Evelyn Waugh

 4 Sterne bei 142 Bewertungen
Autor von Wiedersehen mit Brideshead, Brideshead Revisited und weiteren Büchern.
Evelyn Waugh

Lebenslauf von Evelyn Waugh

Evelyn Waugh wurde im Oktober 1903 als Sohn eines Verlegers in London geboren. Er studierte zunächst Geschichte am Hertford College, das er jedoch ohne Abschluss wieder verließ. Es dauerte nicht lange, bis Waugh das Schreiben für sich entdeckt hatte. Sein Debütroman "Decline und Fall (dt. Titel: Auf der schiefen Ebene) wurde im Jahre 1928 veröffentlicht. Als Waugh`s Buch "Wiedersehen mit Bredshire" verfilmt wurde, bedeutete dies für den Autor den internationalen Durchbruch. Evelyn Waugh starb im Alter von 63 Jahren in Taunton. Er zählt auch heute noch zu den wichtigsten englischen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Neue Bücher

Ohne Furcht und Tadel

 (1)
Neu erschienen am 24.10.2018 als Taschenbuch bei Diogenes.

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Wiedersehen mit Brideshead

Wiedersehen mit Brideshead

 (36)
Erschienen am 18.01.2017
Scoop

Scoop

 (8)
Erschienen am 18.12.2013
Auf der schiefen Ebene

Auf der schiefen Ebene

 (7)
Erschienen am 01.10.2003
Befremdliche Völker, seltsame Sitten

Befremdliche Völker, seltsame Sitten

 (7)
Erschienen am 01.12.2007
Eine Handvoll Staub

Eine Handvoll Staub

 (6)
Erschienen am 22.03.2017
Lust und Laster

Lust und Laster

 (6)
Erschienen am 24.01.2018
Verfall und Untergang

Verfall und Untergang

 (4)
Erschienen am 22.03.2017

Neue Rezensionen zu Evelyn Waugh

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Rezension zu "Ohne Furcht und Tadel" von Evelyn Waugh

Durch und durch britisch
Giselle74vor einem Monat

Als Leser springe ich ziemlich häufig in unbekannte Gewässer. Ich schlage ein neues Buch auf und weiß meistens nicht wirklich, was mich erwartet. Natürlich gibt es den Klappentext, natürlich kenne ich die ungefähre Richtung, das Genre, vielleicht auch andere Werke des Autors. Aber ein ungelesenes Buch eröffnet immer eine unbekannte Welt. Bei einem Vielleser, wie ich es ja bin, sind das ziemlich viele Welten, die man da nacheinander, manchmal auch nebeneinander bereist. Nicht alle lassen sich gleich gut bereisen, manche sind arg holperig, manche steinig und manche so langweilig, dass man innerlich Hüpfekästchen spielt. Und dann gibt es Bücher, die sind wie ein erfrischender Sprung ins Meer, Bücher, bei denen man wieder weiß, warum man eigentlich das Lesen so liebt.
"Ohne Furcht und Tadel" ist so eines. Man atmet förmlich auf, wenn man die wohldurchdachten Formulierungen liest. Kein Geschwafel, keine Klischees und aufgebauschten Banalitäten, dafür ein klares Konzept und rasiermesserscharfe Spitzen. Waugh erzählt von Guy Crouchback, einem liebenswerten Gentleman der britischen Oberschicht, der es trotz fortgeschritteneren Alters für angebracht hält, anläßlich des Zweiten Weltkriegs der britischen Armee beizutreten. Der Leser erfährt von Korpstraditionen, Aufstiegsschacher, wirren Missionen, irren Offizieren. Es ist bemerkenswert, dass jemand so eindringlich über den Krieg schreiben kann, ohne dabei großartig Blut zu vergießen. Waugh bleibt meist hinter den Linien und hat mit Crouchback einen Klischeebriten erfunden, der lernen muss, dass Fairplay für die anderen zumeist ein Fremdwort ist, einen guten Menschen, dessen Qualitäten nicht anerkannt werden, der stets beinahe unter die Räder gerät. Gleichzeitig nimmt Waugh die Abläufe beim Heer auseinander, das starre Regelwerk, Willkür und Kadavergehorsam.
Es gehört schon ein immenses Können dazu, eine 976 Seiten starke Satire auf das englische Kriegswesen zu schreiben, die nicht eine Sekunde langweilig oder -atmig ist. UInd den Leser trotz aller Ironie und eleganten Wendungen nie vergessen zu lassen, dass ein Krieg menschengemacht ist und dass es Menschen gibt, die im Krieg regelrecht aufblühen, dass es immer sinnlose Opfer gibt und eigentlich keine Seite dabei wirklich gewinnen kann.
Es sind Romane wie dieser, die einen Maßstab dafür geben können, was Literatur sein kann. Die geradezu leuchten durch ihre Fabulierlust, einzigartigen Charaktere und geschliffenen Formulierungen. Aus denen man ständig vorlesen oder zitieren möchte, weil man hier eine Wendung gelungen findet und dort eine Bemerkung treffend. Romane, die man drei, viermal lesen kann, um immer noch neue Aspekte zu entdecken.
"Ohne Furcht und Tadel" ist zu Recht ein Klassiker der englischen Literatur, ein Werk, das auch nach über sechzig Jahren nichts von seinem Funkeln verloren hat.

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Rezension zu "Expeditionen eines englischen Gentleman" von Evelyn Waugh

Etwas langatmig
leserattebremenvor 3 Monaten

Evelyn Waugh reiste 1930 für die Times als Sonderkorrespondent nach Addis Abeba, um den Krönungsfeierlichkeiten von Haile Selassie beizuwohnen. In diesem Buch beschreibt er nicht nur die ausführlichen Feiern, sondern auch seine Reiseerfahrungen, die Menschen, auf die er traf und die Abenteuer, die er erlebte.
Der Autor hat einen etwas bissigen und noch sehr imperialistischen Blick auf die Welt. Auch wenn er sich aufgeschlossen gibt, wirkten die Geschichten auf mich beim Lesen doch sehr vom Gedanken der Kolonisierung geprägt, was aber schlicht der Entstehungszeit geschuldet ist und keine Kritik sein soll. Sein Blick auf die Menschen, die er trifft, ist kritisch und teilweise bitterböse, andere Male merkt man ihm die Zuneigung wieder an. Alles in allem sind seine Reisebeschreibungen unterhaltsam, an manchen Stellen hätte meiner Meinung nach eine Kürzung jedoch eindeutig gut getan. Er verliert sich teilweise in uninteressanten Details, während ich mir noch mehr Beschreibung von Land und Leuten gewünscht hätte als von dem nächsten langweiligen Treffen mit einem Zigarren rauchenden Briten.
Evelyn Waughs Reisebericht „Expeditionen eines englischen Gentleman“ ist zwar unterhaltsam und stellenweise recht amüsant geschrieben, mir war es aber etwas zu langatmig und ohne Tempo. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass diese Reise ihn häufig gelangweilt hat und dass er das auch mit seinen Beschreibungen transportiert. Mir hat der ihm zugeschriebene satirische Biss doch etwas gefehlt. 

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Rezension zu "Ausflug ins wirkliche Leben" von Evelyn Waugh

Punktgenau und schwarzhumorig
Giselle74vor 6 Monaten

Nachdem ich nun also von meiner letzten Waugh-Lektüre Expeditionen eines englischen Gentleman, nicht ganz so begeistert war, wurde mir die äußerst hilfreiche Information zuteil, dies sei ein Buch für Liebhaber, weniger für Einsteiger. Da ich nicht weiß, ab dem wievielten Waugh-Band es einen Statuswechsel gibt, habe ich mich daraufhin den Einsteiger-Gefilden schlechthin zugewandt: den sogenannten Meistererzählungen. Hier haben wohlmeinende Liebhaber, davon gehe ich zumindest aus, eine Auswahl getroffen, die den perfekten Einstieg in das Waugh-Universum liefert. Fünfzehn kalt funkelnde Diamanten, wohlformuliert und meist mit einer recht schwarzhumorigen Pointe versehen, findet der Leser in diesem Büchlein. Die meisten in den Dreißiger Jahren geschrieben, quasi zu des Autors Hochzeiten.
Da geht es um eine ungewöhnliche Hochzeitsreise, um die Welt des Kinofilms, das bisweilen seltsame Gebaren der englischen Oberschicht, um die Gefahren der exzessiven Autorenverehrung und dergleichen mehr. Naturgemäß gefallen einem bei solchen Sammlungen manche Erzählungen mehr als andere, zumindest mir geht das so, aber alles in allem kann ich sagen, dass diese Auswahl einen sehr guten Einblick in Stil und bevorzugte Themenwahl Evelyn Waughs gibt und das Niveau gleichbleibend hoch ist.
Ich persönlich freue mich ja sehr darüber, dass der Diogenes Verlag sich diesem in Deutschland leider nicht ausreichend bekannten Autor so liebevoll widmet. In der letzten Zeit sind eine ganze Reihe von schön gestalteten Waugh-Bänden herausgekommen, denen ich viele begeisterte Leser wünsche. Dieser "Ausflug ins wirkliche Leben" ist nun tatsächlich bestens geeignet für Leser, die erst einmal Waugh-Luft schnuppern oder sich häppchenweise an den Stil gewöhnen möchten.
Und ganz zum Schluß verrate ich auch gerne meine liebste Erzählung in diesem Band: "Taktische Übung", zu finden auf Seite 252. Worum es geht? Das wiederum verrate ich natürlich nicht...

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Evelyn Waugh wurde am 28. Oktober 1903 in London (Großbritannien) geboren.

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