Evelyn Waugh Scoop

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Inhaltsangabe zu „Scoop“ von Evelyn Waugh

William Boot, der beim ›Daily Beast‹ eine Kolumne zum Thema Natur und Landleben hat, wird 1938 aufgrund einer Verwechslung als Kriegsberichterstatter in das afrikanische Krisengebiet Ishmaelia entsandt. Boot erweist sich entgegen allen Erwartungen seiner Aufgabe gewachsen: Die Bekanntschaft mit einem Geschäftemacher und einer schönen Ausländerin verhilft dem belächelten Korrespondenten zu einer sensationellen Exklusivstory.

Amüsante Journalisumus-Satire aus den Dreißigern

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  • Ein wahrer Knüller

    Scoop
    Bri

    Bri

    03. March 2014 um 20:31

    Scoop - so nennt man in Journalistenkreisen einen Knüller, die Sensationsgeschichte für Seite Eins. Und nur darum geht es im schnell sich drehenden Karussell der Zeitungsblätter: Jedes Blatt will das Erste sein, das solch eine Meldung bringt. 1938 verdichten sich in Europa die Gerüchte um eine Krise im fiktiven Ishmaelia, das dem tatsächlichen Abessinien, in dem Evelyn Waugh selbst als Kriegsberichterstatter weilte, nachempfunden ist. Sonderberichterstatter aus aller Welt sind auf dem Weg nach Jacksonburg, um die dortige Situation und schnelle Änderungen der Lage unverzüglich nach hause zu kabeln. Auch ein gewisse Boot vom Daily Beast befindet sich unter den anwesenden Journalisten, die auf ihre große Stunde warten. Nur dass er tatsächlich nicht der Boot ist, der aus persönlichen Gründen nur allzu gewillt war, das Land für einen solchen Sondereinsatz zu verlassen.                                                                            William Boot, den es nach Jacksonburg verschlägt, war durchaus zufrieden mit seiner Kolummne Üppige Auen, für die er wunderbare Beschreibungen seiner Umgebung wie " ... leichtfüßig durchs glucksende Moor schweift die pirschende Wühlmaus ..."  findet. Seine Liebe zu Boot Magna, dem Familiensitz, und dessen Umgebung spricht aus jedem seiner Sätze. Ishmaelia ist ihm ehrlicherweise absolut gleichgültig und dennoch kann er sich des Auftrages dorthin zu reisen und der britischen Nation die neuesten Neuigkeiten von dort zu verschaffen, nicht erwehren. John Boot hingegen, der junge vielgelesene Autor mittlerweile mehrerer Romane, ist nur allzu dankbar für den sogenannten  Stitch-Service, der es ihm ermöglichen sollte, sich aus einer unangenehmen Situation, die natürlich mit einer Frau zu tun hat, herauszuwinden. Äußerst skurrile und sehr britisch anmutende Charaktere sind es, die Evelyn Waugh für seine überaus amüsante Journalisten-Komödie mit leichter Feder und doch in kräftigen Farben zeichnet. Ishmaelia, der von ihm zwar realen Staaten nachempfundene, doch fiktive Staat, wurde von außen - wie heute noch durchaus üblich - mit einer Regierung besetzt, die den Weltmächten genehm und deren Interessen entgegenkommend eingestellt ist. Waugh zeigt Mechanismen auf, derer sich auch heutige Staatsoberhäupter gerne bedienen: Einsetzung eines Präsidenten nach Gusto, aber natürlich unter dem Mäntelchen der Verschwiegenheit und nach außen demokratisch gewählt. Vergabe weiterer Posten durch den Präsidenten nach eigenem Ermessen mit dem Ziel, sich -  zur Zufriedenheit aller - ein familiäres Netzwerk und damit eine schier unbrechbare Machtstruktur aufzubauen. Das wiederum verselbständigt sich dann nicht im Interesse der weltweit involvierten Staaten. Kommt uns doch irgendwie bekannt vor oder? Offensichtlich waren diese politischen Vorgehensweisen schon 1938 gang und gäbe und Evelyn Waugh weitsichtig genug, die Wahrheit in seiner Satire zu verpacken. Aber auch die heute noch gängigen Methoden der Journaille zeigt Waugh subtil und doch gewohnt deutlich. Schlagzeilen ergeben sich nicht, sie werden gemacht. Geschichten werden nicht aufgespürt, sie werden geschrieben. Sprachlich rasant, ironisch bis satirisch, gewürzt mit wunderbar schrägen Szenen, liebevoll gezeichneten Figuren ist Scoop ein wahrer Knüller, eine überaus erheiternde und kurzweilige Lektüre, trotz des doch kritischen gesellschaftlich-politischen Hintergrunds.

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  • Rezension zu "Der Knüller" von Evelyn Waugh

    Scoop
    firlefanz

    firlefanz

    14. August 2009 um 10:46

    Was kommt dabei heraus, wenn aufgrund eines Missverständnisses ein adeliges Landei in ein bügerkriegsbedrohtes afrikanisches Land geschickt wird, um als Kriegsreporter daraus zu berichten? Waugh lässt seine blauäugige und gutmütige Hauptfigur William Boot ins Chaos stolpern. Mit einem Haufen Gepäck (inklusive einem faltbaren Kanu und einem Weihnachtsdinner) kommt Boot, gemeinsam mit einer Horde weiterer Journalisten im (fiktiven) Ishmaelia an und sofort beginnt die Jagd auf "news" bzw. den großen Knüller. Dabei kritisiert Waugh auf seine gewohnt satirische Art die Vorgänge in den großen Zeitungen, Sensationsgier und Journalismus im Allgemeinen. Spannend auch, was in Ishmaelia eigentlich abgeht. Das erklärt Boot in seinen Telegrammen an die Redaktion: NOTHING MUCH HAS HAPPENED EXCEPT TO THE PRESIDENT WHO HAS BEEN IMPRISONED IN HIS OWN PALACE BY REVOLUTIONARY JUNTA HEADED BY SUPERIOR BLACK CALLED BENITO AND RUSSIAN JEW... Schade nur, dass Boot zum Zeitpunkt dieses Knüllers eigentlich schon gefeuert war... Nun ja, this is news.

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