Eva Schloss , Julia Kent Evas Geschichte

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Inhaltsangabe zu „Evas Geschichte“ von Eva Schloss

"Der Uniformierte war Dr. Mengele, der über Leben und Tod entschied. Wir versuchten alle, möglichst aufrecht zu stehen und sicher dreinzuschauen, aber wir waren jämmerlich unterernährt und bis auf die Knochen abgemagert. Als ich an der Reihe war, winkte er mich nach rechts. Ich drehte mich um und wartete auf Mutti. Zu meinem Entsetzen sah ich, wie ein Kapo sie brutal nach links stieß. Ich schrie. ich zitterte am ganzen Körper und meine Zähne schlugen aufeinander, als ich zusehen musste, wie man meine Mutter mit den anderen Frauen abführte. Das war der schlimmste Moment meines Lebens. Ich dachte, ich würde sie nie mehr wiedersehen."

Eindringlicher Bericht vom Überleben einer Fünfzehnjährigen in Auschwitz, die - anders als ihre Stiefschwester Anne Frank - das KZ überlebte. Eva Schloss, geboren 1929 in Wien als Eva Geiringer, lebt heute mit ihrem Mann Zvi Schloss in London. Sie hat drei Töchter und fünf Enkel.

Eva Schloss war unter anderem im Oktober 2014 zu Gast in der Talksendung "Markus Lanz".

Die eindrucksvoll geschilderte Geschichte eines 15-jährigen Mädchens, dass Auschwitz überlebt. Von Glaube, Liebe und Hoffnung.

— graphida

Nach dem Lesen war ich ganz tief in mir drinnen sehr still

— MiniBonsai

Aufrüttelnd, schonungslos, ehrlich, grausam, liebevoll - so viel auf einmal! Die Geschichte von Eva Schloss. Überlebende des KZs.

— Verena-Julia

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  • Die eindrucksvoll geschilderte Geschichte eines 15-jährigen Mädchens, dass Auschwitz überlebt.

    Evas Geschichte

    graphida

    06. October 2016 um 10:37

    Die eindrucksvoll geschilderte Geschichte eines 15-jährigen Mädchens, dass Auschwitz überlebt. Von Glaube, Liebe und Hoffnung. Um sich vor dem Zugriff der fanatischen Verfolger zu retten, flüchtet Eva mit ihrer Familie und versteckt sich bei hilfsbereiten Personen in Amsterdam. Die Verstecke müssen häufig gewechselt werden, weil es ausreichend Menschen gab, die für Geld Menschen an die SS-Schergen verraten haben. Eva und ihre Mutter trennen sich schließlich aus Sicherheitsgründen vom Vater und Bruder. Dennoch wird eines Tages auch ihr Versteck verraten und so fallen Eva und ihre Mutter schließlich ebenso wie Vater und Bruder in deutsche Gefangenschaft. Eva Schloss schildert im Buch Evas Geschichte ihr Überleben im KZ. Eine 15jährige die nach Auschwitz deportiert wird, das ist mehr als eine Lebensgeschichte, mehr als ein Stück deutscher Geschichte, es ist beeindruckend, wie Glaube und Hoffnung sie nicht aufgeben lässt. Welche Qualen Menschen erleiden mussten, darf niemals in Vergessenheit geraten und Bücher wie dieses gehören nach wie vor in den deutschen Geschichtsunterricht. Die kleinen Momente des Glücks, ein ergattertes Kleidungsstück, die Zufälle, die dem Leben wieder ein Fünkchen Hoffnung verleihen, all dies lässt den Leser nachvollziehen, wie sich die junge Eva gefühlt haben muss. Eva begegnet in Amsterdam Anne Frank mehr zufällig, teilt dann später das gemeinsame Schicksal durch Verfolgung und Deportation. Die Befreiung und anschließende Erfahrung mit russischen Soldaten ist so ganz anders, als häufig beschrieben. Gewünscht hätte ich mir die Integration der Fotodokumente  ins Buch, nicht ans Ende zu stellen. Eva Schloss schildert in klarer Sprache, manchmal beinah nüchtern und in einfachen Worten von den alltäglichen Grausamkeiten. Sie schont ihren Leser nicht durch Umschreibungen, sondern gibt wieder, was geschah, was sie erlebt hat, wie es ihr gelang in einem Meer der Grausamkeiten nicht unterzugehen. Von Tag zu Tag mit dem noch so kleinsten Funken Überlebenswillen gelang es, Misshandlung und unfassbare Unmenschlichkeit zu überleben. Auch wenn ich schon zahlreiche Bücher über den Holocaust gelesen habe, so ist dies doch erneut ein wichtiges Buch, absolut lesenswert und beeindruckend. Den Mut der Autorin kann ich nur bewundern, denn diese Geschichte aufzuschreiben und sich so mit allen Grausamkeiten erneut auseinanderzusetzen verlangt zweifellos großen Respekt. Danke an Eva Schloss.

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  • Evas Geschichte - ein bewegendes Zeitzeugnis

    Evas Geschichte

    MiniBonsai

    21. March 2015 um 15:00

    Viele kennen das Tagebuch der Anne Frank und sind stark berührt davon, so ging es mir auch. Evas Geschichte beginnt ähnlich und ist, dem Zufall sei es gedankt, an 2 Punkten direkt mit der Geschichte von Anne Frank und ihrer Familie verbunden: sie wohnen in Amsterdam unweit voneinander und kennen sich sogar UND Annes Vater trifft nach dem Krieg auf Eva und ihre Mutter und letztlich heiraten die beiden verwitweten Elternteile und Anne wird posthum Evas Stiefschwester. Der größte Unterschied: Eva überlebt den Holocaust und erzählt in ihrer Geschichte von genau diesen Qualen, Erlebnissen und Gefahren, die auch Anne Frank erleben musste aber nicht überlebte. Damit knüpft sie in großen Teilen quasi an Anne Franks Tagebuch an. Die Erzählung in Ich-Form nimmt mich tief hinein in die Geschehnisse und die Gefühlswelt von Eva. Anschaulich wird geschildert was passierte, was sie dachte, wer half und wer enttäuschte. Zusammenhänge auch zu (Allgemein)Wissen aus der Schule und sonstigen Quellen werden für mich hergestellt und vertieft. Toll in dem Zusammenhang die Einwürfe zu den politischen aktuellen Geschehnissen ... und deren Auswirkungen auf den aktuellen Alltag. Doch an den Anfang: Eva und ihre Familie fliehen vor dem Zugriffen der Deutschen nach Holland und Amsterdam. Sie verstecken sich bei Familien, die es gut mit ihnen meinen. Zumindest glauben sie das, denn darunter gibt es auch welche, die sowohl Geld von den Juden für den Unterschlupf als auch von den Deutschen für den Verrat der Juden kassieren. Eva, ihr Bruder und ihre Eltern werden deportiert. Detailliert erzählt sie von der Deportation, der Ankunft im KZ und dem Leben dort. Oft hat es mir die Tränen in die Augen getrieben. Oft hat es mich geschüttelt vor Ekel. Und oft bekam ich Gänsehaut über die damaligen Verhältnisse. Ich habe schon einige Filme zu der Zeit gesehen, einige Bücher gelesen, einige Bilder gesehen... aber diese Schilderungen, detailliert und bildhaft ... erschütternd! Und dann immer wieder die kleinen Glücksmomente, die zum Durchhalten animieren, die Kraft schenken... der Zufall den Vater zu sehen, der Zufall mit Mutters Cousine, die Möglichkeiten in "Kanada" etc. Ich hatte Freudentränen in den Augen als Eva ihren Vater erneut wieder traf und er für sie und die Mutter durch die Küchen"fee" etwas tun konnte. Bedrückend, dass er dann plötzlich nicht mehr auftaucht, das lässt schon das schlimmste vermuten. Und dann auch noch die Mutter "aussortiert" ... schlimm für Eva nun ganz allein zurecht zu kommen. Erleichterung, Schrecken, Angst, Glück... alles so dicht beieinander. Schön, dass Eva die Mutter wieder findet und gemeinsam mit ihr befreit wird. Erschreckend die Erzählungen wie dicht die Lebensmittel verbunkert waren und die Häftlinge hungern mussten. Nachvollziehbar die Freude und die Erholung durch die Wärme, Lebensmittel, Kleidung... Dann nach der Befreiung aus dem KZ: Wahnsinn... die Reise weiter in den Osten und das bei ähnlichen Bedingungen wie zuvor auf dem Weg ins KZ. Dann der Moment in dem Eva die mutter erneut verliert. Und dann der wunderbare Moment des Wiedersehens mit der Mutter... Wunderbar (und eigentlich immer wieder wie in einem Drehbuch, so "perfekt") die Zufälle mit dem Wiedersehen von Annes Vater. Sehr einfühlsam finde ich die Schilderungen wie sie an den jüdischen Häusern klingeln, die sie an dem Gebetskästchen an der Tür erkennen. Und sehr anrührend die Hilfe, die ihnen entgegen gebracht wird von den mitunter fast genau so armen Menschen. Dann der Abschnitt aus der Nachkriegszeit bis ins Heute: ... wirklich eindrucksvoll mit wieviel Freude und Lebensmut Eva und auch ihre Mutter sowie der Vater von Anne Frank und auch die anderen Überlebenden ihr Leben weiter gelebt haben. Schön zu lesen von dem Zusammenhalt auch nach der Rückkehr nach Holland ... aber auch von den deutlichen Unterschieden in Frankreich und Holland was die Versorgung betrifft. Der Schreib/Erzählstil ist sehr beeindruckend! Ich konnte die verängstigten Augen der Häftlinge ebenso vor mir sehen wie ich die Kälte der Kapos spürte und wie ich im letzten Teil nach der Befreiung die Freude in den Augen erkannte ... Besonders anrührend und auch wichtig fand ich die 2 Passagen in denen Evas Mutter mit ihren eigenen Erinnerungen zu Wort kommt. Nach dem Lesen war ich ganz tief in mir drinnen sehr still und musste lange über die Rezension dazu nachdenken!

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  • Leserunde zu "Evas Geschichte" von Eva Schloss

    Evas Geschichte

    LEXI

    Ich möchte euch ganz herzlich zu einer neuen Leserunde einladen. Der Brunnen-Verlag stellt drei Exemplare des Buches "Evas Geschichte“ von Eva Schloss zur Verfügung. Vielen Dank an den Verlag für die Unterstützung der Leserunde! „Der Uniformierte war Dr. Mengele, der über Leben und Tod entschied … Wir versuchten alle, möglichst aufrecht zu stehen und sicher dreinzuschauen, aber wir waren jämmerlich unterernährt und bis auf die Knochen abgemagert … Als ich an der Reihe war, winkte er mich nach rechts. Ich drehte mich um und wartete auf Mutti. Zu meinem Entsetzen sah ich, wie ein Kapo sie brutal nach links stieß. Ich schrie… ich zitterte am ganzen Körper und meine Zähne schlugen aufeinander, als ich zusehen musste, wie man meine Mutter mit den anderen Frauen abführte. Das war der schlimmste Moment meines Lebens. Ich dachte, ich würde sie nie mehr wiedersehen.“ Nach ihrer Flucht aus Wien wohnt Eva mit ihrer jüdischen Familie in Amsterdam. Nach dem Einmarsch der Deutschen muss Evas Familie untertauchen. Aber sie werden verraten: Cover Evas Geschichte An Evas fünfzehntem Geburtstag werden sie von der Gestapo deportiert. Sie und ihre Mutter überleben das KZ Auschwitz-Birkenau. Nach Jahrzehnten des Schweigens erzählt Eva vom Schrecken des Lagers, von der Liebe zwischen ihr und ihrer Mutter und wie ihr der Glaube half zu überleben. Eva Schloss, geboren 1929 in Wien als Eva Geiringer, ist Anne Franks Stiefschwester und lebt heute mit ihrem Mann Zvi Schloss in London. Sie hat drei Töchter und fünf Enkel. Falls ihr ein Exemplar dieses Buches gewinnen möchtet, bewerbt euch bis zum 29. 1.2015 hier im Thread und teilt uns mit, was ihr aus Berichten von Verwandten oder Bekannten aus dieser Zeit wisst. Ich möchte darauf hinweisen, dass Arwen10 die Bücher selber verschickt. Deshalb müssen wir euch darum bitten, im Gewinnfall 1,60 Euro Portokosten zu überweisen. Bewerbt euch nur, wenn ihr dazu bereit seid. Die Bücher werden erst nach der Überweisung des Geldes versendet. Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung: Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von ca. 4 Wochen zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern in allen Leseabschnitten sowie zur Veröffentlichung einer Rezension (möglichst auch auf anderen Plattformen). Bewerber mit privatem Profil, ohne Rezensionen , sowie Bewerber, die ihren Verpflichtungen in der Vergangenheit nicht nachgekommen sind , werden bei der Auslosung nicht berücksichtigt. Die Gewinner werden in der LR bekanntgegeben, es erfolgt keine Benachrichtigung per PN. Erfolgt innerhalb von 48 Stunden keine selbständige Übermittlung der Versandadresse per PN, wird neu ausgelost. Fehlende Adressen werden nicht per PN eingefordert. Bitte beachtet, dass in diesem Buch christliche Werte eine wichtige Rolle spielen. Ich freue mich auf eure Bewerbungen. Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen.

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    MiniBonsai

    21. March 2015 um 14:58
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  • Evas Geschichte: Anne Franks Stiefschwester erzählt

    Evas Geschichte

    Verena-Julia

    18. March 2015 um 13:08

    Eva Schloss und Anne Frank sind sich bereits vor dem Holocaust in Amsterdam begegnet, sie kannten sich, wohnten in einem Haus, im selben Stock - genau gegenüber. Und obwohl sich ihre Leben bereits vor dem zweiten Weltkrieg kreuzten, wurden sie erst nach Ende des Märtyriums eine "Familie". Evas Mutter und Annes Vater heirateten nach dem grauenvollen Krieg, in dem sie ihre jeweilgen Ehepartner verloren haben. Im KZ, dort wo auch Anne Frank starb. Evas Geschichte ist in drei große Abschnitte unterteilt. Zuerst erfährt der Leser eine Menge über die Flucht aus Wien nach Amsterdam. Die kleine Eva ist gerade einmal 9 Jahre alt, wie sie erkennen muss, dass sich erst ganz langsam und dann doch ziemlich plötzlich alles ändert. Ihre Familie, die in Wien integriert und anerkannt war, wird nun verachtet, bespuckt und geschlagen. Immer mehr ziehen sich ihre Freunde zurück. Teile ihrer Verwandten fliehen, nach London, nach Amsterdam. Die Situation wird immer brenzliger und auch Eva und ihre Familie flüchten über Belgien nach Amsterdam. Dort fühlen sich sich anfangs sicher. Alle Juden sind jedoch in bestimmten Stadtteilen zusammengefercht und unter sich. Doch es dauert nicht allzulange und auch in Amsterdam sind die Juden nicht mehr sicher. Die Deutschen marschieren ein und es wird immer schwieriger sich zu verstecken, weil die Angst in der Bevölkerung wächst. An Evas fünfzehntem Geburtstag werden sie verraten und von der Gestapo deportiert. Was dann geschah ist schwer in Worte zu fassen. Beim Lesen der schrecklichen Erzählungen Evas wird das gesamte Ausmaß deutlich. Niemand blieb verschont und die Juden wurden wie Dreck behandelt. Dieses Buch ist so wichtig. Viel zu lange wurde geschwiegen, aber wir dürfen das Ausmaß von Hitlers Regime nicht vergessen. Müssen uns daran erinnern, wie es war, um zukünftige Generationen vor solchen Eskalationen zu schützen. "Evas Geschichte" trägt viel dazu bei im Kampf gegen das Vergessen. Mich hat dieses Buch unglaublich bewegt. Nicht nur das Märtyrium im KZ - sondern bereits der Weg dahin war sehr grausam. Den Mut zu haben darüber zu sprechen, die Erinnerungen aufzuschreiben, sie der Welt zu offenbaren finde ich sehr bewundernswert. Ich bin Eva sehr dankbar, dass sie das getan hat um "Unbeteiligten" die ungeschönte Wahrheit zu eröffnen. Dabei erzählt sie schonungslos, offen und ehrlich. Sie sieht die Menschen hinter diesen grausamen Taten und versucht trotz ihrer Situation Gutes/Menschliches in den SS-Aufsehern zu finden. Eva Schloss fasst auch die Hoffnung in Worte, die die anderen Mithäftlinge ihr gegeben haben - die sie sich gegenseitig gegeben haben - Hoffnung und Hilfe - so begrenzt ihre Kräfte auch sind. Aufrüttelnd, zum Nachdenken anregend, ehrlich! Lesenswert! Aber nehmen Sie sich Zeit zum Lesen. Die wird man als Leser brauchen um die Schonungslosigkeit, die Offenheit, die Ehrlichkeit, die Grausamkeit zu verarbeiten.

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  • Gegen das Vergessen

    Evas Geschichte

    rallus

    26. February 2015 um 15:25

    Eva Schloss ist eine Jüdin, die Anfang der 30er Jahre in Wien aufwächst und nach dem Anschluss Österreichs an das Reich, mit ihrer Familie nach Holland umzieht. Das Leben ist noch unbeschwert auch der Umzug ist eher ein Ärgernis, die drohenden Gefahren werden noch nicht ganz erfasst. In Amsterdam lernt sie auch Anne Frank kennen, die ganz in der Nähe wohnt. Eva ist aber ein ganz anderer Typ wie sie. Anne Frank ist in ihrer Entwicklung schon sehr weit, wohingegen Eva, obwohl ein paar Wochen älter, ein noch unbedarfter Teenager ist. Sie kommt sehr schnell mit Ihrer neuen Umgebung klar und findet viele Freunde. Die Erwähnung von Anne Frank als Stiefschwester ist posthum zu verstehen, Otto Frank heiratet Evas Mutter nach dem Krieg. Doch zuerst muss Eva und ihre Familie die Deportation erleben und die Grauen der Konzentrationslager. Nach dem Einmarsch der Deutschen verstecken sie sich bei verschiedenen Familien, durch die Lebensmittelrationierung wird das Besorgen von Nahrung ein Zitterspiel. Letztendlich werden sie verraten und geraten 1944 zur Deportation. In einfachen Worten, ungeschmückt, erzählt Eva die Schrecken die sie erlebt. Die Willkür der Nazis und des Lagers, die unmenschlichen Bedingungen unter denen sie zusammengepfercht waren. Zum Tode verurteilt bekamen sie nur das allernötigste zum Überleben, für viele war dieser Mangel der Tod, ein leichter Schnupfen wurde zur Qual. Auch die Befreiung durch die Russen und die Irrungen durch das halbe Europa, bis sie endlich wieder in Amsterdam ankommen, werden sehr bildlich aus der Sicht einer 16-jährigen geschildert. Befreiung hieß nicht gleich Überleben, viele starben im harten Winter 1945, kurz nachdem die Russen kamen. Abgerundet wird das Buch durch viele Bilder, eine Karte der Reise und ein Interview mit Eva am Schluss, in dem es viele wichtige erläuternde Erklärungen zu dem Text gibt. Ein ungemein wichtiges Buch gegen das Vergessen - ob sie nun eine Stiefschwester der berühmten Anne Frank ist oder nicht - über jedes Menschenleben ist es wert berichtet zu werden und ein Publikum zu erreichen, welches über die Schrecken erfahren soll, die passiert sind. "Sie haben keine Gräber. Ihre Namen stehen in einer langen Liste auf einer Gedenktafel in Amsterdam. Dies ist auch ihre Geschichte."  

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