Eva Gesine Baur "Mein Geschöpf musst du sein"

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Inhaltsangabe zu „"Mein Geschöpf musst du sein"“ von Eva Gesine Baur

Die junge Adlige und der wilde Dichter - es war Liebe auf den ersten Blick. Und bis in den Tod. Als sanfte Gattin eines großen Geistes ging Charlotte in die Geschichte ein. Dieses Buch zeichnet ein anderes Bild der berühmten Ehe. Und so steht ein ungewohnter Schiller vor uns - gesehen aus dem Blickwinkel seiner Frau, beobachtet aus großer Nähe, mit allen seinen Schwächen und Marotten. (Quelle:'Flexibler Einband')

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  • Rezension zu ""Mein Geschöpf musst du sein"" von Eva Gesine Baur

    "Mein Geschöpf musst du sein"

    Sokrates

    09. April 2011 um 20:34

    Eva Gesine Baur hat eine Biographie über Charlotte Schiller geschrieben, bei der ich mich - seltsamerweise - ein wenig schwer tue in der Beurteilung. Wahrscheinlich, weil man von ähnlichen Biographien eines Rüdiger Safranski oder einer Sigrid Damm verwöhnt ist. - Eva G. Baur gelingt es meiner Meinung nach recht gut, aus den vorliegenden - v.a. brieflichen - Quellen ein vielgestaltiges Bild des Lebens der Charlotte "Lotte" von Lengenfeld, später Schiller zu skizzieren. Sie schreibt belebt, irnoisch, facettenreich, farbig. Hin und wieder gleitet sie jedoch in Triviales ab; sei es die Sprache, die Wahl der Worte, oder die wiedergegebenen Szenen. All das vielleicht nur, weil sie für ein "normales" Publikum schreibt? Denn das Buch ist nur begrenzt wissenschaftlich verwertbar; die Literaturliste am Ende ist nur in Auszügen abgedruckt, Fußnoten mit Quellenangaben erscheinen im Text gar nicht. Und dann eben die hin und wieder arg drolligen Beschreibungen. - Der Autorin gelingt es aber dennoch, die Weimarer / Rudolstädter Gesellschaft der Schiller-Jahre zu beschreiben. Mir persönlich war von Schillers Charakter in Bezug auf Frauen, und insbesondere natürlich zu Charlotte, leicht enttäuscht. Oberflächlich, unemotional, nur dem eigenen Vorteil und dem eigenen Vernügen nachheischend, verantwortungslos, dünnhäutig, akzentlos. Problemen und zwischenmenschlichen Verwerfungen geflissentlich aus dem Weg gehend. Nach Safranskis Schiller-Opus hatte ich mit einem charakterfesteren Schiller gerechnet. Statt dessen möchte er möglichst mehrere Frauen gleichzeitig sein "Eigen" nennen, sich auch öffentlich zu ihnen bekennen können und natürlich nicht festlegen müssen auf nur eine. Inwieweit er mit Charlottes Schwester Karoline eine engere Beziehung, evtl. auch sexueller Art (mglw. sogar noch nach seiner Eheschließung mit Charlotte) hatte, bleibt offen, denn die Zeitzeugen schweigen sich aus; einzig Humboldt schreibt über diese Verbindung, auch wenn er - für damalige Verhältnisse logisch - oberflächlich, vage, verhalten reagiert. Natürlich auch nicht wirklich etwas weiß; es sind ja meist nur Gerüchte. - Insgesamt konnte mich dieses Buch nur zu 2/3 überzeugen. Und deshalb auch nur 4 von 5 Sterne.

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