Eveline Passet

 3,9 Sterne bei 59 Bewertungen

Lebenslauf

Eveline Passet studierte nach einer Kindheit im Südhessischen in Paris Slawistik und ein wenig auch Romanistik (Abschluß: Maîtrise). Sie lebt in Berlin, wo sie seit 1985 als literarische Übersetzerin (Russisch, Französisch) arbeitet sowie als Rundfunkautorin (künstlerische und Literaturfeatures, vielfach in Ko-Autorschaft mit Raimund Petschner). Darüber hinaus entwickelt sie unterschiedliche öffentlichkeitswirksame Projekte zum Übersetzen und bietet Fortbildungen für ÜbersetzerInnen an: Unter anderem moderiert sie seit 2005 gemeinsam mit Gabriele Leupold im Literarischen Colloquium Berlin eine Vortragsreihe zur deutschen Sprachgeschichte.Übersetzungen (Auswahl)- Daniel Pennac, Monsieur Malaussène, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, 1997.Der Diktator und die Hängematte, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2005.Schulkummer, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2009.Der Körper meines Lebens, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2014.Der Fall Malaussène – sie haben mich belogen, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2019.- Wassili Golowanow, Das Buch vom Kaspischen Meer, Übers. zs. mit Valerie Engler, Matthes & Seitz, Berlin, 2019.Werke und LiteraturprojekteEigene Autorenwerke, Literaturprojekte, Herausgaben1997 gemeinsam mit Raimund Petschner Erarbeitung des literarischen Teils der Ausstellung Ilja Ehrenburg und die Deutschen für das Deutsch-Russische Museum in Berlin-Karlshorst.2003 Realisierung der Videodokumentation Spurwechsel. Ein Film vom Übersetzen (russischer Titel: ВСТРЕЧНОЕ ДВИЖЕНИЕ), zusammen mit Gabriele Leupold, Olga Radetzkaja, Anna Schibarowa und Andreas Tretner.2012 gemeinsam mit Gabriele Leupold Herausgabe des Sammelbandes Im Bergwerk der Sprache. Eine Geschichte des Deutschen in Episoden, Wallstein Verlag, Göttingen.Rundfunkfeatures (eine kleine Auswahl):An der Schwelle zur Moderne. Das Erdbeben von Lissabon und das Denken der Welt, Feature zusammen mit Raimund Petschner, DLF, 2006.»Das unergründlich Lebendige«. Alberto Giacometti und die Wirklichkeit, Feature zusammen mit Raimund Petschner, DLF, 2007.Der Tag startet meist bedeckt. 100 Jahre Volksauto, Feature zusammen mit Raimund Petschner, WDR, 2008.»Das Fluidum der Welt und die Not des Lebens«. Die Wandlungen des Lew Nikolajewitsch Tolstoj, Literaturfeature zusammen mit Raimund Petschner, DLRKultur, 2010.Getrennt vereint. Das deutsch-deutsche Gespräch über russische Literatur, Literaturfeature, DLRKultur, 2014.AuszeichnungenZahlreiche Arbeitsstipendien des Deutschen Übersetzerfonds, nicht zuletzt für Übersetzungen der Werke von Daniel Pennac. Des weiteren Stipendienaufenthalte in verschiedenen Übersetzerkollegien, im Künstlerhaus Kloster Cismar, in Bordeaux.2014 Übersetzerpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e.V.2017 Zuger Übersetzer-Stipendium für ihr Lebenswerk und ihre Arbeit an den Tagebüchern von Michail Prischwin.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Eveline Passet

Cover des Buches Paradies der Ungeheuer (ISBN: 9783462318166)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Paradies der Ungeheuer" von Daniel Pennac

Hubertus_Feldmann
Wie passen Rache und Sündenbockmentalität zusammen?

Egal wie abstrus eine Geschichte von Daniel Pennac auch erscheint, immer ist sie für eine Überraschung gut, inhaltlich wie sprachlich; die fein versteckten Anspielungen auf historische Gegebenheiten oder Literatur gilt es zu entdecken und für ein Aha-Erlebnis zu nutzen (so blöd bin ich ja doch nicht …). Es gilt also, sich nicht gleich beim Einlesen entmutigen zu lassen, selbst wenn zunächst der Eindruck entstehen sollte, dass hier eine Geschichte lapidar heruntererzählt wird. Sicher ist auf jeden Fall, dass der Schrecken, die Überraschung, das Ungewohnte Einzug halten werden und eine ganze Suchkaskade im Kopf des Lesers freisetzen: Wie war das noch gleich? Wie sind die Zusammenhänge? Kann das stimmen?

In diesem ersten Malaussène-Roman (erschienen 1985) leuchten schon die Möglichkeiten einer Fortsetzungsgeschichte durch. Die Charaktere sind so interessant wie „schräg“. Der Ernährer der Familie und gleichzeitig Ich-Erzähler der Geschichte, Ben(jamin, muss sich um seine Geschwister kümmern, während ihre Maman sich „anderweitig“ beschäftigt, um der Schar der Kinder weitere hinzuzufügen. Als Broterwerb schlüpft er in die Rolle des Sündenbocks in einem Kaufhaus, in dieser er auftauchende Beanstandungen möglichst kostenneutral für seinen AG abwickeln soll. Dies gelingt ihm unnachahmlich gut und wäre schon allein eine Story wert: „‘Sehen Sie, der Sündenbock ist nicht nur jemand, der gegebenenfalls für die anderen den Kopf hinhält. Er ist auch und vor allem ein Erklärungsprinzip […]. Er ist der unbegreifliche, aber offenkundige Grund eines unerklärlichen Ereignisses. […] So erklären sich zum Beispiel die Judenpogrome während der großen Pestepidemien im Mittelalter. […] Für einige Ihrer Kollegen sind Sie – der Sündenbock – schlicht und einfach deshalb der Bombenleger [davon gibt es einige – Bomben], weil diese Leute einen Grund brauchen. Das beruhigt sie. […] Diese Leute brauchen keine Beweise, ihre festen Überzeugungen genügen ihnen […].‘“

Im Wesentlichen geht es um Bomben, die im Kaufhaus auf spektakuläre wie eindeutige Weise hochgehen, um Verwicklungen rund um diese Vorfälle und das Suchen nach Hintergründen wie Schuldigen. Neben der zu betreuenden Kinderschar (die Älteste ist immerhin inzwischen schwanger, wenn auch ungewollt), mit ihren jeweiligen Stärken, man könnte auch von Marotten sprechen, sind es die Flics und eine Schöne, die mithelfen für Klarheit im Geschehen zu sorgen. Insofern eine vielversprechende Ansammlung von Charakteren, die gekonnt in Szene gesetzt werden und dafür sorgen, dass es hier spannend wie lustig zugleich zugeht. Nicht unbedingt die schlechtesten Voraussetzungen für einen guten Roman.

Cover des Buches Der letzte Malaussène (ISBN: 9783462006544)
Karola_Dahls avatar

Rezension zu "Der letzte Malaussène" von Daniel Pennac

Karola_Dahl
Der letzte Band einer erfolgreichen französischen Buchserie

Die Szenerie spielt größenteils in Paris rund um die große Familie der Malaussènes mit dem Familienoberhaupt und Ich-Erzähler Benjamin Malaussène, der zurückgezogen im südfranzösischen Vercors lebt. In die lebendige bis wirre Handlung um die Entführung des korrupten Industriellen Lapietà, ehemaliger Abgeordneter, und dessen aSohns sind mehrere Gruppen beteiligt: eine Verbrecherbande mit Pépère als Gangsterboss, die Polizei , Personenschutz für einen Enthüllungsautor und Familienmitglieder der Malaussènes nebst Freunde. In diesem Beziehungsgeflecht kann man schnell verloren gehen, kennt der Leser vorige Folgen nicht. Auch wenn im Text zu den Beteiligten ein Link mit Kurzinfos unterlegt ist und ein Stammbaum von Maman die Verwandtschaftsverhältnisse klarstellt, fällt das Verständnis für ernste Themen wie Menschenhandel, Korruption, Wirtschaftskriminalität etc. doch schwer. Diese humorvoll verpackten Anspielungen auf Missstände besonders in der französischen Politik  enthalten eine Gesellschaftskritik, die auf der Suche nach viel Wahrheit ist. Die Charaktere sind originell gezeichnet, verpackt in skurrilen Abenteuern in speziellem Erzählstil.

Eine dramatische Krimifarce mit teils absurden Wendungen.    3,5 *

Cover des Buches Der letzte Malaussène (ISBN: 9783462006544)
helena33s avatar

Rezension zu "Der letzte Malaussène" von Daniel Pennac

helena33
Wunderbare Unterhaltung auf hohem Niveau

Der letzte Malaussene also. Ich liebe die Reihe, ich mag die skurillen, warmherzig gestalteten Figuren, den Wortwitz, die Situationskomik. Ich mag die Spannung, die überraschenden Wendungen, die Perspektivwechsel. Ich mag die Seitenhiebe auf die französische Politik, die Verweise auf Kunst und Literatur. Ich mag, dass mich die Figuren berühren können, mich manche Situationen zum Nachdenken anregen. Ich mag den humanistischen Blick auf die Welt des Autors. Ich mag einfach alles an dieser Reihe.

Ein ehemaliger Abgeordneter und sein Sohn werden entführt. Der Politiker ist im Besitz brisanter Informationen über Regierungsangehörige, die nicht nur in Wirtschaftskriminalität, sondern auch in den Kinderhandel verstrickt sind. Die Entführer sind eine Verbrecherbande, geleitet vom schlauen und skrupellosen "Pepere", der Kinder rekrutiert und zu Verbrechern ausgebildet hat. Verschiedene Familienmitglieder der Malaussenes sind in den Fall mithineingezogen worden (nachdem sie eigentlich im Rahmen einer Kunstaktion den ehemaligen Abgeordneten mit seinem Sohn, mit dessen Einverständnis, selbst entführt haben und einen gesellschaftskritischen Kurzfilm darüber drehen wollten). Die Polizei ermittelt natürlich, allerdings möchte die Staatsanwaltschaft alles deckeln, um die Regierung und wahrscheinlich sich selbst, zu schützen.

Kein reiner Krimi, wie immer, aber ein rasantes Abenteuer voller urkomischer Einfälle und origineller Charaktere vor der Kulisse von Paris. Neben einigen brutalen Szenen gibt es vor allem viel Humor, Wortwitz und einen spannenden Erzählstil, der es sicher zum Vergnügen macht, in der Originalsprache zu lesen. Gleichzeitig berühren die Figuren und regen zum Nachdenken an. Der Roman spricht verschiedene Themen an, wie z.B. Korruption, Menschenhandel, die Rolle der Kunst und Literatur sowie Mutterschaft.

Man sollte mindestens den direkten Vorgängerband lesen, am besten aber mit dem ersten Band anfangen, da die Figuren sich entwickeln (oder auch nicht) und es derer doch recht viele gibt, die in den unterschiedlichsten Beziehungen zueinander stehen. Es gibt zwar zu jeder Person eine kurze Erklärung, aber dennoch wäre es zum wirklichen Verständnis wichtig, die Vorgänger zu kennen, zudem viele Situationen aufeinander aufbauen und sich immer wieder auch auf die Vergangenheit beziehen.

Fazit: Ich liebe die Reihe. Auch dieser letzte Band hat mich wunderbar unterhalten und mir gute Laune beschert, liess mich aber angesichts des Endes doch auch traurig zurück.

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