Nachdem mir Charlotte McConaghys neuester Roman „Die Rettung“ gut gefallen hat, war ich neugierig auf ihre früheren Bücher. „Zugvögel“, ins Deutsche übersetzt von Tanja Handels, ist 2020 erschienen und behandelt ebenso wie „Die Rettung“ ein ernstes Thema. Die Geschichte nämlich spielt in einer (nicht weit entfernten) Zukunft, in der bereits zahlreiche Wildtierarten ausgestorben sind, was sich fatal auf die Erde und die Menschheit auswirkt. McConaghy zeichnet damit ein düsteres Bild unserer Zukunft, das leider nur allzu realistisch ist. Ein bedrückendes Szenario, das eindringlich vor Augen führt, wie nah am Abgrund wir bereits stehen.
Ihre Protagonistin Franny lässt McConaghy mit dem Mut der Verzweiflung den letzten Küstenseeschwalben folgen – fest entschlossen, ihre Spur nicht zu verlieren und die Route der Vögel zu dokumentieren. An für sich ist es eine spannende Geschichte, die viel über das Leben der Menschen nach einem möglichen Artensterben offenbart. Trotzdem hat sie mich bis zum Ende leider nicht so richtig fesseln können. Ich glaube, das liegt vor allem an der für meinen Geschmack wenig realistischen Liebesgeschichte, die quasi der Handlung zugrunde liegt und um die lange ein viel zu großes Geheimnis gemacht wird. Teile der Geschichte waren mir auch schlicht und ergreifend zu sentimental und kitschig. „Zugvögel“ konnte mich deshalb nicht so richtig überzeugen, auch wenn ich das Ausgangsszenario eigentlich sehr interessant fand.






