Eva Menasse Quasikristalle

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Inhaltsangabe zu „Quasikristalle“ von Eva Menasse

Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen. Mit unbestechlichem Blick für Frauen, ihre menschlichen Schwächen und das, was man an ihnen lieben muss, zerlegt Eva Menasse die Biografie einer Frau in ihre unterschiedlichen Aspekte. In dreizehn Kapiteln zeigt sie Xane Molin als Mutter und Tochter, als Freundin, Mieterin und Patientin, als flüchtige Bekannte und treulose Ehefrau. Zu Beginn ist Xane vierzehn Jahre alt und erlebt mit ihrer besten Freundin einen dramatischen Sommer. Am Ende ist sie Großmutter und versucht, für den Rest des Lebenswegs das Steuer noch einmal herumzureißen.

Intelligent und subtil, dabei leicht und unterhaltsam. Ein anspruchsvolles Lesevergnügen!

— leselea
leselea

Lauter kostbare Erzählfragmente aus diversen Zeiten und Perspektiven enthüllen Stück für Stück eine sehr zeitgemäße Frauengeschichte.

— KarinEger
KarinEger

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  • Die vielen Gesichter einer Frau

    Quasikristalle
    winter-chill

    winter-chill

    28. July 2017 um 20:53

    Um was geht es in diesem Buch? – Diese Frage lässt sich für Eva Menasses Roman „Quasikristalle“ nicht so leicht beantworten. Auf den ersten Blick wirkt das Buch wie eine Kurzgeschichtensammlung – denn jedes der 13 Kapitel ist eine in sich abgeschlossene Episode und wird aus dem Blickwinkel einer anderen Figur erzählt. Bald merkt man jedoch, dass all diese Sichtweisen sich um die Protagonistin Xane Mole drehen. Im Endeffekt wird in Quasikristalle ihr Leben erzählt: von der Kindheit bis ins Alter – wir erleben Xane in der Pubertät, als junge Studentin, als rebellische Boheme-Künstlerin, als Frau, die unbedingt ein Kind haben möchte und als Chefin einer erfolgreichen Werbefirma. Nur wird eben Xanes Leben immer aus der Perspektive einer ihrer Weggefährten erzählt: von ihrer besten Freundin in Jugendjahren, ihrem Vermieter, ihrer Ärztin oder ihrer Stieftochter. Nur im zentralen siebten Kapitel kommt Xane als Ich-Erzählerin selbst zu Wort. Dabei streift Eva Menasse etliche Themen: Holocaust-Vergangenheit, Kindesmisshandlung, unerfüllter Kinderwunsch oder Fremdgehen. Witz, Ironie, Weisheit, Leichtigkeit und Melancholie halten sich die Waage. Trotzdem liegt die Raffinesse und die Besonderheit dieses Romans in seiner Konstruktion.  Denn Xane bekommt durch diese Erzählweise sehr viele Gesichter. Ihre Ärztin hält Xane eher für kontrolliert und rational, ihre Kindheitsfreundin Sally hält sie für mondän, ihr Angsteller Martin für herrschsüchtig und unfähig. Eva Menasse beweist sich dabei als exzellente Menschenbeobachterin. Ihre Charaktere sind sehr lebendig, die Sprache ist geistreich mit viel Ironie und Wiener Schmäh. In der Summe eine wirklich unterhaltsame Lektüre, die auch mal ein bisschen experimentierfreudiger und anders ist.

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  • Identitätssplitter

    Quasikristalle
    leselea

    leselea

    08. June 2017 um 17:23

    Und man denkt, man sei vorher blind gewesen, anstatt zu akzeptieren, dass jedes einzelne Bild nur ein Mosaikstück ist. (S. 364) Das Leben einer Frau. Als Mutter und als Tochter. Als Gattin und Geliebte. Als Freundin und als Feindin. Als Chefin, die das eigene Leben dominiert, und als flüchtige Bekannte, die das eigene Leben nur nebensächlich streift. Und am Ende die Frage: Wer war diese Frau? Was hat sie gefühlt, gedacht, geliebt, gehasst, gewünscht oder am Ende sogar bereut? Es sind diese Fragen, denen Eva Menasse in ihrem Roman Quasikristalle nachgeht. In insgesamt 13 Kapiteln versucht sie die Identität einer Frau, der Wienerin Xane Molin, zu fassen. Sie forscht den Bildern nach, die anderen (und auch sie selbst) sich von ihr machten und die letztendlich zusammengesetzt ein großes Ganzes ergeben. Ein Ganzes, das zwar hier und da Brüche aufweist, auch Widersprüche und Reibungen, das nichtsdestotrotz jedoch die Summe dessen ist, was Xane in die Welt hinausstrahlte und in die Welt hinausgab. Es ist eindeutig diese Struktur des Romans die den Reiz und das Besondere von Quasikristalle ausmachen. Auf den ersten Blick scheinen 13 kurze und für sich selbst stehende Geschichten erzählt zu werden. Doch diese Geschichten stehen über die Figur Xane in enger Beziehung zueinander, schreiben sich während der Dauer der Lektüre selber fort und erhellen sich so gegenseitig. Nicht immer steht Xane so im Mittelpunkt, wie man nach dem Lesen des Klappentextes vermutet: Häufig wird von etwas ganz anderem erzählt, andere Leben ausgebreitet, andere Persönlichkeiten analysiert. Quasikristalle wird damit zu einem Kaleidoskop verschiedener Lebensentwürfe und bleibt gleichzeitig doch ein runder Roman, der eine Figur in seine Mitte stellt und sich von dieser den Takt vorgeben lässt. Neben der erzählformalen Gestaltung überzeugt Eva Menasse mit einem scharfen Blick auf Menschen und ihre Beziehungen. Quasikristalle ist ein intelligentes und vielschichtiges Buch, das sich dennoch leicht und unterhaltsam liest. Gekonnt verbindet die Autorin humoristische Szenen mit großen, ernsthaften Themen, erzeugt eine einnehmende Atmosphäre und schafft es, den Leser in das Buch hineinzuziehen, auch wenn dieser sich in jedem Kapitel aufs Neue sortieren musst. Quasikristalle ist mit seiner schlichten und unaufgeregten Brillanz für mich daher ein überaus gekonntes Beispiel für die deutschsprachige Gegenwartsliteratur und sicherlich ein Jahreshighlight 2017. 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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    • 4
  • Die Entdeckung der Quasikristalle half dabei, neu zu definieren, was das Wesen eines Kristalls ausma

    Quasikristalle
    kleinegrauewolke

    kleinegrauewolke

    28. March 2015 um 20:27

    "Jede Zelle [eines Quasikristalls] ist von einem jeweils anderen Muster umgeben", so Wikipedia. Und auch Xane Molin ist von vielen anderen umgeben – von Schulfreundinnen und Stieftöchtern, Liebhabern und Angestellten, Ärztinnen und Vermietern, Vater und Sohn. Jede(r) von ihnen hat einen anderen Blick auf sie, weiß viel oder wenig zu berichten. In Eva Menasses Roman kommen einige von ihnen zu Wort, und was sie zu erzählen haben, formt unseren Eindruck von der Protagonistin, die – je nach Blickwinkel – mal mehr und mal weniger sympathisch erscheint, mal wichtig ist, mal nur Nebenfigur. Ein überzeugendes Konzept, gekonnt umgesetzt von einer stilsicheren Autorin, die auch das ein oder andere Wagnis eingeht. Noch bevor ich die letzte Seite gelesen hatte, hatte ich bereits ein weiteres Werk von Frau Menasse bestellt.

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  • Wie ein zersplitterter Spiegel ...

    Quasikristalle
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    Quasikristalle handelt vom Leben der Xane Molin. Es beginnt mit ihr als junges Mädchen und endet, als sie hochbetagt ist. Jedoch erleben wir die Protagonistin nur einmal direkt, in Kapitel 7. In den anderen 12 Kapiteln erzählen Familienmitglieder, Freunde, Bekannte, Kollegen aus ihrem Leben, in dem Xane eine mal mehr, mal weniger große Rolle spielt. Xane kommt aus einer gutbürgerlichen Wiener Familie. Sie studiert, sie entdeckt ihre Leidenschaft für Kunst, sie findet ihren Traummann und zieht mit ihm nach Wien. Es dauert, bis sie endlich ein eigenes Kund bekommt. Sei hat eine kleine Firma, die gut läuft. Sie wird älter. Ein ganz gewöhnliches Leben. Außergewöhnlich präsentiert durch Geschichten aus ihrem Umfeld. Eine gute Idee - deren Umsetzung mich leider nicht erreichen konnte. Ich blickte wie in einen tausendfach zersprungenen Spiegel, entdeckte hier ein Detail, dort etwas Interessantes. Aber es erschloss sich für mich kein Gesamtbild. Soll es vermutlich auch nicht, darin liegt wohl der Reiz, der Effekt, den Eva Menasse erreichen wollte? Mit jedem Kapitel begann für mich eine neue Geschichte. Ich suchte, bis ich die Anknüpfungspunkte fand. Das wurde für mich von Kapitel zu Kapitel mühseliger. Ich mochte die erste Kindheitsgeschichte, die Romanze im zweiten Kapitel blieb mir fremd, wie die der Nachbarn im dritten. Viel lieber hätte ich mehr über die Sally aus dem vierten Kapitel erfahren, die folgenden Kapitel fand ich belanglos. Mein Highlight: Kapitel neun, ein Blick ins Unternehmen, Xane als Chefin, wahrgenommen von einem neuen Kollegen. Der Lack ist ab, von der innovativen Künstlerin kaum noch etwas übrig. Kapitel zwölf stellte mich dann vor ein Rätsel: Spielt der Roman jetzt in der Zukunft? Ich bin mir nicht sicher, vermute es aber. Kapitel 13 trug nicht zur Lösung bei ... Mich konnte "Quasikristalle" nicht begeistern, leider. Die Idee ist toll, doch leider hatte ich das Gefühl, 13 Bücher anzufangen, und jedes Mal wieder auf halber Strecke (oder eher noch viel früher!) fallengelassen worden zu sein. So schnell kam ich nicht hinterher, konnte ich mich nicht in den neuen Charakter hineinversetzen. Und ich wurde auch nicht warm mit Xane, mit ihrer Distanziertheit, ihrem Kinderwunsch, ihren älteren Verehrern.  Das Buch ist sprachlich sehr schön geschrieben, die Idee originell. Dass ich Xane nicht mochte, nehme ich auf meine Kappe. Dafür von mir 3 Sterne.

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    • 5
  • Das Leben einer Frau, wie die anderen es sehen

    Quasikristalle
    TimFinnegan

    TimFinnegan

    13. November 2014 um 18:37

    Die Lebensgeschichte einer Frau, erzählt aus Sicht der Menschen, mit denen sie in ihrem Leben mehr oder weniger viel zu tun hatte — angefangen bei ihrer besten Jugendfreundin über ihren Professor, ihren Vermieter und eine Frau, die sie zufällig im Park sieht, bis hin zu ihrem Sohn. Ein interessantes Konzept, das auf jeden Fall eine außergewöhnliche Leseerfahrung beschert. Man sieht die Protagonistin nur so, wie andere Menschen sie sehen — daher spielt der Titel auch auf Quasikristalle an, die aus der Nähe betrachtet ungeordnet erscheinen und sich erst aus der Ferne zu einer geordneten Struktur formen. In dieser Hinsicht ist das Buch sehr lebensnah. Obwohl ich dieses Konzept ansprechend fand, hat mich das Buch ansonsten nicht sonderlich mitgerissen. Nur einzelne Episoden stachen hervor, wobei einige auch interessanter als das Leben der Hauptcharakterin selbst waren. (Ich mochte besonders das Kapitel mit dem Vermieter.) Schade finde ich, dass das Konzept einmal durchbrochen wurde, indem ein Kapitel aus ihrer Sicht erzählt wurde. Fazit: Nicht gerade spannend oder aufregend, aber auf jeden Fall ein Buch, hinter dem eine gute idee steckt. Kann man gelesen haben.

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  • Ungeordnete Quasikristalle

    Quasikristalle
    rallus

    rallus

    "In Quasikristallen sind die Atome bzw. Moleküle in einer geordneten, aber aperiodischen Struktur angeordnet." So die physikalische Definition des Begriffes Quasikristalle. In dem Buch Quasikristalle, versucht Eva Menasse die Person Xena Molin in genau diese Kristalle zu zerlegen. Als Kind, Mutter, Geliebte, Frau, Mieterin, geschildert nicht aus ihrer Sicht, sondern aus dem der sie miterlebenden Personen, die sie streift, deren Leben aber mehr im Vordergrund steht. So entsteht eine eigentümliche Situation; Xena wird zur Nebensache der Kapitel, aber doch zu Hauptperson des Romanes. So interessant dieses Experiment aber auch ist, mir hat es sprachlich nicht zugesagt, alleine im 3.Kapitel konnte ich mich in die Personen emphatisch einfinden, alles andere wirkte ungeordnet, stückhaft, so gar nicht wie ein Quasikristall. Nach zweimaligem Abbrechen und erneutem Lesen, zwang mich das Buch nicht mehr zum Verweilen und so brach ich es nach mehr als der Hälfte ab. Zwei Sterne für den interessanten Aspekt der Darstellung den ich so noch nicht gelesen hatte.

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    • 3
  • Eine wirklich gute Lebensgeschichte!

    Quasikristalle
    Phliege

    Phliege

    "Sie war ihm vor die Füße gefallen wie Planetenstaub, und schon war sie ihm lieb und nah, ohne dass er das Ende dieses Zusammenseins gefürchtet hätte." Mit diesem Satz auf dem Buchrücken wurde genau der Richtige ausgewählt. Der Schreibstil ist so geschickt, wie man ihn nur selten vorfindet. Einfach und poetisch. Und es liegt noch viel mehr darin. Jeder Charakter, der hier zu Wort kommt, erklingt in einer anderen Nuance, ohne dass man sich der Veränderung wirklich bewusst wird. So wird ihnen über ihr Kapitel subtil ein ganz eigenes Leben eingehaucht. Das Buch erzählt die Geschichte von Roxane, aber aus Sicht der Menschen, denen sie in ihrem Leben begegnet. Beginnend mit der besten Freundin, über ihren Exkursionsführer oder ihrer Ärztin. Und dabei wird ihre Geschichte ganz nebenbei in die der Erzählenden eingeflochten. Ein geschicktes Konzept und der Wirklichkeit wirklich nahe, erfährt man doch selten die ganze Lebensgeschichte eines Menschen. So wie in dem Buch lernt man eben häufig nur Aspekte kennen und vielleicht noch etwas über das Hören-Sagen deren Bekannter. Die Autorin verarbeitet über ihre vielen Charaktere auch noch ganz andere Themen, die sich wunderbar einfügen und viel Interessantes offenbaren. Über die schweren Besuchen in den ehemaligen KZs, über Seitensprünge und warum Frauen stutenbissig werden. Nur eines an diesem Buch stimmt nicht. Der letzte Satz des Klappentextes über den Lebensweg: "Er ist verschlungen und schwer berechenbar und nur aus der Ferne als Ganzes erkennbar." Denn in diesem Buch wird nie das Ganze erkennbar. Weder aus der Nähe, noch aus der Ferne. Absolut ehrlich. Und absolut gut.

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    • 4
    Floh

    Floh

    21. August 2014 um 11:41
  • viele Leben

    Quasikristalle
    thursdaynext

    thursdaynext

    Hingerissen war ich nach kurzem, sich etwas zäh anlesendem Einstieg, der einen jäh in die Kindheit der 14 jährigen Roxane versetzt, was mir zuerst schwer missfiel, da ich fürchtete einen Teenager Entwicklungsroman in den Händen zu halten. Als Entwicklungsroman im weitesten Sinne ist Eva Menasses großartiges Buch Quasikristalle dennoch einzuordnen. Denn rund um Roxane, kurz Xane spinnt sie ihre weitreichenden Fäden, webt ein auch sprachlich feines Netz um die Gedanken und Gefühle ihrer wechselnden Protagonisten die alle mit Roxane verwoben sind. Eine spannende und kurzweilige Herangehensweise die den Charakter der Protagonistin fein herausarbeitet und doch immer noch Raum lässt zu entscheiden ob sie nun wirklich so, wie geschildert ist , oder ob eben der subjektive Blick des jeweiligen Betrachters sie eben zu dem von ihm wahrgenommenen erst macht. Für Xane bleibt, abgesehen von Kapitel 7 kein Raum zur Selbstdarstellung gegenüber dem Leser , dieser übernimmt die von ihr ungefilterte Außenwahrnehmung anderer und so entsteht ein buntes Mosaikbild der Protagonistin in ihren einzelnen Lebensabschnitten. Schön, griffig dazu Eva Mennasses Sprache, anschaulich und feinfühlig tiefgründelnd. „Es war ein erster Frühlingstag, und alles fühlte sich danach an, noch kühl, aber untendrunter im Werden.“ Beachtenswert die Zitate welche den Kapiteln übergeordnet sind. Es lohnt sie nach dem jeweiligen Kapitel noch einmal zu lesen um darüber ein wenig zu sinnieren...... Man begleitet Roxanes Werden vom Frühling bis zum Herbst. Aus verschiedenen Perspektiven, mit wechselnden Augen und Protagonisten. Sie ist der rote Faden, der alles zusammenhält und doch sind die kurzen Geschichten der ihr begegnenden Menschen fesselnd, weil zartfühlend die Oberfläche durchdringend lebensnah. Die Autorin entblättert ihr Roamnpersonal liebevoll ohne bloßzustellen. Das macht den Charme dieses Romans aus, dieser sachte behutsame und doch kritische Blick auf die Menschen in verschiedenen Lebenstadien. Für mich als Piefke Leserin kam noch zusätzlich der Hauch Wiener Schmäh charmefördernd rüber. Dieses andersartige Lebensgefühl, ja wohl teils auch Denken trotz stark verwandter Sprache. Quasikristalle ist ein großartiger geschwätziger Roman über das Leben in den verschiedensten Stadien. Geschwätzig im besten erzählerischen Sinne. Bildhaft und eindrücklich. Tausendundein Leben. Eine Alterstreppe, die jeder der das Glück hat erklimmt und dabei immer mehr persönliche Facetten entwickelt. Genau darin lag für mich die Faszination. Nett auch die Wahl des Buchtitels, welcher der Wissenschaft entlehnt ist. So wurde wohl erst kürzlich entdeckt, dass es nicht nur Kristalle mit klar symmetrischer, sondern auch mit scheinbar ungeordneter Struktur gibt. Mehr Erklärung dazu finden geneigte Leser im Klappentext. Diese Autorin mit ihrem feinen Gespür für Emotionen,sachtem Humor, ausgefeiltem Stil und Sprache behalte ich im Auge.

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    • 6
  • Intelligent und amüsant zugleich!

    Quasikristalle
    Carigos

    Carigos

    25. March 2014 um 21:21

    Immer wieder bin ich in der Buchhandlung um dieses Buch geschlichen. Kein Wunder, bei dem wunderschönen Cover! Da aus dem Klappentext hervorgeht, dass in der Erzählung mit vielen Perspektivenwechseln zu rechnen ist, konnte ich nicht widerstehen...solche Bücher ziehen mich einfach an. INHALT: Es ist die Geschichte von Xane Molin - einer in Wien aufgewachsenen, nicht auf den Mund gefallenen Frau. Die dreizehn Kapitel sind chronologisch aufgebaut und beleuchten ihr Leben aus jeweils unterschiedlichen Blickwinkeln: aus Sicht ihrer Jugendfreundin Judith, ihres wachsamen Nachbarn, der engagierten Kinderwunschärztin, usw...dabei steht nicht nur Xane im Fokus, sondern auch die Lebenssituation der entsprechenden Erzähler, die entweder nur einen kurzen Lebensabschnitt mit ihr teilen oder sie fast ein Leben lang begleiten. Nebenbei werden auch gesellschaftskritische Themen aufgegriffen, die in Xanes Leben mit hineinspielen. ZITATE: "Er war einer dieser Menschen, die, kaum wach, schon produktive Unruhe verbreiten." "Das beste Leben ist das Gegenwärtige; aber meistens kommt einem die Gegenwart blass vor, sodass man fruchtlos und ermüdend an Vergangenheit und Zukunft herumzupft." MEINUNG: Der Inhalt dieses Buches ist gut durchdacht: Insgesamt steht Xane Molin im Zentrum der Erzählung, von Jugend an bis zum Rentenalter, aber sie kämpft sich nicht alleine durchs Leben. Die Welt dreht sich auch für andere weiter. Infwiefern prägen die unterschiedlichen Lebenssituationen der anderen ihr Bild von Xane? In nur einem Kapitel erzählt Xane aus ihrer Sicht, etwa in der Mitte des Buches. Nach und nach fügen sich die Einzelteile des Bildes von Xane zusammen und ergeben für den Leser ein rundes, ganzheitliches Bild, einen Quasikristall sozusagen. Manche Ausführungen und Hintergründe waren mir etwas zu detailiert, wie z.B. das Kapitel aus Sicht von Shanti. Hier war mir der Zusammenhang nicht ganz klar - außer, dass es um die Beleuchtung eines ethisch fragwürdigen Falls geht. Nebenbei streift die Autorin noch politische Themen: die Nazi-Vergangenheit der Deutschen, den Disput über Extreme bzw. Ideale und wie die österreichische und deutsche Mentalität kollidieren können. Die Charaktere sind von der Autorin detailgetreu gezeichnet und bleiben auch bis zum Schluss überzeugend. Eva Menasse geht hier quer durch den Gemüsegarten, was die Typen angeht: die pubertierende Jugendliche, die Alleinerziehende am Rande der Gesellschaft, die Karrierefrau, die Mama, der Freiheitskämpfer, das in sich gekehrte Kind, der frustrierte Altenheimbewohner, der Professor, der Spießer, der Künstler.... Am Beispiel Xane wird herausgearbeitet, dass Außen- und Eigenwahrnehmung sich nicht völlig widersprechen müssen, auch wenn jeder Erzähler andere Eigenschaften hervorhebt. Gegenteilige Charaktereigenschaften können zusammen ein großes Ganzes ergeben. Xane wird beispielsweise zum einen als ehrgeizige und korrekte Frau beschrieben - aber an anderen Stellen wird klar, dass auch sie an ihre Grenzen stößt. Auch ehrgeizige Menschen können scheitern und müssen lernen, damit umzugehen. In Manasses Schreibstil konnte ich so richtig schön "baden" und verweilen: er ist intelligent, häufig metaphorisch ("Inzwischen nimmt die Vor-Mor-Zeit nämlich wieder ein bisschen Farbe an, als ob sich ihre Wangen röteten. Manchmal wirkt sie beinahe wieder interessant, wie ein staubiges, leicht anrüchiges Kostüm, das man zum Spaß nochmal anprobieren könnte.") und trotz allem humorvoll und kurzweilig. Auffällig ist, dass die Autorin bei den Dialogen auf Absätze und Anführungszeichen verzichtet, was etwas mehr Aufmerksamkeit beim Lesen erfordert. Anfangs hat mich das irritiert, aber als mir dieses Stilmittels bewusst wurde, ging es schlagartig besser. Obwohl Wien und Berlin Schauplätze sind, verzichtet die Autorin auf übertriebene Mundart und lässt nur hier und da spezifische Begriffe fallen, die auch ein Hochdeutscher verstehen würde. Das Buch ist in sich schlüssig: alle Kapitel sind sowohl zeitlich als auch inhaltlich gut aufeinander abgestimmt, was für eine gute Planung spricht. Insgesamt bin ich ziemlich fasziniert von diesem Roman, der zwar einerseits das Leben einer "normalen" Frau beschreibt (in deren Leben objektiv gesehen nicht allzu viel schief läuft), aber andererseits viel Spannung durch zwischenmenschliche Konflikte und ethische Fragen mit sich bringt. FAZIT: "Quasikristalle" ist ein echter Lesegenuss. Der Roman fordert den Leser und unterhält ihn zugleich. Er ist vor allem facettenreich. Aufgrund der vielen Erzählperspektiven hat der Leser die Möglichkeit, sich mit einem Typus Mensch zu "verbünden".

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  • Themen-Challenge 2014 - Bücher von deutschsprachigen Autoren

    Daniliesing

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

    Hier könnt ihr euch über eure gelesenen Bücher zu Thema 9 austauschen!

    • 61
  • Lebensfragmente einer Frau

    Quasikristalle
    Wortwelten

    Wortwelten

    17. March 2014 um 21:01

    In 13 Kapiteln schildert Eva Menasse Ausschnitte aus dem Leben ihrer Protagonistin Xane. Diese Ausschnitte sind lediglich Fragmente, nur kurz aufflackernde Perspektiven auf das Leben einer Frau, die immer aus einer anderen Sichtweise dargelegt werden. Mal ist es Xanes beste Jugendfreundin Judith, die einige Sommertage schildert, mal ihr Vermieter, der den Hausbewohnern natürlich überhaupt nicht zu nahe treten möchte, aber trotzdem gern beobachtet, wie sie eigentlich leben, mal ein eigentlich Fremder, eine zufällige Bekanntschaft. Auf diese Weise skizziert Eva Menasse in chronologischer Reihenfolge eine Leben, das immer nur Entwurf bleibt und lediglich ansatzweise ein Gesamtbild ergibt, sich teilweise sogar widerspricht, da jede Erzählfigur Xane natürlich auf andere Weise wahrnimmt. Sie wirkt zurückhaltend und unsicher, aufbrausend und rebellisch, dominant und schüchtern. Doch gerade diese Unvollkommenheit macht den Reiz des Romans aus, der sich ohnehin eher wie eine Erzählsammlung liest, deren einzelne Geschichten durch eine gemeinsame Figur miteinander verbunden sind. Denn besonders beeindruckend an der Konstruktion dieses Romans ist, wie überzeugend es der Autorin gelingt, jeder Erzählfigur eine eigene Stimme zu verleihen und jedem Kapitel eine eigene Grundstimmung. Die einzelnen Romanabschnitte handeln vor allem von der Figur, aus deren Perspektive sie erzählt sind, und mitunter taucht Xane darin lediglich als Gast auf, eine Randerscheinung im Leben anderer, mehr nicht. Hintergrundinformationen wirken dabei sehr gut recherchiert und fundiert eingeflochten, so zum Beispiel zum Historiker Bernyas, der mit einer Gruppe Geschichtsinteressierter verschiedene KZ-Gedenkstätten besucht, oder der Arbeitsalltag der Gynäkologin und IVF-Expertin Heike Guttmann. Manche Ausschnitte umfassen mehrere Jahre, manche nur ein paar Stunden, doch immer erhält man einen tiefen Einblick in das Leben der jeweiligen Figur und kann auf dieser Basis auch Xanes Rolle und Wirkung im Alltag anderer einschätzen. Die Erzählweise ist präzise und immer sehr nah an der jeweiligen Erzählfigur, häufig auch bereichert mit einem subtilen Humor. Deutlich wird, dass es meistens um die Rollen von Frauen in der westlichen Gesellschaft geht, darum, wie sie wahrgenommen werden, sowohl im privaten als auch beruflichen Kontext, und auch, wie vielschichtige Facetten sie aufweisen können. Am deutlichsten wird dieser Fokus auf die weibliche Identität in dem Kapitel, das aus Xanes Perspektive erzählt wird und das einen fast essayhaften Charakter zu diesem Thema annimmt. Facettenreich, widersprüchlich und erzählerisch ambitioniert wird in diesem Roman über das Leben einer intellektuellen Frau in unserer Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven reflektiert. Auf beeindruckende Weise gelingt es Eva Menasse hierbei, die Wandelbarkeit eines Charakters und die unterschiedliche Gewichtung einzelner Eigenschaften herauszuarbeiten. In manchen Passagen geriet die Erzählung, für meinen Geschmack, etwas zu abschweifig und das Thema zu vordergründig und gelegentlich störten allzu abgenutzte Vergleiche die ansonsten gut ausgearbeitete Sprache. Davon abgesehen ist Quasikristalle ein vielschichtiger Roman, der mitunter mehr Fragen aufwirft, als er Antworten gibt. Doch um es mit den Worten der Autorin zu formulieren: „Das sind so Fragen – wahrscheinlich, wie die meisten interessanten Fragen, nicht so umfassend zu beantworten, dass man am Ende zufrieden wäre.“ (S. 426)

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  • blutige Knie

    Quasikristalle
    tubadur

    tubadur

    28. February 2014 um 23:18

    Wir kriechen, wir krabbeln, wir laufen. Wir stürzen und schlagen uns die Knie auf. Wir stehen wieder auf. Wir können nicht anders... Stolpernder Weise folgt die Geschichte dem Leben einer Frau. Stolpernd deshalb, da aus eben diesem Leben der Frau, nur ein paar, mal mehr mal weniger bestimmende, Szenen dargestellt werden. Und dies auch noch durch die Augen von wechselnden Erzählern betrachtet und mit deren eigenen Geschichten verwoben erzählt. Aus fein beobachteten und erzählten Details heraus, dürfen wir an einem Leben teilnehmen, das nicht so gradlinig verläuft, wie man es gemeinhin und oft aus Bücher kennt. Eigentlich ist es kein besonderes Leben, von dem zu lesen ist. Nur ein anderes, eben nicht das eigene. Und das macht es wieder so spannend. Auch und grade durch die Art und Weise, wie sich alles dem Leser präsentiert. Hier wird man zum umkreisenden Betrachter mit ständig neuen Perspektivwechseln, der sich seinem Ziel zu nähern versucht. Und wie interessant, durch diesen immer wieder neuen Abstand, kommt man der Figur erst richtig nahe. Ein scheinbares Paradox, ein Glücksgriff für uns Leser. Inhaltlich umfangreicher und textlich reduzierter kann man wohl kaum ein ganzes Leben wiedergeben. So mag man über die Lebensspitzen der Frau stolpern und bemerkt am Ende die eigenen, vielleicht schon wieder blutigen oder schon wieder verheilten, Knie.

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  • Selten so gerne gelesen!

    Quasikristalle
    TinaGer

    TinaGer

    Für mich ganz klar das Buch des Jahres 2013. Auch wenn es noch nicht vorbei ist. Eva Menasse wählt eine Erzählform, die mich in den Bann geschlagen hat. Es ist ihr ganz ausgezeichnet gelungen, Situationen zu zeichnen, die alltäglich, fast unbeachtet in meinem Leben vorüberzögen und dennoch die Kraft haben, ihre Hauptfigur zu Leben zu erwecken. Sie schafft es, Geheimnisse zu erzeugen ohne Rätsel zu benötigen und weckt immer wieder mein Interesse, ohne mehr zu tun, als das Leben abzubilden. In all seiner Poesie und Schönheit, auch wenn es mal richtig weh tut. So bleibt ihre Protagonistin immer echt, immer authentisch, mit all ihren Höhen und Tiefen. Dabei scheint mir die Autorin nie bemüht, sondern immer elegant und lässig. Ein leichter Lesefluss entsteht, der mich am Schluss am liebsten wieder von vorne hätte beginnen lassen wollen. Menasses Liebe zum Detail, ihre sichere Sprache, ihr großes Imaginationsvermögen lässt "Quasikristalle" zu einem besonderen Lesevergnügen werden. Eine tolle Entdeckung! Unbedingte Leseempfehlung.

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    • 3
    TinaGer

    TinaGer

    28. February 2014 um 10:46
  • Die große LovelyBooks Themen-Challenge 2014

    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2014? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 20 vorgegebenen Themen mindestens 15 Bücher aus 15 unterschiedlichen Themen zu lesen. 5 Themen können also ausgelassen werden. Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt hier mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag. Diese Challenge läuft vom 1.1.2014 bis 31.12.2014. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Wer am Ende des Jahres die 15 Bücher zu 15 verschiedenen Themen geschafft hat, nimmt automatisch an einer Verlosung eines schönen Überraschungspakets teil. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2014 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Ich habe jedes Thema auch zu einem extra Beitrag hier auf LovelyBooks verlinkt, in dem ihr euch jeweils über die passenden Bücher austauschen könnt. Für jedes Thema hänge ich ein Beispielbuch in der Reihenfolge der vorgegebenen Themen an, ihr könnt aber gern andere lesen! Bücher, die erstmalig vor 2010 erschienen sind Bücher, die Teil einer Reihe sind (alles ab mindestens 2 Bänden) Bücher, die ein vorranging rotes Cover haben Bücher, deren Buchtitel eine Zahl enthalten Bücher, die ausschließlich als Taschenbuch / Broschur erschienen sind (nicht als Hardcover, E-Book zusätzlich ist ok) Bücher, bei denen der Vor- oder der Nachname des Autors mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie der Buchtitel Bücher, die bisher noch keine Rezension auf LovelyBooks haben (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, in denen es ums Essen geht und das auch durch den Buchtitel, das Cover o.Ä. ausgedrückt wird Bücher von deutschsprachigen Autoren Bücher, die weniger als 250 Seiten haben Bücher, auf denen hauptsächlich Schrift und kein vordergründiges Covermotiv zu sehen ist Bücher von Autoren, die schon mindestens 5 Bücher veröffentlicht haben Bücher, die in der Hardcover-Ausgabe einen Schutzumschlag haben Bücher, deren Buchtitel aus mindestens 5 Wörtern bestehen Bücher, die aus einer anderen Sprache als dem Englischen oder Französischen übersetzt wurden Bücher, die in einer Stadt mit mehr als 1 Mio. Einwohner spielen Bücher, die in einem unabhängigen Verlag erschienen sind (keine Verlagsgruppen / Konzerne) Bücher, auf deren Cover mindestens 3 Lebewesen zu sehen sind (es zählen Menschen & alle Tierarten) Bücher, die auf LovelyBooks mit 4,5 - 5 Sternen bewertet sind (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, deren Hauptfigur mindestens 10 Jahre jünger oder älter als ihr selbst ist (wer dieses Thema erfüllen möchte, müsste hier sein Alter verraten - in meinem Fall müsste die Figur 17 oder jünger bzw. 37 oder älter sein) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Antworten auf häufig gestellte Fragen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Wenn es in der Aufgabenstellung keine spezielle Eingrenzung gibt, zählt wirklich alles, was dazu passt. Zahlen zählen also auch als Zahlen, egal ob ausgeschrieben oder nicht usw. * Ich kann diese Challenge nicht in Unterthemen gliedern, da das nur bei Leserunden geht. * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Unabhängige Verlage sind solche, die nicht zu einer Verlagsgruppe / einem Konzern gehören. Wenn ihr unsicher seid, schreibt mir eine Nachricht mit dem entsprechenden Verlag. * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, als auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2014 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Postet euer jeweiliges Buch bitte erst, wenn ihr es wirklich komplett gelesen & eine Rezension oder Kurzmeinung geschrieben habt. * Ein paar Beispiele für Verlage,  die als unabhängig zählen - es gibt aber wirklich ganz viele, fragt mich im Zweifel einfach per Nachricht: Hanser Verlag (und Unterverlage), Aufbau Verlag (und Unterverlage), dtv, Coppenrath Verlag, Diogenes Verlag, usw. * Falls Bücher, die eine ISBN habe, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com * Bei Themen, für die der Stand bei Lesebeginn entscheidend ist (Bücher, die noch keine Rezension haben / Bücher, mit Bewertung zwischen 4,5 - 5 Sternen) vertraue ich einfach darauf, dass ihr wirklich nur welche angebt, wo das stimmt. * Keine Mangas & Comics, außer für Thema 10 - Graphic Novels zählen überall, sofern sie dem Thema entsprechen Teilnehmer: 19angelika63 4cloverleaf 78sunny aba Aduja Ajana Alchemilla AlinchenBienchen allegra Alondria Amara Anendien Aniston81 AnnaMK Anneblogt Annilane Anniu anushka Arizona Asu AuroraBorealis baans Bambi-Nini Baneful battlemaus88 BethDolores BiancaWoe Bluebell2004 bluebutterfly222 bookgirl Bookmarble books_and_senses bookscout brudervomweber BuchblogDieLeserin Bücherwurm Buchgeborene Buchrättin Buecherfee82 Buecherfreak321 Buecherschmaus Buecherwurm1973 callunaful Carina2302 carooolyne CaryLila Cattie christiane_brokate Clairchendelune Clouud coala_books Code-between-lines Curin czytelniczka73 daneegold DaniB83 Daniliesing danzlmoidl darigla Deengla Deirdre dieFlo Dini98 Donata Donauland DonnaVivi Dreamworx Dunkelblau El. 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    • 2083
  • "Sie war ihm vor die Fürße gefallen wir Sternenstaub..."

    Quasikristalle
    mademoisellezoe

    mademoisellezoe

    19. December 2013 um 20:58

    Quasikristalle ist die Lebensgeschichte von Roxane Molin. Die Biografie der aus Wien stammenden Protagonistin entsteht aus dreizehn voneinander unabhängigen Kapiteln. Xane wird in fast jeder ihrer Lebensphasen dargestellt – aber sie selbst kommt nur einmal aus eigener Perspektive an die Reihe. Ihre Geschichte erzählen andere: ihr beste Schulfreundin, ein ehemaliger Vermieter, ihre Ärztin, ihr Liebhaber. In den wenigsten Kapiteln spielt Roxane eine direkte Hauptrolle. Die jeweiligen Erzähler berichten auch aber sie, aber meistens geht es um ihre eigenen Leben und Roxane ist oft nur eine Randfigur. Die unterschiedlichen Perspektiven sind eine interessante Form, eine Geschichte zu erzählen – denn das passiert trotz all den von einander losgelösten Erzählern: eine Geschichte, eine Biografie entsteht. Wenn man am Ende das Buch zuschlägt, bleibt eine große Frage: Wer war Roxane Molin? Daraus ergeben sich wie von selbst weitere: Was weiß ich wirklich von mir selbst? Was weiß ich von anderen? Was ist die Wahrheit? Mir ist nach der Lektüre immer wieder ein Bild aus dem Physikunterricht in den Kopf gekommen. Es ist mit dem Buch ein bisschen wie mit dem Raum-Zeit-Kontinuum. An sich habe ich das ganze nie so richtig verstanden, aus physikalischer Sicht, aber ich habe mich schon im Unterricht immer gefragt, welche der Perspektiven die wirklich wahre ist. Anfangs war ich, ehrlich gesagt, sehr verwirrt, weil ich nach dem ersten Kapitel, erzählt von Xanes bester Schulfreundin Judith, nicht verstanden habe, warum es nicht weiter um Judith geht. Das zweite Kapitel beginnt aus der Sicht eines jungen Professors, der in Auschwitz Führungen durch das ehemalige Konzentrationslager macht. Er berichtet über seine Beziehungsprobleme. Als nach zwei Seiten immer noch keine Judith auftaucht, habe ich schon mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen. Zum Glück habe ich es nicht gemacht! Denn plötzlich ist dem Konzentrtionslager-Professor in seiner neuen Touristengruppe Xane über den Weg gelaufen. Und da habe ich verstanden. Ich habe nach dem Ende des Buches wirklich viel darüber nachgedacht, wer ich bin, was ich bin und vor allem, wer ich für andere bin, wie die engsten meiner Bekannten und Verwandten mich sehen und was ich von ihnen sehe. Fazit: Ein sehr anregendes Buch und interessant, vor allem durch die verschiedenen Perspektiven. Es ist Eva Menasse ziemlich gut gelungen, den Leser nach Zweifeln dennoch in den Bann zu ziehen und zum Nachdenken anzuregen.

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