Eva Menasse Vienna

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Inhaltsangabe zu „Vienna“ von Eva Menasse

So hat lange niemand mehr erzählt - Eva Menasses Familiensaga fängt von Wien aus ein ganzes Jahrhundert ein - von der Vergangenheit bleibt nur, was erzählt wird.§§Eva Menasse macht das Erinnern zum Ausgangspunkt des Erzählens und entwirft mit den fulminanten Geschichten einer Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln den Bilderreigen einer Epoche.§"Mein Vater war eine Sturzgeburt": Kopfüber, wie die Hauptfigur, fällt der Leser in diesen Roman und erlebt, wie die Großmutter über ihrer Bridge-Partie beinahe die Geburt versäumt. So kommt der Vater der Erzählerin zu Hause zur Welt, ruiniert dabei den kostbaren Pelzmantel und verhilft der wortgewaltigen Familie zu einer ihrer beliebtesten Anekdoten. Hier, wo man permanent durcheinander redet und sich selten einig ist, gilt der am meisten, der am lustigsten erzählt. Fragen stellt man besser nicht, obwohl die ungewöhnliche Verbindung der Großeltern, eines Wiener Juden und einer mährischen Katholikin, im zwanzigsten Jahrhundert höchst schicksalsträchtig ist.§So verschlägt es deren drei Kinder auf der Flucht vor den Nazis in die Welt. Während der eine in England Fußballer wird und der andere sich im Dschungel von Burma als Soldat durchschlägt, geht die schöne Schwester Katzi in Kanada verloren. Über sie wird später am Familientisch auffällig geschwiegen, lieber redet man vom legendären Onkel Königsbee, der mit Wortverdrehungen wie "Das ist nicht meine Dämone" unsterblich geworden ist. Doch als die Enkel beginnen, Fragen zu stellen, zerrinnt ihnen das einzige Erbe, der tragikomische Geschichtenfundus, zwischen den Fingern.§§Eva Menasse beeindruckt mit einem Ensemble hinreißender Figuren und unerwarteten Begebenheiten und zeigt wie nebenbei das Entstehen und den Zerfall von Familiengeschichte und Identität.

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  • Wiener Familiensaga, amüsant erzählt

    Vienna
    Felice

    Felice

    14. November 2015 um 19:35

    Ein eigenartiger Roman, diese Familiengeschichte von Eva Menasse, bei der ich anfangs ein wenig den Roten Faden vermisste, da sie in den Erzählsträngen springt, was gerade beim Hörbuch, während des Autofahrens, nicht leicht zu verfolgen ist. Aber dennoch gewinnt man mit der Zeit die gesamte Familie lieb, verfolgt sie ein dreiviertel Jahrhundert und taucht ein in das Wien der Vorkriegszeit, wo das gesellschaftliche Leben noch in den Kaffeehäusern stattfand. Aber auch die Kindheit der Autorin mit ihren Cousins, dem Halbbruder und der ganzen großen Familie ist interessant geschildert, mit vielen kleinen Anekdoten gespickt und wird geschickt zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Wunderbar dargestellt sind die Eigenheiten der Familienmitglieder, mein Lieblingssatz, der öfter zitiert wird, ist, bezogen auf den "Unsinn, ziel- und planlos durch den Wald zu laufen": "Bin i a Reh?" oder auch die "Sammlung verdrehter und verunstalteter Redewenungen" des früh verstorbenen Onkels Dolly Königsbee sind herrlich. Dennoch kommen auch ernste Aspekte zur Sprache, die Deportation der Kinder, was es bedeutet, in der nächsten Generation jüdische Wurzeln zu haben und nicht zu wissen, wo man selbst steht, was besonders dem Halbbruder zu schaffen macht. Ob das Ende tatäschlich so gekommen oder doch Romanhandlung ist, ist nicht klar, ich tippe auf letzteres. Leicht erzählt und doch keine leichte Lektüre!

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