Eva-Maria Admiral , Romy Schneider Mein Überlebenslauf

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Inhaltsangabe zu „Mein Überlebenslauf“ von Eva-Maria Admiral

Die Schauspielerin Eva-Maria Admiral war zehn Jahre Mitglied im Ensemble des Wiener Burgtheaters. Sie liest ihre bewegende, ungewöhnliche Geschichte. Der ungekürzte Text ihrer Autobiografie.

Ehrlich, hart, bewegend offen.

— LFrank

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    Mein Überlebenslauf

    LFrank

    21. April 2016 um 09:00

    Noch nie zuvor las ich ein Buch, in welchem es einem Autor gelang, sich mit seiner Rhetorik in das jeweilige Alter zu versetzen. Zu reden wie ein verletztes Kind-, zu formulieren, zu schildern was geschah. Zugegeben: Zu Anfang war ich etwas irritiert. Aber mit jeder Seite in ihrem Buch reift sie – die Autorin -  Stück für Stück heran und verändert sich Zusehens, bis sie zu einer kraftvollen, klugen, menschlich anspruchsvollen- aber nicht minder empathischen,  sensiblen Persönlichkeit gediehen ist. Womöglich gelingt dies nur einem brillanten Schauspieler. Ja. Das wird es sein. Eva-Maria Admiral öffnet eine sehr private Pforte, und lädt uns Leser dazu ein, sie, auf ihrer Erinnerungs- und Erkenntnisreise zu begleiten. Kann man „schön“ über Unschöne Ereignisse schreiben? Eva-Maria Admiral kann. Sie hat recht, wenn sie zu Beginn ihres Werkes all diejenigen die alles im Griff haben-, getragen und gehalten sind, mit sich selbst im Reinen, vor lauter Selbstwertgefühl für das echte Leben erblindet- oder einer glücklichen Kindheit entwachsen sind, bittet, dieses Buch nicht zu lesen. Sie würden dieses Buch entweder nicht verstehen, oder am Ende noch mit einer der üblichen Neid-Rezensionen beschmutzen. Eva-Maria Admiral kann sich das erlauben. Sie hat nicht nur eine Ochsentour hinter sich, nein. Sie hat auch den Mut zur ungeschminkten Ehrlichkeit, die, leider den meisten Menschen fehlt. Sie hat einen unfassbar großen Sieg davon getragen, weil sie nicht nur die Fähigkeit besitzt zu vergeben, sondern auch Entscheidungen zu treffen, die so richtig böse wehtun. Nicht vernichtet- sondern bereichert, ist sie aus einer unglaublichen Ungerechtigkeit, am Ende einfach ausgestiegen. Mit ihrer Vorliebe für Frankl und Rilke verrät sie uns wie sie tickt. Lässt Blicke in ihre Seele zu. (Wer von uns traut sich das?) Zeigt uns, dass sie trotz stürmischem Applaus für ihre großartigen Erfolge, niemals den Sichtkontakt zu sich selbst verloren hat. Spätestens ab Seite 130 wurde sie zu einer Schwester, und ab Seite 162 ist man hoffnungslos verliebt in diese zarte, kraftvolle, schöne, schauspielende Autorin, weil sie das Kind beim Namen nennt, und ohne die übliche- nicht zu praktizierende Bibel-Romantik; von wegen globaler Vergebung, egal was man ausgefressen hat, auskommt. Gott ist schließlich auch nur ein Mensch, und wird vermutlich über so manche Idealisierung die man ihm andichtet den Kopf schütteln. Er wird Eva-Maria nur zu gut verstehen, weil sie das zugibt, was viele andere nicht aussprechen würden. All diejenigen Leser, die wissen was es bedeutet, dass das Urvertrauen nicht abhandengekommen kann, weil es noch nie dagewesen war, werden dieses Buch lieben. Sich wagen in die vielen Spiegel zu blicken, sich berühren lassen und dankbar sein, dazu gehört Mut. Natürlich gibt es auch Amüsantes. Madam Admiral hat sich mit Karl Lagerfeld  (Das ist der berühmte Designer, der schon zu Lebzeiten ein bisschen aussieht als sei er schon verstorben, und der Frauen als „Material“ bezeichnet, der Depp)  angelegt. Einfach herrlich. Sie sollte es nicht bereuen oder in Zukunft anders machen. Nein, das war großartig. Keine verbrannte Erde, sondern beachtenswertes Profil und Größe. Dann klappt man dieses Buch zu, betrachtet noch einmal diese schöne Frau mit dem geheimnisvollen Lächeln, gibt ihrem Werk im Geiste hunderttausend Sterne, stellt es weg mit der Gewissheit, dass man es eines Tages noch einmal und noch einmal… undsoweiter, lesen wird.

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