Eva Maria Leuenberger

 4 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor*in von die spinne.

Lebenslauf

Eva Maria Leuenberger wurde 1991 in Bern geboren und lebt in Biel. Sie studierte an der Universität Bern sowie an der Hochschule der Künste Bern. Veröffentlichungen u.a. in manuskripte und in Literarischer Monat. Sie ist zweifache Finalistin des open mike in Berlin (2014 und 2017) und erhielt 2016 das »Weiterschreiben«-Stipendium der Stadt Bern. 2020 wird "dekarnation" – als erstes Lyrikdebüt – mit dem Basler Lyrikpreis ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Eva Maria Leuenberger

Cover des Buches die spinne (ISBN: 9783990591642)

die spinne

(1)
Erschienen am 23.08.2024

Neue Rezensionen zu Eva Maria Leuenberger

Cover des Buches die spinne (ISBN: 9783990591642)
Trishen77s avatar

Rezension zu "die spinne" von Eva Maria Leuenberger

Trishen77
Lyristix

"Die Apokalypse ist nicht ein einziger großer Knall. Sie ist etwas, das passiert, während wir darauf warten, dass sie passiert", hat Noam Chomsky (übersetzt von mir) vor Jahren in einem Interview gesagt. Sie hockt über uns, in allen Winkeln, wie eine Spinne im Netz. Wir sehen, wie viele Fliegen ihr schon in selbiges gingen. Ein uralter Instinkt lässt sie uns fürchten. Aber sie ist ja da oben. Warum sollte sie zu uns runterkommen? Warum sollten uns die Fliegen kümmern – unsere Flügel haben wir doch noch, unsere Freiheit. Wer sollte die abknipsen?

Ich muss zugeben, ich habe mit diesem Langgedicht etwas gehadert. Die Sprache ist beeindruckend, schlicht und doch zwingend, aber das zentrale Bild der Spinne – es will mir nicht ganz einleuchten, weder als Sinnbild für die Apokalypse, das schleichende Böse, noch als ambivalente Schuldmetapher. Beides greift zu kurz und vernachlässigt in meinen Augen die komplexe Stellung der Spinne in der Literatur- und Kulturgeschichte.

Wobei: muss derlei denn hineinspielen in Leuenbergers verdichtete Erzählung, in der sie sehr konsequent ist mit ihrer Metaphorik, die Spinne in ihrem eigenen poetischen Kosmos als Figur, als Metapher klar definiert? Ich würde behaupten: ja. Aber diese Antwort kann und darf anders ausfallen.

Zumal meine Interpretation ja auch falsch sein könnte. Vielleicht sind Spinne und Netz doch eher eine Metapher für das Internet oder vielleicht ist die Spinne auch eine Identifikationsfigur, kein Schreckgespenst. So oder so, Leuenbergers Sprache, die feine Struktur ihrer einzelnen Absätze, machen den Band auf jeden Fall lesenswert. Ganz langsam und doch letztlich geschwind, erschließt sie mit wenigen Bildern und Zeilen das Ausmaß unserer Ohnmacht im Angesichts der sich nicht anbahnenden, sondern sich bereits ausbreitenden Katastrophe. Wenn euch die Flügel schon zittern, schlagt es unbedingt mal auf!

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

1 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks