Eva Douma Deutsche Anwälte zwischen Demokratie und Diktatur

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Inhaltsangabe zu „Deutsche Anwälte zwischen Demokratie und Diktatur“ von Eva Douma

Die Autorin beschreibt erstmals die Rolle der Anwaltschaft während der NS-Zeit vom Vorabend der Diktatur bis in die Gründerjahre der Bundesrepublik. Die Untersuchung deckt personelle Kontinuitäten und andere Sachverhalte auf, die nach 1945 gern und mit Erfolg verschwiegen worden sind.

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  • Rezension zu "Deutsche Anwälte zwischen Demokratie und Diktatur" von Eva Douma

    Deutsche Anwälte zwischen Demokratie und Diktatur

    Sokrates

    21. September 2011 um 18:40

    Die sich immer schon als „ehrenwerte“ Berufsgruppe titulierenden Juristen/Anwälte haben insbeson-dere nach 1933 eine erstaunliche Kehrtwende durchgemacht, die Eva Douma überzeugend darstellt. Zwar haben Anwälte im Laufe der Geschichte immer gleichzeitig verschiedenen Prinzipien dienen müssen (Loyalität gegenüber Staat und Gesetz, Vertrauensverhältnis zum Mandanten, Neutralität), aber eine echte Kollision dieser Prinzipien erfolgte erstmals mit erschreckenden Folgen nach 1933. So wurden alle diese Grundprinzipien erstmals in Gänze in Frage gestellt. Neben der allgemeinen Selbst-organisation der Anwälte (Rechtsanwaltskammer) beschäftigt sich die Autorin auch mit dem Status als freien Beruf und den Folgen der Selbstverwaltung durch die Rechtsanwaltskammer. Darüberhinaus beschäftigt sie sich mit Ausbildung und den Voraussetzungen für die Anwaltszulassung seit den spä-ten Jahren der Weimarer Republik. So wird deutlich, dass die seit 1933 beginnende Verdrängung unliebsamer Juristen aus dem Anwaltsberuf (Kommunisten und insbesondere Juden) nicht nur einer „Säuberung“ diente, sondern auch dem Ziel diente, die seit der Weimarer Republik vorherrschende Anwaltsschwemme zu beseitigen. Eva Douma zeigt hierbei auch, aus welchen Milieus Anwälte zu damaligen Zeiten kamen; ob aus der Oberschicht oder dem Bildungsbürgertum. Zwar waren nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 gut 2/3 der Anwälte NSDAP-Mitglieder, in der Weimarer Republik hingegen waren sie noch überwiegend liberal und (national-)konservativ orientiert. Abschließend beschäftigt sich die Historikerin mit der Wiederzulassung der Anwälte nach 1945 sowie der Entnazifizierung – sofern stattgefunden. . Das Buch bietet einen sehr gut geschriebenen und alles Wesentliche abhandelnden Überblick über eine sehr ereignisreiche Zeitspanne ab. Die Autorin war bestrebt – was man merkt – möglichst alle Bereiche wenigstens kurz anzusprechen. So finden sich neben den bereits genannten Bereichen auch Berufsorganisation, Arbeitsablauf und berufliche Qualifikation eine Erwähnung, Inhalte, die man in einer rein historischen Abhandlung zunächst erst einmal nicht vermuten würde. Bei dem Versuch, möglichst alles zu erfassen, bleibt die Autorin verständlicherweise an der Oberfläche. Allerdings ist das Buch eine gute Einführung bzw. die richtige Literatur für eine Erschließung des Themas.

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