"Tristan-Akkord" ist eine schöne Analyse, wie unsere Kindheit uns beeinflusst und den Weg unseres Lebens für immer bestimmt.
Ev ist inzwischen schon eine anerkannte Bratschistin, sie hat viele Preise für ihre Musik gewonnen. Mit 50 Jahre spielt sie in einer Orchestra. Die Orchestra hat leider finanzielle Probleme und die Mitarbeiter werden frühzeitig informiert und betreut, damit sie einen sinnvollen beruflichen Weg finden können.
Ev erinnert sich wie sehr sie als Kind vom Lesen angezogen war und wird ermutigt selber zu schreiben. Aus Liebe zu ihr Vater hat sie immer die Musik vorgezogen und insgeheim Bücher gelesen.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Die Abschnitte im Buch wechseln immer zwischen Gegenwart und Vergangenheit, wobei die Abschnitte im Gegenwart distanzierter klingeln als die aus dem Vergangenheit. Es wirkt so, als Ev mit ihrer Kindheit nicht abgeschlossen hat und das beschäftigt sie sehr, viel mehr als die Tatsachen, dass sie ihre Stelle verlieren könnte. Die Musik spielt eine große Rolle im Buch, für Musik Begeisterte ist das Buch sicher sehr interessant.
Sehr interessant habe ich die unterschiedlichen Sichtweise gefunden. Ev hat ein Bild von ihrer Familie als sie Kind war. Manche Sachen haben sie sehr frustriert. Dadurch, dass der Kontakt eingeschränkt wurde, wird dieses Bild jahrelang gleich bleiben. Erst als die Mutter stirbt und der Vater 80 wird, kommt Ev tiefer in Gespräch mit dem Vater und erfährt mehr über ihn.
Fazit:
Ein schönes Buch, das zum Gespräch innerhalb der Familie anregt. Als ich das Buch fertig gelesen habe, musste ich gleich an meinen Eltern denken, wie sie die Dinge aus unseren Familienleben gesehen haben, ob ich nicht ein falsches Bild von ihnen habe. Die Musik spielt im Buch eine große Rolle, deshalb sehr zu empfehlen für alle die an die Musik interessiert sind.



