Eva Menasse

 3.8 Sterne bei 187 Bewertungen
Autorin von Quasikristalle, Vienna und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Eva Menasse

Eva Menasse wurde als Tochter des österreichischen Fußballprofis Hans Menasse in Wien geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie Germanistik und Geschichte und war später als Redakteurin unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig. Ihr Debüt "Der Holocaust vor Gericht" wurde im Jahr 2000 veröffentlicht; fünf Jahre später folgte ihr erster Roman "Vienna", der sowohl in Österreich als auch in Deutschland auf der Bestseller-Liste stand und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Menasse wurd in den letzten Jahren mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Heinrich-Böll-Preis. Die Autorin lebt heute in Berlin.

Alle Bücher von Eva Menasse

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Quasikristalle

Quasikristalle

 (92)
Erschienen am 14.11.2016
Vienna

Vienna

 (46)
Erschienen am 21.09.2009
Lässliche Todsünden

Lässliche Todsünden

 (31)
Erschienen am 08.03.2011
Tiere für Fortgeschrittene

Tiere für Fortgeschrittene

 (9)
Erschienen am 09.03.2017
Heimito von Doderer

Heimito von Doderer

 (0)
Erschienen am 15.02.2016

Neue Rezensionen zu Eva Menasse

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Herbstroses avatar

Rezension zu "Quasikristalle" von Eva Menasse

Eine Frau mit vielen Gesichtern ...
Herbstrosevor 4 Monaten

Fragmente aus dem Leben eines Menschen, erzählt in 13 Geschichten. Zu Beginn erleben wir Xane Molin als Schülerin, am Ende wird sie gerade zweifache Großmutter. Dazwischen liegen viele mehr oder weniger ereignisreiche Jahre. Wir lernen sie kennen als Tochter, Freundin, Ehefrau und Stiefmutter und erleben sie in der neuen Wohnung, bei ihrer Tätigkeit als Unternehmerin und sind im Krankenhaus nach ihrer Invitro-Fertilisation dabei. Wir lernen ihre Ängste kennen, erfahren vieles über ihre Beziehung zu Männern und ihre Einstellung zum Alter. 

Das Geschehen ist, wenn auch nicht durchgehend, so doch chronologisch geordnet und wird von einer dritten, unbeteiligten Person geschildert. Xane Molin wird dabei des Öfteren nur am Rande erwähnt, in einem Kapitel überhaupt nicht. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, das Buch wäre aus einzelnen Kurzgeschichten zusammen gesetzt und die Protagonistin mehr oder weniger passend eingefügt worden. Der Schluss des Buches besteht aus Briefen und eMails, die Amos an seine Mutter Xane schreibt. Lediglich in einem Kapitel erzählt Xane selbst, über ihre Ehe mit Mor und ihr Verhältnis zu anderen Frauen. Durch die verschiedenen Sichtweisen und mannigfachen Situationen entsteht dennoch ein komplexes Bild, das Kaleidoskop eines Lebens. 

Die Autorin Eva Menasse wurde 1970 in Wien geboren, studierte Geschichte und Germanistik und war als Journalistin und Zeitungs-Redakteurin tätig. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane und Kurzgeschichten, für die sie mehrere Preise und Auszeichnungen erhielt. Eva Menasse war mit dem deutschen Schriftsteller Michael Kumpfmüller verheiratet, hat einen Sohn mit ihm und lebt heute in Berlin. 

Der Titel des Buches „Quasikristalle“ bezieht sich auf die Entdeckung des israelischen Physikers Dan Shechtman, der dafür 2011 den Nobelpreis in Chemie erhielt. Er fand heraus, dass in Quasikristallen die Atome bzw. Moleküle in einer geordneten, aber aperiodischen Struktur angeordnet sind. Unregelmäßig geordnet sind auch die einzelnen Geschichten und Themen. Wir erleben eine seltsame Exkursion nach Auschwitz und Birkenau, vernehmen die Erlebnisse einer Frauenärztin, sind Zuhörer im Den Haag-Prozess, feiern mit Vater Kurt Geburtstag und sind Zeugen von Mutproben Jugendlicher. Dabei entwickelt sich ganz allmählich das Bild einer Frau, die leider nicht interessant und kraftvoll, sondern eher blass und farblos rüber kommt. Diesen Eindruck kann der schöne Schreibstil nur unwesentlich verbessern. Man fragt sich am Schluss, was die Autorin eigentlich vermitteln will. 

Fazit: Eine willkürliche Zusammenstellung von Kurzgeschichten über Personen, die zufällig Xane Molin kennen. Schön geschrieben, gut zu lesen und unterhaltsam, aber letztendlich doch wenig aussagekräftig!

Kommentare: 1
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Buchraettins avatar

Rezension zu "Tiere für Fortgeschrittene" von Eva Menasse

Mischung an Geschichten. Originell mit den kleinen Tiergeschichten zu Beginn jeder Geschichte
Buchraettinvor einem Jahr

Bienen, die Krokodilstränen trinken. Schafe, die Wolle abwerfen. Enten, die einäugig schlafen.
Jede Geschichte beginnt mit einem Tier. Es kleine Abschnitte, wie Anekdoten, die mir Tiere auch aus einer ganz ungewöhnlichen Sicht zeigen, oder die einfach Details erzählen, die wirklich auch sehr interessant sind. Schafe, die ihre Wolle abwerfen, wie Bäume im Herbst die Blätter, das kannte ich bisher nicht. Als Leser erhalte ich hier ungewöhnliche Informationen zu den Tieren. Sie sind informativ, machen neugierig, überraschen und sind originell.
Daran anschließen sich die Geschichten. Natürlich habe ich dann überlegt, gibt es Parallelen, sollen die Tiergeschichten in den eigentlichen Geschichten zu finden sein? Ich mag dieses Detail, das macht Spass und inspiriert zum Nachdenken über die eigentliche Geschichte hinaus.
Es sind ganz unterschiedliche Geschichten. Mir hat am besten die Geschichte mit den Schafen gefallen. Vielleicht weil ich diese Detail der ihre Wolle abwerfenden Schafe schon so ungewöhnlich ist und mir im Gedächtnis blieb. Aber die Geschichte, die daran folgt, erzählt aus der Sicht einer Ich – Erzählung, die war so ungewöhnlich. Was passiert dort? Was ist das für eine Gemeinschaft? Was ist in der Welt los? Das hat mir sehr gut gefallen, wie sehr ich nach den ersten Sätzen eingetaucht bin in die Erzählung und eigentlich nicht genau wusste, was ist da eigentlich los. Es gab nur kurze Andeutungen, auch auf die Außenwelt. Die Neugier war geweckt, doch bleibt das Ende offen.
Mir haben nicht alle Geschichten gefallen, einige konnten mich nicht fesseln. Aber dennoch gab es Geschichten, wo ich noch weiter hätte lesen können.
Das mag ich sehr an Kurzgeschichten. Solche Bücher bieten dem Leser mehrere Geschichten an. Es eine Vielfalt. Ich mag es, als Leser hineingeworfen zu werden, mitten in das Geschehen der Geschichte. Plötzlich bin ich mitten drin, im Leben der Figuren, im Geschehen. Ich erlebe Augenblicke, Momente, Szenen und dann die offenen Enden, die einladen weiter zu träumen, nach zu denken, sich als Leser Enden auszudenken.
Ich mag es, dass Kurzgeschichten mich als Leser zum Träumen über das Buch hinaus anregen. Und ich mag es, dass ich so ein Buch nicht am Stück lesen muss, wie einen Roman. Man kann es immer wieder zur Hand nehmen, eine Geschichte lesen, beiseitelegen, eine weitere Geschichte verschlingen, nachdenklich betrachten.
Was ich persönlich nicht so gern mag, im Buch wurde wörtliche Rede nicht gekennzeichnet. Ich stocke dann immer in meinem Lesefluss.
Den Stil fand ich anspruchsvoll, aber dennoch fesselnd. Ich war bei fast jeder Geschichte nach wenigen Sätzen mitten drin im Geschehen, konnte teilhaben und die Figuren spüren und war manchmal eine Art unsichtbarer Begleiter.
Eine tolle Mischung an Geschichten. Sehr gelungen sind die kleinen Details zu verschiedenen Tieren, die den Kapiteln vorangestellt werden. Volle Leseempfehlung.

Kommentare: 1
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winter-chills avatar

Rezension zu "Quasikristalle" von Eva Menasse

Die vielen Gesichter einer Frau
winter-chillvor einem Jahr

Um was geht es in diesem Buch? – Diese Frage lässt sich für Eva Menasses Roman „Quasikristalle“ nicht so leicht beantworten. Auf den ersten Blick wirkt das Buch wie eine Kurzgeschichtensammlung – denn jedes der 13 Kapitel ist eine in sich abgeschlossene Episode und wird aus dem Blickwinkel einer anderen Figur erzählt. Bald merkt man jedoch, dass all diese Sichtweisen sich um die Protagonistin Xane Mole drehen. Im Endeffekt wird in Quasikristalle ihr Leben erzählt: von der Kindheit bis ins Alter – wir erleben Xane in der Pubertät, als junge Studentin, als rebellische Boheme-Künstlerin, als Frau, die unbedingt ein Kind haben möchte und als Chefin einer erfolgreichen Werbefirma. Nur wird eben Xanes Leben immer aus der Perspektive einer ihrer Weggefährten erzählt: von ihrer besten Freundin in Jugendjahren, ihrem Vermieter, ihrer Ärztin oder ihrer Stieftochter. Nur im zentralen siebten Kapitel kommt Xane als Ich-Erzählerin selbst zu Wort. Dabei streift Eva Menasse etliche Themen: Holocaust-Vergangenheit, Kindesmisshandlung, unerfüllter Kinderwunsch oder Fremdgehen. Witz, Ironie, Weisheit, Leichtigkeit und Melancholie halten sich die Waage. Trotzdem liegt die Raffinesse und die Besonderheit dieses Romans in seiner Konstruktion.  Denn Xane bekommt durch diese Erzählweise sehr viele Gesichter. Ihre Ärztin hält Xane eher für kontrolliert und rational, ihre Kindheitsfreundin Sally hält sie für mondän, ihr Angsteller Martin für herrschsüchtig und unfähig. Eva Menasse beweist sich dabei als exzellente Menschenbeobachterin. Ihre Charaktere sind sehr lebendig, die Sprache ist geistreich mit viel Ironie und Wiener Schmäh. In der Summe eine wirklich unterhaltsame Lektüre, die auch mal ein bisschen experimentierfreudiger und anders ist.

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Eva Menasse wurde am 11. Mai 1970 in Wien (Österreich) geboren.

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