Eva Rechel-Mertens

 3,8 Sterne bei 45 Bewertungen

Lebenslauf

Eva Rechel-Mertens, geboren 1895 in Perleberg, studierte Romanistik, Germanistik und Anglistik in Berlin und Marburg. Sie war als Übersetzerin aus dem Französischen tätig, ihr Hauptwerk war Prousts À la recherche du temps perdu (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit). Eva Rechel-Mertens starb 1981 in Heidelberg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Eva Rechel-Mertens

Neue Rezensionen zu Eva Rechel-Mertens

Cover des Buches Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (ISBN: 9783518468081)
gagijus avatar

Rezension zu "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" von Marcel Proust

gagiju
Spricht mich nicht an

Schon sehr lange stand dieses Buch auf meiner Lese-wunschliste, wird es doch als MUSS und Kultbuch seit Jahrzehnten gehyped.

Ich halte mich für einen literarisch sehr interessierten Menschen, der sich für eine kunstvolle Sprache begeistern kann. Aber dieses Buch hat mich tatsächlich an meine Grenzen gebracht. Ich habe mich regelrecht Seite für Seite hindurch gequält. Und war erleichtert, als es zu Ende war.

Ja, es gibt stellenweise sehr schöne, poetische, philosophische und kluge Stellen. Die sind jedoch meist einzelne Sätze - auch wenn sich diese schon einmal über zwei Seiten hinziehen können -. Aber der komplette Text ist für mich einfach zu langatmig und konnte mich in keiner Weise fesseln.

Vielleicht liegt es ja an der Übersetzung, aber ich kann die Begeisterung nicht teilen.

Cover des Buches Combray (ISBN: 9783458345787)
M

Rezension zu "Combray" von Marcel Proust

Malte_Hermann
Wo Erinnerung beginnt: Meine Rückkehr nach Combray mit Marcel Proust

Combray bildet den ersten Abschnitt von Marcel Prousts Romanzyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit und ist für mich der poetischste Einstieg in eine literarische Welt, in der Zeit nicht gemessen, sondern empfunden wird.

In Combray erinnert sich der Ich-Erzähler an seine Kindheit in dem gleichnamigen Dorf, das sinnbildlich für den Ursprung seiner Identität steht. Proust (Mehr zu Proust: https://love-books-review.com/de/rezensionen-nach-autor/marcel-proust/ ) entfaltet diese Welt nicht chronologisch, sondern durch die berühmte unwillkürliche Erinnerung – ausgelöst durch das Eintauchen einer Madeleine in Tee. Dieses scheinbar banale Sinneserlebnis öffnet ein Tor in die Vergangenheit, und genau das macht den Text so besonders: Hier beginnt Literatur nicht mit Handlung, sondern mit Empfindung.

Was mich als Lesenden sofort gefesselt hat, ist die außergewöhnliche Tiefe, mit der Proust Orte, Menschen und Gefühle beschreibt. Combray wird nicht nur erinnert – es wird wiedererlebt. Die Figuren, insbesondere die Mutter, Großmutter und die schrullige Tante Léonie, sind Träger emotionaler Bindung, aber auch Spiegel innerer Entwicklung.

Prousts Sprache ist reich, verschachtelt, fast musikalisch. Sie verlangt Geduld – und belohnt mit feinstem psychologischen Gespür. Combray ist weniger Erzählung als Zustand.

In dieser Rückschau offenbart sich auch Prousts zentrale Fragestellung: Wie lässt sich das Vergangene bewahren, ohne es zu verfälschen?

Für mich war Combray nicht nur der Anfang einer großen Lektüreerfahrung, sondern ein stiller Beweis, dass Erinnern ein schöpferischer Akt ist. Proust zeigt: Die wahre Reise beginnt nicht im Außen, sondern im Innern.

Cover des Buches Alle Menschen sind sterblich (ISBN: 9783644474031)
S

Rezension zu "Alle Menschen sind sterblich" von Simone de Beauvoir

Swantje
Alle Menschen sind sterblich

Man könnte annehmen, man wüsste, was einen erwartet, und doch wird man trotzdem irgendwie überrascht. Ich war es zumindest. Der Streifzug durch die Geschichte der Menschheit ist faszinierend; mit ihren unterschiedlichen idealistischen Strömungen und einer Hauptfigur, der langsam aber sicher aufgeht, dass die Unendlichkeit sehr lang sein kann, wenn man alleine ist und nichts bleibt wie es ist - milde ausgedrückt.

Die Geschichte kann einen emotional ziemlich mitnehmen, wenn man sich zu viele Gedanken darüber macht, und gleichzeitig ist das das Spannende an der ganzen Sache. Die Autorin gibt viele Denkanstöße und hinterher ist man in der Lage, sein sterbliches Leben aus einem etwas anderen Blickwinkel zu sehen, positiv oder negativ, je nachdem, auf welche Erkenntnis man sich fokussiert. So oder so wird man die Geschichte nicht so schnell wieder los.

Was die Figuren angeht: Die Wandlung des Hauptcharakters ist beeindruckend beschrieben: nachvollziehbar und äußerst beklemmend. Je weiter man liest, desto beängstigender ist die Vorstellung, sich in seiner Haut zu befinden. Möglicherweise beschränkt sich das Mitgefühl des Lesers auf ein Minimum, weil Fosca sich schließlich selbst in diese Lage gebracht hat, aber das macht es nicht weniger gruselig. Das geht so weit, dass, sollte der Leser anfangs mit seiner eigenen Sterblichkeit hadern, er gegen Ende vermutlich von dieser Gefühlsregung befreit sein wird. Nicht, dass man im Gegenzug mit der Sterblichkeit zufrieden wäre, aber sie ist dann doch das kleinere Übel, sie geht vorbei.

Was am Schluss dieses Gedankenexperiments bleibt, sind ein paar (unangenehme) Erkenntnisse. Aber es ist auch ein faszinierendes Studium der menschlichen Natur und Gesellschaft, die Autorin scheint wirklich an alles gedacht und alles beachtet zu haben, was Unsterblichkeit mit einem menschlichen Wesen anrichten kann. Man denkt: Okay, Unsterblichkeit, das ist doch einfach. Aber das ist es nicht, man erfährt immer wieder neue Facetten.

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