren Berufseinstieg auswirken. Denn selbst wenn ihr die Regeln nicht penibel befolgt, habt ihr euer Bewusstsein dafür geschärft und könnt in etwaigen „brenzligen“ Situationen sicherlich das richtige Benehmen ableiten.

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  • Wenig neues, aber durchaus sehr unterhaltsam

    Etikette-Plaudereien

    Betsy

    07. December 2016 um 22:50

    „Die Etikette soll unseren äußeren Verkehr mit einander formell veredeln und verschönern, aber die Etikette soll keine freiheitsraubende Kette sein.“Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es in diesem Buch um Fragen zur Etikette, welche Anfang des 19. Jahrhunderts als einzelne Kolumnen von Eustachius Graf Pilati von Thassul zu Daxberg in einer deutschen Zeitung erschienen und später gesammelt als Buch verlegt wurde. Diese gesammelten Werke wurden nun neu aufbereitet und herausgegeben von Rainer Erlinger, dem Autor von „Höflichkeit. Vom Wert einer wertlosen Tugend", der diesem fast schon verschollenen Werk über die Etikette neues Leben einhaucht.Auf dieses Buch wäre ich wohl nie gestoßen, wenn ich nicht Rainer Erlingers Buch zum Thema Höflichkeit und dem Unterschied zur Etikette gelesen hätte, welches mir wirklich sehr gut gefallen hat.Die Etikette-Plaudereien, wie sie von ihrem ursprünglichen Autor, dem Grafen Pilati genannt werden, sind überraschend unterhaltsam und voller Ironie über etwas zu starre Etiketteregeln bzw. auch dem ausüben eben jener in der feinen Gesellschaft, in welcher der Autor selbst verkehrt und darum auch eine persönliche Note über dieses aalglatte Parkett hinzufügt."Es geht zum Beispiel nicht an, dem Drange seines Herzens zu folgen, wenn man Jemanden auch noch so gern erwidern möchte, dass er Einem unausstehlich ist."Als Mitglied des erlauchten Kreises, wo es für damalige Verhältnisse nichts Schlimmeres gab, als sich durch Nichtkenntnisse dieser als Außenseiter zu zeigen, versteht es der Autor hier sehr charmant und auch gekonnt ironisch manche dieser strengen Regeln zu hinterfragen bzw. klarzustellen, dass es eben auch Situationen gibt in denen es auch gut sein kann nicht starr nach dem Reglement zu gehen, sondern so zu handeln wie man es selbst logisch begründen kann. Die Etikette soll nicht den gesunden Menschenverstand ersetzen. „Natürliches Taktgefühl und der gesunde Menschenverstand sollen auch dafür maßgebend sein, wie man sich in Sachen der Etikette zu verhalten hat.“Wunderbar gelingt es ihm hier auch aufzuzeigen, dass man kleinere Mängel seines Gegenübers auch mal unkommentiert lassen sollte und lieber vor seiner eigenen Haustür zu kehren hat."Kleinere Verstöße der Mitmenschen zu bemöngeln und größere Verstöße gegen den guten Ton selbst zu begehen, dies Verfahren kann man oft bemerken."Ein (sehr) großes Thema ist hier das Essen mit allem drum und dran, angefangen bei der Dekoration, dem Anrichten der Speisen am Teller, dem Servieren, Manieren bei Tisch, usw. welche sich leider dann, geschuldet durch einzelne Kolumnen leider immer mehr zu wiederholen scheinen, bis man es fast schon über hat noch mehr davon zu lesen.Manches von den Themen scheint dann heute auch nicht mehr wirklich seine Anwendung zu finden (zB der Handkuss), doch vieles kann man immer noch auf heute ummünzen und es ist total spannend zu lesen, was man eigentlich selbst alles als ganz natürlich in Bezug auf gute Manieren bei seinen Mitmenschen voraussetzt und wo man dann aber genauso auch selbst agieren sollte. In mancherlei Hinsicht bietet dieses Buch daher inhaltlich nicht viel überraschendes, obwohl hier einiges auch sehr gut erklärt wird warum es so sein sollte und manches einem dann vielleicht auch doch nicht so wirklich bewusst ist, weil dem heute einfach nicht soviel Aufmerksamkeit beigemessen wird.Es gibt hier auch noch ein nettes kleines Nachwort von Rainer Erlinger, der diesem Buch quasi neues Leben einhauchte und noch ein paar Themen herausgreift, Vergleiche zu anderen Etikettebüchern zieht und auch manche Beschreibungen des Autors noch einmal kommentiert.Fazit: Überraschend witzig und ironisch geschrieben, sodass man merkt, dass der Autor wohl selbst nicht der strenge Etikettebefolger ist, sondern auch dem natürlichen Taktgefühl Raum gibt. Es sollte nie erzwungen oder steif wirken, wenn man untadeliges Benehmen zeigt. Vielfach sind es wirklich Dinge die hier angesprochen werden, die man selbst als gegeben voraussetzt im Umgang mit anderen, aber es gibt auch Themen die durchaus neues vermitteln, besonders über das warum und auch das wie, genauso wie wichtig es damals eben auch war mit der Etikette zu zeigen, dass man zum erlauchten Kreis gehört bzw. es versteht sich darin zu bewegen. Leider wird hier vieles oftmals wiederholt und besonders das Thema Essen scheint ein unerschöpfliches Kapitel zu sein, während anderes fast schon zu kurz kam, aber dennoch ganz nett um sich auf seine eigenen Manieren wieder etwas zu besinnen, auch wenn der Inhalt jetzt großteils wenig überraschen kann.

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