Eva Menasse

 3.8 Sterne bei 203 Bewertungen
Autorin von Quasikristalle, Vienna und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Eva Menasse

Eva Menasse wurde als Tochter des österreichischen Fußballprofis Hans Menasse in Wien geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie Germanistik und Geschichte und war später als Redakteurin unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig. Ihr Debüt "Der Holocaust vor Gericht" wurde im Jahr 2000 veröffentlicht; fünf Jahre später folgte ihr erster Roman "Vienna", der sowohl in Österreich als auch in Deutschland auf der Bestseller-Liste stand und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Menasse wurd in den letzten Jahren mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Heinrich-Böll-Preis. Die Autorin lebt heute in Berlin.

Neue Bücher

Gedankenspiele über den Kompromiss

Erscheint am 02.10.2020 als Hardcover bei Droschl, M.

Alle Bücher von Eva Menasse

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Cover des Buches Quasikristalle (ISBN: 9783442714513)

Quasikristalle

 (99)
Erschienen am 14.11.2016
Cover des Buches Vienna (ISBN: 9783442740406)

Vienna

 (50)
Erschienen am 21.09.2009
Cover des Buches Lässliche Todsünden (ISBN: 9783442739899)

Lässliche Todsünden

 (32)
Erschienen am 08.03.2011
Cover des Buches Tiere für Fortgeschrittene (ISBN: 9783462047912)

Tiere für Fortgeschrittene

 (9)
Erschienen am 09.03.2017
Cover des Buches Heimito von Doderer (ISBN: 9783422073517)

Heimito von Doderer

 (0)
Erschienen am 15.02.2016

Neue Rezensionen zu Eva Menasse

Neu

Rezension zu "Quasikristalle (DAISY Edition)" von Eva Menasse

Spitzzüngige Studie
gemuesebuergerinvor 5 Monaten

Warum habe ich Eva Menasse erst jetzt für mich entdeckt?

Das Hörbuch zu 'Quasikristalle' warf mich um, schockierte mich (wer es liest/hört wird verstehen, auf welches Kapitel ich mich beziehe), becircte mich, ließ mich grinsen und seufzend nicken, amüsierte mich, ließ mich den Kopf schütteln und einige Passagen aufgrund der Schönheit der Formulierungen, der Treffsicherheit des Geschilderten mehrfach hören.

Eva Menasse schält Xane Molin und lässt die Hörenden/Lesenden ihres Romans die einzelnen Schichten aus den Erinnerungen, Beobachtungen, Anekdoten, inneren Monologen, Briefen und E-Mails ihrer Freunde, Bekannten, Vermieter, Partner, Liebschaften, ihres Sohns oder ihres Vaters zusammensetzen; jede Schicht eine rein subjektive Wahrnehmung ihres Charakters, ihrer Beweggründe, desses, was diese Frau in ihren Augen auszumachen scheint.

Das fällt bisweilen spöttisch (und wird ganz herrlich durch die Hörbuchsprecherinnen und -sprecher interpretiert) aus, tadelnd, missgünstig, aber auch liebend, mitfühlend und sorgend. Manchmal geheimnisvoll.

Ein einziges Mal lässt Eva Menasse überraschenderweise Xane Molin selbst zu Wort kommen. Letztendlich erhellt sich dadurch des Lesers/Hörers Eindruck aber nur minimal, viel zu sehr ist er schon eingenommen und beeinflusst durch den Blick der sie Umgebenden auf sie.

Ein grandioses Hörerlebnis! Keine Minute zäh oder überkandidelt, jede Spitze sitzt, jede ironische Anspielung, leise Kritik und jede Formulierung ein Genuss!

Und ich mache mich auf die Suche nach weiteren Werken Eva Menasses!

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Rezension zu "Tiere für Fortgeschrittene" von Eva Menasse

Gattung Mensch
leseleavor 6 Monaten

Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Vielleicht gar nicht mal so viel? So oder so ähnlich mag Eva Menasses Gedanke gewesen sein, als sie ihre neuesten Kurzgeschichten zum Band Tiere für Fortgeschrittene zusammengestellt hat. Denn hier trägt nicht nur jede Story ein Tier im Titel, sondern jeder Geschichte ist auch eine kurze Anekdote oder Zeitungsnotiz aus dem Tierreich vorangestellt, wird also durch eine solche Tiermeldung eingeleitet. Diese Struktur ist durchaus interessant, bisweilen auch interpretatorisch anregend, funktioniert aber nicht immer restlos überzeugend. An einigen Stellen wirken die Meldungen zu plakativ, an anderen wieder zusammenhangslos. Menasses Gedankengänge von der Anekdote zur Geschichte hätte ich gerne gelesen und sicherlich auch als bereichernd gefunden – in dieser Form erscheinend sie mir aber hauptsächlich als nette Spielerei ohne größeren Mehrwert.

Damit ist mein größter Kritikpunkt eigentlich schon abgehandelt. Jenseits dieser formellen Ebene weiß Eva Menasse nämlich wie gewohnt zu überzeugen: Mit dem ihr eigenen klugen Blick analysiert sie zwischenmenschliche Beziehungen und schaut einem Forscher ähnlich auf Interaktionen im Spannungsfeld von Familie, Alltag und Gesellschaft. Sie erzählt von fragilen Beziehungen – in fast jeder Geschichte sind Scheidung, Seitensprünge und Eifersucht ein Thema – und welche Kraft der einzelne aufbringen muss, um im Miteinander mit anderen richtig zu agieren. Ihre Geschichten weisen dabei in unsere Gesellschaft hinein, bleiben thematisch aber größtenteils auf den privaten Raum beschränkt.

Sprachlich zeichnet sich Menasse durch einen pointierten Stil aus, der es schafft poetisch zu wirken und gleichzeitig nah am Alltag und am Durchschnittsmensch zu sein. Das Eintauchen in ihre Geschichten fällt einfach, die einzelnen Storys lesen sich leicht, gleichzeitig ist der Anspruch der Autorin an ihre eigenen Werke in jeder einzelnen Zeile spürbar.

Tiere für Fortgeschrittene kann daher insgesamt als stimmige und gelungene Zusammenschau bewertet werden, die ihre Stärken jedoch klar in der zweiten Buchhälfte hat. Auch wenn ich weiterhin Romane bevorzuge – gerne würde ich hier nochmal etwas Neues von der Autorin lesen –, sind Menasses Kurzgeschichten immer lesenswert und, wenn man diesen ruhigen Geschichten mit ihrem stillen Ton genügend Zeit lässt, auf eigentümliche Weise nachhallend. 4 Sterne.

TOP-Geschichten: Raupen, Haie, Schlangen, Enten

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Rezension zu "Vienna (Ausgabe Ein Buch für die Stadt 2018)" von Eva Menasse

Erinnerungen
patrick2804vor einem Jahr

Eva Menasse entwirft ein Portrait über drei Generationen einer jüdischen Familie in Wien. Von der Großmutter, die beim Bridgespiel beinahe die Geburt des Sohnes verpasst, über den Vater, der während des Krieges nach England evakuiert wird und Karriere als Fußballer macht, bis zum Bruder, der als Schriftsteller bekannt wird.

Grundsätzlich bin ich sehr gut unterhalten worden, aber es gibt in diesem Debutroman ein paar Schwächen. Zum einen bleiben die Figuren weitestgehend namenlos; so sind einige Passagen sehr verwirrend, wenn im gleichen Satz von seinem Vater, meinem Vater, dem ältesten Vetter, meiner Schwester, seiner Mutter die Rede ist. Kann sein, dass im gleichen Zusammenhang noch mehr Verwandte auftauchen. Das ist alles sehr witzig, aber doch schon sehr überzogen und wie angedeutet, manchmal ist nicht mehr nachvollziehbar, wer jetzt gemeint ist. Dazu haben manche Kapitel Längen (das Kapitel über den Tennisclub war unglaublich geschwätzig), bei anderen hätte ich mir noch mehr gewünscht (das Kapitel über das Verhältnis der Eltern zeigt die Klasse der Autorin; selten habe ich so gut über Zwischenmenschliches gelesen). Auch das Kapitel über die Beerdigung des Großvaters ist großartig gelungen. Zwei sehr unterhaltsame Charaktere bekommen allerdings einen Namen: Die Tante Gustl und ihr Mann Dolly sind Beispiele für die Verwandten, die wir alle haben: Wir wollen sie nie dabei haben und trotzdem liefern sie den meisten Gesprächsstoff; herrliche Szenen. Was sich mir nicht erschlossen hat, warum Tante Katzi totgeschwiegen wird, nachdem sie in Kanada gestorben ist; vielleicht habe ich das überlesen.

Viele Worte und auch ein Sinn: Trotz Schwächen ist Vienna ein gelungener Roman über das Judentum, über Familie, über Wien und gegen das Vergessen.

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Zusätzliche Informationen

Eva Menasse wurde am 11. Mai 1970 in Wien (Österreich) geboren.

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