Eve Harris

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Rezension zu "Die Hochzeit der Chani Kaufman" von Eve Harris

Spannende, fremde Welt
Nadezhdavor 2 Monaten

Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen, da es eine Parallelwelt eröffnet, von der ich nicht geglaubt hätte, dass sie in dieser starken Ausprägung auch mitten in Europa noch existiert. Orthodoxe Juden habe ich in Brooklyn gesehen, und von den Lebensverhältnissen in Me'a She'arim in Jerusalem habe ich gelesen, aber London? Da war ich echt baff. Eine Lebensweise, die eigentlich mindestens zweihundert Jahre zurückliegt und auch nicht unbedingt mit Religion begründet werden kann, sondern eher mit Tradition, wird zementiert und weitergetragen. Und das in Zeiten von Internet und Smartphones. Man muss sich also sehr bewusst dafür entscheiden, diese Seifenblase nicht zu verlassen, denn Informationen über andere Lebenswelten sind verfügbar und auch verlockend.

Doch auch das extrem Traditionelle hat offenbar seinen Reiz; und so begegnet man in diesem Roman mehreren jüdischen Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und unterschiedlichen Lebenswegen, die teils eng, teils locker miteinander verknüpft sind und immer wieder Überraschungen bereithalten...


Zum Inhalt möchte ich gar nicht mehr schreiben, da kann man in den Verlagstexten genug lesen. Das Ende fand ich sehr passend. Mir hat auch gut gefallen, wie nah dran die Autorin an den Figuren ist - auch wenn ich deren Verhalten oft nicht gutheißen konnte, ist es der Autorin gelungen, dass ich es immer aus der Sicht der jeweiligen Figur verstehen und nachvollziehen konnte. Das hat die Lektüre für mich emotional sehr intensiv gestaltet und ich bin froh, dass ich als Leserin die Innenperspektive dieser Welt ein Stück weit teilen durfte. Und heilfroh, dass ich dies nur auf dem heimischen Sofa tun durfte und nicht in meiner eigenen Lebensrealität...


Was mich ein wenig gestört hat, war die nicht-lineare Erzählweise. Ich bekomme Geschichten gern von vorne nach hinten erzählt und nicht mal rückwärts, mal vorwärts, dann wieder einen Sprung zurück und zwei nach vorn... (Damit meine ich jetzt auch nicht die verschiedenen Erzählstränge, sondern die Zeitsprünge innerhalb eines Stranges.) Wenn eine Geschichte wirklich spannend ist, hat sie so etwas meiner Ansicht nach nicht nötig.


Ich hoffe sehr, dass die Autorin nachlegt.

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Rezension zu "Die Hochzeit der Chani Kaufman" von Eve Harris

Eindrücklich & lesenswert!
Lia48vor 3 Monaten

INHALT:
Chani Kaufman ist 19 Jahre alt, wächst in einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde auf und hat immer noch keinen Ehemann in Sicht. Bis Baruch Levy, ein angehender Rabbiner ein Auge auf auf die junge Frau wirft. Er setzt sich in den Kopf, dass er Chani zur Frau nehmen möchte, obwohl er aus einer deutlich wohlhabenderen Familie stammt. Beide sind strenggläubig aufgewachsen, müssen sich an zahlreiche Regeln halten, dürfen sich nur wenige Male sehen und müssen schließlich eine Entscheidung treffen.
Doch sie wissen kaum etwas voneinander. Und wie funktioniert das mit der Ehe überhaupt?

Die Rebbetzin Rivka Zilberman hat jüdische Wurzeln, hatte aber wenig mit dem Glauben zu tun. Durch ihren Ehemann, einem orthodoxen Rabbiner, verändert sich ihr Leben drastisch...

Avromi Zilberman lernt an der Uni die Studentin Shola kennen. Diese verdreht ihm gehörig den Kopf. Doch sie ist keine Jüdin und sollte somit eigentlich tabu für ihn sein...

MEINUNG:
Geschickt verwebt die Autorin Eve Harris in diesem Buch die Lebenswege verschiedener Menschen mit jüdisch-orthodoxem Glauben, die miteinander in Beziehung stehen.
Im Mittelpunkt steht die Geschichte um Chani und die um die Rebbetzin.
Chani und Baruch plagen viele Ängste und Sorgen. Viel zu wenig kennen sie einander, wissen wenig über das andere Geschlecht oder über das, was durch eine Ehe auf sie beide zukommen wird. Ich fand ihre Geschichte interessant. Und ich fand es sehr eindrücklich geschildert, wie sie sich nach nur 3-4 Treffen für oder gegen eine Heirat entscheiden mussten!

Die Rebbetzin leidet derweil in ihrer Ehe. Es gibt so viele Regeln und Gebote, die sie nun seit Jahren einhalten muss. Schließlich ist sie die Frau eines Rabbis und hat sich auch als solche zu verhalten und unterzuordnen. Doch eigentlich ist das nicht das Leben, das sie führen möchte...
Die Geschichte um die Rebbetzin hat mich besonders bewegt und auch zum Nachdenken angeregt.
Und eine Szene hat mich wirklich etwas geschockt, wütend gemacht und mir gleichzeitig aber auch nochmals vor Augen geführt, wie weit manche Menschen gehen, um die Regeln ihrer Religion einzuhalten:
"Ein Gesetz verbot ihm, sie zu berühren, und ein anderes besagte, dass er um jeden Preis ihr Leben retten musste. Er wusste nicht, was er tun sollte." (S.46)

Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen!
Für alle, die es noch lesen wollen: Ich würde euch hier eine Printausgabe empfehlen, da sehr viele jiddische Wörter und Ausdrücke benutzt werden, die hinten im Buch erklärt werden, und man so besser hin- und herblättern kann!

FAZIT: Ein eindrückliches Buch, das ich euch ans Herz legen möchte! 4-4,5/5 Sterne!

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Rezension zu "Die Hochzeit der Chani Kaufman" von Eve Harris

Einfühlsame Erzählung mit viel Humor über Glaube und Leben
Vorleser2vor einem Jahr

Als eine von sieben Töchtern hat Chani sich vorgenommen, dass sie alles anders machen wird. Trotz unendlicher Zuneigung und Verständnis ihren Eltern gegenüber, hat sich Chani in ihrer Kindheit nach Aufmerksamkeit und Liebe gesehnt. Ihren Kindern soll es nie so ergehen. Doch zu ihren familiären, liberalen Familienplänen fehlt der passende Mann. Ob dies der schüchterne Baruch ist, kann Chani nach drei Treffen nur erhoffen. Doch nicht nur Chani macht sich Sorgen, auch Baruch ist beängstigt. Aus dem Haus einer wohlhabenden Familie soll er, wenn er schon nicht die Geschäfte seines Vaters übernimmt, eine religiöse Karriere einschlagen. Dabei würde er doch lieber Englisch studieren und Lehrer werden und versteckt seine Romane unter dem Bett. Doch wenn er sich schon darin nicht durchsetzen kann, will er zumindest die Frau aussuchen, die den Rest seines Lebens an seiner Seite verbringen wird. Weder Chani noch Baruch wissen etwas von dem anderen Geschlecht oder von der Ehe, doch wen sollen sie heiraten, wenn nicht einander? ... mehr dazu bei www.dievorleser.blogspot.de

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