Evi Simeoni Schlagmann

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Inhaltsangabe zu „Schlagmann“ von Evi Simeoni

Die erfolgreiche Journalistin Evi Simeoni beschreibt in ihrem Debüt die an einer wahren Begebenheit orientierte Leidensgeschichte eines Hochleistungssportlers. Der Schlagmann Arne Hansen gewinnt zwar die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen, aber er kann sich an dem Sieg nicht freuen. Innerlich ist er leer und ausgebrannt. Der Höhepunkt seiner Sportlerkarriere ist auch der Wendepunkt seines Lebens. Fassungslos müssen seine Freundin und ein Mannschaftskollege mitansehen, wie der magersüchtige Arne sich selbst zugrunde richtet. Aus unterschiedlichen Perspektiven wird der unaufhaltsame Niedergang und das Sterben eines Menschen mit großer erzählerischer Wucht und Anteilnahme geschildert.

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    Schlagmann
    Claudia-Marina

    Claudia-Marina

    09. January 2016 um 14:17

    Macht Gold glücklich? Anscheinend nicht, denn sonst wäre Arne Hansen, Schlagmann des Goldachters von Seoul nicht so unglücklich – mit seinem Leben, seinem Körper und der Welt an sich. Für ihn, diesen hochgewachsenen, durchtraiierten Mann, zählt nur der Erfolg im Sport und als der ausbleibt, beginnt er, sich selbst zu Grunde zu richten. Er hungert. Er foltert sich selbst mit stundenlangem Training. Und dabei stößt er die, die ihn lieben vor den Kopf. Sein Freund Ali und seine Freundin Anja erreichen ihn bald nicht mehr; Arne zieht sich von der Außenwelt zurück und verschwindet immer mehr in seinem Hungerwahn. Und stirbt. Arne lässt seine Freunde in kompletter Ratlosigkeit zurück, und auch noch Jahre nach seinem Tod lässt Ali und Anja Arnes Schicksal nicht los. Erst recht nicht als sie der Sportjournalist Paco Müller kontaktiert, um sie zu interviewen. Weiterlesen

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  • Rezension zu "Schlagmann" von Evi Simeoni

    Schlagmann
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    21. August 2012 um 13:49

    Romanhafte Reportage Explizit nennt Simeoni ihr Werk einen Roman, doch in Form und Stil kann sie ihren Hintergrund als Sportreporterin keineswegs verbergen. Vor allem, da das Buch zu weiten Teilen aus (fiktiven) „Erinnerungen“ zweier Personen besteht. Derer der ehemaligen „Freundin“ des „Schlagmanns“ und derer des ehemaligen „zweiten Mannes“ im Boot und sportlichen Weggefährten des „Schlagmanns“ Arne Hansen. Jener Arne Hansen, der dem Ruderolympiasieger von 1988, Bahne Rabe, nachempfunden ist. Schlagmann des Deutschland Achters, kranke Seele, selbst zerstörerischer „Fast-Autist“. Arne Hansen ist das Synonym dieses Hochleistungssportlers, der früh starb und sich selbst in dramatischer Weise in diesen Tod brachte, über lange Zeit hinweg. In Form eines Psychogramms zeichnet Simeoni den Weg dieses Mannes nach, angefangen beim Olympiasieg (ganz hervorragend versteht sie es, das Rennen, das Leben als Ruderer überhaupt, aus der Innenansicht der Athleten heraus zu erzählen. Fast schmerzen einen die eigenen Muskeln, so plastisch schildert sie die Qualen auf der Ruderstrecke). Klug beschränkt sie sich auf drei Hauptpersonen (plus am Rande dem Reporter, der in fiktiver Form diesen Bericht im Buch zusammenträgt) und ermöglicht es so dem Leser, intensiv in die Persönlichkeiten von „Ali“, dem Ruderkollegen) und „Anja“ (der Frau, die verzweifelt versucht, Arne Hansen allein schon körperlich für sich zu öffnen) und eben jenes Arne Hansen hin einzudringen. Komplizierte Neben-Themen wie Doping erwähnt Simeoni kaum, eher streift sie die Konkurrenz und „Hackordnung“, die durchaus auch Gnadenlosigkeit des Sports und des Umgangs miteinander. Da, wo nur Leistung zählt, wo Verdienste, wo das Menschliche kaum an Rande aufblitzt. „Rudermaschinen“, mehr sind die jungen Männern eigentlich nicht. Ein Umfeld, welches nicht verantwortlich ist für die Selbstzerstörung des Schlagmanns, ein Umfeld aber, in dem die „Risse der Seele“ im jungen Mann, zynisch ausgedrückt, ganz hervorragend befördert werden. „Arne Hansen, der Olympia Held......... Ein Mann, der alles kann“. Wohl nur nicht leben, das konnte er nicht. „Ein Champion, der sich aus sich selbst erklärt.“, Modellathlet. Der sich aber eben nur als Athlet aus sich selbst heraus erklärt, nicht als Mensch. Einer, dessen Markenzeichen erschreckend jenes war, „dass er sich nicht freuen konnte“. Nie wirklich. Es geht im Buch nicht um anregende Unterhaltung oder Spannung, beides kommt kaum auf (auch wenn die „Liaison“ zwischen dem Ruderkollegen Ali und der „Freundin“ Anja ein wenig Würze hineinbringt, letztlich aber kaum wirklich Auswirkungen hat). Aber eine präzise und plastisch geschilderte Innenansicht des Lebens eines Hochleistungssportlers, der gnadenlosen Atmosphäre im Verband, beim Trainer, unter den Ruderern und sich selbst gegenüber, die setzt Simeoni packend in den Raum. Und ein genau skizziertes Persönlichkeitsprofil, welches die ganzen Erfolge nicht als Stärkung erlebt, sondern weiterhin auch darin nur Bausteine für ein selbst zerstörerisches Handeln sammelt. Nicht nur für sportinteressierte ist dieses Buch durchaus anregend zu lesen.

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