Tiere für Fortgeschrittene

von Eva Menasse 
4,2 Sterne bei9 Bewertungen
Tiere für Fortgeschrittene
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (8):
Code-between-liness avatar

Acht interessante Geschichten, mit dem gewohnt scharfen Auge der Autorin auf Zwischenmenschliches!

Kritisch (1):
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„Tiere für Fortgeschrittene“ oder „Bücher für Fortgeschrittene“? Seltsame Personen mit noch seltsameren Geschichten

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Inhaltsangabe zu "Tiere für Fortgeschrittene"

Raupen, die sich ihr eigenes Grab schaufeln, Enten, die noch im Schlaf nach Fressfeinden Ausschau halten, Schafe, die ihre Wolle von selbst abwerfen. Jede von Eva Menasses Erzählungen geht von einer kuriosen Tiermeldung aus und widmet sich doch ganz der Gattung Mensch.
Ein alter Despot, der sich gegen jede Veränderung wehrt, kann nicht verhindern, dass die Demenz seiner Frau auch die eigene Vergangenheit löscht. Einer engagierten Mutter, die ein muslimisches Kind gegen Anfeindungen in Schutz nimmt, verschwimmen schließlich selbst die Grenzen zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch. Eine Frau realisiert, wie sehr das Schicksal ihres Vaters sie geprägt hat, in ihren Marotten und in ihren tiefsten Ängsten. Und eine Gruppe handverlesener Künstler und Wissenschaftler probt in südländischer Gluthitze eine groteske Revolution.
Jahrelang hat Eva Menasse Tiermeldungen gesammelt, die ihr, wie umgekehrte Fabeln, etwas über menschliche Verhaltensweisen zu verraten schienen. Wer daran Vergnügen hat, kann teilhaben am Gestaltungsprinzip ihrer Erzählungen, indem er Mustern und Motiven nachspürt. Alle anderen werden sich, wie bei Menasses bisherigen Büchern, von ihrem erzählerischen Talent mitreißen lassen, einer Mischung aus pointiertem Witz, Geheimnis und melancholischem Ernst.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462047912
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:09.03.2017

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Rezensionen und Bewertungen

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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Mischung an Geschichten. Sehr gelungen sind die kleinen Details zu verschiedenen Tieren, die den Kapiteln vorangestellt werden.
    Mischung an Geschichten. Originell mit den kleinen Tiergeschichten zu Beginn jeder Geschichte

    Bienen, die Krokodilstränen trinken. Schafe, die Wolle abwerfen. Enten, die einäugig schlafen.
    Jede Geschichte beginnt mit einem Tier. Es kleine Abschnitte, wie Anekdoten, die mir Tiere auch aus einer ganz ungewöhnlichen Sicht zeigen, oder die einfach Details erzählen, die wirklich auch sehr interessant sind. Schafe, die ihre Wolle abwerfen, wie Bäume im Herbst die Blätter, das kannte ich bisher nicht. Als Leser erhalte ich hier ungewöhnliche Informationen zu den Tieren. Sie sind informativ, machen neugierig, überraschen und sind originell.
    Daran anschließen sich die Geschichten. Natürlich habe ich dann überlegt, gibt es Parallelen, sollen die Tiergeschichten in den eigentlichen Geschichten zu finden sein? Ich mag dieses Detail, das macht Spass und inspiriert zum Nachdenken über die eigentliche Geschichte hinaus.
    Es sind ganz unterschiedliche Geschichten. Mir hat am besten die Geschichte mit den Schafen gefallen. Vielleicht weil ich diese Detail der ihre Wolle abwerfenden Schafe schon so ungewöhnlich ist und mir im Gedächtnis blieb. Aber die Geschichte, die daran folgt, erzählt aus der Sicht einer Ich – Erzählung, die war so ungewöhnlich. Was passiert dort? Was ist das für eine Gemeinschaft? Was ist in der Welt los? Das hat mir sehr gut gefallen, wie sehr ich nach den ersten Sätzen eingetaucht bin in die Erzählung und eigentlich nicht genau wusste, was ist da eigentlich los. Es gab nur kurze Andeutungen, auch auf die Außenwelt. Die Neugier war geweckt, doch bleibt das Ende offen.
    Mir haben nicht alle Geschichten gefallen, einige konnten mich nicht fesseln. Aber dennoch gab es Geschichten, wo ich noch weiter hätte lesen können.
    Das mag ich sehr an Kurzgeschichten. Solche Bücher bieten dem Leser mehrere Geschichten an. Es eine Vielfalt. Ich mag es, als Leser hineingeworfen zu werden, mitten in das Geschehen der Geschichte. Plötzlich bin ich mitten drin, im Leben der Figuren, im Geschehen. Ich erlebe Augenblicke, Momente, Szenen und dann die offenen Enden, die einladen weiter zu träumen, nach zu denken, sich als Leser Enden auszudenken.
    Ich mag es, dass Kurzgeschichten mich als Leser zum Träumen über das Buch hinaus anregen. Und ich mag es, dass ich so ein Buch nicht am Stück lesen muss, wie einen Roman. Man kann es immer wieder zur Hand nehmen, eine Geschichte lesen, beiseitelegen, eine weitere Geschichte verschlingen, nachdenklich betrachten.
    Was ich persönlich nicht so gern mag, im Buch wurde wörtliche Rede nicht gekennzeichnet. Ich stocke dann immer in meinem Lesefluss.
    Den Stil fand ich anspruchsvoll, aber dennoch fesselnd. Ich war bei fast jeder Geschichte nach wenigen Sätzen mitten drin im Geschehen, konnte teilhaben und die Figuren spüren und war manchmal eine Art unsichtbarer Begleiter.
    Eine tolle Mischung an Geschichten. Sehr gelungen sind die kleinen Details zu verschiedenen Tieren, die den Kapiteln vorangestellt werden. Volle Leseempfehlung.

    Kommentare: 1
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    B
    BiancaBerlinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gewohnt tolles Buch von Eva Menasse
    Literarisch dichte Kurzgeschichten

    Ich bin ein großer Fan von Eva Menasses Schreibstil und der Art, wie sie auf Menschen und ihre Lebensumstände blickt. Daher habe ich die Geschichten in "Tiere für Fortgeschrittene" sehr gern gelesen. Wie schon in "Quasikristalle" bin ich beeindruckt, wie komprimiert sie komplexe Charaktere und deren Leben bzw. Innenleben zeichnen kann. Das einzige, was ich nicht nachvollziehbar fand, sind die Bezüge zu den Tieren. Also die Namen der Geschichten und die kurzen Tierbeschreibungen, die ihnen vorangestellt sind. Aus meiner Sicht hat das aber nicht die literarische Qualität der Texte beeinträchtigt. 

    Kommentare: 1
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    killmonotonys avatar
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: „Tiere für Fortgeschrittene“ oder „Bücher für Fortgeschrittene“? Seltsame Personen mit noch seltsameren Geschichten
    Rezension: Tiere für Fortgeschrittene

    Eva Menasse erzählt hier acht kleine (Familien-)Geschichten, alle um aktuelle Themen wie Demenz, Integration oder auch Patchworkfamilien gebaut, die mich aber leider nicht überzeugen konnten. Die Idee des Buches, kuriose Tiermeldungen zu Fabeln über das menschliche Verhalten umzuwandeln, war toll und deswegen stand das Buch auch auf meiner Liste, aber die in „Tiere für Fortgeschrittene“ vor jedem Kapitel kurz erzählten Tiermeldungen waren teilweise sehr verwirrend und meistens habe ich diese auch nicht in den Geschichten wiedergefunden. Vielleicht fehlt mir für so etwas einfach das literarische Niveau und Feingefühl, das man offensichtlich benötigt, um sich in die Geschichten hineinzuversetzen zu können. Wobei mir manche der Kurzgeschichten auch mehr zugesagt haben als andere: zum Beispiel fand ich „Schafe“ wunderbar, auch wenn sich mir der genauere Sinn dieser „Sommercamps“ für spezielle Berufsgruppen, die dort zusammentreffen, nicht erschlossen hat. Aber gerade dieses Rätseln über den Sinn dieser Camps und der Gesamtsituation, nicht nur meinerseits, sondern auch seitens der Charaktere, war richtig klasse. Andere Geschichten, die erste, „Schmetterling, Biene, Krokodil“, war für mich verwirrend, was mir vielleicht im Endeffekt den Zugang zum Buch und vor allem zur Erzählsprache der Autorin verwehrt hat. Teilweise sieht die junge Protagonistin hier Dinge, die bei genauerem Betrachten dann doch anders sind, aber dann ist es doch irgendwie wie zuerst gedacht. Ihr merkt, ich kann dies nicht gut in Worte fassen, aber stellenweise waren die Charaktere „abwesend“ oder jedenfalls gedanklich nicht beim Hauptgeschehen, und es sind Dinge aufgetaucht oder passiert, die (mir) unerklärlich sind. Menasse benutzt auch hier ihre eigene, mir ungewohnte Erzählsprache, die auch zahlreiche Fans hat, aber irgendwie hat es bei mir nicht „klick“ gemacht. Der emotionale Aspekt hat mir hier komplett gefehlt, fast alle Charaktere kamen mir kalt und bissig vor.


    Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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    Code-between-liness avatar
    Code-between-linesvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Acht interessante Geschichten, mit dem gewohnt scharfen Auge der Autorin auf Zwischenmenschliches!
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    Alexlauras avatar
    Alexlauravor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Kurzgeschichte über verschiedene Menschen aus dem Alltag. Klarer Blick auf die Probleme und Schwächen, aber mit viel Zuneigung geschrieben.
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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Shortstories von Lebensabschnitten, grandios dargelegt und mit Charme serviert. Langsam kauen...
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    V
    velvetgoldvor einem Monat
    littlestupidgods avatar
    littlestupidgodvor einem Jahr
    Tordiss avatar
    Tordisvor 2 Jahren

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