Eva Baronsky Magnolienschlaf

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Inhaltsangabe zu „Magnolienschlaf“ von Eva Baronsky

Ein kleines altes Haus am Rande der Großstadt und zwei Frauen, wie sie verschiedener nicht sein könnten: Wilhelmine und Jelisaweta trennt so viel mehr als 68 Lebensjahre. Jelisaweta ist 23 und für ein paar Wochen aus Smolensk nach Deutschland gekommen, um Wilhelmine zu pflegen, die seit einem Unfall an ihr Bett gefesselt ist. Doch was als scheinbar ideales Arrangement beginnt, gerät bald außer Kontrolle und wird zu einem Kleinkrieg, in dessen Verlauf die beiden Frauen sich auf grausam-weibliche Weise attackieren. Am Ende wird jede auf die Frage zurückgeworfen, was man mit sich anfängt, nachdem man der Wahrheit ins Auge gesehen hat. Denn Schuld wartet nicht auf Kläger, Sühne braucht keinen Richter, und der Krieg ist nicht vorbei, nicht für die Greisin und nicht für das Mädchen. Der Krieg hat gerade erst angefangen.

keine leichte Kost - aber eine tolle, eigenwillige Sprache, die sehr schön zu lesen ist - Leseempfehlung!

— SigiLovesBooks
SigiLovesBooks

Ich habe es erst vor kurzem gelesen und fand es gar nicht gut. Ich hoffe, ihr anderen habt mehr Spaß daran als ich.

— Stern.chen
Stern.chen

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  • Unbewältigte Vergangenheit …

    Magnolienschlaf
    Herbstrose

    Herbstrose

    10. February 2017 um 16:48

    Es sind zwei ganz unterschiedliche Frauen, die hier aufeinander treffen. Seit einem Sturz ist die 91jährige Wilhelmine bettlägerig. Für ihre Pflege engagiert ihre Nichte die 23jährige Lisa (Jelisaweta) als ‚billige Pflegekraft aus dem Osten‘. Zunächst verstehen sich die beiden Frauen sehr gut, ja Wilhelmine ist sogar begeistert von der fleißigen jungen Frau, die sie so gut versorgt. Doch das ändert sich schlagartig als Wilhelmine erfährt, dass ihre neue Pflegerin aus Russland kommt. Plötzlich schleudert sie der jungen Frau eine Welle von Hass entgegen - und diese rächt sich dafür nach ihren Möglichkeiten. Das Zusammenleben eskaliert … Unbewältigte Vergangenheit, jahrzehntelang verdrängte Schuldgefühle und kollektiver Hass sind die großen Themen, die die Autorin Eva Baronsky hier aufgegriffen hat. In einer klaren eingängigen Sprache, immer wieder unterbrochen von Rückblenden, erzählt sie die aufwühlende Geschichte der beiden Protagonistinnen und zeigt auf was geschieht, wenn Erlebnisse aus der Vergangenheit verdrängt werden. Ein Roman, der mich beklommen gemacht und zugleich fasziniert hat und der mich erschüttert und nachdenklich zurück lässt.

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  • Magnolienschlaf

    Magnolienschlaf
    Luc

    Luc

    02. December 2013 um 22:58

    Die alte Wilhelmine lebt am Rande von Frankfurt. Sie ist pflegebedürftig, ihre Nichte, nur rudimentär am Wohlergehen ihrer Tante interessiert, besorgt eine preiswerte Fachkraft aus dem Ausland. Die junge Russin Jelisaweta taucht in der deutschen -nicht kümmern, lieber in den Urlaub fahren- Wohlstandsgesellschaft auf und bringt Wilhelmines Haushalt in Schuss. Zunächst zeigt sich Wilhelmine durchaus dankbar für die Hilfe, muss sich doch nicht mehr den vorwurfsvollen Ton ihrer Nichte im Haus ertragen. Doch schlagartig änderte sich das Verhältnis von Jelisaweta und Wilhelmine, als diese von der Herkunft ihrer Pflegerin erfährt kippt Wilhelmines Stimmung ins Tückisch, Brachiale ihrer Nichte. Eine Russin im Haus, eine unerträgliche Situation für die 91jährige Frau. Jelisaweta zeigt sich nicht minder Konfliktgestählt, wer einmal ihre Vergangenheit durchlitten hat und wem eine Zukunft in mütterlicher, sowie landestypischer Trostlosigkeit vor sich hat, der wehrt sich wie eine gefangene Löwin, gegen die Anfeindungen einer Verrückten. Ein Kleinkrieg entbrennt zwischen den beiden so unterschiedlichen Frauen, der aber gar nicht auf den unterschiedlichen Kulturen beruht, sondern auf persönlichen Erlebnissen tief in der Vergangenheit des Einzelnen. Meinung: Besonders positiv fallen bei diesem Roman die ausserordentlichen sprachlichen Fähigkeiten der Autorin auf, ihre Stilsicherheit, niemals verliert sie sich in Kitsch, sie versucht ihren Lesern nie zu gefallen, führt niemanden vor, setzt sehr geschickt ihr Handwerkszeug ein und brilliert durch feinsinnige Betrachtungen und knappe Formulierungen, gelegentlich allerdings unterbrochen von all zu harschen verwirrenden Rückblenden. Sie bringt es dabei fertig eine ideale Balance zwischen Emotionen und lakonischer Schreibweise einzuhalten, was schon mal ein Kunststück ist. Denn man fühlt tatsächlich mit Wilhelmine und der etwas spröden Jelisaweta und zollt Eva Baronsky gleichzeitig den Respekt einer Autorin von Rang. Einzig inhaltlich könnte die Autorin noch einen Deut zulegen. Warum kein grösserer Stoff? Warum kein dicker Familienroman, als nächstes? Den würde ich kaufen wollen. Magnolienschlaf, ein gutes Buch, keine Frage.

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    Tru1307

    Tru1307

    23. October 2011 um 16:32

    Zur Geschichte Zwei Frauen kommen in einem Haus zusammen. Jelisaweta wird als billige Pflegekraft aus Russland eingestellt, um die 91-jährige Wilhelmine zu pflegen. Zu Beginn kommen die beiden Frauen gut miteinander aus, aber als Wilhelmine erfährt, dass Jelisaweta aus Russland stammt bricht, angestachelt von schlechten Erinnerungen, ein Kleinkrieg aus. Fazit Der Roman hat mich trotz der guten, leicht lesbaren Schreibweise der Autorin nur mäßig begeistert. Irgendwie wurde ich weder mit Wilhelmine noch mit Jelisaweta so richtig warm, bevor das Buch zu Ende war. Teilweise war leider nicht genau von Gegenwart und Erinnerungen zu trennen, so dass man erst nach einigen Zeilen dahinter kam, worum es in dem Moment ging. Die jeweiligen Geschichten der beiden Frauen werden derart durcheinander gewürfelt, dass ich kaum in der Lage war, alles richtig zuzuordnen. Wilhelmines Erinnerungen waren so verworren, dass in ein paar Zeilen gleich drei verschiedene Begebenheiten gleichzeitig beschrieben waren. Wenn das ein Hinweis auf die geistige Benommenheit der alten Frau sein sollte, wäre es nachvollziehbarer. Aber über das komplette Buch hinweg ist Wilhelmine geistig voll da, so dass eine mögliche Verwirrung eher unlogisch wäre. Auch die 23-jährige Jelisaweta reagiert in machen Situationen wenig angemessen für eine Pflegekraft. Sie selbst hat mit Erinnerungen an ihre Großmutter zu kämpfen, die im Krieg von deutschen Soldaten geschändet wurde. Während ihrer Zeit in Deutschland arbeitet sie die einzelnen Begegnungen mit ihr auf und versteht, was eigentlich damals wirklich passiert ist. Dass Lisa sich in ihrer Ehre gekränkt fühlt, wenn sie beleidigt wird, ist verständlich. Aber ihre Reaktionen auf das Verhalten einer 91-jährigen Frau sind mir völlig daneben und auch nicht realistisch. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine ausgebildete Krankenschwester sich von wenigen Worten derart aus der Fassung bringen lässt. Gut an dem Roman fand ich allerdings das Grundgerüst. Hier wurde die lustlose angeheiratete Nichte dargestellt, die froh war, sich nicht mehr um Wilhelmine kümmern zu müssen. Auch der Betrug an der alten Frau durch ihre Nichte wurde dargestellt und in dem Moment tat mir Wilhelmine doch etwas leid. Kurzzeitig konnte man verstehen, dass sie sich von allen hintergangen und allein gelassen fühlte. Sehr schön kommt in dem Roman auch heraus, dass die alte Frau nicht gut mit ihrer Situation zurechtkommt. Bis vor ein paar Monaten hatte sie sich noch selbst um ihr Haus und den großen Garten kümmern können und ist nun durch einen Unfall ans Bett gefesselt. Mehrfach wird berichtet, wie Wilhelmine das nicht verkraften kann. An diesen Stellen wird der Roman sehr einfühlsam und bewegend. Insgesamt konnte mich der Roman leider nicht rundherum begeistern, weil es zu viele Ungereimtheiten gibt. Daher gibt es nur drei Blätter.

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. July 2011 um 15:31

    Jelisaweta, eine junge Russin, 23 Jahre alt, kommt für einige Wochen nach Deutschland, um die über achtzigjährige Wilhelmine zu pflegen, die seit einem Unfall ans Bett gefesselt ist. Am Anfang scheinen die beiden Frauen gut miteinander auszukommen, bis Wilhelmine eines Tages hört, wie Jelisaweta ein Telefonat führt - in russischer Sprache. Von diesem Augenblick an kommen der alten Frau wieder Erlebnisse aus dem 2. Weltkrieg hoch und sie fängt an, Jelisaweta zu beleidigen und so Einiges um sich zu werfen. Die junge Frau ihrerseits schlägt mit russischen Schimpftiraden zurück und fängt an, vor Wilhelmine, die hilflos im Bett liegt, Schmuckstücke aus der Schatulle an sich zu nehmen. Ein erbitterter Kampf zwischen den zwei so unterschiedlichen Frauen beginnt. Bis sich Wilhelmine Jelisaweta doch anvertraut. Sie erzählt ein Geheimnis, das niemand in ihrer Familie kennt. Das Buch erzählt die Geschichte von zwei so unterschiedlichen Frauen, aus zwei verschiedenen Generationen und Kulturen. Was hat Wilhelmine vor und nach dem Krieg durchgemacht? Wie lebt Jelisaweta in Russland und wie ergeht es dieser Frau in Deutschland, wo sie schon einmal gearbeitet hat? Es geht hier um Frauenschicksale, die so scheint es, nichts miteinander zu tun haben und doch miteinander verknüpft sind. Und ausserdem lernen wir einmal mehr, dass Kriege Unsinn sind und keine Sieger, sondern nur Verlierer hervorbringt.

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    06. July 2011 um 13:07

    Der zweite Roman der im hessischen Taunus lebenden Schriftstellerin Eva Baronsky befasst sich auf eine ganz aktuelle Weise mit der Vergangenheit. Die beiden Frauen, deren Geschichte und Beziehung in diesem unter die Haut gehenden Buch erzählt wird, die 91 - jährige Wilhelmine und die 23-järhige Jelisaweta könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch verbindet sie eine Vergangenheit, die nicht vergehen will. Wilhelmine lebt in einem kleinen Haus am Rande der Großstadt. Nachdem ihr Mann gestorben war, wurde sie lange Jahre von der Frau ihres Neffen, von Karin, mehr oder weniger gut betreut. Doch Karin hat genug von der Pflege der alten Frau, ist sehr nachlässig geworden und organisiert eines Tages eine Pflegerin aus dem Osten. Über Beziehungen hat sie Kontakt aufgenommen zu der 23- jährigen Jelisaweta aus dem russischen Smolensk, 1941 Schauplatz einer regelrechten, über Monate dauernden Kesselschlacht der deutschen Wehrmacht, die 780.000 russischen Soldaten das Leben kostete. Doch dieser Hintergrund bleibt zunächst unbelichtet. Jelisaweta hat die Chance ergriffen, für einige Wochen in den Westen zu kommen und sich dort bei der Pflege einer alten Frau 700 Euro im Monat zu verdienen. Neben dem Geld (sie hat sich in dem Krankenhaus, in dem sie arbeitet, beurlauben lassen), erhofft sie sich eine zeitweise Befreiung von der Herrschaft ihrer Mutter, die permanent davon redet, was die alte, schon lange verstorbenen Babka, zu allen möglichen Dingen gesagt hätte, die Jelisaweta tut oder lässt. Babka ist seit dem Krieg seelisch krank (sie wurde von deutschen Soldaten vergewaltigt und die Mutter Jelisawetas ist eine „Deutsche“.) Man kann sich vorstellen, was die junge Frau erlebt hat in ihrer Kindheit und Jugend. Doch nun ist sie in Wilhelmines Haus angekommen. Karin führt sie notdürftig ein, um sich dann in einen Urlaub zu verabschieden. Jelisaweta orientiert sich, sieht gleich, was gemacht werden muss, und beginnt mit der stillen und genügsamen, bettlägerigen Wilhelmine ein wirklich herzliches Verhältnis. Man ist beim Lesen noch ganz berührt von dieser zarten Nähe zwischen der alten und der jungen Frau, als ganz unvermittelt die Szene eskaliert. Als Jelisaweta, Wilhelmine tief schlafend wähnend, nach einigen Tagen sich traut, das Telefon zu nehmen und mit ihrer Mutter in Smolensk zu sprechen, wacht Wilhelmine auf und hört Russisch. Von dieser Sekunde an ist alles anders. Wilhelmine beschimpft ihrer Pflegerin als „Russenschwein“ – ihre lange und gut verdrängte Vergangenheit ist von einem auf den anderen Augenblick präsent. Wilhelmines Reaktionen und ihr Verhalten zwingen aber auch Jelisaweta, sich der Vergangenheit ihrer Familie zustellen (siehe oben). Lange bleibt unklar, was wirklich geschehen ist in Russland 1941 und in Deutschland 1945, als Wilhelmine bald wahnsinnig vor Angst vor den Russen in einem Bunker sitzt, und später unter einem Magnolienbaum aufwacht. Vor allen Dingen durch Jelisawetas Geduld und durch ihr beharrliches Nachfragen und Ausharren kommt am Ende die ganze Wahrheit über die Vergangenheiten Wilhelmines und ihrer Pflegerin ans Tageslicht. „Magnolienschlaf“ ist ein intensiver, vielschichtiger und wunderbar erzählter Roman über zwei Frauen, die sich ihrer Vergangenheit stellen und gerade dadurch so etwa etwas wie Erlösung finden. Ein Roman über die Schatten der Vergangenheit und über die große Kraft der Versöhnung.

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. April 2011 um 10:05

    Klappentext: Ein Haus. Zwei Frauen. Zwei Geheimnisse. Jelisaweta ist 23 und aus Smolensk nach Deutschland gekommen, um Wilhelmine zu pflegen. Doch was als ideales Arrangement beginnt, gerät bald zu einem grausam-weiblichen Kleinkrieg. So unerbittlich schieben sich die Vergangenheiten übereinander, dass plötzlich die Wahrheit sichtbar wird. Über die Autorin: Eva Baronsky, geboren 1968 und vielen bereits bekannt durch ihren Roman „Herr Mozart wacht auf“ , hat mit Magnolienschlaf ihren zweiten Roman veröffentlicht, bei dem sie das Thema Vergangenheitsbewältigung aufgreift. Meine Meinung: Ich liebe Geschichten, die mich sofort begeistern können. Magnolienschlaf war für mich ein Roman, bei dem ich als Leser jede Zeile in mich aufnahm und wirken ließ. Seite für Seite habe ich mich von ihr verzaubern und fesseln lassen. Viele Emotionen wurden geweckt und regten zum Nachdenken an. Zeitweise schockierte mich die Autorin mit dieser Handlung, schaffte es aber auch mich zu verblüffen oder auch zum Lachen zu bringen. Ich finde Magnolienschlaf ist eins der Bücher dessen Beschreibungen sich schwer in Worte fassen lassen, man muss dieses Buch einfach lesen und fühlen. Jelisaweta und Wilhelmine sind hier die Protagonisten. Wilhelmine ist mit stolzen 91 Jahren pflegebedürftig und Jelisaweta mit jungen 23 Jahren nur allzu froh diesen Job in Deutschland übernehmen zu können. Beide verstehen sich zu Beginn sehr gut, bis Wilhelmine plötzlich klar wird das Jelisaweta Russin ist. Der Kleinkrieg beginnt. Wieso und weshalb, das sollte der Leser in diesem Buch selbst herausfinden. Für mich machte auch genau das diese Geschichte aus. Ich wurde hin und her gerissen mit meinem Empfinden zwischen Mitleid und Wut über die Protagonisten. Selten habe ich einen Roman gelesen, bei dem ich so mit den Personen mitfieberte. Aber genau das macht Magnolienschlaf so besonders. Die Figuren wirken so lebendig, die Geschichte so zeitnah erzählt, dass der Leser glauben könnte, diese Geschichte spiele sich in seiner Nähe ab. Dabei verwendet Eva Baronsky einen derart feinfühligen aber gleichzeitig auch harten Schreibstil und beschreibt ungeschönt die Vergangenheit der beiden Personen und die schrecklichen Erlebnisse des Krieges. Auch beschreibt die Autorin die Figuren sehr detailliert und real, sodass ich als Leser glaubte, die Emotionen der Figuren zu spüren, Ob es nun der Egoismus des Neffen samt seiner Frau war, Wilhelmines Hass und Wut oder aber auch Jelisawetas Ärger und Verzweiflung, all diese Gefühle wurden so deutlich beschrieben, dass ich glaubte, diese Geschichte nicht nur zu lesen, sondern auch zu fühlen. Sie führt den Leser Stück für Stück an die Wahrheit heran und bringt ihn gleichzeitig dazu, zu beobachten wie Wilhelmines eigene Familie ihr Leiden eher nebensächlich behandelt. Dadurch regte mich dieser Roman noch zusätzlich zum Nachdenken an. Denn hat nicht jeder Angst vor der Einsamkeit und Hilflosigkeit im Alter? Die Covergestaltung und auch der Titel hätten für diese Geschichte nicht passender sein können. Trotz der geringen Seitenzahl war ich nach 184 Seiten froh, den Roman beendet zu haben und musste erst mal tief durchatmen,. Fazit: Magnolienschlaf ist ein bezaubernder und erschreckender Roman zugleich, der sich mit den Schatten der Vergangenheit beschäftigt und zeigt, was geschehen kann, wenn man Erlebtes nicht aufarbeiten konnte und wollte. Die Autorin hat auf 184 Seiten einen faszinierenden Generationskonflikt beschrieben, der fesselnder nicht hätte sein können.

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. April 2011 um 14:28

    Nach dem wirklich feinen Debütroman "Herr Mozart wacht auf" waren meine Erwartungen an "Magnolienschlaf sehr hoch, aber sogar diese wurden noch übertroffen. Wie in einem Kammerspiel treffen zwei Personen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten aufeinander, die 91-jährige pflegebedürftige Wilhelmine und die 23-jährige Russin Jeiisaweta. Diese beiden Protagonistinnen lernen wir kennen, ihre Ängste, ihre Träume, stückweise ihre Vergangenheit. Die Autorin entfernt Schicht um Schicht der verkrusteten Erinnerungen, die die tiefen Wunden der Vergangenheit verborgen haben. Dabei ist die Sprache unglaublich schön, sie spiegelt die Gedankengänge der beiden perfekt wieder. Auch die unvermittelten Rückblenden fand ich sehr gelungen, da sie die Erinnerungen von Wilhelmine und Jelisaweta sehr gut repräsentieren und mir das Gefühl gaben, sehr nahe bei den Figuren zu sein. Ein sehr emotionaler Roman über zwei Frauen, der mein Herz berührt hat.

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    Penelope1

    Penelope1

    04. April 2011 um 09:00

    Wilhelmine ist 91 und hat bis vor kurzem noch alles alleine gemacht - Haushalt, Garten, sogar die Leiter ist sie hinaufgestiegen, um die Dachrinne zu säubern. Doch dabei ist sie gestürzt und liegt nun hilflos im Bett, auf Pflege angewiesen. Da ihre Nichte Karin keine Zeit - und Lust - hat, sich um sie zu kümmern, engagieren sie eine russische Pflegekraft, die 68 Jahre jünger ist als Wilhelmine. Die beiden verstehen sich auf Anhieb sehr gut - während Wilhelmine die Fürsorglichkeit der jungen Frau genießt, ist Jelisaweta froh, selbständig zu sein und Geld zu verdienen. Doch als Wilhelmine während eines Telefonates Lisa russisch sprechen hört, ändert sich alles: die alte Frau beschimpft Lisa und tritt in einen Hungerstreik. Für Jelisaweta ist dieses Verhalten unverständlich, sie versucht, herauszufinden, woher der Hass der alten Dame kommt... So setzt sie sich nach und nach mit ihrer eigenen Familie und deren Erlebnisse im Krieg auseinander und kommt einem alten Geheimnis auf die Spur, das bisher totgeschwiegen wurde. Gleichzeitig versucht sie, hinter Wilhelmines Geheimnis zu kommen und ahnt die Gründe für ihren unglaublichen Widerstand... Fazit: Ein Roman, der einerseits die Problematik der Pflege älterer Menschen zeigt, sich andererseits mit der Kriegsgeschichte zwischen Russland und Deutschland auseinandersetzt. Er beleuchtet beide Seiten, erklärt anhand der deutschen Wilhelmine und der russischen Jelisaweta die Ängste und Ansichten der Menschen in den Nationen, und zeigt gleichzeitig, dass der Krieg auch Generationen später nicht verarbeitet, geschweige denn vergessen ist. Auch die Kinder und Enkel, die den Krieg gar nicht mehr miterlebt haben, werden immer wieder daran erinnert und es wird noch sehr lange dauern, bis die Schatten von damals verblassen... Die Geschichte von Tante Linchen und Jelilsaweta hat mich angesprochen und mich bewegt. Allerdings fand ich es schade, dass Wilhelmine und Lisa sich nicht früher ausgesprochen hatten und den anderen nicht an seinen Gedanken und Beweggründen teilhaben ließen, dies wäre für das Verständnis und der Annäherung der beiden füreinander sicherlich hilfreich gewesen. So waren es für mich zwar zwei interessante und bewegende Lebensgeschichten vor dem Hintergrund einer pflegebedürftigen, alten Dame. Die vielen wechselnden Einblendungen waren oft verwirrend, ich wusste oft nicht so recht, in welcher Zeit und in welchem Land ich mich gerade befinde, dies klärte sich dann jedoch nach einigen Sätzen...Das abrupte Ende ließ mich mit einigen offenen Fragen zurück, so hätte ich doch zu gerne gewusst, wie es mit den beiden Protagonisten weitergeht. . Der etwas nüchterne Erzählstil ließ mich keine enge Verbindung zu den Personen aufbauen, auch wenn die flüssige Schreibweise zum weiterlesen einlädt und ich es kaum erwarten konnte, zu erfahren, wer mit "Hiesa" gemeint ist... Ein Roman mit einem anrührenden Thema, von dem ich mir allerdings ein wenig mehr versprochen hatte...

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    Ellen07

    Ellen07

    03. April 2011 um 23:23

    Titel, Cover und Klappentext des Buches haben mir auf Anhieb gut gefallen und so war ich ziemlich gespannt auf den Inhalt. Die Hauptrollen in diesem Buch spielen zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Es geht um die 91jährige Wilhelmine, die Zeit ihres Lebens selbstständig ihr Haus und den angrenzenden Garten im Taunus am Rand von Frankfurt am Main versorgt hat. Doch Wilhelmine erlitt eines Tages einen Unfall, als sie auf die Leiter geklettert ist, um die Dachrinne zu säubern. Seitdem ist sie ans Bett gefesselt und vollkommen von fremder Hilfe abhängig. Wilhelmines Nichte Karin hat kein besonders großes Interesse sich um ihre Tante Wilhelmine zu kümmern, vielmehr möchte sie ihr bisheriges Leben an der Seite ihres Mannes weiterleben. Da kommt ihr die Idee sich eine preisgünstige Pflegekraft aus dem Ausland als Hilfe für ihre Tante zu nehmen. So tritt dann die junge, 23jährige Jelisaweta aus Smolensk, die aber schon mit kranken und gebrechlichen Menschen vertraut ist, in Wilhelmines Leben. Jelisaweta braucht das Geld, welches sie für die Pflege von Wilhelmine bekommt, um als einzige arbeitende ihrer Familie finanzielle Unterstützung zu gewährleisten. Zunächst scheint sich ein gute pflegerische Beziehung zwischen der 91jährigen Patientin und ihrer Pflegekraft zu entwickeln, doch das ändert sich aufgrund einer Begebenheit von einem Tag auf den anderen... Eva Baronsky beschreibt auf sehr authentische Art und Weise das Verhalten und die Gefühle der Charaktere dieses Buches. Meiner Meinung nach sind ihr die Hintergründe zu den beiden Hauptcharakteren jedoch nur teilweise gelungen. Zu sprunghaft, oder vielmehr nicht deutlich abgegrenzt erscheinen mir die "Rückblenden" der beiden Frauen bezüglich ihrer Vergangenheit. Was mir jedoch ausnehmend gut gefallen hat, ist wie die Autorin es geschafft hat, diesen psychologischen Kleinkrieg, der sich zwischen den beiden Frauen entwickelt und der dann auch u.a. handfeste Formen annimmt immer wieder in Szene zu setzen. Auch mit welchen Problemen die beiden Frauen hinsichtlich ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben ist meines Erachtens nach überzeugend umgesetzt worden. "Magnolienschlaf" ist kein Buch, welches man zwischendurch lesen sollte...Es macht nachdenklich und wirft einiges an Fragen auf hinsichtlich Themen, wie Selbstbestimmung, Krankheitserleben, Vergangenheitsbewältigung, Einsamkeit, Tod und menschliches Dasein...Ein empfehlenswertes Buch, welches vom Schreibstil her meiner Meinung nach hätte flüssiger sein können...

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    Karin1970

    Karin1970

    03. April 2011 um 02:18

    Ein kleines altes Häuschen im Taunus am Rande von Frankfurt am Main. Der Garten sieht verwelkt aus und die Gegend ländlich. Eigentlich wollte die 23 jährige Jelisaweta doch in die Großstadt. Das Haus gehört der 91jährigen Wilhelmine und Jelisaweta soll sie 91jährige pflegen. Bis vor kurzem konnte Wilhelmine ihren Garten noch selbst bewirtschaften und sich allein versorgen. Doch nach einem Sturz von der Leiter hat sie sich zwei Wirbel gebrochen und kann das Bett nicht mehr verlassen und muss versorgt werden. Nichte Karin und Neffe Dieter haben dazu herzlich wenig Lust und Zeit und so holen sie sich Jelisaweta aus Smolensk. Und für 700 Euro im Monat soll sie Wilhelmine 7 Tage die Woche rund um die Uhr versorgen. Anfangs ist Wilhelmine zwar beschämt, aber damit einverstanden. Doch dann hört sie die 23jährige beim telefonieren russisch sprechen. Alte Erinnerungen und vergessene Bilder die sie längst verdrängt hat werden wach und es beginnt ein kalter Krieg. Wilhelmine ist völlig im Wahn und denkt das arme Mädchen will ihr böses und Jelisaweta weiß überhaupt nicht warum die alte Frau plötzlich so bösartig ist. Während Wilhemine die Russin schlägt und Sachen nach ihr wirft und sie als "Drecksrussin" beschimpft, sie verwünscht und verflucht, rächt diese sich damit den Schmuck vor den Augen der alten Frau zu stehlen. Vergiftet mit der Vergangenheit des Krieges schlummert der Hass. Aber auch Jeslisaweta hat, obwohl sie noch so jung ist eine Kriegvergangenheit. Die Autorin erzählt auf vielen verschiedenen Ebenen. Da sind die Zeitebenen und die Ebenen der Herkunft. So lässt sie die beiden Protagonisten aufeinander treffen. Die Autorin Eva Baronsky sieht aber auch die Parallelen des Krieges und dem Kampf um das älter werden. Subtil aber auf den Punkt rechnet sie mit dem Pflegesystem in Deutschland ab. Und sie zeigt, dass die Erlebnisse und Taten des Krieges nie vergessen sind. Mich hat der Roman um Wilhelmine und Jeslisaweta sehr berührt. Wilhelmine war mir zu keiner Zeit unsympathisch, eher noch kann ich mich sehr gut in sie hinein versetzen. Das was sie in den letzten Kriegstagen erlebt hat, und was nach einem ganzen Leben wieder zum Vorschein kommt. Ich denke auch nicht das es die Intention der Autorin war eine bösartige Wilhelmine zu Entwickeln. Eva Baronsky hat sich wirklich auf das wesentliche beschränkt und hat somit einen historischen Roman verflochten mit der heutigen Realität. Eine Realität in der die Menschen die das Land wieder aufgebaut haben, wenn sie alt und verbraucht sind einfach weggeworfen werden. Ein sehr tiefgehender Roman, der noch lange nachhallen wird und der mich in meinem Denken bekräftigt. Absolute Empfehlung!

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    Wilhelmine ist 91 Jahre alt und hat bis vor kurzem Haushalt und Garten noch allein versorgt. Jetzt allerdings ist sie von der Leiter gefallen und ans Bett gefesselt. Ihre Nichte Karin hat nicht besonders viel Lust, sie zu versorgen. Aber viel Geld will sie auch nicht ausgeben. Da bietet es sich an, eine billige Pflegekraft aus Russland zu holen. Jelisaweta ist 23 und kommt aus Smolensk. In Deutschland zu arbeiten, bringt ihr mehr Geld ein als die Arbeit in Russland. Ein ideales Arrangement also. Jelisaweta führt sich auch gut ein, trotz der äußerst kalten Begrüßung durch Karin. Wilhelmine ist begeistert von der fleißigen und freundlichen jungen Frau, von der sie so viel besser versorgt wird als von ihrer Nichte. Aber dann passiert etwas. Etwas Harmloses und Unwesentliches. Aber das schlägt Wellen und ändert alles. Das Verhältnis zwischen Wilhelmine und Jelisaweta verschlechtert sich bis zur Eskalation. Beiden kommt ihre Vergangenheit in die Quere. Denn wir schleppen unsere Erfahrungen und Erlebnisse ständig mit uns herum, sie prägen uns und bestimmen unsere Reaktionen und Handlungen. Wilhelmine und Jelisaweta haben ähnliche Erfahrungen gemacht, aber das bringt sie einander nicht näher, im Gegenteil. Eine Feindschaft, die gar nicht die Ihre ist, trennt sie. Eine weltgeschichtliche Kluft tut sich zwischen ihnen auf, die sie nicht überbrücken können. Lange hat sich mir nicht entschlossen, was der Titel des Buches bedeutet. Erst am Ende wird die verstörende Bedeutung deutlich. Sie ist das Sinnbild für eine schwere Schuld, die eine der beiden Frauen auf sich geladen hat. Ich war völlig fasziniert von diesem außergewöhnlichen Buch. Eva Baronsky schreibt in einer poetischen, aber dennoch klaren Sprache und schafft es, gesellschaftspolitische Themen in einer wunderbar erzählten Geschichte zu integrieren, die es in sich hat.

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    Stern.chen

    Stern.chen

    27. March 2011 um 19:02

    Ein kleines altes Haus am Rande der Großstadt und zwei Frauen, wie sie verschiedener nicht sein könnten: Wilhelmine und Jelisaweta trennt so viel mehr als 68 Lebensjahre. Jelisaweta ist 23 und für ein paar Wochen aus Smolensk nach Deutschland gekommen, um Wilhelmine zu pflegen, die seit einem Unfall an ihr Bett gefesselt ist. Doch was als scheinbar ideales Arrangement beginnt, gerät bald außer Kontrolle und wird zu einem Kleinkrieg, in dessen Verlauf die beiden Frauen sich auf grausam-weibliche Weise attackieren. Am Ende wird jede auf die Frage zurückgeworfen, was man mit sich anfängt, nachdem man der Wahrheit ins Auge gesehen hat. Denn Schuld wartet nicht auf Kläger, Sühne braucht keinen Richter, und der Krieg ist nicht vorbei, nicht für die Greisin und nicht für das Mädchen. Der Krieg hat gerade erst angefangen. Soviel zur eigentlichenn Geschichte. Nun zu meiner Meinung. Viele fanden das Buch so schön und einfühlsam. Ich kann das aber nicht nachvollziehen. Die Charaktäre Am Anfang war mir Wilhelmine noch ganz sympathisch. Dies hat sich aber später im Verlauf des Buches geändert. Ich fand sie nachher nur noch nervig und furchtbar. Ich kann verstehen, dass sie einen Hass auf Russen hat, aufgrund dessen, was ihr wiederfahren ist. Doch leider erfährt man das erst zu spät. Mich hätte es da sehr gefreut, wenn der Grund für ihre Abneigung gegen Russen früher bekannt gemacht worden wäre. So ist der zweite Abschnitt nur so vor sich hingeplätschert und ich hatte mühe das Buch nicht abzubrechen. Jelisaweta tat mir einfach nur leid. Sie kommt nach Deutschland um sich um eine kranke Frau zu kümmern und wird beleidigt und mit Gegenständen beworfen. Das hatte sie einfach nicht verdient. Aber sie recht sich auf ihre Art und Weise, weswegen sie für mich sympathischer ist als Wilhelmine. Immerhin wusste sie von nichts und muss sich dann so etwas antun. Trotzdem konnnte ich mit ihr auch nicht viel anfangen. Generell waren die beiden Protagonisten für mich so nah wie Nord - und Südpol. Wenn ich ein Buch lese muss ich mich in mindestens eine Person hineinversetzen können und das war bei diesem Buch leider nicht so. Schade eigentlich. Es hätte mir das lesen sehr erleichtert. Die Geschichte Die Geschichte annsich war ganz nett. Nichts besonderes aber auch nichts schlechtes. Allerdings hat mich der Schreibstil ein bisschen aufgeregt und den richtigen Namen von Lisa kann ich mir bis heute nicht merken. Immer wenn ihr Name aufgetaucht ist habe ich nur Lisa gelesen. Allerdings gefiel mir die Auflösung der beiden Geschichten nicht so und sie haben meiner Meinung nach auch nicht zusammen gepasst. Der Schreibstil Die Autorin hat einen Hang dazu alles um den heißen Brei zu schreiben. Manchmal habe ich nur noch gelesen ohne mir zu verinnerlichen, um was es genau in dem Abschnitt nochmal ging. Ganz schlimm fand ich auch den zweiten Abschnitt der Leserunde. Doch habe ich es vermehrfacht gemacht. Fazit: Es war einfach nicht mein Buch. Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, da mir die Kurzbeschreibung sehr gut gefallen hatte. Doch als ich es anfing zu lesen wurde ich bitter enttäuscht. Und diese Enttäuschung sollte sich bis zum Schluss nicht legen. Die Dramatik in dem Buch wirkte auf mich wie zusammen geschustert. Es hat mich einfach nicht berührt. Jedoch hat der Titel und das Cover gut zum Inhalt des Buches gepasst Ich vergebe 4 von 10 Punkten.

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    lokoschade

    lokoschade

    15. March 2011 um 11:20

    Gebundene Ausgabe: 224 Seiten Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (28. Februar 2011) ISBN: 978-3351033385 Preis: € 17,95 Kurzbeschreibung Ein kleines altes Haus am Rande der Großstadt und zwei Frauen, wie sie verschiedener nicht sein könnten: Wilhelmine und Jelisaweta trennt so viel mehr als 68 Lebensjahre. Jelisaweta ist 23 und für ein paar Wochen aus Smolensk nach Deutschland gekommen, um Wilhelmine zu pflegen, die seit einem Unfall an ihr Bett gefesselt ist. Doch was als scheinbar ideales Arrangement beginnt, gerät bald außer Kontrolle und wird zu einem Kleinkrieg, in dessen Verlauf die beiden Frauen sich auf grausam-weibliche Weise attackieren. Am Ende wird jede auf die Frage zurückgeworfen, was man mit sich anfängt, nachdem man der Wahrheit ins Auge gesehen hat. Denn Schuld wartet nicht auf Kläger, Sühne braucht keinen Richter, und der Krieg ist nicht vorbei, nicht für die Greisin und nicht für das Mädchen. Der Krieg hat gerade erst angefangen. Über den Autor Eva Baronsky, 1968 geboren, lebt im Taunus. Für ihren ersten Roman »Herr Mozart wacht auf« (2010) erhielt sie den Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe. Im Frühjahr 2011 erscheint ihr zweiter Roman »Magnolienschlaf«. Mein Eindruck: Wilhelmine, 91jährig, ist nach einem Sturz von der Leiter pflegebedürftig und ans Bett gefesselt. Leicht ist das für sie keinesfalls zu ertragen, denn ihr Geist ist wach und sie hat bis zu diesem Unfall mit beiden Beinen im Leben gestanden und konnte für sich selbst sorgen. Karin, Verwandschaft, ist zeitlich mit der Pflege überfordert und stellt die junge russische Jelisaweta, 23 Jahre alt, für die Tante ein. Wilhelmine ist voll des Lobes für die junge Frau, die liebevoll und fürsorglich für sie sorgt. Bis zu jenem Tag als sie Lisa am Telefon russisch sprechen hört. Plötzlich ist Wilhelmine garnicht mehr die freundliche Frau und ergeht sich in Flüchen und Gemeinheiten über ihre junge Pflegerin. Diese weiß überhaupt nicht was der Grund für diesen Wandel ist und wehrt sich ihrerseits mit Gemeinheiten. Ein Pyschokrieg entsteht.... Was ist passiert? Warum reagiert Wilhelmine so heftig (diese elende Drecksrussin) und zeigt sich überhaupt und in keinster Weise versöhnlich? Das breitet Eva Baronsky gekonnt und in einer sehr ausgefeilten Sprache vor uns aus. Ich bekam in meiner Kindheit (ich bin in den 60er aufgewachsen) ständig eingebleut wie grausam, wie schrecklich und was weiß ich noch alles die Russen sind. Das ist sicherlich den Erlebnissen meines Vaters (den ich leider dazu nicht mehr befragen kann) geschuldet. Während des Lesens habe ich viel darüber nachgedacht und heute weiß ich dass sich beide Seiten, sowohl die russische als auch die deutsche, in nichts nachstanden was Grausamkeit gegenüber Frauen betraf. Wilhelmine allerdings läßt Jelisaweta Dinge spüren für die sie nichts kann und letztendlich hat Wilhelmine die meiste Schuld auf sich geladen. Alles in allem war mir Lisa viel näher als Wilhelmine. Ein sehr nachdenklich stimmendes Buch, mit dem die Autorin eine ganze andere Seite als bei "Herr Mozart wacht auf" gezeigt hat. Beide Seiten beherrscht sie gleich gut und ich freue mich schon auf ihr nächstes Buch. (dk)

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    09. March 2011 um 07:09

    Ich kann mich den Lobeshymnen hier eigentlich gar nicht anschließen. Sicherlich ist Magnolienschlaf kein schlechtes Buch, aber auch keines, daß mir jetzt länger in Erinnerung bleiben wird, dazu wirkt es auf mich zu zusammengeschustert und unfertig. Leider. Weder fand ich die Auflösung der beiden Geschichten der Frauen gelungen, noch hat mir das Buch jetzt besonders gut gefallen. Auf mich wirken die einzelnen Teile einfach nicht passend zueinander, das Verhalten der Frauen wird immer wieder von starken Schwankungen geprägt, mir fehlt da die Geradlinigkeit, die authentische Handlungsweise eines Charakters. Gerade die Erzählungen von Wilhelmines Geschichte erscheint mir zu fadenscheinig, zu konstruiert, zu gewollt dramatisch. Sicherlich hat die Autorin einen angenehmen und sehr einfühlsamen Schreibstil, der mir persönlich aber zu lange um Nichtigkeiten herumeiert, um dann den für mich wichtigen Dingen zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken und sie zu rasch abzuhandeln. Insgesamt bleibe ich unbefriedigt zurück nach diesem Buch, das mich zu Beginn, als es um die Pflege eines alten Menschen und die Beziehungen zwischen Wilhelmine, Lisa und Karin ging immerhin noch zur Nachdenklichkeit veranlaßt hat, mich dann aber immer weniger berühren konnte und letztlich sogar trotz der Kürze des Textes schrecklich langweilte. Ich glaube nicht, daß ich noch ein weiteres Buch der Autorin lesen möchte, da muß es sich schon um eine Thematik handeln, die mich brennend interessiert. Letztlich fand ich den Titel immerhin doch recht passend, wenn ich es auch ein wenig zu theatralisch fand, daß es dann ausgerechnet eine Magnolie sein mußte, ein Kirschbaum hätte es doch auch getan. Das Cover fand ich sehr ansprechend und es paßt auch gut zum Text, der mich halt nur leider eben nicht überzeugen konnte. Schade, aber vielleicht waren da auch einfach meine Erwartungen zu hoch.

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  • Rezension zu "Magnolienschlaf" von Eva Baronsky

    Magnolienschlaf
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    07. March 2011 um 19:41

    INHALT: (Quelle: aufbau) Ein kleines altes Haus am Rande der Großstadt und zwei Frauen, wie sie verschiedener nicht sein könnten: Wilhelmine und Jelisaweta trennt so viel mehr als 68 Lebensjahre. Jelisaweta ist 23 und für ein paar Wochen aus Smolensk nach Deutschland gekommen, um Wilhelmine zu pflegen, die seit einem Unfall an ihr Bett gefesselt ist. Doch was als scheinbar ideales Arrangement beginnt, gerät bald außer Kontrolle und wird zu einem Kleinkrieg, in dessen Verlauf die beiden Frauen sich auf grausam-weibliche Weise attackieren. Am Ende wird jede auf die Frage zurückgeworfen, was man mit sich anfängt, nachdem man der Wahrheit ins Auge gesehen hat. Denn Schuld wartet nicht auf Kläger, Sühne braucht keinen Richter, und der Krieg ist nicht vorbei, nicht für die Greisin und nicht für das Mädchen. Der Krieg hat gerade erst angefangen. ZUR AUTORIN: (Quelle: aufbau) Eva Baronsky, 1968 geboren, lebt im Taunus. Für ihren ersten Roman »Herr Mozart wacht auf« (2010) erhielt sie den Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe. Im Frühjahr 2011 erscheint ihr zweiter Roman »Magnolienschlaf«. EIGENE MEINUNG: „Magnolienschlaf“ besticht nicht nur durch ein zart, schlichtes, aber schönes Cover, sondern auch durch eine Autorin mit einer wunderschönen, klaren, schnörkellosen Schreibe, die dem Leser ans Herz geht. Was ich bei einem Thema wie diesem, welches viel Gefühl benötigt, um die richtige Wirkung beim Leser entfalten zu können, genau richtig finde. Ihre wunderbare Schreibe rückt die Lebensgeschichten und Familiengeheimnisse der beiden Frauen ins richtige Licht. In der Geschichte wird deutlich, wie stark und nachhaltig der zweite Weltkrieg Menschen über Generationen hinweg beeinflusst. Wilhelmine war während der Kriegsjahre eine junge Frau und hat die Gefahren und den Irrsinn des Kriegs am eigenen Leib zu spüren bekommen. Das ist so in ihr drin geblieben, dass die alte Angst und der Hass gegen Russen wieder in ihr aufflammen, als sie bemerkt, dass Jelisaweta aus Russland kommt. Diese kann das nicht nachvollziehen. Anfangs ist ihr noch nicht einmal klar, warum Wilhelmine sie plötzlich nicht mehr mag und stempelt ihre Angriffe, die sogar tätlich sind, als Bosartigkeit ab. Als sie bemerkt, dass es ihre Herkunft ist, die Wilhelmines Abneigung gegen sie aufkeimen lässt, wird es noch schlimmer, weil sie den Hass auf Rassismus schiebt. Ein Kleinkrieg zwischen den beiden beginnt, der von der Struktur her, aber dem Krieg ähnelt, den Wilhelmine durchgemacht hat. Er nimmt erst eine Wendung, als eine von beiden ernsthaft verletzt wird. Die Autorin macht in ihrem Roman deutlich, weshalb es überhaupt zum zweiten Weltkrieg gekommen ist. Weil es verdrehte Bilder der Kulturen gab. Weil man sich eine Meinung gebildet hatte, oder andrehen lassen hat, die nicht der Realität entsprach. Durch Verallgemeinerung und schlechte Aufklärung. Wie nachhaltig der Krieg auch noch die Generationen trifft, die während dieser Zeit noch nicht geboren waren, wird am Schicksal der jungen Russin verdeutlicht. Eva Baronsky spinnt zwei Fäden, die vom gleichen tragischen Zeitgeschehen, dem zweiten Weltkrieg ausgehen, und durch dieses Ereignis doch ganz zart, jeder auf seine eigene Art und Weise, miteinander verwebt sind. Geschickt spannt sie den Leser auf die Folter, in dem sie ihm nur hin und wieder ein Häppchen zuwirft, das ein kleiner HInweis darauf ist, welches tragische Erlebnis ihren jeweiligen Lebensweg beeinflusst haben könnte. Das hat zur Folge, dass man das Buch Seite für Seite verschlingt, um endlich hinter die Geheimnisse der beiden Frauen zu kommen. Allerdings zieht sich das meiner Meinung nach an manchen Stellen doch etwas in die Länge, was angesichts der wenigen Seiten des Buches aber nicht weiter schlimm ist, da man immer noch schnell durch kommt. Aus der eigenen Familie weiß ich, wie lange Angst und Hass zehren können. Ihr Leben lang hatte meine Ur-Großtante Angst vor französischen Landsleuten, weil ihr Bruder in Frankreich gefallen ist, obwohl jetzt ja nun niemand mehr etwas dafür kann. Ihr zu erklären, dass dort keine blutrünstigen und kriegerischen Menschen leben, war eine schwierige Sache. Ich mochte die beiden Protagonistinnen Jelisaweta und Wilhelmine sehr gern. Die Autorin stellt sehr gut die Probleme der beiden dar, denen sie aufgrund ihrer Generation begegnen. Wie z.B. Jelisawetas unglückliche Liebe in der Heimat. Am besten gefiel mir aber wie gut sie die Gedankengänge der 91-jährigen Wilhelmine beleuchtet hat. Dadurch kann der Leser viel Verständnis für die alte Dame aufbringen, was allerdings noch mehr Abneigung gegen deren Nichte Karin hervorruft, die für die Bedürfnisse der bettlägerigen Alten kein Gespür hat. FAZIT: „Magnolienschlaf“ ist ein Buch, das auf einfühlsame, aber deutliche Weise, aufzeigt, welche Kreise ein Krieg zieht, der aus so sinnlosen Gründen entstanden ist und doch die am härtesten trifft, die am wenigsten dafür können.

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