Eva Müller

 4,3 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Gott hat hohe Nebenkosten, Sterben ist echt das Letzte und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Eva Müller

Eva Müller, geboren 1979, arbeitet als freie Journalistin für die ARD/WDR-Dokumentations-Redaktion »Die Story« sowie das ARD-Politikmagazin Monitor. 2013 erschien ihr Buch »Gott hat hohe Nebenkosten. Wer wirklich für die Kirchen zahlt«, das ein Bestseller wurde. Für ihre Filme wurde sie u.a. mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem Axel-Springer-Preis, dem CNN Award »Journalist Of the Year« und dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet. »Es sind die journalistischen Grundtugenden, die Eva Müller pflegt, und sie und die Zuschauer werden dafür mit jeder Menge Erkenntnis belohnt.« Süddeutsche Zeitung

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Eva Müller

Cover des Buches Gott hat hohe Nebenkosten (ISBN: 9783462044850)

Gott hat hohe Nebenkosten

 (7)
Erschienen am 07.01.2013
Cover des Buches Sterben ist echt das Letzte (ISBN: 9783934167865)

Sterben ist echt das Letzte

 (1)
Erschienen am 02.10.2017
Cover des Buches Richter Gottes (ISBN: 9783462049480)

Richter Gottes

 (0)
Erschienen am 13.10.2016
Cover des Buches Richter Gottes (ISBN: 9783864844355)

Richter Gottes

 (0)
Erschienen am 10.11.2016
Cover des Buches Carnival-Songs of Cologne (ISBN: 9783000371325)

Carnival-Songs of Cologne

 (1)
Erschienen am 08.02.2012
Cover des Buches Das Ende der Ölzeit (ISBN: 9783596112760)

Das Ende der Ölzeit

 (0)
Erschienen am 01.08.1996

Neue Rezensionen zu Eva Müller

Cover des Buches Gott hat hohe Nebenkosten (ISBN: 9783462044850)peedees avatar

Rezension zu "Gott hat hohe Nebenkosten" von Eva Müller

Sehr interessante Einblicke
peedeevor 4 Jahren

Die Autorin lässt den Leser hinter die Kulissen des zweitgrössten Arbeitgebers Deutschlands blicken. Sie erzählt u.a. von Bernadette Knecht, die einen katholischen Kindergarten leitet und sich scheiden lässt. Das wäre noch gerade eben akzeptabel gewesen, aber da sie sich neu verliebt und zu ihrem Freund zieht, wird sie zum „schädlichen Ärgernis“ (!) und somit entlassen. All dies im Jahr 2011 in Deutschland…

Erster Eindruck: Mir gefällt das klare Cover mit dem etwas lustig anmutenden Titel.

Einleitend möchte ich sagen, dass für mich der Glaube sehr wichtig ist, ich aber nicht bibelfest bin und auch nicht jede Woche in die Kirche gehe. Mit der Institution „Kirche“, insbesondere der katholischen Kirche, tue ich mich nämlich manchmal etwas schwer. Ich kann u.a. nicht nachvollziehen, wie einzelne Menschen mit Vorbildfunktionen (z.B. Priester) Dinge vertuschen, verleugnen. Eines der 10 Gebote ist doch „Du sollst nicht lügen“ – das passt für mich dann überhaupt nicht.

Das Buch hat mir sehr interessante Einblicke hinter die Kulissen der beiden grossen Kirchen gewährt (wo ca. 1,3 Millionen Menschen arbeiten). Mir war z.B. nicht bewusst, dass für Angestellte der Kirche nicht das „normale“ Arbeitsrecht gilt, sondern eben das Kirchenrecht. Und das hat z.B. etwas gegen Menschen, die sich scheiden lassen, wie Bernadette Knecht. Wenn sie alleine geblieben wäre, obwohl man wusste, dass sie einen neuen Partner hat, hätte sie ihren Job behalten können. Aber da sie doch tatsächlich mit ihm zusammenziehen musste, ist das ein K.O.-Kriterium: Nun ist für alle sichtbar, dass sie nicht vollumfänglich den Regeln der Kirche folgt. Das macht mich traurig und auch wütend, denn für mich ist der Entscheid der Kirche verlogen (ja, ich weiss, es ist ein hartes Wort). Ist diese Frau ein schlechterer Mensch, weil sie eine neue Partnerschaft eingeht? Und dadurch unfähig, Kinder zu betreuen? Man will ihr einen neuen Arbeitsplatz in einer anderen Stadt anbieten, wo die Leute nichts über ihre Lebensverhältnisse wissen! Ist das ehrlich?

Menschen, die z.B. in einem katholischen Krankenhaus arbeiten wollen, haben die besten Voraussetzungen, wenn sie katholisch und in ordentlichen Lebensverhältnissen sind. Geschieden? Nicht katholisch? Äusserungen über Abtreibungen oder künstliche Befruchtungen? Oder etwa gar homosexuell? Alles gar nicht gut… Ich verstehe zwar, dass die Kirche ihre Werte hat und diese auch vertreten muss, aber es macht meiner Meinung nach keinen Unterschied, ob die Sekretärin evangelisch ist, der Pfleger homosexuell oder der Oberarzt geschieden. Die berufliche Qualifikation muss doch ausschlaggebend sein, nicht die Lebensverhältnisse.

Die katholische Kirche ist Träger von vielen Einrichtungen, trägt aber finanziell wenig bis gar nichts bei: Im vorliegenden Fall zahlen das Land, die Kommune und die Eltern selbst (und zwar zu einhundert Prozent, plus zwei Prozent Verwaltungspauschale = einhundertzwei Prozent)!

Sehr beeindruckend, wie sich die Eltern der Rauschendorfer Kindergartenkinder für ihre beliebte Leiterin einsetzen. Es muss für Frau Knecht eine unwahrscheinlich belastende Zeit gewesen sein, die ich niemandem wünsche. Wie die ganze Geschichte ausgeht, verrate ich hier nicht. Ein sehr gutes Buch – absolute Leseempfehlung von mir.

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Cover des Buches Gott hat hohe Nebenkosten (ISBN: 9783462044850)thursdaynexts avatar

Rezension zu "Gott hat hohe Nebenkosten" von Eva Müller

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thursdaynextvor 8 Jahren

Skandalös wie die Kirchen in Deutschland unter dem Deckmäntelchen der Nächstenliebe ihr Süppchen kochen. Umgerührt wird die Chose dabei von den großen Parteien die dank der seit Jahrtausenden erfolgten, erfolgreichen Gehirnwäsche und Lobbyarbeit des Klerus schon den vorauseilenden Gehorsam praktizieren......
Arbeitnehmerrechte und Antidiskriminierungsgesetz ? Pustekuchen Nicht mit den Kirchen. Dabei sollte man meinen wer zahlt bestimmt ? Die kirchlichen Einrichtungen wie Caritas, Diakonie , Schulen , Kindergärten, Gefängnisseelsorge etc. werden vom Staat und somit Steuerzahler finanziert. Die Kirchensteuer fließt natürlich allein der Kirche zu. Die schon im Kindergarten Indoktrinationen und Missionierungen werden vom Staat gesponsert.
Völlig ohne Gegenleistung erhielten die Kirchen allein seit 1949 bis 2010 13, 9 Milliarden Euro. "Pachtersatzleistungen die ihre Ursache in staatlichen Enteignungen vor 1918 haben." Die Bundesregierung drückt sich vor einem endgültigen Urteil dazu.
Ergreifend wird in diesem Buch geschildert wie kirchliche Arbeitnehmer behandelt werden. Besonders der Fall der kath. Erzieherin in Rauschenbach, die die Kündigung erhielt aufgrund ihres "Felhverhaltens" (Trennung und neuer Lebensgefährte ) strotzt vor Heuchelei und Doppelmoral. Es kommen noch andere arbeitnehmer zu Wort zum Thema Gewinnmaximierung auf Kosten der Arbeitnehmer.
Christliches Handeln stellt man sich eigentlich anders vor.
Wer sich für das wahre Gesicht der Kirche interessiert sollte hier nachlesen.
Machterhalt ist die Antriebskraft. Auf der Strecke bleiben oft Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Fairness.
Wollen wir uns das heute noch bieten lassen ?

Wer sich weiter informieren möchte : http://www.ibka.org/

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Cover des Buches Gott hat hohe Nebenkosten (ISBN: 9783462044850)M

Rezension zu "Gott hat hohe Nebenkosten" von Eva Müller

Rezension zu "Gott hat hohe Nebenkosten" von Eva Müller
michael_lehmann-papevor 8 Jahren

Die „Nebenwelt“ der Kirche

Wer ob des Titels ein weiteres Buch erwartet, welches sich ausschließlich um Kirchensteuern, Grundbesitz und Pfründe der großen Kirchen bewegt, sieht sich schon zu Beginn der Lektüre und bei den ersten Blicken ins Buch angenehm enttäuscht.

Unter „hohen Nebenkosten“ ist, im Sinne der Autorin, nicht nur zu verstehen, dass die großen Kirchen als zweitgrößter Arbeitgeber in Deutschland fungieren und nicht nur, dass die großen, verfassten Kirchen in diesem Zusammenhang auch mehr und mehr Einnahmen durch Refinanzierungen generieren (was sicherlich eine Rolle spielt und im Buch von Eva Müller aus fundiert und sorgfältig recherchiert dargelegt wird). Unter „Nebenkosten“ ist vor allem auch „zu verbuchen“, wie sehr und wie viele Menschen von leicht bis bitter enttäuscht sich wiederfinden, so sie mit den „Formalia“ der Kirchen aneinandergeraten. Und eben auch in Form solcher zermürbender Erfahrungen „zahlen“.

Formalia, die, das wird eindeutig und klar herausgestellt durch Eva Müller, tatsächlich nicht nur in den „inneren Werten“, sondern auch im ganz offiziellen, rechtlich formalen Vollzug eine Art „Sonderwelt“ in der Gesellschaft Deutschlands darstellen.
Eine Welt, in der kompetente Mitarbeiter, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeit nichts haben zuschulden kommen lassen, aufgrund „privater“ Entscheidungen entlassen werden können. Und das anscheinend in einer „Gleichstellungs“- und Antidiskriminierungsgesellschaft“ völlig im Einklang mit geltendem, bürgerlichem und öffentlichem Recht.

Da zieht die geachtete und hoch geschätzte Kindergartenleiterin eines katholischen Kindergartens privat mit einem Mitglied des Kirchenvorstands in „eheähnliche“ Gemeinschaft und wird umgehend gekündigt. Aufgrund dieses privaten Weges.

Damit aber nicht genug, dies ist ja nur der „Aufhänger“, der Beginn des Buches, das in Form einer Reportage nun einerseits den Weg der Interessensgemeinschaft der Eltern nachzeichnet (die ihre Leiterin wieder haben wollen, bis dahin, den Kindergarten aus der Trägerschaft der katholischen Kirche zu lösen), mitsamt deren „Kampf gegen Windmühlen“ und vor allem ignoranter „Buchstabenauslegung“ mittelalterlich anmutenden Kirchenrechts durch den konkreten Kirchenvorstand samt Pfarrer der Gemeinde.
Andererseits nutzt Müller den roten Faden dieser konkreten „Geschichte aus dem Leben“ um sachlich und unaufgeregt, mit fundierten Zahlen unterfüttert, diese „Parallelwelt“ Schritt für Schritt aufzuzeigen. Und dabei auch mit der ein oder anderen Mär vom (gerade auch finanziellen) „Einsatz“ der Kirchen aufzuräumen.

Durchaus erhellend stellt der Leser fest, dass die großen Kirchen in Deutschland Zug um Zug ihre eigenen Investitionen in die soziale Arbeit und den Unterhalt von Kindergärten zurückgefahren haben, mehr und mehr (auch über eigentlich gesetzte Grenzen hinaus) öffentliche Gelder zugeführt bekamen und bekommen. Mit dem sanften Nachdruck, das man „ansonsten die Einrichtung eben schließen oder in kommunale Obhut alleine zurückgeben müsse“. Immer wieder von der Schilderung begleitet, wie die Initiative der Eltern in Fragen ihrer Kindergartenleiterin „abgebügelt“ wird.

Einerseits also, salopp formuliert, wird die Hand weit aufgehalten für eine Finanzierung aus öffentlichen Geldern, aus Steuern und damit aus der Gesellschaft heraus , anderseits wird sich energisch dagegen verwehrt, dass moderne Werte eben dieser Geldgeber oder deren Interessen an einer vor allem kompetenten Mitarbeiterschaft einen Einfluss auf „innerkirchliche“ Vorgänge haben dürften. Was im Übrigen, wie das Ende der Geschichte zeigt, nicht nur für die ( eher im Mittelpunkt dieses Buches stehende) katholische Kirche gilt.

„Bislang gibt es in Deutschland kein Gerichtsurteil, das das besondere kirchliche Arbeitsrecht grundsätzlich anzweifelt“.

Eva Müller legt hier sicher nicht das einzige Buch zum Thema vor. Eine Vielzahl von Auseinandersetzungen mit der öffentlichen Finanzierung, dem Umgang mit Finanzen, Ressourcen und Mitarbeitern und der „ganz eigenen Gesetzgebung“ der Kirchen in Deutschland hat es schon gegeben.
Beeindruckend aber ist an diesem Buch die durchgehaltne konkret Geschichte, die von Anfang bis Ende erzählt wird und an deren Verlauf die hinzutretenden Fakten ein fassbares und stimmig verknüpftes Bild einer „Parallelwelt“ im öffentlichen Recht ergeben.

Ein wichtiges, im Stil flüssig zu lesendes und fundiertes Buch.

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