Eva Ibbotson

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Autor von Maia, Das Geheimnis von Bahnsteig 13 und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Eva Ibbotson

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Maia

Maia

 (94)
Erschienen am 01.04.2006
Das Geheimnis von Bahnsteig 13

Das Geheimnis von Bahnsteig 13

 (87)
Erschienen am 19.02.2016
Die Morgengabe

Die Morgengabe

 (53)
Erschienen am 01.06.2006
Das Geheimnis der 7. Hexe

Das Geheimnis der 7. Hexe

 (33)
Erschienen am 01.04.2004
Annika und der Stern von Kazan

Annika und der Stern von Kazan

 (30)
Erschienen am 01.10.2009
Das Geheimnis der verborgenen Insel

Das Geheimnis der verborgenen Insel

 (28)
Erschienen am 09.06.2017
Sommerglanz

Sommerglanz

 (21)
Erschienen am 01.04.2007
Die Vertraute

Die Vertraute

 (19)
Erschienen am 01.10.2007

Neue Rezensionen zu Eva Ibbotson

Neu

Rezension zu "Das Geheimnis der verborgenen Insel" von Eva Ibbotson

Monsterinsel mit Tanten
EmiliAnavor einem Monat

Würde man den Originaltitel von Eva Ibbotsons um das Jahr 2000 veröffentlichten spannenden Roman für Kinder ab zehn Jahren wortwörtlich ins Deutsche übersetzen, so würde er "Insel der Tanten" heißen. Ein sehr treffender Titel, wie man feststellen wird, wenn man das Buch liest!
Denn die Hauptfiguren sind - Tanten! Nein, keine richtigen Tanten, vielmehr solche, die in englischen Familien gerne engagiert werden, um sich in irgendeiner Weise um den Nachwuchs zu kümmern. Sei es, um ihn von der Schule abzuholen, auf einer Bahnreise zu begleiten oder sich während der - allzu häufigen - Abwesenheit der Eltern um ihn zu kümmern. Der Einsatzmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.
Die drei Tanten unserer Geschichte heißen Etta, Coral und Myrtle. Sie wohnen seit ewigen Zeiten mit ihrem steinalten Vater auf einer Insel irgendwo im nördlichen Atlantik, auf der sie sich um Tiere aller Art kümmern, die hier nach allerlei Umweltkatastrophen Zuflucht gefunden haben.
Doch nicht nur Vögel und Seehunde hat es auf die Insel verschlagen, von deren Existenz außer den drei Tanten und deren beiden Schwestern, von denen die eine auf dem Festland lebt und die andere zu Beginn der Geschichte in einem Gefängnis in Hongkong einsitzt, niemand weiß.
Auch magische Wesen, Fabelwesen, wie Nixen, Selkies, ein Boobrie-Weibchen und sogar ein Lindwurm haben sich hierhergerettet, von den Tanten liebevoll versorgt und behütet....
Als eines Tages Etta, Coral und Myrtle beschließen, sich aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters und der nicht mehr zu bewältigenden Arbeitsbelastung Hilfe von außerhalb zu holen, kommen sie auf die fatale Idee, sich als Tanten getarnt in England umzusehen und phantasiebegabte Kinder mit sanftem Gemüt zu kidnappen, die ihr Werk fortsetzen können.
So wählen sie Minette und Fabio aus, die beide in einem ziemlich unerträglichen Leben festsitzen und diesem nur zu gern entfliehen möchten. Leider aber kommt ungeplant und aus Versehen auch Lambert hinzu, ein ganz und gar unerträgliches, gefühlloses und verzogenes Kind, eines von der Sorte, wie die Autorin sie gerne in ihren Büchern auftreten lässt und die den übrigen Protagonisten das Leben schwermachen.
Während sich Minette und Fabio sehr schnell auf der seltsamen Insel einleben und bald mit Feuereifer ihr nicht geringes Arbeitspensum erledigen, sinnt der brüllende und tobende Lambert auf Flucht!
Mittels seines Handys gelingt es ihm, Kontakt zu seinem Vater, dem widerwärtigen Millionär Sprott herzustellen, der sich augenblicklich auf den Weg zu der verborgenen Insel macht, um die Idylle dort zu zerstören und sich der Fabelwesen zu bemächtigen, denn seine Profitgier ist unermesslich!
Gefahr ist im Verzuge, wie den Bewohnern der Insel bald zu ihrem Schrecken bewusst wird. Und es geht dabei nicht nur um die Rettung der phantastischen Wesen, sondern um viel mehr, um die Rettung der Erde und ihrer Lebewesen nämlich, die abhängig ist von dem großen Kraken, dem Retter der Meere, der seinen Sohn während seiner Friedensreise um die Welt auf der Insel zurückgelassen hat, ihn dem Schutz der Tanten und der Kinder anbefohlen hat.
Und wenn dem kleinen Kraken ein Leid geschieht - was wird dann aus dem blauen Planeten? Und - wie wird die Rache des mächtigen Riesenkraken aussehen?

Es ist nicht leicht einzuordnen, dieses Buch aus der Feder der englischen Autorin mit österreichischen Wurzeln Ibbotson.
Ein Kinderbuch ist es, das aber auch Erwachsene anspricht. Es ist gleichzeitig ein fesselnder Krimi, ein Öko-Krimi, wenn man so möchte, denn es thematisiert die Verschmutzung und Zerstörung der Ozeane und die Folgen für ihre Bewohner, dies auf eindringliche und recht krasse Weise.
Ein Fantasy-Roman ist das Buch aber natürlich auch, das bevölkert ist von zauberhaften Wesen, allen voran dem großen Kraken, auf dem die Hoffnung aller Meeresbewohner ruht und den man sich auch für unsere bedrohte Welt, die reale Welt, wünschen möchte.
Wie auch immer man den Roman aber klassifizieren möchte - er ist wunderbar und wundersam, so wie alles, was sie geschrieben hat, diese so beeindruckende Autorin, die sich so einfühlsam in die Menschen, allen voran die Kinder, hineinversetzen kann, die ihnen tief in die Seelen blickt und stets als Anwältin der Außenseiter-Kinder auftritt, die oft verloren sind und traurig und ein nicht einfaches Leben bewältigen müssen.
Keinerlei Mitgefühl hat die Autorin hingegen mit jenen Vertretern der menschlichen Spezies, die die Rechtschaffenen plagen und peinigen, die gewissenlose Geldgier zur höchsten Maxime machen. Die prangert sie auf ihre subtil-ironische Art, die gerne überzeichet, gnadenlos an, lässt sie nicht selten als Karikaturen ihrer selbst erscheinen.
Ihre Sympathien verteilt sie klar, überdeutlich für den Leser, auch für den ganz jungen, der ihr dabei willig folgt.

"Ich brauche ein glückliches Ende" hat die inzwischen verstorbene Schriftstellerin einmal in einem Interview gesagt.
Auf diese Aussage darf man sich verlassen, immer! Was aber nicht bedeutet, dass das jeweilige Ende, das sie sich ausdenkt, vorhersehbar ist; oft ist es ganz anders, als man erwartet hätte, und ebenso oft lässt es ganz lange auf sich warten, spannt den Leser regelrecht auf die Folter, lässt ihn mit den ihm liebgewonnenen Romanfiguren bangen, so dass er beinahe überrascht ist, dass sich am Schluss doch noch alles richtet.
Der vorliegende Fantasy-Roman mit starkem Realitätsbezug und Krimi-Elementen bildet da keine Ausnahme!

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Rezension zu "Fünf Hunde im Gepäck" von Eva Ibbotson

Fünf Hunde finden ihre Bestimmung
EmiliAnavor 2 Monaten

Der zehnjährige Henry aus London hat alles, was das Kinderherz begehrt, wie seine reichen und versnobten Eltern glauben, ohne sich je die Mühe zu machen, mehr als nur einen oberflächlichen Blick in das Herz ihres Sohnes zu werfen.
Denn Henry ist einsam, so einsam, dass es einen schier zerreißt, dass man ihn am liebsten fest in die Arme nehmen und alle Wärme geben würde, über die man verfügt. Denn das ist es, was er, der liebenswerte, so fügsame und gehorsame Junge, dessen sehnlichster Wunsch nach einem Hund, der einzige Wunsch, den er je äußerte, auf eine so niederträchtige Art "erfüllt" wurde, dass man vor Entsetzen schreien möchte - oder verstummen!
Seine Eltern nämlich, die ignorantesten und selbstherrlichsten Kreaturen, die man sich vorstellen kann, leihen Fleck, einen Mischlingshund, in den Henry sich sofort verguckt hatte, bei der ebenso herzlosen Hundeagentur "Rent-a-dog" aus, lassen den Jungen, der sich zunächst vor Freude kaum fassen kann, über diese Tatsache aber im Unklaren - und bringen das Tier, das seinerseits sein Hundeherz an Henry verloren hat, nach zwei Tagen wieder zu der Agentur zurück. Heimlich, hinter Henrys Rücken!
Henrys Kummer ist unbeschreiblich, und der von Fleck ebenfalls.
Doch dann kommt Freund Zufall daherspaziert: Henry trifft seinen Hund wieder und beschließt, ihn von "Rent-a-dog" zu stehlen und sich mit ihm auf den Weg zu seinen geliebten Großeltern zu machen, die am Meer, an der Grenze zu Schottland, in einem bescheidenen Fischerhäuschen leben und so ganz anders sind als Henrys Eltern, die nur in Pfundnoten denken und darüber alle Wärme, die vielleicht einmal in ihnen gewohnt hat, verloren haben.
Doch so einfach, wie Henry sich seine Flucht vorstellt, ist sie nicht, denn da sind noch vier andere Hunde, Flecks Zimmergenossen, die von dem Mädchen Pippa, das ihre Schwester Kaylay vertritt, die sonst für die Hunde in der Agentur sorgt, kurzerhand befreit werden und nicht davon abzubringen sind, sich Henry und Fleck anzuschließen.
Die unerschrockene Pippa vervollständigt das Sextett aus einem zaghaften, aber nun wild entschlossenen Jungen und fünf Hunden, die allesamt so entzückend sind, dass ihnen die Leserherzen im Sturm zufliegen und nicht mehr von ihnen weichen.
Und so beginnt ein wundersames, anrührendes aber auch riskantes und mitunter gefährliches Abenteuer, bei dem nicht nur Henry über sich hinauswächst und bei dem die befreiten Hunde ihm treu zur Seite stehen - und am Ende dafür belohnt werden, indem ein jeder seinen Platz, seine Heimat, sein Herzenszuhause findet.
An dem aber auch den Erwachsenen, die vergessen haben, was in Kinderseelen vorgeht oder sich schlicht und einfach nicht dafür interessieren, weil sie nicht mehr wissen oder wissen wollen, wie es ist, ein Kind zu sein, oder weil sie selbst nie wirklich Kinder waren, eine nachhaltige und wohlverdiente Lehre erteilt wird!

Ein Buch wie das vorliegende zu schreiben, bringt nur eine Schriftstellerin wie die 2010 verstorbene Eva Ibbotson fertig!
Sie ist das genaue Gegenteil von Menschen, wie sie durch Henrys Eltern verkörpert werden, muss es sein, denn so wie sie kann nur jemand schreiben, der sich tief, ganz tief in die bereits zitierten Kinderseelen hineinversetzen und dem, was sie da sieht, Rechnung tragen kann!
Sie versteht sie wie nur wenige mir bekannte Autoren, so wie etwa eine Astrid Lindgren es tut oder natürlich der großartige Schriftsteller und Kinderfreund Otfried Preußler.
Und nicht nur in Kinderseelen blickt sie hinein, sondern genauso in die der Hunde. Ihre tierischen Protagonisten lässt sie auf eine Weise agieren, bei der jeder Hundefreund und -kenner nur begeistert zustimmend mit dem Kopf nicken wird.

Neben ihrem tiefen Einfühlungsvermögen in junge Menschen und überhaupt in jedwede Kreatur weiß die 1925 in Wien geborene und mit acht Jahren nach Großbritannien ausgewanderte Autorin auch zu schreiben! Berührend zu schreiben, wunderbar zu schreiben, so zu schreiben, dass man versinkt in ihren Geschichten, sich nicht von ihnen lösen kann. So voller Wärme, Weisheit und Lebensklugheit sind sie, dass man gelegentlich eine Träne nicht zurückhalten kann, ob es sich nun um ihre belletristischen Werke oder, wie hier, um ein Kinderbuch handelt. Aber was für ein Kinderbuch! Eines, dem kaum ein Kind, das sich noch Träume und unschuldige Unvoreingenommenheit bewahrt hat, wiederstehen kann - und wenige Erwachsene ebenso! Ein Juwel unter den Kinderbüchern, das Eva Ibbotsons unverwechselbare Handschrift trägt.

Viele Kinderbücher werden nur für einige wenige Jahre gelesen, dann versinken sie in Vergessenheit. Andere hingegen bleiben ewig jung, ganze Generationen von Kindern lesen sie immer aufs Neue mit Begeisterung - auch wenn sie dann schon längst erwachsen sind.
Ich wage zu sagen, dass die Wienerin, die auch in England immer auf der Suche nach Heimat war, immer einen besonderen Schmerz im Herzen trug und vielleicht deshalb so offen und klarsichtig blieb für die vielen großen und kleinen Nöte, die das Menschsein nun einmal mit sich bringt, zu letzteren gehört!

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M

Rezension zu "Das Geheimnis des wandernden Schlosses" von Eva Ibbotson

Geister, Ganoven und Freundschaft
Moonievor 4 Monaten

Alex ist zwölf, ein echter schottischer Laird und er wohnt mit seiner Tante und fünf Geistern in einem Schloss am schottischen Meer. Natürlich hat Alex nicht die Mittel, um dieses Schloss in Stand zu halten und er muss einsehen, dass er es verkaufen sollte. Ein sehr reicher, amerikanischer Interessent meldet sich, er hat allerdings eine Bedingung: es darf nicht spuken auf dem Schloss, damit seine kranke Tochter sich nicht erschrecken kann.

Alex muss also seine Geister, einen alten Wikinger, eine Gouvernante, einen jungen Poltergeist, einen alternden Vampir ohne Gebiss dafür mit Rollstuhl und den Höllenhund Cyril bitten, in Zukunft woanders zu spuken und das Schloss zu verlassen. Weder die Geister noch Alex sind darüber glücklich. Aber dann kommt alles sowieso ganz anders.

Das Schloss wird nach Texas gebracht, die Geister enden in einem Kino und Alex wird von dem Millionär eingeladen, den Wiederaufbau seines früheren Schlosses zu überwachen. Helen, die Tochter des Millionärs entpuppt sich dabei als absolut nicht ängstlich und auch nicht sonderlich krank und die beiden Kinder freunden sich an.

Wenn man allerdings so viel Geld hat wie Helens Vater, kennt man zwei Dinge auf jeden Fall zur Genüge: Sorgen und Angst. Und manchmal ist diese Angst auch begründet, denn es gibt da diese drei Musiker, die etwas ganz anderes planen und auch nicht die sind, die sie zu sein scheinen. Die Geister kommen ihnen auf die Schliche, aber so richtig können die Puzzle erst zusammengesetzt werden, als alles schon fast zu spät ist.

Alex ist eine sympathische Hauptfigur, ebenso Helen, die richtig aufblüht, als Alex eine Weile bei ihr wohnt. Besonders angetan haben es mir aber die Geister, die alle ihre merkwürdigen Eigenarten haben und trotzdem so "menschlich" sind. So gibt es viele lustige Szenen, weil da ganz verschiedene Figuren aufeinandertreffen. Überhaupt mag ich die Hintergründe und die Geschichten der einzelnen Figuren, über die man viel erfährt.

Der Schreibstil ist wirklich gut zu lesen (bzw. zu hören - in meinem Fall - ich hatte das von Rufus Beck super gelesene Hörbuch), kindgerechte Sprache, dabei witzig und spannend. Wirklich eine schöne Geschichte, besonders geeignet für furchtlose Hörer ab 10, denke ich. (Es gibt durchaus ein paar sehr ernste Themen, aber auch diese werden heiter und kindgerecht angesprochen, finde ich).

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