Evelyne Accad Die Beschnittene

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Inhaltsangabe zu „Die Beschnittene“ von Evelyne Accad

Beirut im Krieg. Die Tochter eines autoritären und starrsinnigen evangelikalen Predigers sowie einer frommen, ihrem Mann ergebenen Mutter verliebt sich in einen palästinensischen Lehrer, der in ihr den Traum von einem freien Land weckt, in dem Solidarität zwischen den Bewohnern und Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau herrschen.§In der Hoffnung auf Selbstbestimmung und eine gemeinsam gestaltete Zukunft flieht sie mit ihm vor ihren Eltern und aus dem Libanon in ein anderes arabisches Land.§Doch ihre neuen Lebensumstände erweisen sich wiederum als Gefängnis und ihr Mann als nicht weniger patriarchalisch als der Vater.§Erschüttert wird sie Zeugin des blutigen Rituals der Beschneidung kleiner Mädchen und begibt sich, da sie schwanger ist und sich eine ähnliche Zuzkunft für ihr Kind nicht vorstellen kann, erneut auf die Flucht.

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  • Rezension zu "Die Beschnittene" von Evelyne Accad

    Die Beschnittene
    Buecherviech

    Buecherviech

    25. October 2010 um 14:34

    Da stand ein schmaler Band im (Leih-)Bibliotheksregal und sah sehr spannend aus. So nahm ich es in die Hand und las den Klappentext: "Dieses Buch ... ist ein Gedicht und ein Aufschrei zugleich: gegen den Krieg, der den Libanon zerrissen hat, gegen die christliche und moslemische patriachalische Unterdrückung, gegen die Unterwerfung unter den Schleier, die Gewalt und die sexuelle Verstümmelung." Le Monde Klingt doch wirklich interessant, und klug, dann las ich, dass es ein (neuerer) Klassiker ist, der viel an amerikanischen Universitäten gelesen wird. Da musste der kleine Buch mit zu mir nach Hause kommen und verschlungen werden! Wahrlich, es ist ein mutiges Plädoyer, gegen die weibliche Genitalverstümmelung, ein Zeugnis über das Leben der - teilweise - zum Schweigen gebrachten Frauen des Orients. Araberinnen, Afrikanerinnen, die vom Patriachat zu hingebungsvollen, erduldenden Nebenfiguren im eigenen Leben gemacht wurden. Das Buch hat zwei Teile: Der Erste ist die poetische Erzählung über das Leben eines christlichen libanesischen Mädchens, das vor ihrem fanatisch predigenden Vater in die Arme eines palästinesischen Lehrers flüchtet, der wie James Dean aussieht und Träume von Gemeinsamkeit in ihr Herz, Visionen von einem freien, stolzen Orient; doch auch er stellt sich als Patriarch und Unterdrücker heraus, der sie lange allein lässt in einem fremden Land. E. (laut Autorin für Elle oder Eva stehend) wird seinem Wunsch gemäss schwanger. Völlig geschockt , als sie Zeugin der blutigen Beschneidung kleiner Mädchen wird, flüchtet sie, um ihr Kind zu schützen - mit einem offenen Ende. Dieser Teil ist poetisch, voller tiefer Gefühle, die im Leser eine Saite zum Klingen bringen, ein Gemisch aus einer Erzählung und Gedichten dazwischen. Das führt zwar dazu, dass es sich nicht so schnell und flüssig liest, dafür erzeugt es eine Tiefe und Unmittelbarkeit, rührt zu Tränen. Der zweite Teil besteht aus einem Essay der Autorin, in dem sie über die Rezeption des Buches (also wie es aufgenommen wurde) schreibt, ihren Kampf und den vieler anderer Menschen - Männern und Frauen, aus Orient und Okzident - beschreibt. Dieser Teil ist ausgesprochen spannend, hochaktuell auch wenn er die Anfänge der Bewegung in den 1970er Jahren beschreibt. Es ist etwas vom besten, was ich je zur Mutilation (weibliche Beschneidung) gelesen habe, vom medizinischen wie soziologischen Standpunkt her. Prädikat: Unbedingt lesen, zumindest den Aufsatz (2. Teil) Wegen der Schwierigkeit des ersten Textes, da hineinzufinden, bekommt das Buch nur 4 Sterne, wobei der Aufsatz eigentlich sechs verdient hätte.

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