Eva Menasse

 3.8 Sterne bei 197 Bewertungen
Autorin von Quasikristalle, Vienna und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Eva Menasse

Eva Menasse wurde als Tochter des österreichischen Fußballprofis Hans Menasse in Wien geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie Germanistik und Geschichte und war später als Redakteurin unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig. Ihr Debüt "Der Holocaust vor Gericht" wurde im Jahr 2000 veröffentlicht; fünf Jahre später folgte ihr erster Roman "Vienna", der sowohl in Österreich als auch in Deutschland auf der Bestseller-Liste stand und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Menasse wurd in den letzten Jahren mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Heinrich-Böll-Preis. Die Autorin lebt heute in Berlin.

Alle Bücher von Eva Menasse

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Quasikristalle

Quasikristalle

 (97)
Erschienen am 14.11.2016
Vienna

Vienna

 (49)
Erschienen am 21.09.2009
Lässliche Todsünden

Lässliche Todsünden

 (32)
Erschienen am 08.03.2011
Tiere für Fortgeschrittene

Tiere für Fortgeschrittene

 (9)
Erschienen am 09.03.2017
Heimito von Doderer

Heimito von Doderer

 (0)
Erschienen am 15.02.2016
Lieber aufgeregt als abgeklärt

Lieber aufgeregt als abgeklärt

 (0)
Erschienen am 08.08.2016
Wien

Wien

 (0)
Erschienen am 18.11.2013

Neue Rezensionen zu Eva Menasse

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Rezension zu "Vienna (Ausgabe Ein Buch für die Stadt 2018)" von Eva Menasse

Erinnerungen
patrick2804vor 3 Tagen

Eva Menasse entwirft ein Portrait über drei Generationen einer jüdischen Familie in Wien. Von der Großmutter, die beim Bridgespiel beinahe die Geburt des Sohnes verpasst, über den Vater, der während des Krieges nach England evakuiert wird und Karriere als Fußballer macht, bis zum Bruder, der als Schriftsteller bekannt wird.

Grundsätzlich bin ich sehr gut unterhalten worden, aber es gibt in diesem Debutroman ein paar Schwächen. Zum einen bleiben die Figuren weitestgehend namenlos; so sind einige Passagen sehr verwirrend, wenn im gleichen Satz von seinem Vater, meinem Vater, dem ältesten Vetter, meiner Schwester, seiner Mutter die Rede ist. Kann sein, dass im gleichen Zusammenhang noch mehr Verwandte auftauchen. Das ist alles sehr witzig, aber doch schon sehr überzogen und wie angedeutet, manchmal ist nicht mehr nachvollziehbar, wer jetzt gemeint ist. Dazu haben manche Kapitel Längen (das Kapitel über den Tennisclub war unglaublich geschwätzig), bei anderen hätte ich mir noch mehr gewünscht (das Kapitel über das Verhältnis der Eltern zeigt die Klasse der Autorin; selten habe ich so gut über Zwischenmenschliches gelesen). Auch das Kapitel über die Beerdigung des Großvaters ist großartig gelungen. Zwei sehr unterhaltsame Charaktere bekommen allerdings einen Namen: Die Tante Gustl und ihr Mann Dolly sind Beispiele für die Verwandten, die wir alle haben: Wir wollen sie nie dabei haben und trotzdem liefern sie den meisten Gesprächsstoff; herrliche Szenen. Was sich mir nicht erschlossen hat, warum Tante Katzi totgeschwiegen wird, nachdem sie in Kanada gestorben ist; vielleicht habe ich das überlesen.

Viele Worte und auch ein Sinn: Trotz Schwächen ist Vienna ein gelungener Roman über das Judentum, über Familie, über Wien und gegen das Vergessen.

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Rezension zu "Lässliche Todsünden" von Eva Menasse

Über menschliche Schwächen
leseleavor 2 Monaten

Mit Kurzgeschichten habe ich immer so meine Schwierigkeiten. Die müssen schon richtig laut sein, schockierend, provokant, anders, sodass sie mir im Gedächtnis bleiben und zu mehr als kleinen Lesehappen werde, die ich mal zwischendurch lesen. Der Titel Lässliche Todsünden schien mir daher vielversprechend, die Idee, eine Todsünde in das Zentrum der einzelnen Erzählung zu stellen, weckte meine Neugier; gleichzeitig war mir Eva Menasse schon durch ihren Roman Quasikristalle bekannt, der mir sehr gut gefallen hat – vor allem eben aufgrund einer gelungenen Erzählweise.

Doch beim Lesen der ersten Geschichte fällt auf, dass Menasse den Fokus eher auf den ersten Teil des Titels legt. Die hier vermeintlich begannen Todsünden kommen recht harmlos, alltäglich, eben lässlich daher. Der große Knall, den ich erwartet, ja erhofft habe, bleibt aus; porträtiert werden kleine Charakterfehler, Fehlverhalten in einem bestimmten Moment, die jedoch größere Wellen schlagen. Dabei beweist Eva Menasse, wie ich es schon aus ihrem Roman gewohnt bin, durchaus ein scharfes Auge, was das Beschreiben zwischenmenschliche Begegnungen und Konflikte angeht, sowie eine spitze Zunge im Kommentieren derselben. Gekonnt ist auch, wie die Geschichten, obwohl sie unabhängig für sich stehen, doch in einem gemeinsamen Universum angesiedelt sind: Immer wieder kommt es zu Querverweisen; Figuren treffen aufeinander, Verwandtschafts- und Freundschaftsverhältnisse werden erschlossen, sodass Lässliche Todsünden ein rundes Ganzes bildet, dessen einzelnen Teile sich gegenseitig erhellen, ohne dass die eine Geschichte die andere in den Schatten stellt.

Insgesamt können die sieben Geschichten als gelungen und Lässliche Todsünden als ansprechende Zusammenstellung bewertet werden. Wie so häufig, gefällt einem die eine Erzählung mehr, die andere dafür weniger. Handwerklich gibt es bei keiner etwas zu bemängeln, doch der große Wurf, der es schafft, den Leser auch nur auf 30, 40 Seiten total zu fesseln und in seinen Erzählbann zu ziehen, bleibt ebenso aus. Für mich daher nur eine durchschnittliche Leseerfahrung, eben doch einfach nur Zerstreuungshäppchen, eine Lektüre nebenbei. 3 Sterne!

TOP-Geschichten: Wollust, Zorn, Habgier

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Rezension zu "Quasikristalle" von Eva Menasse

Außergewöhlich mit Nachhall !
Tausendléxivor 3 Monaten

Was wissen wir wirklich über uns selbst ? Und was vom anderen?

Das Leben der Xane Molin aus der kaleidoskopischen Sichtweise. Mal als junge Heranwachsende, die mit Judith sehr eng und mit Claudia um besonderen befreundet ist. Ein tragisches Ereignis beendet abrupt die Mädchenfreundschaften.

Als Studentin nimmt Xane an einer Führung im Konzentrationslager Auschwitz teil. Mit dem Leiter dieser Exkursion bahnt sich eine zwischenmenschliche Nähe an.

>Kann ein Mensch stundenlang den Kopf schütteln, ohne Schaden zu nehmen? Eine Frage, die Mengele sicher interessiert hätte. <

Xane als Mieterin in einem ehrenwerten Haus. Der Vermieter bewohnt selbst sein Mehrparteienhaus und trägt Sorge in allen Bereichen. Doch er hat die Rechnung ohne Xane gemacht.

Nach einigen Jahren trifft Xane auf Salome, jetzt Sally, die Schwester ihrer früheren Freundin Judith. Sie verbringen viele Tage und Nächte zusammen. Xane mit Mo verheiratet, würde Sally gerne unter die Arme greifen, doch Sally spielt ein Spiel.

Mo, der Ehemann von Xane hat aus seiner ersten Ehe zwei Töchter. Xane möchte gerne selbst Mutter werden, doch dies gestaltet sich nicht einfach. Für ihren sehnlichen Wunsch nimmt Xane einiges in Kauf.

Eine Begegnung mit Nelson verleitet Xane zu Gefühlen die die Tendenz zu einer außerehelichen Verbindung zu nehmen scheinen. Während Xane die Führung übernimmt, übt sich Nelson in Zurückhaltung.

Viola, die älteste Stieftochter von Xane, bereitet ihrem näheren Umfeld nicht gerade große Freude. Sie scheint es im Besonderen, mit ihrem agressiven verhalten, oft auf Xane abgesehen zu haben.

Auch als Vorgesetzte gerät Xane immer wieder in den Mittelpunkt, logischerweise. Dies mal mehr und mal weniger positiv.

Als Tochter und selbst als Mutter, wird Xane in verschiedene Facetten des Lichts gerückt.

>Aber zu wissen, dass man sich nicht immerzu bigott beschnitten hat, dass man im Gegenteil einiges Schöne davon gehabt, dass man manchmal geschwelgt und im prickelnden Luxus gelebt hat; daran zu denken, wenn sie einem später den künstlichen Darmausgang legen – das müsste irgendwie tröstlich sein.<

Eva Menasse hat hier ein Leben coloriert in allen Farben und möglichen Formen. Sie hat eine Hommage auf das Leben, das existieren, das da sein, kreiert, dass das Bewusstsein den Fokus auf das eigene Sein, unwillkürlich in den Mittelpunkt plaziert. Intelligent und mit großem Gespür für die interessanten Datails, führt sie uns durch viele Fragmente des Lebens. 13 Geschichten über eine Frau aus der Sicht der anderen. Diese Idee wurde geradezu perfekt umgesetzt. Große Leseempfehlung!

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Zusätzliche Informationen

Eva Menasse wurde am 11. Mai 1970 in Wien (Österreich) geboren.

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