Eva Moldenhauer

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Lebenslauf von Eva Moldenhauer

Eva Moldenhauer, 1934 in Frankfurt/Main geboren, ist seit 1964 als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte u.a. Claude Simon, Jorge Semprun, Agota Kristof, Jean Paul Sartre und Lévi-Strauss. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 1982 mit dem "Helmut-M.-Braem-Preis" und 1991 mit dem "Celan-Preis". 2005 wurde sie für ihre Neu-Übersetzung von Claude Simons "Das Gras" für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Eva Moldenhauer

Cover des Buches Das große Heft (ISBN: 9783492304337)

Das große Heft

 (91)
Erschienen am 17.09.2013
Cover des Buches Brief an D. (ISBN: 9783858697257)

Brief an D.

 (68)
Erschienen am 26.01.2017
Cover des Buches Suite française (ISBN: 9783641147358)

Suite française

 (52)
Erschienen am 25.09.2014
Cover des Buches Jesabel (ISBN: 9783641147297)

Jesabel

 (46)
Erschienen am 25.09.2014
Cover des Buches Der Club der unverbesserlichen Optimisten (ISBN: 9783518468623)

Der Club der unverbesserlichen Optimisten

 (38)
Erschienen am 11.03.2018
Cover des Buches Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough (ISBN: 9783458178385)

Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough

 (30)
Erschienen am 29.09.2019
Cover des Buches Die Hunde und die Wölfe (ISBN: 9783641147334)

Die Hunde und die Wölfe

 (35)
Erschienen am 25.09.2014
Cover des Buches Herr der Seelen (ISBN: 9783630621579)

Herr der Seelen

 (22)
Erschienen am 06.04.2009

Neue Rezensionen zu Eva Moldenhauer

Cover des Buches Das große Heft (ISBN: 9783492300421)
C

Rezension zu "Das große Heft" von Agota Kristof

Grossartig
Christian_Fisvor 2 Monaten

«Wir haben zwei Stunden, um das Thema zu behandeln und zwei Blatt Papier zur Verfügung.(…) Wenn es «Gut» ist, können wir den Aufsatz in das grosse Heft abschreiben. Um zu entscheiden, ob es «Gut» oder «Nicht Gut» ist, haben wir eine sehr einfache Regel: Der Aufsatz muss wahr sein. (…) Die Wörter, die die Gefühle definieren, sind sehr unbestimmt, es ist besser man vermeidet sie und hält sich an die Beschreibung der Dinge, der Menschen und von sich selbst.» (aus Aufsatz "Unsere Studien")

Die Aufsätze der Zwillinge sind schnörkellos, die Sätze kurz und gefühlskalt. Die Zwillinge urteilen nicht, sie beobachten, entscheiden und handeln. Der Roman erschüttert gerade deshalb.

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Cover des Buches Suite française (ISBN: 9783641147358)
Faidits avatar

Rezension zu "Suite française" von Irène Némirovsky

Zeitzeugenbericht über den 2. Weltkrieg im Herzen Frankreichs als Roman
Faiditvor 3 Monaten

Eigentlich sollte dieser Roman Emigrantin Irène Némirovski, geboren im russischen Kaiserreich, eine Art literarische Suite auf ihre Wahlheimat Frankreich werden. Doch das Werk wurde nie beendet, da die schon lange in Frankreich lebende und berühmte Autorin 1942 von den französischen Behörden an die Deutschen verraten und ausgeliefert wurde, wo sie im KZ Auschwitz verstarb.

Dieses Wissen ist beim Lesen besonders berührend, wenn man wahrnimmt, wie sehr Frau Némirovski in die Gesellschaft Frankreichs integriert war und dennoch in ihrem Roman die deutschen Besatzer als Menschen mit ebenfalls warmen Gefühlen darstellt. Was die Schilderung der Massenflucht der Pariser anbelangt, erkannte ich eine Verbindung zu dem Erlebnisbericht des ebenfalls französischen Autors Léon Werth in 33 Tage. Gewalt, Verzweiflung, Mangel an allem Lebensnotwendigen verändern unbestreitbar das Wesen der Menschen. Der kalte Egoismus zeigt sich plötzlich ohne Maske gegen das eigene Volk, ja gegen die eigene Familie und Schutzbefohlenen. Angst ist wirklich kein guter Lehrmeister, denn sie erdrückt die Liebe, ob Nächstenliebe oder Liebe zu den einst angestrebten Idealen. Der Tanz zwischen Liebe und Egoismus zeigt sich auch in den anderen Kriegsszenen, etwa als sich ein deutscher Offizier in eine unglücklich verheiratete Französin verliebt. Die verbotene Liebe zwischen den beiden wird als so zart und unschuldig dargestellt, dass sie an dem Hass ihrer Umgebung zerbrechen muss. Aber ich will nicht zu viel verraten. Die Autorin bewies sehr viel Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis in ihrem Roman. Ihre Schreibweise war außerdem sprachlich sehr ansprechend und fein. Die Sätze, trotz oder gerade wegen der Länge und den vielen Verschachtelungen ein Genuss beim Lesen.

Ebenso interessant war für mich als Autorin der Anhang mit den Arbeits-Notizen von Frau Némirovski, sowie die Briefe, die ihr Mann auf der Suche nach ihr schrieb. Die ganzen Umstände um den Roman sind sehr berührend. – Im wahren Leben der Familie der Autorin wurden noch Jahre nach ihrer Deportation und Tötung ihres Ehemannes von den französischen Behörden die beiden kleinen Töchter Némirovski akribisch gesucht, um sie ebenfalls in ein Konzentrationslager zu bringen. Doch Freunde der Autorin versteckten die Kinder, die dieses Manuskript ihrer Mutter im Koffer hatten, immer wieder aufs Neue.

Leider sind die geschilderten Szenen des Flüchtlingszuges der Franzosen vor dem Angriff der Deutschen auf Paris von einer erschreckenden Aktualität. Da der Mensch aus seiner Geschichte nichts dazulernt, bleiben solche literarischen Zeitzeugnisse leider immer aktuell. Unbedingt lesenswert!

Kommentare: 1
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Cover des Buches Die Akazie (ISBN: 9783518469002)
Stephanuss avatar

Rezension zu "Die Akazie" von Claude Simon

Krieg, Tod, Gewalt und Sinnlosigkeit - eine Reflexion über die Sinnlosigkeit des Kriegs
Stephanusvor 5 Monaten

Ein französischer Soldat fährt nach Ausbruch des 2. Weltkriegs mit seiner Einheit an die Front. Auf dieser Fahrt reflektiert er sein Leben und erkennt, dass es zu Enden droht, bevor es eigentlich richtig angefangen hat und er immer nur in einer Rolle steckte. Diese Rolle entspricht stark seinem Vater der bereits als Soldat im 1. Weltkrieg kämpfte und dort gefallen ist. Der junge Soldat überlebt den Fronteinsatz, gerät aber in deutsche Kriegsgefangenschaft aus der er sich schließlich retten kann. Wieder in Frankreich schreibt er seine Gedanken auf und gerät dabei zur Erkenntnis der Sinnlosigkeit der Gewalt und des Krieges und des Traumas, das ganze Generationen von Soldaten befällt.

In einem sehr eindringlichen Stil und mit ruhiger, überlegter Sprache gelingt dem Autor ein tieftrauriges Buch über verlorene Generationen von Menschen, die ihr Leben im Krieg gelassen haben und von diesem für immer geprägt worden sind. Die Gewalt und die Sinnlosigkeit des Krieges werden im ganzen Buch meisterhaft dargestellt und vor allem in der Figur des Soldaten, der über sein Leben und das seiner Familie sowie zweier Generationen nachdenkt, eine beeindruckende Reflexion über Krieg, Gewalt, Tod, Leid und Sinnlosigkeit erschaffen. Ein Buch, für das man sich Zeit nehmen muss und das dann, wenn einmal die Schwelle des Lesens der ersten Seiten überwunden ist, eine mächtige Erzählung und Reflexion entfaltet.

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