Eve de Castro

 3.4 Sterne bei 17 Bewertungen

Alle Bücher von Eve de Castro

Das Schloss der verlorenen Träume

Das Schloss der verlorenen Träume

 (9)
Erschienen am 15.04.2014
Der König der Schelme

Der König der Schelme

 (6)
Erschienen am 10.06.2016

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Rezension zu "Der König der Schelme" von Eve de Castro

Ein wahrer Schelm
Kellerbandewordpresscomvor 2 Jahren

EVE DE CASTRO 

DER KÖNIG DER SCHELME

HISTORISCHER ROMAN
ÜBERSETZT VON ULRIKE WERNER-RICHTER

Inhaltsangabe von Lübbe.de:

Die große Geschichte eines kleinen Mannes

AD 1748: Józef ist neun Jahre alt, als seine verarmte Mutter ihn an eine wohlhabende Freundin verkauft – als lebendiges Spielzeug. Denn der Junge ist nicht größer als eine Puppe, verfügt aber über den Verstand eines Erwachsenen. Er ist ein Zwerg, dem die Erziehung eines Edelmannes zuteilwird. Bald weckt Józef mit seinem Intellekt und seiner Violine die Bewunderung von Fürsten und Königen in ganz Europa. Doch die Liebe zu einer französischen Hofdame, die beinahe doppelt so groß ist wie er selbst, droht ihn ins Verderben zu stürzen …

Die wahre Geschichte von Józef Boruwłaski, der 98 Jahre alt und nur 99 Zentimeter groß wurde. Eve de Castro hat sein faszinierendes Leben mit Bravour in einen historischen Roman verwandelt.

Ausgezeichnet mit dem Prix Montesquieu 2015

Meine Buchbewertung:

Wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich keine historischen Romane mag.

Da sind mir normalerweise zu viel unlesbare Namen und Orte drin. Da wird normalerweise hochgestochen in dritter Person dahergelabert. Damit kann ich mich einfach nicht anfreunden.

Aber dieses Buch hat mich positiv überrascht. Mich hat diese Geschichte des kleinen Burschen sehr mitgenommen. Auch wenn ich einen etwas holprigeren Lesefluss hatte, da doch einiges mit viel französischer Historie angehaucht war, überwog mein Verlangen zu wissen wie es weiterging.

Eins der seltenen Bücher, die ich bisher las, das in der Gegenwart geschrieben ist.

So konnte ich das 18. Jahrhundert fast zeitnah miterleben.

Unfassbar, wie damals die Leute auf Kleinwüchsige reagierten. Das Schicksal von Josef wurde spannend, teilweise humorvoll und mit viel Herzblut geschrieben.

Es freute mich zu lesen, dass er ein Familienvater sein durfte.

Aber lieben und geliebt werden sind nun mal zwei Paar verschieden Schuhe. Schade, dass Josef dies oft erleben musste.

Fazit:

Das war sicher nicht mein letzter historischer Roman – ausgezeichnet.

Mehr Buchtipps für Eltern auf einen Blick.

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Rezension zu "Das Schloss der verlorenen Träume" von Eve de Castro

Der Sonnenkönig und sein Palast
SitataTirulalavor 4 Jahren

"Lange habe ich geglaubt, die Zukunft gehöre denen, die alles riskieren und sich über alle Regeln hinwegsetzen. Heute bin ich der Meinung, dass man mehr dabei gewinnt, das Spiel der anderen mitzuspielen. Zumindest so zu tun als ob. Und das mache ich."
"Ohne zu mogeln?"
Sie lächelt. "Jeder von uns mogelt auf die eine oder andere Weise. Das gehört doch schließlich zum Spiel, oder?"

Ange Lacarpe verlässt seinen Schützling Charles, den jungen Comte de Cholay, nach dem Tod seines Vaters. Er versucht ihm in einem langen Brief zu erklären, warum. Dabei erzählt er ihm die Geschichte zweier ganz besonderer Menschen:
Batiste Le Jongleur, hoch begabter Dieb und Taugenichts, hat einen Plan, der seine Familie samt Mutter, Bruder und Schwester aus der elenden Armut helfen soll: Versailles. Dort werden hunderte und aberhunderte Arbeiter gesucht, gelernt und ungelernt, um die hochtrabenden und perfektionistischen Ambitionen des Sonnenkönigs umzusetzen, sich den prachtvollsten und beneidenswertesten Palast in ganz Europa zu schaffen. Doch während Batiste sich mit Witz und Charme in der Hackordnung immer weiter nach oben arbeitet, scheint diese überdimensionale Baustelle nichts als Unglück für seine Familie bereit zu halten.
Nine la Vienne, Tochter eines Baders, wäre lieber als Mann zur Welt gekommen, denn das würde ihr die Studien der Chemie und Medizin erlauben, für die sie sich so interessiert. Da sie aber nun einmal wie jeder mit den Karten spielen muss, die das Schicksal ihr zugeteilt hat, setzt sie diese raffiniert ein und macht sich beim Bruder des Königs, dem extravaganten Philippe, unentbehrlich. Als ihr Weg Batistes kreuzt könnten sie unterschiedlicher nicht sein - und doch entsteht ein zartes Band, das alles andere als romantisch beginnt, jedoch über Jahre hinweg Bestand hat. Aber niemand, der den Zorn eines Königs auf sich gezogen hat, hat es leicht...

Dieses Buch ist das erste Opfer meiner neuen Ausbildung. Bereits in den ersten Tagen habe ich natürlich Bücher in Folie eingeschlagen und hin und wieder, wenn es hübsch aussieht, liest man auch mal den Klappentext dazu.
Versailles! Der Sonnenkönig!
Ich war hellauf begeistert, dass es einen neuen Roman zu dieser Zeit und seiner Persönlichkeit gibt. Anfangs dachte ich, dass Louis XIV. einfach nur eine über allem schwebende Randfigur sein würde, beschäftigt sich die Handlung doch eigentlich mit Batiste, Nine, Ange Lacarpe und dem Leben des jungen Charles de Cholay. Aber weit gefehlt! Nine und Batiste sind zwar klar die Hauptfiguren, allerdings gewährt Eve de Castro in ihrem Roman sehr weitläufige Einblicke in die Zeit. Beispielsweise in den Verlauf der sogenannten "Fronde" in Louis Kindheit, die ihn zwangen aus dem Palast zu fliehen und sich in Scheunen zu verstecken. Diese mal kleineren, mal größeren geschichtlichen Exkurse haben nicht viel mit Nine und Batiste zu tun, und ich habe bereits einige Stimmen gehört, die das sehr gestört hat. Ich dagegen habe sie sehr genossen! Eve de Castro zeichnet ein Bild des Sonnenkönigs, das dessen Werdegang heraus kristallisiert. Das ihn menschlich, wenn auch nicht unbedingt liebenswert macht. Das einfach deutlich macht, weshalb er der Monarch geworden ist, der er schlussendlich war.
Denn das sind die Bedingungen, unter denen Nine und Batiste sich durch's Leben schlagen müssen. Der eine auf der Baustelle, die andere hautnah im Königspalast. Und es ist weiß Gott für keinen von beiden einfach gewesen.
Obwohl es in meiner Zusammenfassung oben vielleicht etwas anklingt - Junge trifft Mädchen, beide verlieben sich unsterblich, happily ever after - war das zarte Band zwischen Nine und Batiste das genaue Gegenteil. Keine nervige Liebesgeschichte, die alle Klischees und Erwartungen erfüllt. Denn keiner der beiden verliert sich selbst dadurch. Und interessante, eigenständige Persönlichkeiten, das sind sie von Anfang an beide und davon lebt das Buch. Ich habe beide sehr ins Herz geschlossen und auch das ist bei mir keine Selbstverständlichkeit. Ich tue mich gerade mit weiblichen Protagonisten in historischen Romanen ziemlich schwer, aber bei Nine hat Eve de Castro immer den schmalen Grad zwischen Unabhängigkeit und Eigenständigkeit auf der einen und Unglaubwürdigkeit auf der anderen Seite gefunden. Dazu kommt ein Ende, das ich glaubte voraussehen zu können, und das mich dann doch nochmal zu überraschen wusste.

Mit genau der richtigen Mischung aus Gefühl und historischen Einflüssen hat Eve de Castro mich mit ihrer Geschichte um Nine und Batiste total verzaubert. So sehr sogar, dass das Buch zu meinem neuen Liebling avanciert ist - damit verdient es ganz klare fünf Sterne!
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Rezension hier: http://licentiapoeticae.blogspot.de/2014/10/br-eve-de-castro-das-schloss-der.html

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anells avatar

Rezension zu "Das Schloss der verlorenen Träume" von Eve de Castro

Das Schloss der verlorenen Träume
anellvor 5 Jahren

Irgendwie fällt es mir schwer eine genau Meinung über dieses Buch zu formulieren. Ich sitze seit Tagen an dieser Rezi und weiß eigentlich nicht, was ich schreiben soll. Es ist wirklich selten, dass ich bei einem Buch keine klare Meinung formulieren kann. 

Das Schloss der verlorenen Träume ist m.M.n. mal wieder ein relativ irreführender Titel. Das französische Original heißt Le roi des ombres, also der König der Schatten, das wäre etwas treffender gewesen. Denn ich könnte mir vorstellen, dass die Kombination aus Titel + relativ vager Inhaltsangabe viele Leser auf die Idee bringen könnte, es wäre eher so ein ... ich nenns mal "Frauenhisto" im Stil von Petra Durst Benning oder (um der Liebe Gottes Willen) Iny Lorenz. Was er - zumindest über weite Strecken des Buches - nicht ist. 

Die Autorin hat für ihren Roman einen für dieses Genre sehr seltenen Erzählstil gewählt. Präsens + 3. Person. Der Roman ist eine Art langer Brief eines Arztes an  den Sohn eines verstorbenen Marquis dem er jahrelang treu gedient hat.  Er schildet das Leben von Batiste le Jongleur, Nine la Vienne und das des Königs - Louis XIV - sowie dessen Bruder. 

Eve de Castro hat sich wirklich ins Zeug gelegt. Ich mag Worte wie "oppulent" oder "Sittengemälde"  nicht. Über weite Strecken war das Buch genau so, wie ich historische Romane liebe. Es war ehrlich, brutal, mitunter ziemlich ausschweifend und wer eher auf Geschichten und eine rasante Handlung Wert legt, könnte hier enttäuscht zurück gelassen werden. Das Buch zentriert sich sehr auf die Personen ihre Geschichte und Geschichte im allgemeinen. Denn der Erzähler nutzt jede sich ihm bietende Gelegenheit um seinen - noch recht jungen - Schüler über dies und das aufzuklären. Das können dann auch schon mal 15 Seiten über die Fronde oder zum Hollandfeldzug sein. Was nicht heißen soll, dass das Buch unspannend oder gar langweilig wäre. Man muss so etwas eben mögen.

In seiner Art ist das Buch brutal und schonungslos. Zartbesaitete Leser könnten beim Gedanken an heraushängendes Gedärm bei einer Geburt und vom Brand zerfressene Beinstümpfe - die sehr detailreich geschildert werden - vielleicht den Ekel bekommen.  Die Autorin schafft es einfach den Barock komplett in das Buch zu packen, mit allen guten und allen schlechten Aspekten dieser Zeit. 
Die Figuren waren interessant gewählt.  Das Buch zentriert sich zwar mehr auf Nine die, wie so viele andere Frauen in Histos auch, das tun will, was eigentlich nur Männer tun dürfen. Studieren. Ärztin sein. Und normalerweise ist das für mich ein no go in Histos, weil solche Emanzen nur dazu genutzt werden sie schnellstmöglich an den Mann zu bringen. Doch Nine und die Autorin konnten mich überzeugen. Denn Nine ist wirklich gut gelungen. Sie "tut nicht nur so" als ob (was ich vielen Damen in historischen Stoffen gern ankreide) sondern sie zieht ihre Pläne bis zum Ende durch. 

Von Batiste hatte ich zu wenig. Ich hätte gern den Fokus eher auf ihm gehabt. Er ist einfach unmöglich, gerissen, verschlagen und durch und durch skrupellos. Aber - natürlich - mit einem weichen Kern. 

So, nach diesem ganzen Gelobhudel, warum fällt es mir so schwer etwas darüber zu schreiben?

Bis ca. Seite 400 war ich der festen Überzeugung mein neues Lieblingsbuch gefunden zu haben. Aber dann passiert etwas und die Story stürzt für mehrere Kapitel - für mich - komplett ab. Und ich war total fassungslos.  Das soll jetzt nicht heißen, dass die Story per se schlecht wurde, aber es gibt einfach Dinge die ich nicht mehr lesen will. 

Ich hab kein Problem damit irgendwas über Gedärme zu lesen, oder Wundbrand oder Hinrichtungen, Folter. Alles kein Problem.  Was ich aber nicht mehr lesen will - einfach weil alle Autorinnen im historischen Bereich dieses Thema bis zum Erbrechen ausgereizt haben - ist die andauernde, anhaltende und nicht enden wollende Vergewaltigung von Protagonisten. 

Ich will das nicht mehr lesen. Nicht aus dem Grunde, weil ich das emotional nicht auf die Reihe bekomme, oder weil ich in einer rosaroten Wölkchenwelt lebe, wo es nur Einhörner gibt die Regenboben pupsen. Nein. Ich hab einfach den Kanal voll davon. Wirklich bis zum Erbrechen voll davon. Und da soll mir niemand mit Argumtenen kommen wie "Ja war damals halt so" oder "Ja das ist Geschichte" oder "Das ist halt authentisch". 

Die Story stürzt für mich ab diesen Punkt in ein bodenloses Loch aus. "Oh komm schon!" und "Och Autor MUSS DAS jetzt auch noch sein? Wirklich?"  Figuren die ich bis dahin wirklich bewundert habe werden - bei der Behandlung natürlich zurecht - zu einem Häufchen Elend und das zieht sich Seiten über Seiten. Ich hatte mir an dem Punkt wirklich überlegt ob ich nicht aufhören soll zu lesen, einfach wil mich das so genervt und ja ... angekotzt hat. 
Natürlich führt das ganze auch zu irgendwas und am Ende gibt es noch einen Tada!-Effekt aber dieser Teil des Buches hat es mir irgendwie total verdorben und mich wieder daran erinnert, warum ich in historischen Romanen Frauen lieber meide wie die Pest. 

Fazit: 

Wer gut recherchierte Romane liebt und auch vor ausschweifenden Erklärungen nicht zurückschreckt, ist mit "das Schloss der verlorenen Träume" bestens bedient. 

Fans von eher leichter histo Kost, könnten hier aber enttäuscht werden.

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