Eve Harris

 4,4 Sterne bei 102 Bewertungen

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Neue Rezensionen zu Eve Harris

Cover des Buches Die Hochzeit der Chani Kaufman (ISBN: 9783257244304)vanessaliests avatar

Rezension zu "Die Hochzeit der Chani Kaufman" von Eve Harris

tolles Debüt!
vanessaliestvor 8 Monaten

Schön! Eve Harris is hier ein wirklich schöner, einfühlsamer und soweit ich das beurteilen kann, auch authentischer Roman gelungen, der verschiedene Personen aus der orthodoxen chassidischen Gemeinde in London begleitet.

Dreh und Angelpunkt der Geschichte ist die Hochzeit von Chani und Baruch, zwei junge Menschen, die nicht viel vom Leben wissen, wenig über den jeweils anderen und trotzdem heiraten wollen. Mit ihnen lernen wir auch Chanis und Baruchs Eltern kennen und die Rebbetzin Rivka, die Chani Unterricht gibt um sie auf das Eheleben vorzubereiten. 

Auf der einen Seite haben wir Chani und Baruch, gerade dem Teenageralter entwachsen wollen sie heiraten und müssen sich der ein oder anderen Widrigkeit entgegenstellen, ob das nun ein Tretboot ist, oder Baruchs Mutter, die absolut nicht einverstanden ist mit der Wahl ihres Sohnes. Besonders Chani fand ich absolut entzückend, auf der einen Seite – ja, orthodox, aber auch neugierig, lustig und dickköpfig. Besonders die Szenen in denen Sie Baruchs Mama die Meinung sagt sind ganz großartig.

Auf der anderen Seite haben wir Rikva, die Rebbetzin der Gemeinde, die schon länger mit ihrem Leben als orthodoxer Jüdin hadert, zu welchem sie sich vor allem zu liebe ihres Mannes Chaim entschlossen hat. Wir erfahren einiges über die Anfänge der Beziehung im liberalerem Jerusalem und auch über die Schicksalsschläge die die Familie erdulden musste. Ihre und Chaims Geschichte fand ich vielleicht sogar noch ein bisschen interessanter als die von Chani und Baruch.

Ein paar Mal kommt auch Avromi zu Wort, Rivkas und Chaims Sohn, der sich in eine Nicht-Jüdin verliebt und auch sehr unter dieser Situation leidet, er war wie ein Amischer auf Rumspringa, vollkommen überfordert, ich habe so mit ihm gelitten.

Eve Harris hat einen angenehmen unaufgeregten Schreibstil und besonders die hebräischen und jiddischen Ausdrücke, die im Glossar erklärt werden fand ich spannend und interessant, so habe ich auch etwas für mich aus dem Buch mitnehmen können.
Insgesamt eine leichte Lektüre, die man leicht einfach so weglesen kann und die aus verschiedenen Blickwinkeln auf die orthodoxe jüdische Gemeinschaft blickt. Hat mir sehr gut gefallen.

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Cover des Buches Die Hochzeit der Chani Kaufman (ISBN: 9783257244304)Pantoffeltiers avatar

Rezension zu "Die Hochzeit der Chani Kaufman" von Eve Harris

Zwischen Tradition und Moderne
Pantoffeltiervor 9 Monaten

Chani Kaufmann und Baruch Levy wollen heiraten. Zwar leben sie 2008 in New York, doch sie sind chassidische Juden und müssen die Traditionen achten, das macht es schwierig. Die reiche Familie Levy ist wenig begeistert, dass die Wahl ihres Sohnes auf ein eher vorlautes, als frommes Mädchen aus einer ärmeren Familie gefallen ist. Die Rebbetzin, die Chani als Beistand dienen soll, zweifelt derweil an ihrem Glauben und ihrem Leben in der Gemeinschaft.


Damit beleuchtet man das Leben in der chassidischen Gemeinschaft aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Einmal der der Rebbetzin, die ihrem Geliebten zuliebe in die Gemeinschaft eingetreten ist und während er seinen Glauben immer strenger auslebt sich immer eingeengter fühlt von den vielen Regeln. Und einmal der der jungen Generation, die versucht ihren Weg zu finden, besonders betreffend Berufsleben/Bildung und Partnerschaft.


Dabei gelingen der Autorin schöne, eindrückliche Szenen, die klar machen wie die Personen zwischen Tradition und Moderne stehen. Beispielsweise die Hilflosigkeit eines Ehemannes angesichts der Fehlgeburt seiner Frau. Er will ihr helfen, aber darf sie nicht berühren, da das verlorene Blut sie unrein macht. 


Eve Harris zeigt aber nicht nur die Enge der Traditionen und die Unzahl der Regeln, sondern auch die Gemeinschaft und die Sicherheit, die die Personen im Glauben schätzen. Gut gefallen hat mir, dass auch die männlichen Figuren mit ihren Sorgen und Ängsten gezeigt werden. Trotz der schweren Themen, die behandelt werden, ist der Ton leicht und das Buch liest sich gut. Und es ist auch einiges an Witz und Augenzwinkern dabei, denn die vordergründig strengen Gläubigen verstehen es doch sich durchzumogeln und in der Gemeinschaft gibt es viel Tratsch und Klatsch und Intrigen.


Ein schönes Leseerlebnis, das einen kleinen Einblick in eine aus der Zeit gefallen wirkende religiöse Gemeinschaft bietet. 4,5 Punkte und eine wärmste Empfehlung.

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Cover des Buches Die Hochzeit der Chani Kaufman (ISBN: 9783257244304)Ritjas avatar

Rezension zu "Die Hochzeit der Chani Kaufman" von Eve Harris

Absolut lesenswert
Ritjavor einem Jahr

Was habe ich mit Chani und auch Baruch mitgefiebert. Ich habe mir tatsächlich gewünscht, dass sie einen Weg finden, ihren Bedürfnissen in ihrem Tempo nachgehen zu können.

Das Buch hat mich eingefangen und mir eine Tür zu einem Leben geöffnet, welches ich so noch nicht so oft gesehen und gelesen und gehört habe. Manches war befremdlich, weil man sich nicht vorstellen kann, dass in dieser digitalisierten, globalisierten Welt ein Leben ohne Fernsehen, ohne Internet und ohne großen Kontakt nach draußen gibt. Chani und Baruch leben fast isoliert von der lauten bunten Welt. Umgeben von dunklen Farben, gefühlt mit wenig Lebensfreude und vielen vielen Regeln und Vorschriften. Beide kamen mir so hilflos, so verängstigt und lebensfremd vor. Man wollte sie bei der Hand nehmen und ihnen die bunten Seiten des Lebens zeigen und vor allem ihre vielen Fragen (besonders von Chani) beantworten und ihr die Angst nehmen. Doch sie sind eingeschlossen in der religiösen Gemeinschaft, ihren Familien und Traditionen und sie wagen es kaum auszubrechen. Chani ist die Mutigere und versucht sich Freiräume zu erkämpfen, aber oft kommt sie nicht weit oder muss mit viel Widerstand rechnen.

Die Autorin lässt bei allen dunklen und auch traurigen Situationen auch den Humor eine wichtige Rolle spielen. Ich musste bei den Kapiteln mit der Heiratsvermittlerin schon etwas lachen. Es gibt immer wieder Momente in der Geschichte, in der der Humor alles etwas auflockert, aber nicht ins Lächerliche zieht.

Wer den Film "Unorthodox" gesehen hat, wird schnell in die Geschichte eintauchen können. Sie ist voller jüdischer und religiöser Begrifflichkeiten, die dem Leser manchmal etwas ausbremsen könnten. Die Autorin hat ein Wörterverzeichnis am Ende des Buches eingefügt, welches man vielleicht vor der Lektüre lesen sollte, um ein Gefühl für die Geschichte zu bekommen. Aus meiner Sicht sollte man den Film vor dem Buch gesehen haben, dadurch wird man sich an vieles wieder erinnern und besser nachvollziehen können. Beides kann ich empfehlen, weil sowohl der Film als auch das Buch (es ist jedoch nicht das Buch zum Film!) sind sehens- bzw. lesenswert.

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