Evelyn Grill Das Antwerpener Testament

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Inhaltsangabe zu „Das Antwerpener Testament“ von Evelyn Grill

Ein Jahrhundert, eine Familie, eine Ehe. Und nichts als Lügen.

Als Henriette Stanley stirbt, ist die Familie, die sich um ihr Grab versammelt, schon nicht mehr groß: Da ist Harry, ihr „geistesgestörter“ Sohn, auf dem einst die Hoffnungen der Familie, Reeder aus Antwerpen, lagen. Da ist ihre Tochter Ann mit ihrem deutschen Mann, deren Ehe Henriette nicht verhindern konnte, obwohl sie die Verbindung nach dem Krieg um ihr Erbe aus Belgien gebracht hat. Und da ist die Schwester ihres Mannes, der vor vielen Jahren unter mysteriösen Umständen verschwunden ist. Niemand spricht mit ihr, aber sie allein weiß, was aus ihrem Bruder geworden ist und was in dem Testament aus Antwerpen wirklich gestanden ist. Und sie weiß auch, dass jede Anstrengung, vergessen zu wollen, vergebens ist.

Dieser Roman ist ein großes Gemälde, und Evelyn Grill beweist darin ihre ganze Meisterschaft. Sie erzählt die Geschichte einer Ehe, den Roman einer Familie voller Risse, in denen die Abgründe eines ganzen Jahrhunderts erkennbar werden.

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  • Rezension zu "Das Antwerpener Testament" von Evelyn Grill

    Das Antwerpener Testament

    buchratte

    15. February 2011 um 21:50

    Evelyn Grill erzählt uns in ihrer Familiensaga, den Eindruck bekommt man zumindest durch die Kurzbeschreibung vermittelt, die Geschichte einer tragischen Liebe, einer egoistischen Mutter und der Tatsache wie sehr man das eigene Glück missachten und verschandeln kann wenn man ständig versucht es anderen Recht zu machen. Am Anfang steht das Begräbnis. Das Begräbnis der starrhalsigen und verbitterten Henriette Stanley. Ehemals das Familienoberhaupt. Einer Familie, die diese Betitelung eigentlich nur durch die Verwandsschaftsverhältnisse verdient. Die Wirklichkeit sieht nämlich alles andere als familiär aus. Henriette, einst jung und schön heiratete zum Zwecke der Zusammenführung zweier Reedereien den ihr sympathischen Alan. Nach etlichen unglücklichen Ehejahren und drei Kindern, wovon eines zwischenzeitlich verunglückt ist, steht sie alleine mit ihren zwei Kindern da. Auch Jahre später ist Henriette weder verheiratet noch hat sie einen Verehrer. Ihre ganze Aufmerksamkeit gebührt den Kindern. Doch auch diese enttäuschen sie. Harry, ihr Sohn schleppt eine Frau an, die laut seiner Mutter alles andere als eine vorteilhafte Partie darstellt. Und auch Ann, die Tochter schont die arme Mutter nicht. Mit einem Deutschen will sie sich verheiraten. Ein Alptraum für Henriette. Einer den sie nicht duldet. Und so scheitern die Beziehungen der beiden Kinder. Zunächst die von Henry, und wenn auch langsam und unmerklich, auch die von Ann. Meine Meinung zu diesem Buch ist nicht die beste. Das Chaos an Personen am Anfang der Geschichte und die ausschweifende Sprache, die das Ganze nicht verschönert, sondern eher langweiliger gemacht hat, haben einiges dazu beigetragen. Die einzige Abwechslung, die die Autorin meiner Meinung nach zwischen all die trostlosen Schicksale reingebracht hat, war die Tatsache, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wurde. Wer Spannung und große Familiengeheimnisse erwartet, die am Ende gelüftet werden, wird dies in dem Buch nicht finden. Wenn man sich allerdings gerne über spießige Normen, die Kombination aus selbstsüchtigen und selbstlosen Menschen aufregt, wird wahrscheinlich auf seine Kosten kommen. Für mich persönlich war es eine Art Reinfall…aber wenn mir das Buch paradoxerweise noch nachklingt.

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  • Rezension zu "Das Antwerpener Testament" von Evelyn Grill

    Das Antwerpener Testament

    Günter Landsberger

    Kleine und große Münze / Schuldzusammenhänge (Zu: Evelyn Grill / DAS ANTWERPENER TESTAMENT / Roman, Residenz Verlag 2011) Wer ist schuld, wenn sich eine Liebe trotz vorhandener Gegenliebe doch nicht erfüllt? Wer ist schuld, wenn eine Ehe scheitert, wenn eine von den beiden Hauptbeteiligten längst ersehnte und entschieden gewollte Ehe, nachdem sie endlich zustandegekommen ist und auch Kinder da sind, letzten Endes doch nicht gelingt? Die von Evelyn Grills neuestem Roman „Das Antwerpener Testament“ nahegelegte Antwort, vor allem Anns (der jungen Ehefrau in spe wie de facto) Mutter sei schuld, - also die ursprünglich aus Antwerpen stammende und seinerzeit standesgemäß nach England hin verheiratete Henriette Stanley sei schuld an fast allem, was private, innerfamiliäre Misere genannt zu werden verdient, - ist aufs Ganze gesehen sicher nicht falsch, aber auch nicht ganz richtig. Den größten Teil seiner Kraft gewinnt der Roman meinem Urteil nach gerade dadurch, dass er die einfache, klare Schuldzuweisung auf die eine Person als Hauptschuldige hin zwar nahelegt, diese Zuordnung aber gleichzeitig dadurch wieder unterläuft, dass er die zwar geringfügigeren, aber unleugbar vorhandenen schuldhaften Eigenanteile auch der anderen Hauptpersonen so nach und nach ebenfalls zum Vorschein kommen lässt, auch wenn sie schlussendlich immer noch vor allem durch die Verzögerungstaktik der Mutter in Gang gesetzt worden sein mögen. Die Hauptbedingungen des gesamten im Roman erzählten Verlaufs werden zwar durchweg fremdbestimmt gesetzt, aber in einer Weise, dass sich auch die eigenen Bedingtheiten und Bedingnisse der jeweils betroffenen Personen (Anns und Ulrichs vor allem) als letzten Endes mitbestimmend erweisen. Wie zerstörerisch und zermürbend Verzögern, Hinauszögern sein kann, bringt der Roman sehr gut heraus. Ungeduldige Leser..., scheint mir, kämen fast besser in den Roman hinein, wenn sie das erste (von der Abfassungsart her leider nur halbwegs gute) Kapitel übersprängen und es erst nach der Lektüre des gesamten Romans nachträglich läsen. Auch geduldigere Leser... , die von Anfang bis Ende alles fortlaufend nacheinander gelesen haben, wie zum Beispiel ich, kommen nach der Gesamtlektüre ohnehin dazu, das allererste Kapitel wohlwollend, ja reumütig neu lesen zu wollen, auch wenn sie durchaus im Bewusstsein haben, dass das im ersten Kapitel scheinbar unergründbar mit ins Grab Henriettes genommene Familiengeheimnis gegen Ende des Romans doch noch aufgedeckt wird, ebenso wie sich ein möglicherweise blindes Motiv des Erzählanfanges sich erhofft unverhofft durchaus als nicht blind bleibend erweist: die geheimnisvoll bei Henriettes Beerdigung (im 1. Kapitel) auftauchende fremde Person wird am Ende des Romans von Ulrich aufgespürt werden können und ihm weitere wichtige Aufschlüsse über die familiären Zusammenhänge vermitteln. Dennoch: Es wäre dem neuen Roman Evelyn Grills zu wünschen, dass ihr der Einstieg mit dem ersten Kapitel gleich von Anfang an überzeugender gelungen wäre. Viele potentielle Leser... dürften so aus Furcht vor sich fortsetzender Klischeehaftigkeit – insgesamt gesehen zu Unrecht - von der Lektüre des Gesamtromans leider abgehalten werden können. Dabei ist der Grundgedanke, den Roman mit dem Begräbnis Henriettes zu beginnen und von dort aus vom 2. Kapitel an in die Vorgeschichte des Ganzen zurückzublenden, bis schließlich im letzten, dem 8. Kapitel die Zeitebene des 1. Kapitels um ein Jahr überschritten ist, keineswegs ungünstig. Werden doch damit die bewährten Vorzüge a) des Kriminalromans bzw. b) des analytischen Dramas (Sophokles, Kleist, Ibsen) genutzt. - Zwischendurch aufgeschreckt bin ich als Leser, nach gerade erlangter voller Zufriedenheit mit dem 2. Kapitel, bei der Lektüre des 3. Kapitels, als ich nämlich in ihm auf zwei, drei geradezu kitschig zu nennende Stellen stieß, eine auf Seite 94, Z. 22ff. insbesondere, die aber zum Glück wohl fast die einzige Kitschstelle im gesamten Roman geblieben ist. - Im Übrigen könnte man dieses kitschige Detail – mit Blick auf das Romanganze - ja auch als ein Indiz für den gleichsam uranfänglichen Wurm in der Liebe zwischen Ann und Ulrich, also als ein Symptom des Endes im Anfang dieser Liebes- und Ehegeschichte, nehmen, was man aber erst (und damit vielleicht zu spät) durch die Gesamtlektüre zu ermessen vermag. Ein guter Regisseur mit guten Schauspieler...n könnte aus diesem Roman ziemlich sicher einen recht guten Film machen. Die Voraussetzungen dazu sind bestens: Der Roman ist für eine Verfilmung nicht zu gut, aber doch gut genug. Dass er realistischerweise keine der Hauptfiguren ganz schwarz malt und keine ganz weiß, gefällt mir. Dass das so ist, davon kann man sich auch im Falle Henriettes, die ansonsten eine gewisse Ähnlichkeit mit Balzacs „Cousine Bette“ besitzt, (z. B. auf Seite 217, von der achtletzten Zeile an) selbst überzeugen. Gibt es Figuren in diesem Roman, mit denen sich Leserinnen oder Leser am ehesten identifizieren könnten? Da ich fast gleichaltrig mit der Autorin bin, sind mir zwar bestimmte zeitbedingte Denk- und Verhaltensweisen von 1880 (Großeltern) bis heute (Kinder bzw. Urenkel) durchaus nicht fremd oder aber mir zumindest von anderen her oder vom Hörensagen her vertraut; die mir sympathischste Figur war aber dennoch keine der Hauptpersonen, sondern eine nicht unwichtige Nebenfigur, nämlich die Person des Onkels Ferdinand, dessen Lebensausrichtung, Verhalten, Humor und literarische Vorlieben (Gogols „Tote Seelen“ und Jaroslav Hašeks „Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“, S.267) mir am ehesten zugesagt haben. PS.: Dass das äußere Erscheinungsbild des Buches mit dem geschmackvollen Umschlag und dem roten Lesebändchen auf Anhieb anspricht, mag auch noch erwähnt werden. Auch dass (leider keine Selbstverständlichkeit mehr!) kaum Flüchtigkeitsfehler im Gesamttext verblieben sind, bis auf den einen auf Seite 242, sechstletzte Zeile („wähend“), sei noch vermerkt und vielleicht auch noch jene Kleinigkeit, dass die großen Ferien in Deutschland - anders als in Österreich – im Sommer nicht 2 Monate (vgl. S.19, Mitte), sondern nur 6 Wochen dauern. Schüler... und Lehrer... in Deutschland wissen das. Österreichische Lektor...en vielleicht nicht.

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  • Rezension zu "Das Antwerpener Testament" von Evelyn Grill

    Das Antwerpener Testament

    doris_fruehwirt-dittlbacher

    Evelyn Grill, 1942 als Evelyn Holzapfel geborene Oberösterreicherin, studierte Juristin und seit 1980 schriftstellerisch tätig, legt 2011 nach Das römische Licht (2008) und damit nach knapp 3 Jahren ihren neuen Roman Das Antwerpener Testament im Residenz Verlag vor. Am Beginn des Romans, der sich aus 8 Kapiteln zusammensetzt, befinden wir uns im Jahre 1983 an einem regnerischen, kalten Märztag in Worthing Seafront/England. Wir begegnen im Zuge des Begräbnisses von Henriette Stanley, der Tochter einer Reeder-Familie aus Antwerpen, die durch Heirat nach England gekommen ist, einer Reihe von Familienmitgliedern, deren Leben- meist rückblickend- im Laufe des Romans in nach ihnen benannten Kapiteln vorgestellt wird - durch einen personalen Erzähler, der scheinbar in die Rolle des jeweiligen Hauptprotagonisten schlüpft. Da ist einmal die Tochter der Verstorbenen, Ann, die mit ihrem deutschen Mann Ulrich und ihren Kindern David und den Zwillingen Greg und Maud anreist und der speziell das 3.Kapitel gewidmet ist, spielend im Jahre 1950. Lilly, Namensgeberin für das 2.Kapitel, das in New York 1951 spielt, ist das Bindeglied zu Ulrich, seine Cousine nämlich, und jene Figur, die als ausschlaggebende Kraft für Ulrichs Heirat mit Ann einem als Leser immer wieder präsentiert wird. Dies scheint deswegen erwähnenswert, da die Heirat zwischen Ann und Ulrich kein einfaches Unterfangen ist. Das liegt einerseits daran, dass sich die Mutter Anns, Henriette Stanley, bis zum Schluss gegen die Verbindung stellt, da ein deutscher Ehemann einfach nicht in Frage kommt (wegen des Testaments u.a.), und andererseits an der Tatsache, dass Ulrich seine Liebe zum Zeitpunkt der Heirat schon als einigermaßen erloschen empfindet. Da die Figur Ulrich harmoniebedürftig und wenig kämpferisch gezeichnet ist, verwundert dies den Leser jedoch nicht. Nein, es macht ihn eher ungeduldig. Der ständige Briefwechsel zwischen Ulrich und der naiven, wenig willensstarken Ann, v.a. auf den letzten Seiten, verleitet zum Querlesen. Weder die komplikationsbehaftete Geburt ihres Sohnes David, der dadurch einen irreparablen Schaden davonträgt, noch Anns durchaus qualvoller Krebstod am Ende des Romans, lassen den Leser empathisch werden. Das Antwerpener Testament, das dem Werk auch den Namen gibt, wird zum Schluss hin geöffnet und es enthält – nichts Unerwartetes. Leider! Langsam, manchmal zu langsam und damit zu detailliert – kaum ein Nomen ohne Attribut – erzählt die Autorin die Geschichte einer Familie, deren Figuren mehr stereotypisch als individuell gezeichnet sind. Selbst die „geheimnisvolle“ Figur, die lediglich im 1.und letzten Kapitel auftritt, lässt keine Spannung aufkommen, selbst dann nicht, als sie ihr Geheimnis zu lüften beginnt. Evelyn Grills Versuch, eine Art Familienchronik auf knapp 316 Seiten zu schreiben, bleibt ein Versuch, allerdings durchaus ein solider! 3 von 5 Sternen

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