Evelyn Grill Immer denk ich deinen Namen

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Inhaltsangabe zu „Immer denk ich deinen Namen“ von Evelyn Grill

BEGEGNUNG VOR MALERISCHER PRAGER KULISSE Als Adrian die einwöchige Bildungsreise nach Prag antritt, wagt er nicht zu träumen, was ihm dort wenig später widerfährt: Er begegnet Vera, und plötzlich kehrt Farbe in sein Leben zurück. Fern von daheim, wo die todkranke Ehefrau zu pflegen ist und die beiden Söhne Probleme machen, fühlt sich der erfolgreiche Germanistikprofessor vom ersten Augenblick an von der jungen Schriftstellerin angezogen. Wieder zu Hause, will ihm das schöne schmale Gesicht mit den braunen Augen nicht aus dem Kopf gehen. Er bannt seine aufkeimende Sehnsucht in Briefen, die Vera ab nun regelmäßig erreichen. Sanft, aber eindringlich nähern sich die beiden aneinander an, in leidenschaftlichen Botschaften in eine andere Welt. DIE GESCHICHTE EINER SEHNSUCHT MIT BERÜHRENDEM FEINGEFÜHL ERZÄHLT Nicht nur Adrian, auch Vera ist gefangen in beengten Verhältnissen, kontrolliert vom patriarchischen Ehemann. Die Briefe des Professors treffen sie mit ebensolcher Wucht wie ihn die ihren. Es sind Briefe voller Sehnsucht, die sie austauschen, einer Sehnsucht weniger nach Liebe als nach dem Gefühl der Liebe, das beide so lange nicht verspürt haben. Wird der Wunsch, diese Liebe zu leben, letztendlich stärker sein als die Skrupel, das Vertraute zu verlassen? Evelyn Grill, Autorin der erfolgreichen Romane "Vanitas oder Hofstätters Begierden" und "Der Sammler", erzählt die Geschichte dieser besonderen Liebe mit viel Feingefühl und berührendem Ernst - ein tiefschürfendes Leseerlebnis.

Gut geschrieben

— leserin
leserin

Eine berührende Geschichte über späte Liebe und Lyrik.

— miro76
miro76

Beklemmendes Bild eines selbstgeschaffenen Gefängnisses und ein ausgezeichnetes Psychogramm

— BarbaraDrucker
BarbaraDrucker

Lug und Trug geschickt verpackt

— Milagro
Milagro

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  • Verständliche Fluchtwelt

    Immer denk ich deinen Namen
    BarbaraDrucker

    BarbaraDrucker

    15. November 2016 um 09:52

    Wie viel muss man wirklich ertragen? "Immer denk ich deinen Namen" ist ein Beziehungs-Roman von Evelyn Grill. Leise, aber auf keinen Fall langweilig, denn wiederum legt sie zielsicher den Finger auf die Wunden in den Beziehungen. Da ist zunächst der Germanistikprofessor Adrian Roth, der vor der häuslichen Misere in seine Arbeit flüchtet. Er ist auch so ziemlich mit allem gestraft, was in einem Durchschnittsleben noch irgendwie plausibel erscheint: Eine unheilbar krebskranke Frau, ein autistischer Sohn, der andere Sohn steht der Mutter nahe, liegt aber im Dauerclinch mit dem Vater. Die Tochter überlegt, sich trotz ihres Kindes scheiden zu lassen, doch finanzielle Überlegungen und der Zuspruch von Adrian halten sie davon ab. Im Pflegeheim wohnt seine demente Mutter, die einzige Person, mit der er offen reden kann. Zu allem Überfluss ist Adrian auch körperlich nicht unversehrt, er muss eine Beinprothese tragen. Für meinen Geschmack ist das zu viel auf einmal. Das Bemerkenswerte daran: Er jammert nicht, sondern richtet sein Leben nach den Umständen ein. Dieses mangelnde Aufbäumen kann den Leser wahnsinnig machen. Die Ehe ist schon längst lieblos, sie ging bereits vor der Krebserkrankung den Bach runter. Die Frau reklamiert Adrians Anwesenheit ein und giftet ihn dennoch die meiste Zeit an. Es wäre verständlich, wenn er den nahen Tod als Erlösung auffasste, und doch macht ihm die Aussicht auf den Tod seiner Frau zu schaffen.Bald entdeckt er eine zweite Fluchtwelt, den Briefkontakt mit der wesentlich jüngeren Vera, die offen Lyrik schreibt und heimlich Jus studiert. Auch sie steckt in einer unerquicklichen Ehe. Sie und die beiden Kinder atmen auf, sobald der Mann auf Dienstreise geht, und erstarren, sobald der selbstsüchtige Patriarch das Haus betritt. Man versteht, dass sowohl Adrian als auch Vera sich in ihre briefliche Liebesbeziehung stürzen, man gönnt ihnen dieses Refugium und wünscht es ihnen. Und doch bleibt da dieses ständige Bangen, weil die brieflichen Beteuerungen unwirklich erscheinen, ein literarisch überhöhtes Konstrukt sind. Vor dem ersten Wiedersehen zittert man, zumindest ich hatte starke Zweifel, ob die Idee von Liebe der Realität gewachsen sei.Der Autorin ist ein beklemmendes Bild eines selbstgeschaffenen Gefängnisses gelungen, ein ausgezeichnetes Psychogramm, dessen Sprengkraft sich nach innen wendet. Dass sie es nicht nur trist malt, sondern in eine helle Atmosphäre taucht und die Figuren und den Leser hoffen lässt, macht es umso böser und erst richtig gut.

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  • Die Liebe und der Alltag

    Immer denk ich deinen Namen
    Milagro

    Milagro

    Evelyn Grill zählt zu den wichtigsten österreichischen Autoren, ein guter Grund ,endlich mal eine Erzählung von ihr zu lesen. Der Titel gab ehrlich gesagt den Ausschlag, allein schon dieser Klang, romantisch, ungewöhnlich in heutiger Zeit. Ich hatte gleich Liebesgedichte vor Augen. Der Titel verspricht nicht zu viel. Wir finden uns in der jüngeren Vergangenheit wieder, in der Uni, Gedichte lesend. Adrian, Germanistikprofessor, trifft während einer kurzen Reise nach Prag auf die deutlich jüngere Vera, sie schreibt Lyrik und studiert daneben Jura, beide sind voneinander angezogen, reden aber in Prag gar nicht so viel miteinander, die Anziehungskraft besteht trotzdem. Sie bleiben in Briefkontakt. Adrian und Vera sind jedoch nicht ungebunden, beide haben Familien zu Hause, Vera hat zwei kleine Kinder, verheimlicht ihrem Mann ihr Studium und das Treffen in Prag. Adrians Frau ist schwer krebskrank, die beiden Söhne sind schon fast erwachsen, einer macht gerade Abitur, der andere Sohn ist Autist und bedarf Adrians Zuwendung. Auch er verschweigt, dass er eine Frau kennen gelernt hat. Adrian lebt sein eigenes Leben, emotional fern von der Familie verbringt er viele Stunden in der Uni, beantwortet Briefe, bereitet Vorträge vor und überlässt die Pflege der Ehefrau den Söhnen und einer Nachbarin. Er hat aber eine liebevolle Beziehung zu seiner Mutter, die im Pflegeheim lebt und die er besucht, dort scheint er zur Ruhe zu kommen und seine Gedanken ordnen zu können. Es wird sehr viel geschwiegen in beiden Familien, bei Vera und bei Adrian, vieles bleibt ungesagt, unterdrückt. Das kann man als Leser manchmal gar nicht gut aushalten und muss das Buch weglegen. Beide beginnen eine Beziehung in Gedanken, in ihren Briefen. Beide lügen oder lassen den Partner im Unklaren. Beide hintergehen den Partner und die Kinder in ihren Gedanken, denn ein Treffen zwischen beiden wird zunächst nur geplant. Und während man diese Seite von beiden abstoßend und sogar erbärmlich findet, schreiben sich die Protagonisten Briefe, wunderbare Zeilen, die voller Sehnsucht sind und eine andere Seite der beiden zeigen. Zitierte Gedichte, herrliche Sprache. Man ist geneigt, ihren Betrug zu verzeihen, wären da nicht die Partner, die Veränderungen bemerken und leiden. Ich war hin- und hergerissen zwischen Verständnis und Unverständnis. Eine schöne Geschichte, die nachhallt und ein gelungenes Ende bietet.

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