Ewald Weber Der Fisch, der lieber eine Alge wäre

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Inhaltsangabe zu „Der Fisch, der lieber eine Alge wäre“ von Ewald Weber

<p>Tiere und Pflanzen – das ist weit mehr als eine Geschichte von Fressen und Gefressenwerden. Häufig bilden sie Lebensgemeinschaften, in denen alle Beteiligten aufeinander angewiesen sind. Der Biologe Ewald Weber gibt dafür viele so erstaunliche wie faszinierende Beispiele. Sein Buch ist zugleich ein engagiertes Plädoyer dafür, die Vielfalt des Lebensnetzes zu bewahren.<br /> Tiere bestäuben Blütenpflanzen und verbreiten deren Samen; in den Überflutungswäldern des Amazonasbeckens in Südamerika übernehmen diese Aufgabe sogar Fische. Seepocken sitzen als Mitesser auf Meeresschnecken, Kuhreiher auf Kühen; beide kommen so herum und finden Nahrung. Die Beziehungen zwischen Tieren und Pflanzen gehören zum Faszinierendsten in der Geschichte des Lebens. Dabei kommt es zu den erstaunlichsten und oft genug zu bizarren Erscheinungen. Zum Beispiel dem Fetzenfisch, dem Titelhelden dieses Buches. Mit seinen blattartigen Hautauswüchsen ist der Fetzenfisch perfekt getarnt. Er ahmt nicht nur Pflanzenteile nach, sondern sieht gänzlich wie eine Pflanze aus. Geheimnisvoll und scheinbar ohne Flossenbewegungen gleitet er durch den Algenwald.</p>

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  • Erstaunliche Einblicke in ein kaum bekanntes Thema

    Der Fisch, der lieber eine Alge wäre

    michael_lehmann-pape

    10. September 2015 um 11:11

    Erstaunliche Einblicke in ein kaum bekanntes Thema In der Regel nimmt man das Leben, die Umstände, die Natur, Flora und Fauna und Landschaften einfach als gegeben hin und macht sich nicht unbedingt ständig ausführliche Gedanken. Der Genuss der Schönheit der Natur, gut, das kommt nicht selten vor. Aber diese Besonderheiten hinter all diesem was kreucht und fleucht und wächst und in welchen gegenseitigen Beziehungen das alles steht, dass ist dann doch eher weniger Thema der alltäglichen Gedanken. Edqward Weber nimmt sich in seinem neuen Werk dieses, dem Alltag eher „abseitigen“, Themas an und zeigt an vielfachen Beispielen in seiner sehr verständlichen Sprache und Darstellung, dass die Verbindungen zwischen Tier- und Pflanzenwelt vielfältig, teils symbiotisch, immer aber untrennbar aufeinander bezogen sind. So nehmen vor den Augen des Lesers Kapitel für Kapitel mehr ganze „Lebensgemeinschaften“ plastische Formen an, die teils kaum zu glauben, teils nach der Lektüre aber auch ungeheuer einsichtig im Raume stehen. Wie „alles mit allem vernetzt ist“, diese Erkenntnis erläutert Weber mit Humor und fundierter Sachkunde und bietet eine faszinierende Lektüre und einen ebenso faszinierenden Einblick in die „Vielfalt des Lebensnetzes“. „Artenreichtum ist nur ein Aspekt dessen, was wir als Natur bezeichnen. Erst das Zusammenleben, das gegenseitige Beeinflussen, die wechselseitigen Beziehungen zwischen den Arten gestalten die Natur und formen diese so, wie wir sie erleben“. Sei es nun das „kontrollierte Fressen lassen“ von Pflanzen zur Verbreitung des Samens und des Lebens (ein filigranes Gespinst), sei es die gegenseitig bedingende „Ko-Evolution“, bei der sich wie Arten zugleich „entwickeln und verändern“, seien es „Tricks“, wie bei der Aasblume, konkrete Tierarten anzuziehen und zu nutzen, alle im Buch sorgfältig aufbereiteten Beispiele mitsamt den vielfachen illustrierenden Abbildungen stützen die These Webers: „Biodiversität stellt eine der Grundvoraussetzungen guter Lebensqualität dar“. Was Weber eindringlich dem Leser dort nahebringt, wo diese Verbindungen, Vernetzungen, „Lebensgemeinschaften“ und Ko-Existenzen gestört werden. Durch Umwelteinflüsse, die zu einem hohen Teil auf das Eingreifen des Menschen zurückgeführt werden können. Das, wo „Löcher im Netz“ entstehen, wo Weber den „leeren Wald“ beschreibt oder die Auswirkungen jahrelanger Monokulturen (wie Raps) auf die Biodiversität und damit das gesamte „Netz des Lebens“. Plastisch, klar, eingängig beschreibt Werber vielfache Vernetzungen von Flora und Fauna, die auf den ersten Blick in Teilen hoch exotisch erscheinen für einen Leser der modernen Zivilisation, die beim zweiten Nachdenken aber nichts anderes abbilden als die ganz „natürliche“ Ordnung der Dinge, das Zusammenspiel der Kräfte des Lebens, dass an vielen Orten durch die „menschliche Monokultur“ nicht nur empfindlich gestört, sondern in Teilen asuch nachhaltig „vernichtet“ wird. Eine sehr zu empfehlende, dabei zwar spezielle, aber durchaus auch kurzweilige Lektüre, die eine Fülle von Erkenntnissen mit sich führt und das „Netzwerk des Lebens“ eindringlich vor Augen stellt.

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