Eve Harris

 4.4 Sterne bei 72 Bewertungen

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Die Hochzeit der Chani Kaufman
 (70)
Neu erschienen am 25.07.2018 als Taschenbuch bei Diogenes.
Die Hochzeit der Chani Kaufman
Neu erschienen am 25.07.2018 als Hörbuch bei Diogenes.

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Eve HarrisDie Hochzeit der Chani Kaufman
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Die Hochzeit der Chani Kaufman
Die Hochzeit der Chani Kaufman
 (70)
Erschienen am 25.07.2018
Eve HarrisDie Hochzeit der Chani Kaufman
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Die Hochzeit der Chani Kaufman
Die Hochzeit der Chani Kaufman
 (0)
Erschienen am 25.07.2018
Eve Harris[(The Marrying of Chani Kaufman)] [Author: Eve Harris] published on (August, 2013)
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[(The Marrying of Chani Kaufman)] [Author: Eve Harris] published on (August, 2013)
Eve HarrisOriental Cults in Roman Britain
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Oriental Cults in Roman Britain
Oriental Cults in Roman Britain
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Erschienen am 30.09.2014

Neue Rezensionen zu Eve Harris

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BeaSwissgirls avatar

Rezension zu "Die Hochzeit der Chani Kaufman" von Eve Harris

Die Hochzeit der Chani Kaufman
BeaSwissgirlvor 9 Tagen

Mein Leseeindruck subjektiv aber spoilerfrei ;)

Schon etwas länger bin ich um dieses Buch herumgeschlichen nun durfte es endlich bei mir einziehen und ich habe es definitiv nicht bereut.
Da ich es grösstenteils in der ungekürzten Hörbuchvariante gehört habe werde ich zuerst darauf eingehen.

Die Sprecherin Anna Schudt, war mir bis dahin unbekannt, nach beenden des Romans kann ich allerdings sagen, dass ich jederzeit wieder zu einem Hörbuch von ihr greifen würde.
Zu Beginn hatte ich etwas Bedenken ob ihre Stimme wirklich zu der jungen Chani passt, letztendlich konnte mich ihre Interpretation aber vollends überzeugen.
Sie spricht recht tief, eher undramatisch, aber durchaus lebendig, variantenreich und in einem angenehmen Tempo. Mit der Zeit konnte ich mich so richtig fallen lassen, es entstanden Bilder in meinem Kopf und ich versank in dieser mir rätselhaften und dennoch einnehmenden Welt.

Der Schreibstil selber ist schnörkellos, ja fast schon schlicht, schonungslos offen, irgendwie nüchtern, sehr präzise in den Beschreibungen, trotzdem nie ausschweifend und versprühte für mich eine interessante Atmosphären-Mischung aus Melancholie   und Humor
Erzählt wird im personalen Stil aus mehreren Perspektiven zusätzlich ergeben sich immer wieder Zeitsprünge. Am Anfang des Kapitels werden diese ganz klar mit dem jeweiligen Namen und der Jahreszahl deklariert, dennoch benötigte ich doch etwas Übung und Eingewöhnungszeit um in der Hörbuchfassung stets folgen zu können.

Obwohl aus mehreren Sichten erzählt wird würde ich Chani Kaufmann und Rebecca Zilberman als die tatsächlichen Protagonistinnen benennen, da der Fokus grösstenteils auf ihnen liegt.
Die zwei Frauen waren mir gleichermassen sympathisch wahrscheinlich deshalb, weil sie sich von ihren Charakterzügen her sehr ähneln.
Beide sind neugierig, offen, ehrlich, schlagfertig, mutig und haben das Herz auf dem rechten Fleck.
Mit nur wenigen Worten werden ihre Gedanken oder Gefühle dargelegt und bewirkten bei mir jedoch immer wieder sehr viel Empathie. Es gibt noch viele weitere Personen, die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen und auch da fand ich die Charakterausarbeitung äusserst gelungen. Unter anderem die von Baruch dem künftigen Ehemann von Chani. Ihn mochte ich ebenfalls wirklich gerne, hingegen habe ich die Wandlung von Rabbi Zilberman fassungslos mitverfolgt!

Durch meinen christlichen Glauben war mir das ein oder andere über das Judentum schon bekannt, aber natürlich niemals in diesem Ausmass, weshalb ich doch immer wieder froh um das Glossar am Ende des Buches ( auch im Booklet in der Hörbuchvariante enthalten) war. Man spürt und es ist auch ersichtlich, dass die Autorin gründlich recherchiert hat.
Mir hat der ganze Aufbau, die Vernetzung, die einfühlsame&  wertfreie Wissensvermittlung und dieses fremdartige Setting mit der besonderen beklemmenden und trotzdem humorvollen Atmosphäre wahnsinnig gut gefallen. Bei mir wurden unzählige Emotionen ausgelöst, denn ich war wütend, traurig, bestürzt, berührt und doch gab es auch Momente wo ich einfach lauthals losprusten musste.

Ein eindrückliches, faszinierendes Debut, welches mich gerade in der Hörbuchfassung begeistern konnte und noch lange in mir nachhallen wird.

5 Sterne 

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NeriFees avatar

Rezension zu "Die Hochzeit der Chani Kaufman" von Eve Harris

Humorvoll erzählt.
NeriFeevor 23 Tagen

Die Hochzeit der Chani Kaufman ist ein Roman von Eve Harris aus dem Hause Diogenes, welcher 2015 veröffentlicht wurde. Darin wird die Geschichte der neunzehnjährigen gläubigen Jüdin Chani Kaufman erzählt, die nach nur drei Treffen den angehenden Rabbiner Baruch Levy heiraten soll.

Darum gehts

Chani wächst in einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde in einem streng gläubigen Umfeld im Londoner Stadtteil Golders Green auf. Neben ihr selbst haben ihre Eltern noch sieben weitere Töchter. Die Brauteltern müssen die Hochzeit ihrer mittleren Tochter Chani ausrichten, die sie bereits ein Vermögen kostete. Auf der Suche nach dem Richtigen lernt Chani den angehenden Rabbiner Baruch kennen.

Baruch stammt, ganz im Gegensatz zu Chani, aus einer wohlhabenden Familie. Seine Mutter ist deshalb nicht von der Wahl ihres Sohnes angetan. Die beiden jungen Leute lassen sich von ihren Heiratsplänen jedoch nicht abbringen, dürfen sich vor der Hochzeit aber weder berühren, noch ihre Zuneigung füreinander bekunden. Neben Chani hat die Rebbetzin Rivka eine tragende Rolle in Harris´Roman. Ihre Geschichte beginnt im Jahr 1982. An der Hebräischen Universität lernt Rivka (damals Rebecca) Chaim kennen, der sich vom liberalen Studenten zum konservativen Rabbiner mausert. Für Chaim ändert Rivka ihr ganzes Leben.

Eve Harris erzählt die ernsthafte Handlung mit viel Witz und Raffinesse und unterhält ihren Leser so auf sehr charmante Weise. Das jüdische Leben im Nordwesten Londons wird sehr lebendig und informativ wieder gegeben. Chani besticht durch ihre mutige, eigensinnige Persönlichkeit, die so ganz anders ist, als die der anderen Mädchen ihrer Gemeinde. So ist sie eine der großen Sympathieträgerinnen des Buches. Eve Harris gestattet ihren Lesern einen tiefen Einblick in die Geheimnisse und Gefühle, in die Rituale und Bräuche der jüdisch-orthodoxen Lebensweise.

Ab der Hälfte fällt das Lesen zusehends schwerer, weil die Geschichte nicht recht weiter zu kommen scheint. Die vielen Perspektivwechsel nehmen der Handlung das Tempo und die Lebendigkeit. Die literarischen Mittel Harris´versagen aber auch hier nicht. Der Mix aus jüdisch-britischem Witz macht Die Hochzeit der Chani Kaufman aus. Ein kluger, tiefsinniger Roman über die Herausforderungen junger Menschen, Glauben und Gefühl miteinander zu vereinen.

Eve Harris wurde 1973 in London geboren und ist die Tochter polnisch-israelischer Eltern. Sie arbeitete als Lehrerin an katholischen und jüdisch-orthodoxen Mädchenschulen in England und Israel. Die Hochzeit der Chani Kaufman ist ihr erster Roman. Harris lebt mit ihren Kindern und ihrem Mann in London.

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Giselle74s avatar

Rezension zu "Die Hochzeit der Chani Kaufman" von Eve Harris

Chani und Rivka
Giselle74vor 3 Monaten

Eve Harris ist mit ihrem ersten Roman ein großartiges Buch gelungen. Sie erzählt die Geschichte von Chani und Baruch und wie es zu ihrer Hochzeit kommt. Und gibt liebevoll und kritisch zugleich Einblick in die Welt des orthodoxen Judentums, in eine Welt, die geprägt ist von strengen Riten und Regeln, von vermittelten Ehen und wenig Selbstbestimmung.
Chani ist erst neunzehn. Trotzdem befürchtet ihre Mutter, sie fände keinen passenden Ehemann mehr. Zu viele hat sie abgelehnt, zu wenige haben Interesse. Chani ist zu selbstbewusst, zu neugierig, zu unangepasst. Auf einer Hochzeit sieht Baruch sie und weiß sofort, das ist sie, die Frau, die er heiraten möchte. Doch so einfach funktioniert das in einer strenggläubigen jüdischen Gemeinde nicht.
Unerwartete Hilfe bekommt Chani von Rivka Zilberman, der Rebbetzin. Sie steht ihr mit Rat und Tat zur Seite, weiß sie doch aus eigener Erfahrung, wie starr die Gebräuche sind, wie wenig Luft zur Selbstfindung den Menschen gelassen wird.
Obwohl Eve Harris auch von den Problemen und Grenzen der Männer erzählt, gilt ihr Augenmerk doch den Frauen. Wie behauptet man sich in einer Welt, in der es für alles eine Regel oder ein Gesetz und wenig Toleranz für eigene Träume und Vorstellungen gibt? Eve Harris berichtet von den kleinen Schlupflöchern, von der inneren Kraft, die einen Weg findet, aber auch von denen, die gehen müssen, um atmen zu können.
Der Autorin gelingt dabei ein bemerkenswerter Spagat. Denn obwohl sie in aller Deutlichkeit die Schwierigkeiten des Lebens in einer strenggläubigen Gemeinde beschreibt, zeigt sie auch die schönen Momente, den Zusammenhalt, den ein gemeinsamer Glaube mit festen Ritualen schafft.
Ihre Charaktere sind durchgehend glaubwürdig in ihrer Zerrissenheit, ihrem Aufbegehren, aber auch in ihrem tiefen Glauben, ihrem Wunsch, ein guter Mensch zu sein. Es gibt keine schwarzweißen Schablonen, jeder Charakter hat seine eigenen Licht- und Schattenseiten. Besonders angerührt hat mich dabei die Rebbetzin, und, ja, auch ihr Mut und die Kraft, sich ihr eigenständiges Wesen zu erhalten und sich nicht fremdbestimmen zu lassen. Chani und Baruch dagegen wünscht man, sie mögen sich ihr Aufbegehren gegen unsinnige Regeln bewahren und einen Weg finden, ihre Ehe möglichst eigenbestimmt zu führen. Zimmen tov.
Trotz des ganz bestimmt nicht einfachen Themas, liest sich der Roman wunderbar leicht und mitreißend. Die vielen jüdischen Begriffe sind meistens selbsterklärend, aber verstärken das Gefühl, einen Einblick in eine völlig andere Welt zu bekommen, eine Welt, die in diesem Falle in einem Stadtteil Londons liegt. Ich habe das Buch in einem Atemzug gelesen, alles um mich her vergessen und war fasziniert von der Dichte dieses Erstlings. Ich hoffe, es bleibt nicht bei diesem einen Roman. Von dieser Autorin würde ich definitiv gern mehr lesen.

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