Eva Gesine Baur Einsame Klasse

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Inhaltsangabe zu „Einsame Klasse“ von Eva Gesine Baur

Vamp, Diva, Legende: Es sind immer dieselben Begriffe, die mit Marlene Dietrich verbunden werden und den Blick auf sie verstellen. Diese Ausnahmeperson war widersprüchlicher, moderner und kompromissloser als jeder andere Hollywoodstar. Doch was diese Frau so außergewöhnlich machte, zeigt sich erst, wenn sie in ihrer Zeit gesehen wird. Marlene Dietrich zog Hosen an, als Frauen dafür auf offener Straße Prügel ernteten. Sie holte ihr Kind nach Hollywood, als Muttersein das Aus für einen erotischen Filmstar bedeutete. Sie widerstand den Lockrufen Hitlers, als viele ihrer Kollegen umfielen. Und sie begann in einem Alter eine zweite Bühnenkarriere, in dem andere für immer abtraten. Eva Gesine Baur hat sich auf die Fährte einer Persönlichkeit begeben, die sich systematisch dem Zugriff entzog und immer noch Rätsel aufgibt: Wie konnte eine Frau, deren Liebhaber Erich Maria Remarque, Gary Cooper, Jean Gabin, John F. Kennedy und Yul Brynner hießen, sich als nicht schön bezeichnen? Warum zweifelte sie an ihren schauspielerischen Fähigkeiten? Wie kam es, dass diese umschwärmte Diva ein Leben lang über Einsamkeit klagte? Und was war der Grund dafür, dass der Mensch, den Marlene Dietrich am meisten liebte, ihre Liebe nicht zu erwidern imstande war - das einzige Kind?

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    Einsame Klasse
    Clari

    Clari

    14. July 2017 um 17:29

    Die opulente Biographie über den Weltstar Marlene Dietrich umspannt fast das gesamte 20.Jahrhundert.1901 in Berlin geboren starb sie nach einem langen nicht immer glücklichen und doch erfüllten Leben 1991 in Paris.Beginnend mit einer unruhigen Kindheit, in der schon früh ihr Talent und ihr eiserner Wille zutage trat, spannt sich der Bogen des Schicksals von Marlene Dietrich über die Jahre als Schauspielerin, Sängerin und Bühnentalent.Die Autorin Gesine Baur begibt sich ganz in die Tiefen des Lebens, um auszuloten, wo die Stärken, die Größe oder die Niederlagen von M.Dietrich zu finden sind.Sie zeichnet das Bild einer exzentrischen, von ihren eigenen Gefühlen häufig überforderten Frau, die mit ungeheurer Selbstdisziplin und Strenge ihr Leben meistert. Sie ist schlagfertig, hat Humor und geht durch seelische Tiefen.Unvergessene Filme und Lieder machten Marlene unsterblich.Unabhängig von ihrer Karriere umfasst die Biographie das unruhige politische Zeitalter der zwei Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts und der rauschhaften Nachkriegszeiten. Ende der zwanziger Jahre führte sie ihr Weg nach Hollywood. Dort fanden sich kurze Zeit später die Exilanten ein, die dem Naziregime entkommen konnten. Bekannte Schriftsteller, Musiker und Schauspieler sind darunter. Man kennt sie aus vielen Erzählungen, Berichten und Romanen. Marlene eilt von Erfolg zu Erfolg. Ihre Einnahmen sind immens und ihre Ausgaben auch! Sie unterstützt viele ihrer Freunde, natürlich ihren Mann und seine Geliebte, ihre Tochter Maria, Mutter und Schwester. Ihr Leben ist kräftezehrend. Gesine Baur kann durchaus vermitteln, wie großartig und elegant sie war, und wie entzückt die Menschen von ihrer Ausstrahlung waren. Marlene faszinierte durch ihr Kühle, ihren Glamour, ihre Tatkraft und Schönheit. Sie war klar, direkt und ehrlich in ihren Aussagen, wozu auch die frühe Abneigung gegen das Naziregime gehörte.Als sie älter wurde, klagte sie über Einsamkeit und gierte nach Bewunderung, denn Selbstzweifel quälten sie ihr Leben lang. Liebesaffären gab es zuhauf, Schmerz über Trennungen schließlich auch.Je älter sie wurde, umso verbissener bastelte sie an ihrem Ruhm und ihrer Karriere. Eine stete Überforderung macht ihr in späteren Jahren körperlich und seelisch zu schaffen.Die Vielzahl der Verehrer, Liebhaber und Bewunderer sind am Ende nicht mehr zu fassen. Zahlreiche berühmte Namen tauchen auf. Im Krieg konnte sie die alliierten Soldaten ermuntern, und jeder, der von ihr sprach, bewunderte ihre Detailbesessenheit, mit der sie ihre Bühnenshows akkurat plante. Je älter sie wurde, desto härter arbeitete sie an ihrem Image und überwand schier unüberwindlich Schwierigkeiten.Selbst die Jahre des Vergessens weiß die Diva zu inszenieren; ein passenderes Ende als "mittellose Diva in Einsamkeit" hätte nicht erfunden werden können. Und doch schwärmten zu allen Zeiten ihre Gönner und Bewunderer bis in ihr hohes Alter von ihrem Charme. Zuletzt allerdings wurde sie wohl sehr, sehr unberechenbar und launisch.G.Baur geht minutiös dem Leben dieses Ausnahmetalents nach, so dass man sich überhaupt nicht langweilt. Im Anhang sind Ergänzungen zu den einzelnen Kapiteln aufgeführt.Eine ehrenwerte hommage an Marlene Dietrich ist Gesine Baur mit diesem Werk gelungen. Sie ist eine anerkannte Kulturhistorikerin.

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  • Aussagekräftige Biographie einer starken „Klasse-Frau“

    Einsame Klasse
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    12. May 2017 um 13:20

    Aussagekräftige Biographie einer starken „Klasse-Frau“Chopin und Mozart hat Eva Gesine Baur dem Leser in den letzten Jahren bereits bestens und „hautnah““ nahegebracht.Nun wendet sie sich Marlene Dietrich zu. Weltstar. Diva. Im Muff der Nachkriegsjahre „Volksverräterin“ auch beschimpft, da sie sich in Kriegszeiten konsequent dem Nazi-Regime verweigerte und aktiv die amerikanischen Truppen unterstütze.Dabei eine echte Persönlichkeit mit Ecken und Kanten, eine, die Stereotype oft durchbrochen hat und, nicht zuletzt, eine der hervorragendsten Schauspielerinnen ihrer Zeit.Schlagfertig und nie um eine Antwort verlegen hat diese Marlene Dietrich ein um das andere Mal die gängigen Konventionen nicht einfach durchbrochen, sondern für sich grundsätzlich nicht gelten lassen. Was ihr ausschweifendes Liebesleben anging, was ihre Mutterschaft anging, ihren Auftritt, ihre Kleidung und ihr Beharren auf dem ganz eigenen Weg.Eigenschaften, die Eva Gesine Baur bestens und feinfühlig im Buch herausstellt und dem Leser die Persönlichkeit „der Dietrich“ emotional nah in ihren inneren Motiven kommen lässt.Eindrucksvoll auch da, wo es hässlich wird, wo eine Frau ihr im Hotel in Deutschland ins Gesicht spuckt, wo Marlene Dietrich dünnhäutig wird, um Fassung ringen muss. Was selten bei ihr vorkam.„…trotzdem findet Marlene nicht zu der Sicherheit, für die sie bekannt ist“.„Der Schwefelgestank von faulen Eiern setzt sich nicht nur in der Nase, sondern auch im Unbewussten fest. Nur eines rettet sie: dass der Ablauf exakt duchkalkuliert ist. Jede Geste, jeder Schritt“.Wobei diese Momente tatsächlich nicht generell der Person der Dietrich entsprechen. Sie war tatsächlich eine grundlegend starke und in sich sichere Frau, auch wenn, natürlich, der ein oder andere private oder, wie beschrieben, berufliche Moment sie auch im Inneren erschütterte.Eine Stärke aber, die sich auch von einem Sturz von der Bühne samt Schulterbruch nicht davon abhalten ließ, souverän und scheinbar entspannt das Programm zu Ende zu bringen.Die auch im Alter ihren Biss nicht verlor.Die ein „intimes Tagebuch“ führte, in dem akribisch vermerkt war, mit wem sie das Bett geteilt hat.Wenn Ihre Replik auf Leni Riefenstahls Memoiren darin besteht, öffentlich kundzutun:„Sternberg und Remarque, den Leni als Freund bezeichnet, würden sich totlachen, wären sie nicht schon tot“.Und Remarque vor allem konnte sie „hautnah“ einschätzen.Von Beginn an über das Aufwachsen, die ersten Schritte auf der Bühne, die tosenden Erfolge, der Gang nach Amerika, das Werben des Hitler-Regimes um den einzigen deutschen Star von Weltruf, die Rückkehr nach Deutschland als Künstlerin, das „sich einbunkern“ in Paris, die Verweigerung dringend notwendiger ärztlicher Hilfe und chirurgischer Eingriffe 1992 nach einem Sturz bis hin zum Tod. Bis hin zum letzten, spürbaren Schmerz über eine zentrale, in ihren Augen „unerwiderte Liebe“.Das aber sollte jeder Leser selbst für sich aus diesem eindrucksvollen, sehr flüssig zu lesenden und sehr kenntnisreichen Buch herauslesen.

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