Zeitzeugenberichte berühren mich immer wieder aufs Neue. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte und genau deshalb lese ich solche Bücher so gerne. Auch Eva Erben erzählt nicht einfach nur, was damals passiert ist, sondern nimmt einen mit in ihre Kindheit. Sie erzählt ihre Erinnerungen ganz ruhig und chronologisch, als würde man mit ihr am Tisch sitzen und sie würde einfach aus ihrem Leben erzählen. Genau das hat mir unglaublich gut gefallen.
Besonders bewegend fand ich, dass man vieles durch die Augen des kleinen Mädchens erlebt, das sie damals war. Sie beschreibt keine großen Dramen, sondern die Gedanken und Gefühle, die sie in diesen Momenten hatte. Gerade das hat mich oft mehr berührt als jede ausführliche Beschreibung. Man merkt einfach, dass jedes Erlebnis echt ist und nicht ausgeschmückt werden muss.
Beim Lesen war ich traurig, aber auch wütend. Es macht mich jedes Mal fassungslos, wozu Menschen fähig sind und wie einer einzelnen Person so viel Macht gegeben werden konnte. Niemand sollte so etwas jemals erleben müssen. Gleichzeitig zeigt Evas Geschichte aber auch, dass es selbst in den dunkelsten Zeiten Menschen gab, die Mitgefühl gezeigt und geholfen haben.
Obwohl das Buch nur wenige Seiten hat, konnte ich es kaum aus der Hand legen. Es hat mich berührt, nachdenklich gemacht und wird mir sicher noch lange im Kopf bleiben. Für mich sind genau solche Zeitzeugenberichte wichtig, weil sie Geschichte nicht nur erzählen, sondern greifbar machen.













