Eva Illouz Der Konsum der Romantik

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Inhaltsangabe zu „Der Konsum der Romantik“ von Eva Illouz

Zu den kulturellen Widersprüchen, die den Kapitalismus kennzeichnen sollen, gehört der Gegensatz von romantischem Liebesideal und der kalten Welt der Ökonomie. Das in den USA preisgekrönte und in Deutschland hymnisch besprochene Buch zeigt dagegen auf, inwiefern die beiden Sphären sich längst wechselseitig beeinflussen und miteinander verschmelzen: Galt die romantische Liebe als letztes Refugium in einer kommerzialisierten Welt, so zeigt Eva Illouz, wie sich etwa die Paarbeziehung unter dem Einfluß des totalen Konsums verändert hat. Die kollektive Utopie der Liebe, einst als Transzendierung des Marktes idealisiert, ist im Prozeß ihrer Verwirklichung zum bevorzugten Ort des kapitalistischen Konsums geworden.

Eva Illouz beleuchtet unsere Gesellschaft aus einem vollkommen anderen Blickwinkel. Lesens- und bedenkenswert.

— ElyseoDaSilva

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  • Liebe und Konsum in der postmodernen Gesellschaft

    Der Konsum der Romantik

    Sokrates

    25. June 2013 um 20:59

    Gegenstand des Buches ist unser moderner Umgang mit Liebe als Gefühl und als sozialer Komponente. Liebe wurde zu allen Zeiten unterschiedlich definiert und erhielt hiernach einen unterschiedlich gewichtigen Rang im sozialen Gefüge. Die Moderne brachte mit ihrem Individualismus der Liebe mehr Entfaltungsspielraum als dies in früheren Zeiten möglich war. Eva Illouz weißt jedoch nach, dass Liebe spätestens seit den 1920er Jahren mehr und mehr mit amerikanischem Konsumverhalten/-verständnis verwoben wurde. Werbung und Habitus der amerikanischen Mittelschicht begannen Rituale zu definieren, die schließlich westliches Kulturgut wurden (so bspw. das Rendezvous, das gemeinsame Ausgehen, ein gemeinsamer Kinobesuch).  Die Verknüpfung solcher Praktiken mit Liebe hat sich schließlich, durch Werbung vereinheitlicht, in der gesamten westlichen Welt verbreitet und ist mittlerweile gesellschaftlicher Konsens geworden. Die von Illouz exemplarisch erhobenen Daten (Interviews) zeigen, wie Romantik am Vorhandensein der o.g. Erlebnisse festgemacht wird. Andersherum sind Momente der Zweisamkeit weniger romantisch, wenn sie nicht mit diesen „gesellschaftlichen Klischees“ verbunden sind; damit ist aber auch immer eine Verbindung (in irgendeiner Weise) mit Konsum hergestellt. Ein reiner Naturbesuch wirkt – so jedenfalls die Ergebnisse ihrer Befragungen – weniger romantisch. Illouz’s Endresultat ist vernichtend: ‚Liebe‘ ist heute etwas anderes; konsumorientiert, materialisiert. Beziehungen müssen „sich rechnen“; insoweit hat sich zur Liebeswirklichkeit früherer Jahrhunderte wenig geändert, auch wenn wir meinen, in einer „freieren“ Welt zu leben. Dass Menschen in ihren Lebensentwürfen materiell wie intellektuell überzeugen müssen, ist heute umso wichtiger geworden. Man sucht lange nach dem passenden Partner, definiert Beziehungen nach deren Individualnutzen. Auch wenn die Arbeit sich eher an (soziologisches) Fachpublikum richtet, so schafft es Eva Illouz dennoch, ansprechend zu schreiben und auch einem Nicht-Fachpublikum ihre Positionen verständlich näher zu bringen. Lesenswert als zeitkritische Studie.

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