Eva Wahrburg Der Dornengarten

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Inhaltsangabe zu „Der Dornengarten“ von Eva Wahrburg

1824, ein verarmtes Gut im Wald, eine Zeit, in der die Menschen noch an die Vererbung von Schuld und Verdammnis glauben. Eine scheue Frau, die sich für verflucht hält, und ein Mann, der Schwäche verachtet. Ein Kontertanz aus Angst und Anziehung.
Die Erbin eines verarmten Gutes muss den von der Kirche entsandten Restaurator Herwegh bei sich aufnehmen. Maria von Eschweih, die von einem Priester sinnesfeindlich und asketisch erzogen wurde, hat gelernt, Männer zu fürchten. Mit Herwegh wird ein Albtraum für sie wahr, denn er stellt sich als zynischer, wollüstiger Gewaltmensch dar. Ein Unfall des Restaurators enthüllt überraschende Seiten seines Wesens, die ihr einen Spiegel ihrer eigenen Irrtümer vorhalten. Doch eine neue Entdeckung stößt sie und Herwegh wieder in die alten Rollen, denn der Griff der Vergangenheit ist allgegenwärtig und nicht alles, das man zu sehen glaubt, existiert auch wirklich. Wie sehr können wir unserer Wahrnehmung trauen?
Atmosphärisch dicht, spannungsgeladen und düster. Eine schicksalshafte Begegnung, eine Selbstfindung durch Konflikt, ein Strudel von Emotionen und Ereignissen.

Wer etwas Besonderes undganz anderes lesen möchte, dem kann ich "Der Dornengarten" empfehlen! Man braucht jedoch Zeit und Muße für das Buch!

— tinstamp

Theologischer als gedacht und dennoch fesselnd wegen der großartigen Hauptfiguren und ihrer sehr komplexen gemeinsamen Geschichte.

— Betsy

Ganz anders <3

— LeseBlick

Eine Geschichte die ich so nicht erwartete hätte! Sehr spannend und absolut lesenswert

— lissy94

Ein spannender, historischer Roman, der mal etwas anders ist......

— nirak03

Großartiges Debüt mit einer extrem fesselnden Atmosphäre und Charakteren, die mit ihrer Einzigartigkeit und ihrer Darstellung überzeugen!

— Aleshanee

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    Der Dornengarten

    Betsy

    25. May 2017 um 16:08

    „Er öffnete Türen, wo vorher keine waren, und enthüllte Neues, das ich mir nicht einmal in meinen kühnsten Träumen hätte vorstellen können – besonders über mich. Indem er mich über meine Grenzen hinaustrug, stieß er mich auch in Abgründe – doch nur um mich fliegen zu lehren. Und außerdem war da das, was ihn allein ausmachte: jene Einsamkeit und Verwundbarkeit, die er so sorgsam verbarg, die vielen tiefen Gefühle unter den arbeitenden Narben. Er glich einer Naturgewalt, der man einfach nichts entgegen setzen konnte.“1824: Eine verarmte Gutsherrin, die sehr gottesfürchtig erzogen wurde und Angst davor hat ihr Gut zu verlassen, wird dazu genötigt den Restaurator Herwegh, der das Wandbild ihrer Kapelle wiederherstellen soll, in ihrem Haus unterzubringen, obwohl sie von Männern im allgemeinen nichts hält und sich lieber von ihnen fernhält. Herwegh mit seiner rohen Kraft, dem Ausleben seiner Begierden und seinen wenig gottesfürchtigen Ansichten ist für sie daher ein einziger Alptraum, während er wiederum von diesem scheinbaren Priester im Kleid wenig hält, auf ihre asketische Lebensweise herabsieht und sie verhöhnt, weil sie schwach ist. Erst ein Unfall bringt die beiden etwas zwangsläufig näher zueinander und immer wieder ist es ein Tanz aus Angst und Anziehung, sowie der Hoffnung, vielleicht doch nicht so verdammt zu sein wie beide es aufgrund traumatischer Ereignisse in der Vergangenheit denken.Eine Geschichte die sich so ganz anders entwickelt als von mir erwartet und wirklich sehr vielschichtig ist. Einerseits geht es um die Liebe zur Kunst und was sie alles auszudrücken vermag, wo Worte es oftmals nicht können, die Schönheit von Rosen und was mit ihnen mitgeteilt werden kann bzw. wofür sie stehen können, die eigene Verdammnis, die hier beide Charaktere von innen heraus quält, wegen ihrer tragischen Vergangenheit und der ewigen Frage nach Schuld und Sühne, Menschen die einen wieder neuen Lebensmut geben und das eigene Leben zum Besseren wenden, strenge religiöse Erziehung und natürlich diese so kompliziert anmutende Beziehung unserer beiden Hauptcharaktere zueinander, die sich abstoßen und doch auch wieder anziehen und ganz unverhofft ein Quäntchen Licht in das Leben des jeweils anderen bringen. Die Handlung wird aus Sicht der weiblichen Protagonistin erzählt, die einem somit näher steht und deren Gefühlswirrwar bezüglich Herwegh man nur zu gut nachvollziehen kann, da man auch nicht so ganz schlau aus ihm wird. Erst am Ende (und dies ist der Autorin sehr gut gelungen) erfährt man auch was in ihm vorging und wie sehr beide den anderen unbeabsichtigt immer wieder von sich gestoßen haben, was hier am ende den Leser in all seiner vermeintlichen Tragik mit sich reißt.Die weibliche Hauptfigur bleibt anfänglich namenlos, man erfährt nur ihren Familiennamen und erst der unerwünschte Eindringling teilt dem Leser ihren Namen in mit und auch seine Bedeutung, die hier sehr schön und ausdrucksstark dargebracht wird. Obwohl sie panische Angst vor diesem rohen Kerl hat, spürt sie auch eine gewisse Anziehung zu ihm, wohl auch weil er seit langem der erste ist der in ihr selbst geschaffenes Gefängnis eindringt. Aufgrund zweier junger Herumstreicherinnen, die sich auf ihrem Grund und Boden verstecken und die darauf bestehen, dass er nicht nur schlecht ist und er voller Pein ist, weil er so ist wie er ist, lässt sie der Gedanke an Herwegh einfach nicht los, zu neugierig ist sie auf diesen scheinbar widersprüchlichen Mann, der trotz seiner groben Art ein wahrer Künstler ist und seiner Arbeit ein Leben einzuhauchen vermag, die ihr Innerstes zutiefst berührt und auch verstört. Als Leser weiß man, dass in ihrer Vergangenheit einiges im Argen liegt und obwohl man nach und nach immer mehr Anhaltspunkte erfährt und auch so einiges bereits erahnen kann, bleibt es dennoch lange Zeit noch im Dunkeln und sie kämpft darum ihre inneren Dämonen und die Erinnerungen auf keinen Fall ans Licht kommen zu lassen. Doch nach und nach wächst sie über sich hinaus, weil sie für Herwegh stärker werden will.Herwegh hingegen ist jemand, der sich nimmt was er will und dies auch ausstrahlt und trotz seines schlechten Rufes und Benehmens, scheint er eine schwere Last auf seinen Schultern zu tragen und findet einzig Freude an seiner Arbeit, in der er sich einbringen kann. Während die weibliche Hauptfigur durch ihren Onkel in eine asketische Lebensweise gedrängt wurde und sich für Gott und alles was er gutheißt aufopfert und es nicht schafft für sich selbst einzustehen, lebt Herwegh seine Schlechtigkeit einfach aus, da er der Ansicht ist, dass nichts schlimmer sein kann, als das, was er schon getan hat. Trotz seiner rücksichtslosen Art, ist er wahnsinnig intelligent und belesen. Er stellt unangenehme Fragen und fordert unsere Protagonistin auf, ihren Horizont zu erweitern, auch wenn diese dies zunächst gar nicht will.Beide sind sowohl von inneren und äußeren Wunden gezeichnet, finden sich gegenseitig abstoßend und dennoch ist es ein Tanz aus Angst und Anziehung der unsere Protagonistin immer wieder zu Herwegh treibt, auch wenn scheinbar jeder Schritt nach vorne wieder zwei Schritte nach hinten zu bedeuten scheint, da es immer wieder zu Missverständnissen und Ereignissen kommt die nicht gerade für ihn sprechen. Und auch Herwegh scheint trotz seine anfänglichen Ablehnung und seinem abscheulichen Verhalten ihr gegenüber vor seinem Unfall fasziniert von ihr zu sein und will mehr von ihrer Schuld erfahren, die er in ihr genauso spürt wie die seine in sich. Der Restaurator zeigt ihr eine Welt voller Schönheit und auch Sinnlichkeit mit seiner Kunst und rüttelt sie auf mit seinen Ansichten aus den Werken David Humes, einem Philosophen und Aufklärer, der den Mensch in den Mittelpunkt steht und der wenig von der zwangsauferlegten Religion hält mit den oftmals fadenscheinigen Moralvorstellungen seiner Überbringer.Viel dreht sich auch um die Frage, ob schon immer etwas Verdorbenes im Menschen verankert ist oder ob man durch die Sünden der Eltern mit einem Makel auf die Welt kommt. Aber auch die Frage nach göttlicher Vergebung ist hier ein wichtiger Punkt, besonders für unsere zwei Hauptfiguren. Beide hadern mit sich und doch verändern sie sich langsam aber sicher durch den jeweils anderen, der genauso um die Abgründe weiß, die einen in die Einsamkeit treiben und einen als verdorben und befleckt fühlen lassen. Genauso haben beide Angst vor etwas Neuem und gehen auch unterschiedlich damit um bzw. tun sich schwer es zu zeigen, doch besonders in Hinblick auf unsere Hauptprotagonistin ist Herweghs Ankunft auf dem Gut wie ein feiner Sprung in einem Glas, der nach und nach größer wird und es letztendlich ganz zerbricht und sie neu und stärker macht, weil sie sich ihrer eigenen Vergangenheit endlich stellt und anfängt nach Vorne zu sehen, doch immer wieder scheint das Schicksal es nicht gut mit ihr zu meinen.Einzig das Ende hat einen kleinen Kritikpunkt verdient, da man hier zwar noch so einiges an Überraschungen erlebt, aber es ganz am Schluss etwas zu einfach wirkt und ohne nähere Erläuterung dann einfach endet, wo man als Leser doch so mitgefiebert hat und gerne noch mehr erfahren hätte was genau passiert ist. Andererseits ist es aber wirklich sehr gelungen und überrascht einen nochmal vollends.Alles an dieser Geschichte ist ein Auf und Ab und als Leser wird man mitgerissen und hofft auf ein Happy End, welches allerdings immer wieder in weite Ferne zu geraten scheint.Fazit: Eine Geschichte die definitiv überraschen kann mit seiner sehr intensiven Handlung. Große Themen sind hier Schuld, Vergebung, Reue, Verdammnis, Begierden, Schönheit, Sinnlichkeit, Gottesfürchtigkeit, sowie die zu dieser Zeit noch vorherrschenden Ansichten über verdorbenes Blut und die Schlechtigkeit der Frauen. Zwei sehr gegensätzliche Charaktere die doch vereint sind durch die Last der Schuld auf ihren Schultern und dem lebenslangen Kampf damit, der sich bei beiden unterschiedlich ausdrückt. Obwohl anfänglich beide voller Vorurteile gegenüber den anderen sind und wenig von der Lebensweise des anderen halten, können sie doch die gegenseitige Neugierde nicht leugnen. Das Buch ist alles in allem sehr theologisch angelegt, was aber nicht stört, weil es einen sehr gut zeigt wie schwer es damals war vor diesem Gott und seinen Anhängern zu bestehen, besonders wenn diese dafür sorgen, dass man sich selbst als Makel empfindet. Dennoch geht es nichtsdestotrotz um die tragischen Lebensgeschichten zweier Menschen und ihrer Veränderung, die beiden sehr viel abverlangt. Eindringlich, überraschend, wunderschön, traurig, romantisch, philosophisch und einfach großartig!

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  • Der Dornengarten

    Der Dornengarten

    tinstamp

    23. May 2017 um 15:08

    Ich muss zugeben, dass mir eine Rezension zu diesem Buch sehr schwer fällt. Die richtigen Worte zu finden und die Aussage dieses Romans wiederzugeben, ist hier wirklich nicht einfach. Ich hatte mir etwas ganz anderes vorgestellt...eine Geschichte, ähnlich den historischen Romanen, die ich bis jetzt gelesen habe und wurde absolut überrascht.Leider hatte ich zu Beginn einige Schwierigkeiten in das Buch zu finden. Der Schreibstil der Autorin ist besonders, die Geschichte so gänzlich anders, als alles was ich bisher gelesen habe. Doch nach den ersten hundert Seiten bekam ich das Gefühl für die Sprache und die Atmosphäre und habe den Rest in einem Rutsch durchgelesen. Und das ist gar nicht einfach, denn für dieses Buch benötigt man Zeit und Muße!Für einen Vielleser, wie mich, nicht so einfach ;) Doch für manche Schätze muss man sich diese Zeit nehmen.Obwohl ich bereits einige christliche Bücher gelesen habe, überraschte mich der religiöse Hintergrund des Romans. Dieser findet sich aber vorallem zu Beginn der Erzählung. Unsere Protagionistin Maria von Eschweih lebt total zurückgezogen auf einem heruntergekommen Gutshof. Als uneheliches Kind wurde sie von den Menschen im Dorf ausgestoßen und nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem strenggläubigen Onkel aufgezogen. Der weltfremde Priester lehrte Maria zwar das Lesen, Schreiben und fremde Sprachen, aber vorallem lebte er ihr seine religiöse Lehre vor, die alles Schöne und Weltliche verbannt. Sie wächst in emotionaler Kälte und Isolation auf. Im Haus regierte alleinig der Gott des Zornes und der Askese und nicht der Gott der Liebe, der vergibt. Als Marias Onkel stirbt ist sie jedoch bereits gefangen in einer Welt, in der es nur Schuld, Sühne und Verdammnis gibt....Die Anzahl der Figuren ist beschränkt. Die Autorin konzentriert sich auf Maria und später auch auf Herwigh. Durch die Ich-Perspektive der Hauptprotaginistin, erleben wir ihre Gefühle und Gedanken hautnah mit. Diese waren nicht immer für mich verständlich, denn Maria ist in einer düsteren Welt gefangen, in der sie unfreiwilig aufgewachsen ist. Sie hat dieses vorgegebene Weltbild nie in Frage gestellt und sich immer als Sünderin und Verdammte gesehen. Männer sind für sie raue Gesellen, die Frauen nur schänden wollen.Durch den Restaurator Herwegh kommt erstmals ein nicht gottesfürchtiger Mann auf den Gutshof, dem noch dazu kein guter Ruf voraus eilt. Er soll ein Fresko in der Kapelle restaurieren, das den Fortbestand von Marias Erbe sichern soll. Für vierzig Tage lebt er auf dem Gutshof, gerade so lange bis das Bild wiederhergestellt ist. Maria erstarrt in Furcht vor dem Mann.Mit Marias Gedanken und Handlungen tat ich mir schwer. Ich konnte vieles nicht nachvollziehen, doch mit der Zeit erfährt man, warum sie sich mit diesen Überlegungen auseindersetzt. Man hofft, dass sie sich aus dieser Welt, die sie gefangen hält, endlich befreien kann. Herwegh macht sie mit den Lehren des Philosophen David Hume bekannt und lernt durch ihn ein völlig neues Weltbild kennen. Doch jahrzehntelange "Gehirnwäsche" lässt sich nicht so schnell verbannen...Die Atmosphäre ist bedrückend und trostlos. Die Einsamkeit, die von Maria ausgeht, ist spürbar. Nur langsam beginnt sie sich der Außenwelt zu öffnen und ihr Denken zu ändern. Aber auch Herwegh ist ein verschlossener Mann mit Vergangenheit. Hinter seinen rauhen Schale versteckt sich ein guter Mensch, der jedoch die christliche Lehre ablehnt und sich mehr der philosphischen Gedankenwelt eines David Hume zuwendet. Zu dieser Zeit sind jedoch Religion und Wissenschaft nicht wirklich vereinbar.Die christlichen Werte und die philosophischen Ansichten eines David Hume sind die Eckpfeiler der Geschichte. Die Fragen nach dem "Wer bin ich?" und "Wohin gehe ich?", wie auch der Aspekt, ob sich der Mensch wirklich ändern kann, sind allgegenwärtig. Auch die Vergangenheit spielt eine große Rolle und ebenso Vorurteile gegenüber anderen Menschen. Einordnen lässt sich dieser vielschichtige Roman schwer, da er genreübergreifend ist, aber der Kern ist eindeutig historisch.Wer hier Romantik sucht, wird sie nicht finden. Wer aber etwas ganz Besonderes lesen will, der ist mit "Der Dornengarten" gut beraten.Warum trotzdem keine fünf Sterne? Die anfänglichen Startschwierigkeiten waren doch massiv und Marias Gedanken konnte ich nur schwer nachvollziehen. Erst wenn man sich auf die Geschichte einlässt, fühlt man das Besondere dara.Schreibstil:Der Schreibstil der Autorin ist einzigartig. Er ist der Zeit angepasst, jedoch sprachgewaltig und voller Emotionen. Man spürt Marias Zweifel, ihre Einsamkeit und die Unsicherheit. In sehr poetischen Worten und gänzlich anders, als ich es kenne, erzählt Eva Wahrburg hier eine Geschichte, die noch lange nachhallt. Man muss sich darauf einlassen und falls man, wie ich, anfangs Schwierigkeiten damit hat, nicht zu schnell aufgeben.Fazit:Ein ungewöhnlicher Roman, der mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten, gefangen genommen hat. Die Geschichte ist vielschichtig, poetisch und düster. Man muss sich auf diese Geschichte einlassen können und sich Zeit für den Roman nehmen.

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    • 3
  • Ein besonderes literarisches Werk

    Der Dornengarten

    LeseBlick

    09. April 2017 um 20:58

    Inhaltsangabe1824: Um nicht enteignet zu werden, muss die scheue Erbin eines verarmten Gutes den von der Kirche entsandten Restaurator Herwegh bei sich aufnehmen. Maria von Eschweih, die von einem Priester sinnesfeindlich erzogen wurde, hat gelernt, Männer zu fürchten. Damit beginnt eine magische Geschichte um Schicksal, Liebe, Tod und Glück.Meine Meinung„Der Dornengarten“ fiel mir durch eine Rezension auf einem anderen Buchblog sofort ins Auge. Es erinnerte mich optisch sofort an einen Klassiker und gerade diese machen aufgrund ihrer Schlichtheit immer einiges im heimischen Bücherregal her. Bis zum Erhalt des Buches ging ich fest davon aus, dass das Cover matt gestaltet wurde, umso überraschter war ich dann, als mich das Cover beim Auspacken förmlich anstrahlte. Wie auf dem Bild oben zu erkennen, werden der Titel und auch die Ornamente am Rand durch die Farbe Silber auf dem rötlich-braunen Untergrund perfekt in Szene gesetzt. Optisch für mich schon mal ein absoluter Hingucker!Der Klappentext machte mich von Anfang an neugierig, da die Thematik für viele vielleicht als langweilig, wenn sogar als langatmig empfunden werden könnte. Ich stelle mich jedoch gerne neuen Büchern mit speziellen Thematiken. Bücher, welche das Thema Kirche betreffen, liegen nämlich nicht allzu häufig bei mir bei bereit. Aber dank des sprachgewaltigen Schreibstils der Autorin wurde mir sehr schnell klar, dass es hier um ganz andere Themen und Fragen ging.Wer bist du und wer willst du sein?Wozu wurdest du geboren und wozu erzogen?Daraus resultierte, dass mich vor allem die beiden Hauptcharaktere in ihren Bann ziehen konnten. Maria von Eschweih, welche nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem Onkel, der als Priester tätig war sehr streng und fromm erzogen wurde. Nachdem dieser ebenso verstarb, ist Maria die Erbin des Gutes. Jedoch lebt sie unter ärmlichen Verhältnissen und wird von der Dorfgemeinschaft gemieden. Zurückgezogen lebend, ist es für sie ein umso größerer Schock, als sie plötzlich einen von der Kirche entsandten Fremden bei sich aufnehmen soll, den Restaurator Herwegh. "Stattdessen hatte ich mich an meine Einsamkeit gewöhnt;sie war meine Freundin geworden, das Einzige, das sicher war -..." (S. 17)Dieser stand aufgrund der sehr detaillierten Beschreibungen beim Lesen förmlich vor mir. Ein sehr rauer Zeitgenosse, der auf seinem Gebiet der Restauration wirklich begabt ist, aber mit Frauen umgeht, als wären sie Vieh. Somit trafen hier Welten aufeinander. Mich konnten ihre Begegnungen und die damit verbundenen Gesprächen und Dispute überzeugen. Vor allem Herwegh und seine Weltansichten haben es mir wirklich angetan. Ich habe während des Lesens immer mit gefiebert, dass er Marias erbaute Mauer nach und nach mit Rissen versehen kann, bis diese irgendwann einstürzt. Maria wird in ihren Gedanken und Handlungen von zwei jungen Mädchen unterstützt. Immer wieder weisen sie Maria daraufhin, das Wahre in einem Menschen zu erkennen und nicht davor wegzulaufen. In Bezug auf die gesamte Geschichte kommt den beiden Mädchen eine besondere und bedeutende Rolle zu.Weitere Themen, die mir wirklich zugesagt haben, waren tatsächlich die Malerei und allem Voran die Geschichte der Rosen. Neben den Charakteren ist es die düstere Atmosphäre im Buch. Hervorgerufen durch vielerlei Faktoren, wie zum Beispiel der sehr angepassten Sprache der Autorin an die damalige Zeit. Aber auch dieses Gefühl, das eine höhere Macht über diesem Buch verweilt.Maria glaubt, dass ein Fluch auf ihr lastet, ich glaube, die Autorin kann den Leser sehr gut in den Bann ziehen.Nach einem kurzen „Auf der Stelle treten“ überrascht mich Eva Wahrburg damit, dass wir als Leser wirklich noch mehr über die Vergangenheit von Maria und Herwegh erfahren. Diese Vorgeschichten machen die Story einfach rund.Bringen den Leser noch mehr zum Nachdenken und hinterlassen Eindrücke, die nachwirken.____________________________________________________________Ein kleiner Kritikpunkt ,ist ein Part aus dem Mittelteil, in dem ich der Protagonistin Maria nicht immer folgen, ihre Gedankengänge nicht verstehen und auch ihre Handlungen nicht ganz nachvollziehen konnte. Aber dieser Punkt scheint Ansichtssache zu sein. Für mich steht vor allem auch nach einem nach klingendem Gespräch mit der Autorin fest, dass ich dieses Buch in ein paar Jahren ein weiteres Mal lesen werde und die Geschichte in meinem kommenden Lebensabschnitt wahrscheinlich unter ganz anderen Gesichtspunkten betrachten werde.Also sollte sich in dieser Hinsicht jeder Leser und Liebhaber dieses Genres sein eigenes Bild machen.Mein FazitEine Geschichte, mit der mich die Autorin sehr zufrieden zurücklässt. Mit ihrer Sprachgewalt und den vielen Mitteilungen im Buch konnte sie mich immer wieder überzeugen. Diese Geschichte ist es wirklich wert gelesen zu werden. Es ist wirklich schon sehr lange her, dass ich intensiv gespürt habe, wie viel Mühe sich Eva Wahrburg gegeben hat, um zwei Charaktere zu erschaffen, die fast real wirken. Zwei Lebensgeschichten, die sich intensiv beeinflussen.

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  • Eine besondere Geschichte, die zum Nachdenken einlädt!

    Der Dornengarten

    lissy94

    06. March 2017 um 17:51

    Meine MeinungCoverAls das Buch bei mir eintraf, war ich als Erstes von dem Cover total begeistert. Die in Silber gehaltenen Ornamente sehen, wenn man das Buch in der Hand hält noch schöner aus als auf Bildern.Schreibstil und InhaltAls ich das Buch angefangen hatte, hatte ich anfangs Probleme in die Geschichte hineinzufinden und hatte keine Lust zum Lesen. Nachdem ich die Seite 70 hinter mich gebracht hatte, war ich gefangen von dem Schreibstil und war begeistert von dieser besonderen Geschichte.Ab hier war der Schreibstil aus meiner Sicht flüssig und ich hatte keine Probleme mehr damit. Die Autorin hat es geschafft den Spannungsbogen über das gesamte Buch hin aufzubauen und zu, erhöhen.Der Schreibstil passt auch sehr gut zu der Zeit, in der die Geschichte spielt, hier merkt man, dass die Autorin viel recherchiert hat und sich mit der Zeit beschäftigt hat. Die Atmosphäre der Geschichte ist dunkel und bedrückend.Die Figuren sind ebenfalls sehr detailliert herausgearbeitet, sie zeigen viele Facetten und die Handlungen und Denkweisen passen zu der Zeitepoche.Die Geschichte ist voller Tragik und Schmerz und falscher Handlungsweisen von Menschen, die die beiden Protagonisten prägten.ProtagonistenMaria von Eschweih ist dreißig Jahre jung und ist unter schwierigen Bedingungen aufgewachsen. Sie wurde von ihrem Vormund, dem Priester sehr streng und weltfremd erzogen, sodass sie vereinsamt mit ihren Angestellten auf ihrem Gut lebt. Am Anfang konnte ich mich schwer in sie hineinversetzen, bis ich mehr von ihr erfahren habe und ihre Handlungen besser nachvollziehen konnte. Teilweise hätte ich ihr am liebsten geholfen und sie von der bedrückenden Einsamkeit gerettet, die deutlich zu spüren ist. Als Protagonistin hat sie sich im Laufe der Geschichte gut weiterentwickelt, manches hätte ich so nicht erwartet.Mit der Zeit konnte ich sie auch immer besser verstehen und konnte nachvollziehen, weshalb sie sich so von der Außenwelt abgeschottet hat.Herwegh scheint sehr rau und brutal zu sein, er nimmt sich dass, was er will. Doch hinter seiner Fassade, die er über die Jahre aufgebaut hat, sieht es in Wirklichkeit ganz anders aus. Er ist das ganze Gegenteil von Maria, er glaubt nicht an das was die Kirche vermittelt, sondern, an dass was der Philosoph Hume behauptet. Herwegh hat sehr viel Schlechtes erlebt und wurde so von den Menschen aus seinem Umfeld geprägt. Doch hin und wieder zeigt er sein wahres Ich.FazitNachdem ich einen etwas schwierigen Start und Probleme hatte, in die Geschichte hineinzufinden bin ich inzwischen begeistert. Ich kann nur sagen, dass mich die Geschichte umgehauen hat, so was hätte ich, als ich den Klappentext gelesen hatte nicht erwartet. Die Geschichte hat mich voll und ganz in ihren Bann gezogen und mich zum Nachdenken angeregt.Ich habe lange überlegt wie viele Sterne ich dem Buch geben soll, da ich am Anfang ja Schwierigkeiten mit der Geschichte hatte.Ich werde dem Buch 5 von 5 Sternen geben, da ich als ich in die Geschichte und in den Schreibstil des Buches hinein gefunden hatte, absolut überrascht und begeistert von dieser wundervollen tiefgründigen Geschichte war, die mich auch als ich es beendet hatte, einige Tage nicht mehr losließ.Ich kann nur sagen lest dieses Buch, es ist mehr als ein historischer Roman, viel mehr!Zuletzt möchte ich mich bei der Autorin und dem Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken!

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  • Eine absolut fesselnde Atmosphäre und zwei großartige Charaktere! ♥

    Der Dornengarten

    Aleshanee

    07. December 2016 um 07:48

    Zum Inhalt1824Maria von Eschweih ist in einem bizarren Käfig voller Glaubensfesseln aufgewachsen, in dem eine Frau nichts zählt und Demut und Strafen an der Tagesordnung stehen. Selbst 12 Jahre nach dem Tod ihres Ziehvaters ist sie noch immer in ihren eigenen Selbstzweifeln gefangen und verbringt ihre Tage einsam mit den Übersetzungen von Bibeltexten.Doch alles ändert sich, als der Restaurator Herwegh auftaucht. Er soll in der Kapelle ein Fresko wiederherstellen und fällt der Hausherrin sofort durch seine ruppige und düstere Art negativ auf. Auch sein Verhältnis zu Frauen scheint äußerst rigoros und herabschauend zu sein - aber die beiden haben ein Geheimnis, das sie verbindet und je mehr es an die Oberfläche steigt, umso mehr Licht erreicht ihr einsames Leben - bis die Vergangenheit sie wieder einholt.Meine MeinungWow! Mir fehlen wirklich die Worte für dieses Buch, weil es mich so überrascht hat und so unfassbar ungewöhnlich und fesselnd war, dass ich gar nicht weiß, wie ich es euch beschreiben soll! Ich hatte eine einfache Geschichte dahinter erwartet, einen typischen historischen Roman mit ein bisschen Liebe - und soviel mehr bekommen!Die Atmosphäre ist von Anfang an sehr einnehmend. Die Einsamkeit der Gutsherrin Maria von Eschweih wirkt bedrückend und berührend. In jedem Wort und auch zwischen den Zeilen spürt man sehr genau, wie schwierig das Leben für sie ist und dass sie sich mit ihrem tragischen Schicksal eigentlich schon abgefunden hat.Auch wenn man manches vielleicht nicht so recht nachvollziehen kann, wie sie denkt und fühlt, nähert man sich ihr immer mehr an, weil man nach und nach erfährt, wie die Vergangenheit sie geprägt hat. Die Wandlung, die sie durchmacht, geht nur langsam voran, doch es wirkt in keinem Moment so, als würde man auf der Stelle treten. Die Trostlosigkeit im Herzen von Maria und auch innerhalb der düsteren Mauern ihres Heimes sind ständig spürbar.Vor allem der Schreibstil ist hier unglaublich gut an die Zeit angepasst, dabei ungewöhnlich ernst, aber mit viel Hingabe, dass es einfach eine Freude zu lesen ist. Eva Wahrburg vermittelt so viel Detailreichtum und Hintergrundwissen, philosophische Fragen und Metaphorismen, die ein perfekt inszeniertes Bild schaffen und viel zum Nachdenken anregen. Über mich selbst, über die Wahrnehmung, über die Vorurteile anderer gegenüber und wie sehr man sich vereinnahmen lässt von den Altlasten unserer Vergangenheit.Aber auch über das damalige Leben, den Alltag, die Religion und die Schwierigkeiten, sich als Frau durchzusetzen geben dem ganzen eine authentische Note. Die andere prägnante Figur ist Herwegh, der als roher und brutaler Kerl von Anfang an einen schlechten Stand hat. Allerdings zeigt auch er von sich nur eine Fassade, hinter die man immer wieder einen Blick werfen darf. Wahre Abgründe tun sich da auf und machen deutlich, wie sehr vergangene Ereignisse einen Menschen prägen und in eine Richtung entwickeln lassen, die man nur schwer wieder verlassen kann; auch wenn man es noch so gerne möchte. Nur ab und an blitzt für andere sichtbar der wahre Kern durch, den er vor allen anderen vorsorglich versteckt hält.Menschliche Verhaltensweisen und die Suche nach Liebe stehen hier im Mittelpunkt in einer großartig beschriebenen Kulisse, in die ich wahrhaft eingetaucht bin und alles mit Genuss und ohne Hetze lesen wollte. Der Stempel "Historischer Roman" ist hier definitiv zu wenig, denn man bekommt eine unglaublich intensive Geschichte menschlicher Tragik, die mir noch lange in meinen Gedanken hängenbleiben wird.FazitMeine Worte sind viel zu wenig für dieses fantastische Werk, dass mir in all seiner unscheinbaren Dramatik und der fesselnden Atmosphäre sehr zu Herzen gegangen ist. Das Schicksal der zwei Hauptfiguren ist so essenziell, dass ich es wirklich jedem ans Herz legen möchte, es einmal damit zu versuchen.© AleshaneeWeltenwanderer

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