Evan Currie Into the Black

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  • Rezension zu "Into the Black" von Evan Currie

    Into the Black
    sabisteb

    sabisteb

    29. April 2012 um 18:35

    The Glory of Command and war Der dritte Weltkrieg (Ostblock gegen die Guten im Westen (darunter die Amis) natürlich), ist gerade vorbei. Eric Weston, ehemaliger Chef der Archangels, der Elitefliegergruppe der "Guten" hat einen neuen Job, er ist der erste Kapitän des ersten Raumschiffes der Erde, das aufgrund des neuen "transition drive", einem tachyonenstrahlbasiertem Sprungantrieb, zu interstellaren Flügen fähig ist. Mit an Bord sind weiterhin ein paar Quotenlinguisten, Techniker und natürlich die Elite der Soldaten, die nun in Friedenszeiten nicht mehr gebraucht werden und so im All verklappt werden. So wurde Weston auch seine alte Fliegerstaffel „Archangels“ zugeteilt, alles supercoole Typen natürlich, die Poker spielen in Schwerelosikeit. Der Jungfernflug führt die Odyssey One gleich mal in ein Trümmerfeld einer Raumschlacht. Es gibt nur eine Überlebende, die sich als Mensch erweist. Der superintelligente Linguist entschlüsselt ihre erdverwandte Spreche innerhalb weniger Minuten und verschwindet wieder in seinem Labor und somit kann Milla (so heißt die Außerirdische, obwohl, eigentlich ja keine Außerirdische, weil doch ein Mensch) dem Kapitän erzählen, wo er da reingeraten ist. Sie stammt aus den friedlichen Kolonien, Krieg und Kampf sind ihnen fremd, es ist ein Volk von Krämern und Politikern, aber da gibt es noch so abtrünnige Kolonien, die anderen, die bösen, bösen, die man nur für Legenden hielt und die schicken nun Drasin (wenn das mal nicht nach Drone klingt), um ihr friedliches Volk auszulöschen. Da kann Kapitän Weston natürlich nicht einfach dabeistehen und zusehen, wie ein Volk ausgelöscht wird, er hat schließlich so was wie Ehre hochzuhalten, und eine Sternenfahrertradition zu begründen. Wenn einem diese Zusammenfassung bekannt vorkommt, nein, es handelt sich nicht um Battlestar Galactica meets Star Trek, obwohl die Parallelen unverkennbar auffällig sind: Galactica FTL Antrieb – Odyssey transition drive, beide rechnen, springen, müssen laden. Dafür mussten die auf der Galactica nicht nach jedem Sprung Kotzen. Kampfflieger der Galactica – Archangels (auch mit Spitznamen, natürlich und sie spielen auch andauernd Karten) Kolonien mit römischer Mythologie – Menschliche Kolonien mit latinischem Sprachstamm Zylonen - Drasin Ja, es gibt in der Sci-Fi nur wenige Antriebsarten, Warp, transition drive und Portale, das ist OK. Aber das komplette Setup ist so derartig von Galactica abgekupfert, bis hin zu weiblichen Admirälen, ehemaligen Kampffliegern als Kapitän, dass es diesem Buch einfach an der Eigenständigkeit fehlt, die ich von einem guten Buch erwarte. Die Galactica Grundgeschichte wird mit einer Prise Babylon 5 (Rotationseinheiten des Schiffes zur Erzeugung von Schwerkraft) und Star Trek gewürzt (eine der Krankenschwestern diente im Krieg auf einem Schiff namens Enterprise (S. 447) und fertig ist die Rechtfertigung für amerikanische Kriegseinsätze in Krisengebieten. Sci-Fi, oder zumindest gute Sci-Fi, war schon immer sozialkritisch, das gehört zum Genre. Dieses Buch hier ist ein Lanzerroman im Weltraum. Die friedliebende Milla führt mit sexy Stephanos, dem neuen Chefe der Archangels, Gespräche über den Sinn des Soldatendaseins, das als Kampf für die Freiheit definiert wird. Frieden ist Tod oder Sklaverei, Freiheit ist das höchste Gut, das ein Soldat zu schützen hat. "A soldier’s first duty is simply to stand between his nation and any who might wish it harm.“ (S. 232) "Enduring Freedom" eben, daher kann Weston auch nicht zusehen, wie vor seinem Augen Völkermord begangen wird er greift ein und will Geschichte schreiben, Yea. Und Überhaupt Politiker sind überall gleich, auch diejenigen dieser menschlichen Außerirdischen, "the former UN Council would have been proud." (S. 569), das ist mal wieder typisch amerikanische Arroganz, die ich so gar nicht ab kann. Da wollen sie doch nur die Welt (hier wirklich wörtlich zu nehmen) retten, und dann kommen da diese Politiker daher und finden die Vorgehensweise dieser Trigger Hippies irgendwie nicht so gut. Das geht doch gar nicht. Dabei ist doch sowas von klar, wer auf Zivilisten schießt ist ein Nazi, ja, S. 571 werden tatsächlich wieder einmal die üblichen Klischees des WWII hervorgekramt um als Legitimation herzuhalten, dass da ein amerikanischer Kapitän daherkommt und sich in interne Konflikte einmischt, natürlich nur in bester Absicht, damit man nachher Technologie austauschen kann: neueste außerirdische Energietechnologie für die Amis und ein klein wenig veraltete Lasertechnik für die Außerirdischen zur Selbstverteidigung. Prinzipiell könnte das trotz der bisher aufgezählten Plotmängel immer noch eine gute Geschichte werden, jedoch gibt die Zusammenfassung eigentlich schon die komplette Handlung von 600 Seiten wieder. 80% des Buches sind detaillierte Beschreibungen von Technik, wie sie physikalisch funktioniert, Waffenkalibern und Kampfmanövern. Man sollte also ab und an schon mal Leschs Kosmos gesehen haben und wissen was die Heliopause ist und ein Tokamak. Neben einigen verunglückten Oxymorons wie "silent screaming turbines“ (S. 174) mischt der Autor fröhlich metrische und amerikanische Einheiten wie pound (S. 101), feet (S. 106), Celsius (S. 358) und Lichtjahre, er hat einfach mit kapiert, dass eine Marsmission gerade an dieser Mischung aus Einheiten scheiterte. Nicht SI Einheiten in SCI-FI ist ein no go. Das Buch erscheint im amazon eigenen Verlag 47north (http://www.amazon.com/gp/feature.html?docId=1000715991) und man muss wirklich sagen, die Papierqualität ist deutlich besser, als man das von anderen amerikanischen Verlagen gewohnt ist, Deutscher Standard, statt billigem US TB Papier. [Remastered Edition] bedeutet, das Buch erschien schon 2011, unredigiert, mit vielen Tipp- und Grammatikfehlern bei einem kleinen online pseudoverlag namens „tenhawkpresents“ als ebook (da war das Cover deutlich besser, erinnerte aber extrem an die Babylon 5 Designs) bevor der Autor sich entschied, bei amazon zu verlegen. Fazit: Wenig Geschichte, viel Kampfhandlung, viel Technik Geblubber und noch mehr amerikanischer Hurrah Patriotismus, Soldaten sind sooooooo cool, wir wollen euch doch nur retten. Wer auf Lanzerromane im All steht wird perfekt unterhalten. Warum trotzdem 3 Sterne und nicht 2? Evan Currie hat erstaunlicher Weise tatsächlich erzählerisches Talent. Er schreibt tatsächlich packend und sehr bildlich. Man versinkt in der beschriebenen Handlung, und die Kampfhandlungen waren nicht ganz so ermüdend wie in vielen anderen Romanen dieser Art. Wenn er jetzt noch lernt weniger Kampfhandlungen und dafür mehr tatsächliche Geschichte zu erzählen, könnten seine Bücher wirklich gut werden.

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